Cover-Bild DANCE OR DIE
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9,49
inkl. MwSt
  • Verlag: Emons Verlag
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 25.06.2020
  • ISBN: 9783960416449
Jessika Westen

DANCE OR DIE

Die Loveparade-Katastrophe. Ein Roman
Die Loveparade 2010: Die Journalistin Jessika Westen berichtete vor Ort aus Duisburg.

Es ist der Tag, der alles verändert und die Schicksale vieler Menschen unwiderruflich miteinander verbindet: der 24. Juli 2010 – die Loveparade-Katastrophe in Duisburg. In Zusammenarbeit mit Angehörigen, Betroffenen, Augenzeugen und Ersthelfern zeichnet Jessika Westen, die als Live-Reporterin die Katastrophe miterlebte, den Verlauf der Tragödie in ihrem Buch nach. In Romanform schildert sie das Geschehen aus drei verschiedenen Perspektiven und mit bisher unveröffentlichten Details. Sie sprach mit Verletzten, Traumatisierten und hatte Einblicke in anwaltliche Unterlagen. Entstanden ist ein Roman mit emotionaler Tiefe, der ungemein berührt und niemanden kaltlässt.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Dance or Die

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Der Tatsachenroman „Dance or Die“ von Jessika Westen, erschienen im Juni 2020 im emons-Verlag, zeichnet knapp 10 Jahre nach dem Event die Ereignisse der Loveparade-Katastrophe nach, die sich im Juli 2010 ...

Der Tatsachenroman „Dance or Die“ von Jessika Westen, erschienen im Juni 2020 im emons-Verlag, zeichnet knapp 10 Jahre nach dem Event die Ereignisse der Loveparade-Katastrophe nach, die sich im Juli 2010 in Duisburg zugetragen hatte. Die Autorin erlebte die Geschehnisse als Live-Reporterin hautnah mit und interviewte Betroffene, Angehörige von Opfern, Augenzeugen sowie Ersthelfer, um den Verlauf der Tragödie in ihrem Buch wahrheitsgemäß abbilden zu können. Schonungslos legt sie die Entwicklung der Massenpanik dar, die den Tod von 22 Menschen zur Folge hatte und Hunderte Verletzte zählte.

Dazu nimmt die Autorin einerseits die Perspektive eines Sanitäters ein, der am Veranstaltungstag im Einsatz war, andererseits verfolgen wir auch Katty und ihre Clique, die sich am folgenreichen Morgen auf den Weg zum Event macht. Die Reporterin Emma komplettiert die Gruppe der drei Protagonisten und steuert aufschlussreiche Einblicke in die Berichterstattung am Einsatzort bei. Im Laufe der Geschichte verflechten sich die Erlebnisse der Hauptfiguren und machen so deutlich, wie schnell aus einer großen Party voller Spaß und Vorfreude eine ausweglose Situation entstehen kann, die schließlich zur Tragödie führte. Dabei besteht die Geschichte weitgehend aus Fakten – konkret wird allerdings nicht genannt, welche Aspekte aus dramaturgischen Gründen oder zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte abgeändert beziehungsweise hinzugefügt wurden. So beginnt ein jedes Kapitel mit einem Ausschnitt eines realistischen Gespräches über Funk, es bleibt jedoch offen, ob diese Unterhaltungen eigens für das Buch entwickelt wurden oder in ähnlicher Form tatsächlich stattgefunden haben.

Im Nachgang einer so unvorhergesehenen Katastrophe stellt sich meist zunächst die Frage nach dem Warum. Die Suche nach Gründen und möglichen Auslösern beschäftigt sowohl Betroffene als auch Außenstehende, die lediglich von den Geschehnissen gehört haben. Diese Frage beantwortet Jessika Westen in ihrem Buch ausführlich. Durch das Zusammenspiel der drei unterschiedlichen Perspektiven analysiert sie, welche technischen Umstände und Entscheidungen sowohl seitens der Organisatoren als auch der Raver letztendlich dazu führten, dass Menschen durch die panische Menge erdrückt und totgetrampelt wurden.  
Darüber hinaus bietet das Buch interessante Einblicke in die Arbeit von Ersthelfern und Fernsehreportern. Dennoch ist ein Vorwissen beispielsweise im Bereich Medizin oder Fernsehtechnik zum Verständnis nicht nötig. Im Vorsatz finden wir eine Karte des Veranstaltungsgeländes, auf der auch eine Schlüsselpunkte eingezeichnet sind, die die Visualisierung der Ereignisse vereinfachen und so sicherstellen, dass technische Details keine Verwirrung beim Leser auslösen.

„Dance or Die“ ist keineswegs leichte Kost für zwischendurch, aber gerade aus diesem Grund eine fesselnde Geschichte, die im Gedenken an die Opfer eindrücklich schildert, wie essenziell es ist, stets die eigene Umgebung zu beobachten um, gerade im Rahmen von Großevents, im Zweifelsfall umzukehren, bevor es zu spät ist und es keinen Ausweg mehr gibt. Die Eskalation der Situation wird durch die detailgetreue Beschreibung der Geschehnisse spür- und nachvollziehbar. Eine Geschichte, die für einige vielleicht „zu krass“ sein könnte, aber definitiv niemanden kaltlässt und nach dem Lesen noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 04.06.2021

✎ Jessika Westen - Dance or Die

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Ich bin erst neulich auf dieses Buch aufmerksam geworden, obwohl es bereits seit 1 Jahr auf dem Markt ist. Dazu muss ich jedoch sagen, dass ich nicht mehr in Deutschland wohne und soziale Medien nicht ...

Ich bin erst neulich auf dieses Buch aufmerksam geworden, obwohl es bereits seit 1 Jahr auf dem Markt ist. Dazu muss ich jedoch sagen, dass ich nicht mehr in Deutschland wohne und soziale Medien nicht gar so oft konsumiere. Als ich es jedoch sah, war klar, dass ich es lesen MUSS.

Beim Untertitel hatte ich augenblicklich den Tag vor mir. Zuerst habe ich gar nichts mitbekommen, denn ich habe versucht, am späten Nachmittag ein wenig zu schlafen. Schließlich hatte ich Sonntagsdienst und musste um 20 Uhr auf Arbeit sein. Also hatte ich erst um diese Zeit im Radio gehört, dass etwas gewaltig schief lief auf der Loveparade in Duisburg.

Das Ganze war für mich trotzdem nicht richtig greifbar. Ich musste mich auf meine Aufgaben konzentrieren und konnte nur mit halbem Ohr zuhören. Nie vergessen werde ich jedoch, dass ich mir um einen Mitarbeiter Sorgen machte, der zu diesem Event gefahren war. Ihm ist damals nichts passiert.

Da es mich nicht unmittelbar betraf, machte ich mir irgendwann keine weiteren Gedanken darum. Ich las ständig Zeitungsberichte, doch ab keinem bestimmten Zeitpunkt verschwand das Ereignis aus meinem Blickfeld. Dennoch konnte ich es nie vergessen.
Immer wieder sprach ich über diese Katastrophe mit jemanden, sobald im TV über Konzerte oder Veranstaltungen in größerem Ausmaß berichtet wurde, bei dem die Menschen nicht fein säuberlich auf ihren Plätzen saßen.
Bis heute kann ich an keiner Zusammenkunft in dieser Größenordnung teilnehmen.

"Dance or Die" wird aus 3 Perspektiven erzählt: Katty, Loveparade-Besucherin; Emma, Reporterin; und René, Rettungssanitäter. Alle 3 kommen sehr authentisch rüber. Egal, aus welchem Blickwinkel gerade berichtet wurde, ich konnte mich jedes Mal sofort in die jeweilige Situation hineinversetzten. Die Autorin schildert die Ereignisse aus allen 3 Sichtweisen sehr real.

Anfangs habe ich das Buch ganz leicht zur Seite legen können. Es passiert nichts Aufregendes, Jessika Westen lässt den Leser jedoch an der trügerischen Stille teilhaben.
Als Lesende, die weiß, was passiert, schwang konstant etwas Unheilvolles mit. Ich wusste ja, dass es zur Tragödie kommt. Daher war ich eingangs eher weniger interessiert.

Jugendlichen, die nichts von dem echten Unglück wissen, wird der Einstieg dennoch gefallen. Sie erleben aus 3 Positionen mit, wie schnell alles gehen kann.

Irgendwann war auch ich gefangen. Mich überlief permanent eine Gänsehaut. (ebenso jetzt, beim Schreiben der Rezension) An einer Stelle bildete sich ein Kloß in meinem Hals, den ich noch immer spüre, wenn ich daran denke. Zudem stahlen sich Tränen aus meinen Augen.

Mich lässt das Geschriebene weiterhin fassungslos zurück.

Frau Westen schließt ihren Roman mit Fakten über "Was danach geschah" und "Der Strafprozess" ab.

Die Lektüre liegt seit einigen Tagen ausgelesen bei mir und stets habe ich die Bilder im Kopf, die die Verfasserin gezeichnet hat. Ich kannte niemanden der Opfer und doch trauere ich um sie.

©2021 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 06.09.2020

Dance or Die

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Duisburg, 24.07.2010. Ein Tag den man nie vergessen wird, ein Tag der in einer Katastrophe endet. Die 19. Loveparade.

Ich selbst war zu dem Zeitpunkt 11 Jahre alt - alt genug um zu verstehen, dass etwas ...

Duisburg, 24.07.2010. Ein Tag den man nie vergessen wird, ein Tag der in einer Katastrophe endet. Die 19. Loveparade.

Ich selbst war zu dem Zeitpunkt 11 Jahre alt - alt genug um zu verstehen, dass etwas schlimmes passiert ist, aber viel zu jung um wirklich zu begreifen was passiert ist.

Um so besser, dass Jessika Westen mit Ihrem Roman "Dance or Die" einen so ergreifenden Zugang schafft.

Man erlebt die Katastrophe aus drei verschiedenen Perspektiven und bekommt damit einen umfassenden Überblick über alle Ereignisse. Katty, 18, besucht zum ersten Mal mit ihren Freunden die Loveparade. Emma, Journalistin mit langer Loveparade-Erfahrung und Rene, Rettungssanitäter der vor Ort Dienst hatte.
Drei völlig unterschiedliche Charaktere, aber alle sympathisch und emotional mitreißend.

Jessika Westen gibt den Opfern eine Stimme, sie erzählt mitfühlend, authentisch und schonungslos ehrlich. Ich habe das Buch quasi verschlungen, war komplett gefesselt und überwältigt von meinen Emotionen: von Vorfreude über Wut und Verständnislosigkeit bis zur Trauer. Alle Emotionen, und diese sehr intensiv.

Ein absolutes Must-Have im Bücherregal, ein kleines Denkmal für alle Opfer. Verdiente 5 Sterne!

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