Cover-Bild Gemischte Gefühle

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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Tempo
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 352
  • Ersterscheinung: 14.03.2018
  • ISBN: 9783455406245
Katherine Heiny

Gemischte Gefühle

Marion Hertle (Übersetzer)

«Katherine Heinys Romandebüt ist nicht nur eines der witzigsten, sondern auch der wahrhaftigsten und rührendsten Bücher jemals.» Daily Mail

Was bedeutet Treue in der Liebe? Wie sehr muss man einander ähneln für ein gutes Leben zu zweit? Wie viel Vergangenheit erträgt die Gegenwart? Und: Gibt es das eigentlich – die perfekte Beziehung? Wie schon in ihrem Debüt „Glücklich, vielleicht“ widmet sich Katherine Heiny den Irrungen und Wirrungen des menschlichen Herzens. Ein herrlich lakonischer Roman über die Fallstricke im Liebes- und Beziehungsleben ach so moderner, aufgeklärter Menschen, ebenso einfühlsam wie präzise erzählt und mit reichlich Situationskomik – sodass man oft nicht weiß, ob man nun lachen, weinen oder sich an den Kopf fassen soll.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2018

Einfühlsam, nachvollziehbar und amüsant

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„Gemischte Gefühle“ von Katherine Heiny beschreibt das Familienleben des New Yorkers Graham, 56 Jahre alt. Er ist in zweiter Ehe mit der 15 Jahre jüngeren Audra verheiratet. Beide haben einen 10-jährigen ...

„Gemischte Gefühle“ von Katherine Heiny beschreibt das Familienleben des New Yorkers Graham, 56 Jahre alt. Er ist in zweiter Ehe mit der 15 Jahre jüngeren Audra verheiratet. Beide haben einen 10-jährigen Sohn der Matthew heißt und mit großer Wahrscheinlichkeit das Asperger-Syndrom hat. Graham denkt häufiger darüber nach, warum er welche Entscheidung im Leben getroffen hat. Gemischte Gefühle stellen sich bei ihm ein, wenn seine Gedanken in Richtung Ehe schweifen oder er sich eine selbstbestimmte Zukunft für Matthew vorstellt.

Nach einem Beginn in der medizinischen Forschung arbeitet Graham schon seit Jahren bei einem Arzneimittelunternehmen. Sein Job lässt ihm genügend Zeit dazu, abends und an den Wochenenden für die Familie zu kochen. Audra geht ihrem Beruf als Graphikdesignerin in Teilzeit nach. Der gemeinsame Sohn und dessen Entwicklung liegen ihnen beiden am Herzen. Aber häufig bleibt die Familie nicht unter sich, sondern bewirtet und beherbergt Übernachtungsgäste, die auch mal tage- und wochenlang bleiben. Hierzu gehören beispielsweise eine Bekannte, die von ihrem Ehemann betrogen wird, aber davon noch nichts weiß und der Portier der Wohnanlage, dessen Mutter seine Wohnung benutzt weil sie selber Gäste zu Hause beherbergt. Audra sieht die Unterbringung und Bewirtung der Gäste allein schon von ihrem Wesen her als selbstverständlich an, Graham fügt sich gerne ihren Wünschen. Dadurch kommt es immer wieder zu Überraschungen und Wendungen im Alltag der drei.

So alltäglich wie das Leben für Graham sein kann, so kompliziert erscheint es ihm immer wieder. Während er sich manchmal über die direkte und ungehemmte Ansprache von Fremden durch seine Frau wundert und sie nicht immer für angebracht hält, schätzt er Audra gleichzeitig für ihr unkompliziertes Auftreten mit dem sie oft ihr Ziel erreicht. Sie versucht allen gerecht zu werden und jedem ein positives Lebensgefühl zu vermitteln. Dieser Wesenszug machte mir Audra sympathisch. So ganz hat Graham das Aus seiner ersten Ehe nie verwunden. Er gibt sich eine Mitschuld daran. Seiner Frau und seinem Sohn bringt er nicht nur Liebe entgegen, sondern respektiert auch deren Eigenheiten. Das Miteinander der Familie strahlt auch nach außen und wird reflektiert durch ein Netz von Freunden und deren Hilfsbereitschaft in schwierigen Situationen.

Aus Grahams Gefühlschaos ergeben sich immer wieder amüsante Situationen. Katherine Heiny schreibt mit leichter Hand und sehr einfühlsam. Ihre Beschreibungen sind ehrlich und nachvollziehbar. „Gemischte Gefühle“ vermittelte mir als Leser, dass jeder auf seine Art und Weise eigen und liebenswert ist. Wer sich auf darauf einlässt, wird mit neuen Eindrücken und Erfahrungen belohnt. Gerne vergebe ich hierfür eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 02.04.2018

Warmherzig, lustig und berührend

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„In diesem zwölften Jahr seiner zweiten Ehe erschien es Graham allmählich so, als lebten er und seine Frau in parallelen Universen. Aber schlimmer fand er, dass sein Universum einsam und freudlos war, ...

„In diesem zwölften Jahr seiner zweiten Ehe erschien es Graham allmählich so, als lebten er und seine Frau in parallelen Universen. Aber schlimmer fand er, dass sein Universum einsam und freudlos war, ihres dagegen dicht besiedelt mit Armeen von Freunden und Bekannten und jeder Menge Leuten, die er nicht kannte.“

Der 56-jährige Graham und seine 15 Jahre jüngere Audra sind seit 12 Jahren verheiratet. Audra ist Grahams zweite Ehefrau und unterscheidet sich in ihrer unglaublich extrovertierten und kontaktfreudigen (sowie fast schon geschwätzigen) Art nicht nur von seiner reservierten und organisierten Exfrau Elspeth, sondern auch von ihm. Selbst während des Einkaufens können die beiden kaum 2 Meter weit gehen, ohne dass Audra jemanden trifft, den sie kennt und über den sie selbst die kuriosesten Details weiß - Graham dagegen würde lieber seine Umgebung ausblenden und hat so Zeit, über seine beiden Frauen und seine beiden Lieben nachzudenken.

Aber Audra und Graham haben auch einen Sohn, der sie sowohl zusammenhält als auch testet. Neben Themen wie Liebe, Verlust, Freundschaft, Familie, Vergangenheit und den ganz alltäglichen Mühen und Bemühungen in einer Beziehung bzw. Ehe, geht es in Gemischte Gefühle auch um die Schwierigkeiten, die es für Audra und Graham birgt, ihrem Sohn mit Asperger-Syndrom eine möglichst normale Kindheit zu bieten.

Das gesamte Buch ist durchzogen von einem feinen Humor, von scharfsinnigen Beobachtungen und ist eine berührende Betrachtung darüber, was Liebe, Ehe und Elternschaft bedeuten. Obwohl aber Heinys Figuren auch mit ihrem jeweiligen authentischen, mehr oder weniger charmant fehlerhaften und sympathischen Charakter glänzen, konnte ich persönlich keinen großen Bezug zu ihnen aufbauen und habe daher die Geschichte hauptsächlich wegen Heinys Schreibstil genossen.

Vielleicht hätte ich Gemischte Gefühle auch (noch) mehr gemocht, wenn ich nicht zuvor aufgrund des Klappentextes etwas anderes erwartet hätte. So hatte ich zuerst Probleme, mich erst einmal in die Geschichte einzufinden, die zugegeben auch recht wenig „Plot“ hat, und hie und da hätte etwas mehr Spannung vielleicht nicht geschadet. Nichtsdestotrotz hat mir Gemischte Gefühle, mit seinem Balanceakt zwischen leichtherzigen, humorvollen und nachdenklichen Tönen und dem klugen Blick auf stets relevante Themen, nämlich das Leben und die Liebe in all seiner (manchmal verwirrenden) Komplexität, sehr gut gefallen.