Cover-Bild Alles, was wir geben mussten
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Blessing
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 15.03.2021
  • ISBN: 9783896676962
Kazuo Ishiguro

Alles, was wir geben mussten

Roman
Barbara Schaden (Übersetzer)

Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.11.2023

Hailsham

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Alles, was wir geben mussten – Kazuo Ishiguro
Wie ich gestehen muss, war dies mein erster Roman des Nobelpreisträgers Kazuo Ishiguro. Doch mit Sicherheit war es nicht mein letzter – denn ich bin schlichtweg ...

Alles, was wir geben mussten – Kazuo Ishiguro
Wie ich gestehen muss, war dies mein erster Roman des Nobelpreisträgers Kazuo Ishiguro. Doch mit Sicherheit war es nicht mein letzter – denn ich bin schlichtweg begeistert.
Kath blickt auf ihre Kindheit und Jugend im englischen Internat Hailsham zurück. Sie erinnert sich an ihre Freunde Ruth, Tommy und viele andere. Lehrer, Aufseher, typische Kinderspiele und -streiche tauchen vor ihrem inneren Auge auf. Umso älter die Kinder werden, desto deutlicher wird klar, dass an diesem abgelegenen Internat irgendetwas anders ist. All diese Kinder werden zu einem bestimmten Zweck herangezogen. Für sie alle ist der Weg bereits vorgezeichnet.
Es ist spannend, wie Kath sagt, sie wussten es und sie wussten es doch wieder nicht. In winzigen Häppchen, praktisch unbemerkt, werden die Jugendlichen auf ihre Zukunft vorbereitet. Immer nur so wenig, so subtil, dass sie glauben, sie hätten es ohnehin gewusst. Der Roman ist ganz ähnlich aufgebaut. Kath erzählt in etwa chronologisch – der Leser ahnt zwar früh, worauf es hinausläuft, trotzdem erhält man, wie die Kinder, immer nur Häppchen.
Obwohl Kath durchaus ausschweifend erzählen kann, schockiert immer wieder die Nüchternheit und Emotionslosigkeit, mit der sie über furchtbare Dinge spricht. Das ist grauenhaft, aber es ist auch authentisch, denn das ist ihr Leben und das ihrer Freunde. Sie sind damit aufgewachsen bzw. hineingewachsen – für sie ist es selbstverständlich. Dem Leser beschert Ishiguro damit aber immer wieder eine Gänsehaut.
Mit seinem brisanten Thema hatte mich dieser beeindruckende Roman ab der ersten Seite und hat mich nicht mehr losgelassen. Ganz große, wenn auch bedrückende, Unterhaltung.
5 Sterne

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Anders als erwartet und trotzdem oder gerade deswegen richtig gut.

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GAIAvor 5 Jahren

An dieses Buch kann man durchaus mit falschen Erwartungen herangehen und trotzdem äußerst positiv überrascht werden. Ich bin von einem hochspannenden Wissenschaftsthriller um das Geschäft ...


GAIAvor 5 Jahren

An dieses Buch kann man durchaus mit falschen Erwartungen herangehen und trotzdem äußerst positiv überrascht werden. Ich bin von einem hochspannenden Wissenschaftsthriller um das Geschäft mit den Organen von Klonen, die als Waisen in einem Heim aufwachsen, ausgegangen. Grundsätzlich beschreibt dies schon die Handlung, nur ist dieses Buch etwas ganz anderes und viel mehr als „nur ein Thriller“. Dass die Ich-Erzählerin Kathy und damit eine der drei Hauptfiguren des Buches, wie auch Ruth und Tommy, in einer Art Internat für sogenannte „Spender“ mit dem Wissen eine solche (Organ-)Spenderin zu sein aufwächst, ist hier nur die Hindergrundgeschichte. Haupthemen des Buches sind vielmehr das Erwachsen werden unter besonderen Bedingungen, die Beziehungsstrukturen zwischen Gleichaltrigen und die Komplexität von Freundschaft und Liebe.

Ishiguro stellte die großen Fragen des Menschseins und dies in meisterhafter Art und Weise. Die Leserin erfährt in Form eines memorierten Berichtes von Kathy von ihrem Aufwachsen als sogenannte „Kollegiatin“ unter Ihresgleichen und nähert sich auch nur in der Geschwindigkeit ihres Erkenntnisprozesses als Kind bis zur jungen Erwachsenen ihrem wahren Zweck in der Welt als geklonte Organspenderin an. Dies kann mitunter ein bisschen langatmig wirken, minderte für mich jedoch abschließend nicht stark die Freude an der Lektüre. Wenn man sich nämlich auf die leisen Zwischentöne konzentriert, mit denen Ishiguro Verhaltenskodizes zeichnet und zwischenmenschliche Beziehungen darlegt, wird dieses Buch zu einem feinen Psychogramm. Zum Ende hin bekommt das Buch dann doch noch einen starken Spannungsbogen, der die zunächst „enttäuschte“ Erwartung an den Wissenschaftsthriller wieder wett macht.

In diesem Buch lernt man nicht viel über Klonverfahren oder Lebendorganspende, dafür aber unglaublich viel über das Miteinander im Aufwachsen und durchaus auch eigene Verhaltensmuster als Kind und Jugendliche. Ein hochklassiges Buch, auf das man sich völlig offen einlassen sollte. Man wird mit dem hochklassigen Werk eines Weltliteraten belohnt.

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Veröffentlicht am 30.04.2022

Langweilig und zäh

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Meinung:
Oh man, wurde dieses Buch damals gehyped und ich habe Jahre gebraucht, um es mir mal zuzulegen.
Hätte ich das mal gelassen. Das Thema für sich gesehen, ist wirklich spannend. Die Umsetzung in ...

Meinung:
Oh man, wurde dieses Buch damals gehyped und ich habe Jahre gebraucht, um es mir mal zuzulegen.
Hätte ich das mal gelassen. Das Thema für sich gesehen, ist wirklich spannend. Die Umsetzung in diesem Buch empfand ich als ziemlich mau. Die Einführung dauert ein Weilchen und ich dachte: "Okay, er nimmt sich Zeit für den Charakter der Figuren und beschreibt ihr noch junges Leben." Leider wird das Buch auch kein bißchen interessanter, als die drei Hauptcharaktere dann endlich erwachsen wurden. Die Geschichte plätschert weiter so dahin und der große Twist lässt nicht nur auf sich warten, er taucht erst gar nicht auf. Die Protagonisten erleben ihre Kindheit, Jugend und das Erwachsenenalter und erleben halt die Dinge, die man in dem Alter so erlebt. Erste Freundschaften, erste Liebe und die damit verbundenen Enttäuschungen. Die Protagonistin hält an ihrer Freundschaft zu einer Figur fest, die keine wirkliche Freundin und zudem äußerst unsympathisch ist.
Ich glaube, was mich ganz besonders an der Geschichte gestört hat, war die Passivität der Charaktere. Sie wissen, was zu einem bestimmten Zeitpunkt mit ihnen geschieht und nehmen das einfach so hin. Als Erwachsene können sie sich frei bewegen und sie versuchen noch nicht einmal ihrem Schicksal zu entkommen. Nicht mal die Idee keimt in ihnen. So endet das Buch wie es begonnen hatte: langatmig, langweilig und mit einem großen Fragezeichen über meinem Kopf.

Fazit:
Schade, um das schöne Thema. Ein bißchen Spannung, in dem die Charaktere mal irgendwie aufbegehren, hätte der Geschichte gut getan. So kann ich nur sagen: Das war nix.

Leseempfehlung: Nä!
Von mir gibt’s:

2 von 5 Sterne

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