Cover-Bild Restsommer
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21,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Blessing
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 18.03.2026
  • ISBN: 9783641340049
Kea von Garnier

Restsommer

Roman
»Es ist nur so, dass ich, bevor ich mich den Rest meines Lebens nur noch mit Toten beschäftige, gern selbst richtig gelebt hätte.«

Dominik soll später mal das Bestattungsinstitut seines Vaters übernehmen. Doch je näher das Ende der Schulzeit rückt, desto größer werden seine Zweifel: Was ist mit seinen eigenen Träumen? Als er sich zum ersten Mal verliebt, muss er sich entscheiden: auf vertrautem Boden bleiben oder springen? Denn für diese Liebe braucht es Mut.

Mitreißend, feinfühlig und stimmungsvoll erzählt dieses Debüt von einem alles entscheidenden Sommer des Suchens und Findens.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Cariola in einem Regal.
  • Cariola hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2026

Toller Coming-of-Age - Roman zwischen Bestattungsinstitut und Stunden am See

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Sommer 2003: Dominik ist gerade erst 16 geworden und trotzdem scheint sein Leben eigentlich schon vorgezeichnet. Zwischen Rum-Cola-Abenden mit seinen Freunden und Bandproben in einer alten Scheune steht ...

Sommer 2003: Dominik ist gerade erst 16 geworden und trotzdem scheint sein Leben eigentlich schon vorgezeichnet. Zwischen Rum-Cola-Abenden mit seinen Freunden und Bandproben in einer alten Scheune steht für seinen Vater längst fest, dass Dominik eines Tages das Beerdigungsinstitut übernehmen und nach den Sommerferien die Berufsschule besuchen wird.

Doch was will eigentlich Dominik?

Als dann noch ein neuer Schüler in die Klasse kommt, gerät seine kleine Welt aus den Fugen.

Insgesamt hat mir der Roman Restsommer von Kea von Garnier gut gefallen, auch wegen seiner spürbaren literarischen Qualität. Restsommer ist ihr Debütroman und erzählt feinfühlig von Selbstfindung und Identität im Übergang zum Erwachsensein.

Der Einstieg ist allerdings etwas zäh; es dauert, bis die Geschichte wirklich in Fahrt kommt.

Da ich zuvor Klapper von Kurt Prödel gelesen habe – ebenfalls ein Coming-of-Age-Roman mit ähnlicher zeitlicher Verortung – konnte ich Vergleiche kaum vermeiden.

Die Figuren sind gut angelegt, und man kann mit ihnen mitfühlen und ihre Gefühle nachvollziehen. Dennoch gibt es ein paar Logiklücken im Plot, die mich irritiert haben. Besonders Dominiks Innenleben wirkte auf mich nicht ganz stimmig im Verhältnis zu seinem Verhalten nach außen: Er ist sehr reflektiert, fast schon zu reflektiert für einen Sechzehnjährigen.

An manchen Stellen kommt (gefühlt ) dabei eher die Autorin durch als Dominik selbst. Außerdem wird dem Leser meiner Meinung nach etwas zu wenig zugetraut; einige erklärende Sätze hätte man durchaus weglassen können.

Im Vergleich zu Klapper empfand ich die Atmosphäre als weniger authentisch. Da ich 2003 selbst in Dominiks Alter war, fielen mir einige zeitliche Ungenauigkeiten auf. Permanentes Simsen mit dem Handy war damals wahnsinnig teuer und eher unüblich, da man als Jugendlicher nicht das Geld dafür hatte. Gerade auf dem Land gab es oft auch schlechten bis gar keinen Empfang.

Stattdessen hing man viel im ICQ-Chat ab, wo man kostenlos und unbegrenzt mit Freunden schreiben konnte. Auch manche Dialoge zwischen den Jugendlichen wirkten auf mich etwas gestellt und nicht ganz wie aus einem Guss.

Auch ein paar Plotholes gibt es. Insgesamt fühlt sich der „Restsommer“ ewig an, dabei handelt das Buch von der Zeit vor den Sommerferien. Ohne viel inhaltlich zu verraten: An einer Stelle des Buches hat Dominik Hausarrest und übernachtet fast trotzdem jeden Abend bei einem Freund. Das passte für mich nicht ganz zusammen.

Trotz der genannten Kritikpunkte hatte ich viel Spaß beim Lesen und kann das Buch Lesern empfehlen, die gerne Coming-of-Age Romane lesen!

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Waldmeister im Kopf

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„Mit dem Tod kenne ich mich aus, aber vom Leben habe ich keine Ahnung.“

Der Roman „Restsommer“ spielt nicht in der Gegenwart, und tatsächlich musste ich zunächst rätseln, in welcher Zeit er wohl handeln ...


„Mit dem Tod kenne ich mich aus, aber vom Leben habe ich keine Ahnung.“

Der Roman „Restsommer“ spielt nicht in der Gegenwart, und tatsächlich musste ich zunächst rätseln, in welcher Zeit er wohl handeln könnte. Es gibt nur einige vage Andeutungen: ein Endspiel Deutschland gegen Brasilien, der Film Terminator 3 scheint aktuell zu sein, als Handy ist ein Blackberry ganz weit vorne, und ICQ ist offensichtlich als Social-Media-Plattform total angesagt.
Mit diesen Informationen lässt sich der Zeitraum der Handlung grob eingrenzen – offenbar befinden wir uns Anfang der 2000er-Jahre.
So wird dann auch manche nicht ganz zeitgemäß erscheinende Einstellung eher verständlich. Vielleicht wollte die Autorin die Zeitebene ja ganz bewusst nicht frühzeitig klären. Mir persönlich hätte eine frühere Einordnung den Einstieg und die Orientierung jedoch immens erleichtert.

Worum geht es?

Der 16-jährige Dominik wächst bei seinem alleinerziehenden Vater auf, der ein Bestattungsinstitut führt, das Dominik später übernehmen soll. Sein Leben verändert sich abrupt, als er den sehr selbstbewussten Mitschüler Biff kennenlernt. Durch die Freundschaft und die intensiven Gefühle für Biff beginnt Dominik, sein bisheriges Leben und die Erwartungen seines Vaters zu hinterfragen. Der Sommer wird für ihn zu einer Zeit der Selbstfindung, in der er seinen eigenen Weg und seine Identität entdecken muss.

„Restsommer“ erzählt eindringlich vom Erwachsenwerden, von Erwartungen und von dem schwierigen Prozess, den eigenen Weg zu finden. Besonders gelungen ist dabei die ruhige und unaufgeregte Art, mit der Dominiks Entwicklung geschildert wird. Seine Gedanken und Gefühle wirken durchgehend authentisch und nachvollziehbar. Seine Unsicherheit, seine Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben und sein innerer Konflikt sind glaubwürdig dargestellt. Er steht zwischen der Erwartung, den Weg seines Vaters fortzuführen, und dem Wunsch, sich davon zu lösen und eigene Entscheidungen zu treffen. Diese Zerrissenheit belastet nicht nur sein Verhältnis zu seinem Vater, sondern immer stärker auch seine Beziehungen zu seinen Freunden.
Kea von Garnier hat eine unglaublich empathische Art, mit ihren Figuren mitzufühlen.

Vom Gefühl her hat mich „Restsommer“ stark an Coming-of-Age-Romane wie „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf und „Klapper“ von Kurt Prödel erinnert. Wie in diesen Büchern geht es weniger um eine äußere Handlung als um innere Veränderung. Man kommt den Figuren sehr nahe und fühlt sich stellenweise an die eigene Jugend erinnert.
Der Schreibstil ist klar, flüssig und zugleich stimmungsvoll. Die Geschichte wirkt nie zu konstruiert.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass manche Entwicklungen wohl bewusst offen bleiben; hier hätte ich mir stellenweise mehr Klarheit und auch mehr Konsequenz gewünscht.

„Restsommer“ ist ein  eindringlicher und authentischer Roman über das Erwachsenwerden und den Mut, einen eigenen Weg zu suchen.

Leseempfehlung: ein toller Debütroman von Kea von Garnier.

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