Cover-Bild Der Schwur des Raben

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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Blanvalet
  • Genre: Romane & Erzählungen / Historische Romane
  • Seitenzahl: 720
  • Ersterscheinung: 11.11.2019
  • ISBN: 9783764506872
Kiera Brennan

Der Schwur des Raben

Historischer Roman
Sie lieben sich seit Kindertagen und werden grausam getrennt. Als ein ganzer Ozean zwischen ihnen liegt, ist ein Rabe die einzige Erinnerung an ihren Schwur …

Als Wikinger in Irland einfallen, werden die Liebenden Fionn und Ríona entführt, getrennt und als Sklaven an die Grenzen der bewohnten Welt verschleppt: Sie in die rauen Weiten Islands, wo unter ewigem Eis die Feuerberge schlummern; er ins betörende Andalusien der Mauren, wo Kunst und Wissenschaft erblühen. Wird das Schicksal sie wieder zusammenführen? Und sind die Bande der Liebe am Ende stärker als die Fesseln der Sklaverei?

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Lesejury-Facts

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.01.2020

Liebe findet immer einen Weg

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Fionn und Riona sind ein Liebespaar, schon seit Kindertagen. Erst müssen sie um diese Liebe kämpfen, denn eigentlich soll die junge Frau einen anderen heiraten, dann fallen Nordmänner in das Land ein und ...

Fionn und Riona sind ein Liebespaar, schon seit Kindertagen. Erst müssen sie um diese Liebe kämpfen, denn eigentlich soll die junge Frau einen anderen heiraten, dann fallen Nordmänner in das Land ein und die jungen Leute sehen sich plötzlich als Sklaven wieder. „Wir ertragen alles, solange wir zusammen sind“, ist ihr Motto, aber leider ist es ihnen nicht vergönnt über ihr eigenes Schicksal zu bestimmen. Sie werden getrennt. Fionn wird nach Andalusien verkauft und Riona in das eiskalte Island. Für beide beginnt ein Leben in Einsamkeit oder können sie es schaffen ihr Leben neu zu gestalten? Vielleicht sogar irgendwann zueinander zurückfinden?

Die Geschichte von Riona und Fionn liest sich, wie ein Märchen aus längst vergangener Zeit, was es ja auch irgendwie ist. Die Handlung startet im Jahre 992 in Irland. Kiera Brennan hat ihre ganz eigene Art diese Geschichte zu erzählen. Poetisch und atmosphärisch dicht erzählt sie von Irland, von dem Glauben der Götter und von der Liebe. Ich war von den ersten Seiten an gefangen und konnte mich nur schwer von der Handlung lösen. Obwohl diese auf zwei Handlungsstränge aufgeteilt ist und es manchmal nicht so leicht war, wenn man zum Beispiel von Fionn gelesen hat und es spannend war, zu Riona zu wechseln. Beim nächsten Wechsel war es dann wieder genauso. Allerdings wurde es durch diese Wechsel auch wirklich nie langweilig. Das Leben von Fionn in Andalusien war farbenprächtig und einsam zugleich. Sein Schicksal und alles, was er erlebt hat, war schon fast atemberaubend.

Dann Riona im kalten Norden. Auf den ersten Blick gesehen, habe ich gedacht, sie hätte das schwerere Los gezogen. Jeder Tag war für sie ein Kampf ums Überleben. Darum überhaupt gesehen und wahrgenommen zu werden. Vor allem auch ihr Kampf darum nicht aufzugeben und das eigene Schicksal anzunehmen. Ihr Leben war geprägt von Kälte und Eis und das nicht nur, weil sie auf Island leben musste. Auch Fionn hatte natürlich damit zu kämpfen, aber fast fühlte es sich so an, als wenn so ein Schicksal unter der Sonne Córdobas leichter zu ertragen ist, als unter Eis und Schnee, aber auch nur fast.

Mir hat gut gefallen, wie die Autorin aus dem Leben dieser Menschen erzählt hat. Über einen Zeitraum von fast 30 Jahren konnte ich Fionn und Riona begleiten. Ich habe mit ihnen gelitten und an ihre Zukunft geglaubt. Dabei zugesehen, wie sie ihr Leben gemeistert haben, Freundschaften knüpften und wieder verloren, ich habe geweint, um einen Raben und von einer alten Königin gelesen, die zweimal Königin war, aber die wahre Liebe wohl nie erlebt hat. Gleichzeitig hat Kiera Brennan ihre fiktive Liebesgeschichte gekonnt mit der historischen Geschichte Irlands verbunden. Der Kampf um die Krone, um Land und Macht war allgegenwärtig und gleichzeitig nur am Rande. Mir hat die Mischung aus Historie, fiktiver Handlung und Liebe gut gefallen.

Ein Nachwort klärt Fiktion und Wahrheit, eine Zeittafel gibt Aufschluss über die Ereignisse dieser Epoche in dem jeweiligen Handlungsorten und ein Personenregister sorgt für den nötigen Überblick über die zahlreichen Protagonisten. Allerdings sollte man gern vor dem Lesen ein Blick in diesen Anhang werfen und sich das Personenregister anschauen. Dort wird ein wenig erklärt, wie die jeweiligen nordischen Namen ausgesprochen werden. Kartenmaterial ist ebenso vorhanden und ein Lesebändchen rundet dieses schöne Buch perfekt ab.

Fazit:

„Der Schwur des Raben“ ist ein fantasievoller historischer Roman über das Schicksal nicht nur von zwei Menschen, sondern einer ganzen Insel. Er ist berührend, mitreisend, spannend und manchmal auch etwas düster und brutal. Ich hätte gern mehr von diesen Charakteren und ihren Leben gelesen, die 700 Seiten waren mir nicht genug, obwohl diese Geschichte zu Ende erzählt ist und mich etwas wehmütig zurückgelassen hat.

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Veröffentlicht am 06.01.2020

Absolutes Highlight

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Hallo ihr Süßen
Dieses Buch, hat mich absolut fertig gemacht und an meine Grenzen gebracht, denn ich habe rotz und wasser geheult, nicht physisch, aber psychisch. Denn ich habe noch nie ein Historisches ...

Hallo ihr Süßen
Dieses Buch, hat mich absolut fertig gemacht und an meine Grenzen gebracht, denn ich habe rotz und wasser geheult, nicht physisch, aber psychisch. Denn ich habe noch nie ein Historisches Buch gelesen, was um 992 spielt und schon gar nicht ein Buch wie dieses. Eine Jugendliebe, ein verliebt sein, ein erstes umwerben, das zum Alptraum wird. Fionn und Riona, beide entführt von Wikingern, die in ihr Dorf eingefallen sind, wurden getrennt und an zwei Enden der Welt verschleppt. Jeder von ihnen versucht zu überleben, angetrieben von dem Gedanken daran, den anderen wieder zu finden. Doch wird ihre zarte Liebe stärker sein als alle Qualen und Folter dieser Zeit? Werden sie sich wieder sehen? Es beginnt eine Reise, ins ungewisse und eine Reise voller Gefahren und Erkenntnissen. Mich hat diese Reise beider Protagonisten absolut berührt und mitgerissen. Dabei konnte ich das Buch kaum aus meiner Hand legen, denn ich musste unbedingt wissen wie es weiter gehen wird. Und so waren die knapp 700 Seiten wie im Flüge vorbei und ich vollkommen zerstört. Grandioses Buch und atemberaubende Kulissen und Landschaften! Ich liebe es total! Ganz lieben Gruß Sonja/Shaaniel

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Veröffentlicht am 14.12.2019

Opulentes, historisch detailreiches und wunderbar poetisch erzähltes Historiendrama. Die Düsternis darin ist für den Leser jedoch nicht einfach zu ertragen- keine leichte Kost!

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Der Nordwesten Irlands, 992 n. Chr.:

Caitriona, von allen nur kurz „Riona“ genannt, weiß genau wen sie einmal heiraten will. Und es nicht der von ihrem Vater Auserwählte, Ennis, sondern dessen Bruder ...

Der Nordwesten Irlands, 992 n. Chr.:

Caitriona, von allen nur kurz „Riona“ genannt, weiß genau wen sie einmal heiraten will. Und es nicht der von ihrem Vater Auserwählte, Ennis, sondern dessen Bruder Fionn. Fionn ist anders als Ennis, ruhiger, geht Streit stets aus dem Wege und liebt es, Menschen und Tiere zu heilen. Eines Tages finden Riona und Fionn einen schwer verletzten Raben. Fionn gelingt es, den Raben zu heilen und fortan lebt „Muir“ mit ihnen zusammen. Als Riona das Heiratsalter erreicht hat, wählt sie Fionn und auch wenn Ennis deswegen verstimmt ist, gibt er nach, da er zuvor klug von Fionn ausgetrickst wurde.

Eine zeitlang sind die Freunde aus Kindheitstagen überglückliche Liebende. Riona wird schwanger doch dann erreichen, plündernde und raubende Nordmannen ihre Insel und es gelingt ihnen durch eine List, Ennis, einige Menschen aus dem Dorf und Fionn und Riona gefangen zu nehmen. Eigentlich war es der Plan, in der Nachbarstadt um Unterstützung zu bitten im Kampf gegen die Wikinger, doch leider kamen ihnen die Nordmannen zuvor, plünderten die Feste und ermordeten mögliche Verbündete.
Das Paar trifft nach ihrer Verschleppung auf die ehemalige Frau von Hochkönig Brian Boru, Gormlaith, doch diese ist zerfressen von Hass auf Brian und besitzt großen Machthunger. Sie setzt ihre Familienangehörigen ein, damit diese in den Kampf gegen Brian ziehen und benötigt daher große finanzielle Mittel. Zwar ist sie angerührt von Fionns und Rionas Geschichte, doch noch mehr will sie an die Macht. Gormlaith trennt die Liebenden, erzählt jedem von ihnen, dass der andere lieber die Freiheit wählte und verkauft sie an Sklavenhändler.

Während die hochschwangere Riona nach Island verschleppt wird, werden Fionn und Ennis nach Cordoba gebracht. Ennis, der körperlich stärkere von ihnen, soll zum Eunuchen gemacht werden und stirbt kurz darauf an seinen schweren Verletzungen. Fionn entgeht diesem Schicksal nur um Haaresbreite. Er wird von einem „Hakim“ einem Arzt gekauft. Allerdings lässt Ibn Zakariya, zunächst kein gutes Haar an seinem neuen Sklaven. Er hält Fionn für einen Barbaren ohne Manieren. Im Laufe der Zeit begreifen beide Männer jedoch, wie sehr sie voneinander profitieren können, wenn sie ihr Wissen miteinander teilen. Doch es sind gefährliche Zeiten in Cordoba angebrochen…

Währenddessen verliert Riona während der Überfahrt nach Island ihr Kind und damit auch beinahe ihren Lebensmut. Lediglich ein kleines Mädchen, Lainidh, das ebenfalls in die Sklaverei verkauft wurde und völlig schutzlos ist, hält Riona davon ab, sich umzubringen und Muir, der nicht von Rionas Seite weichen will. Doch in Island angekommen, verlangt Rionas neuer Besitzer der stolzen Irin alles ab. Riona will jedoch den Kampf aufnehmen, um zumindest Lainidh retten zu können, die sie als Ziehtochter sieht. Ihr neuer Herr gibt sich nicht wirklich große Mühe, ihr ihre neue Heimat schmackhaft zu machen. Das Leben auf Island ist hart und voller Entbehrungen. Manche Sitten der Isländer erscheinen der Christin barbarisch und grausam. Doch dann wird von ihrem Anführer entschieden, dass die Isländer sich taufen lassen müssten. Dieser ist bereits ein Christ geworden. Rionas „Herr“ Skrymir hält davon allerdings sehr wenig…

Wieder einmal entführt Kiera Brennan ihre Leser ins wunderschöne Irland. Doch ist Irland nur kurz Schauplatz der Geschichte über Riona und Fionn. Beide werden getrennt und müssen, geografisch weit voneinander entfernt, das Alte hinter sich lassen, um ein neues Leben beginnen zu können. Oder vielmehr weiterleben zu können. Ich fand, dass es der Autorin überzeugend gelungen ist, Rionas Stärke und ihren Überlebenswillen darzustellen. Genauso wächst auch der körperlich anfangs schwächliche, aber clevere Fionn an seinen Aufgaben.
Ich mochte das Heldenpaar, dessen Werdegang immer im Wechsel erzählt wird, konnte mich gut in seine Gedankenwelt hineindenken und der treue Rabe Muir ist mir im Laufe des Romans sehr ans Herz gewachsen.

Wer schon einmal einen historischen Roman der Autorin gelesen hat, weiß, dass sie ihre Geschichten auf eine wunderbar poetische Art und Weise erzählt. Dies mag vielleicht nicht jedermanns Sache sein, doch ich liebe das sehr. Ein wenig störte mich in 'Die Herren der grünen Insel“, die gewisse Langsamkeit des Erzählens und dass sich die Story sehr in die Länge zog.

Obwohl der aktuelle Roman „Der Schwur des Raben“, mit seinen über 700 Seiten ebenfalls kein Leichtgewicht ist, wirkt er gestraffter und atmosphärisch dichter geschrieben. Es gibt aber auch leider ein kleines „aber“. Erneut prasseln (zu) viele Schicksalsschläge auf die Romanfiguren hernieder. Einerseits sorgt das für spannende Momente, andererseits empfand ich sie als zu geballt. Besonders Riona und Muir müssen dermaßen viel Schlimmes erdulden, dass ich zwischenzeitlich sehr heruntergezogen wurde, von meiner Lektüre.

Sicherlich, das damalige Leben war wahrlich kein Zuckerschlecken und die Autorin verleiht ihrem Roman dadurch historische Authentizität, doch empfindsame Gemüter, werden sich, genau wie ich, mehr hoffnungsvolle Momente wünschen. Zudem hätte ich mir ersehnt, dass Rionas zweite Liebe, für ein wenig mehr Romantik und Nähe gesorgt hätte. Vielleicht hätte es auch gereicht, wenn die Autorin Rionas zweiter Liebe noch mehr Seitenzahlen gewidmet hätte. Zwar erfährt man, wie aus dem Jungen schließlich ein Mann wurde, doch blieb er mir leider etwas zu blass. Immerhin bleiben Rionas Wille, ihre Stärke und ihr Durchsetzungskraft, die ihren Werdegang auf Island überstrahlen, die einem beim Lesen sehr imponieren.

Gut und spannend erzählt fand ich Fionns Werdegang in Cordoba. Die Autorin hat viele historische Details einfließen lassen und ihre bildhafte Ausdrucksweise sorgt für spannende Kopfkinomomente. Ein wenig kamen mir zwischenzeitlich Assoziationen zu einem anderen historischen Roman. Auch in „Der Medicus“, erfährt man nämlich ebenfalls sehr viel über die medizinischen Möglichkeiten damaliger Zeiten. Und Ibn Zakariya erweist sich Fionn gegenüber als weiser Gelehrter. Aber auch die politische und religiöse Situation wird angerissen und schnell stellt man beim Lesen fest, dass die Menschen von heute leider nicht viel gelernt zu haben scheinen, aus der Historie.
Und wenn man den Buchdeckel irgendwann schließt, bleibt deswegen ein trauriges, hoffnungsloses Gefühl in einem zurück- selbst wenn es zumindest in Irland, am Ende der Geschichte, nach vielen blutigen Kämpfen und Kriegen zu Friedensverhandlungen kommt.

Wie kann man beurteilen, ob ein Roman gut oder schlecht ist? Nun, ein gutes Buch sollte den Leser mitfiebern lassen, ihm unter die Haut gehen und auch nach dem Lesen noch eine Weile beschäftigen. All das konnte „Der Schwur des Raben“, bei mir bewirken. Doch bin ich ehrlich. Die Düsternis darin hat mir manchmal (zu) sehr zu schaffen gemacht.

Kurz gefasst: Opulentes, historisch detailreiches und wunderbar poetisch erzähltes Historiendrama. Die Düsternis darin ist für den Leser jedoch nicht einfach zu ertragen- keine leichte Kost!

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