Cover-Bild Halbinsel
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17,95
inkl. MwSt
  • Verlag: Der Hörverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 17.03.2025
  • ISBN: 9783844553611
Kristine Bilkau

Halbinsel

Roman - Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2025
Isabelle Redfern (Sprecher)

Ein Haus am Wattenmeer. Eine Mutter und ihre Tochter. Und der Versuch einer Annäherung zwischen den Generationen. Nach »Nebenan« (Shortlist Deutscher Buchpreis) - der neue, große Roman von Kristine Bilkau. Für alle Leser*innen von Judith Hermanns »Daheim«, Anne Rabe »Die Möglichkeit von Glück«, Daniela Krien »Die Liebe im Ernstfall«und Elizabeth Strout »Am Meer«.

Eine Halbinsel im nordfriesischen Wattenmeer. Hier, an der Nordsee, lebt Annett, Ende vierzig, seit vielen Jahren, hier hat sie nach dem frühen Tod ihres Mannes ihre Tochter Linn allein großgezogen. Linn, Mitte zwanzig, ist nach dem Abitur voller Energie in die Welt gezogen, hat sich in schwedischen und rumänischen Wäldern als Umweltvolontärin engagiert, arbeitet für ein Aufforstungsprojekt. Für Annett ist ihre Tochter die Verkörperung von Hoffnung, Sinn und Zukunft. Doch auf einer Tagung, während eines Vortrags kippt Linn um, Kreislaufzusammenbruch, Erschöpfung. Annett holt sie für eine Woche zu sich nach Hause, ans Meer, nahe Husum. Aus einer werden zwei, dann drei Wochen, dann Monate. Zerrieben zwischen Leistungsdruck und Sinnsuche, scheint Linn mit Mitte Zwanzig an einem Nullpunkt. Annett fühlt sich hilflos angesichts der Antriebslosigkeit ihrer Tochter. Mit der Zeit brechen Konflikte auf, zwischen Mutter und Tochter, aber auch zwischen zwei Generationen. Die eine muss die Lebenswirklichkeit der anderen neu verstehen lernen.

Mit großem Gespür für das Zwischenmenschliche lotet Kristine Bilkau die drängenden Fragen unserer Zeit aus - die Frage nach der Verantwortung der Älteren für den Zustand der Welt sowie der Wunsch der Jüngeren, das eigene Leben mit Sinn zu füllen.

Ungekürzte Lesung mit Isabelle Redfern
6h 39min

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei walli007 in einem Regal.
  • walli007 hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.01.2026

Das Mutter-Tochter-Ding

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Eines Tages erhält Annett einen Anruf aus Berlin, ihre Tochter Linn ist während eines Vortrags, den sie gehalten hat, einfach umgekippt. Sofort macht sich Annett auf den Weg, um nach ihrer Tochter zu sehen. ...

Eines Tages erhält Annett einen Anruf aus Berlin, ihre Tochter Linn ist während eines Vortrags, den sie gehalten hat, einfach umgekippt. Sofort macht sich Annett auf den Weg, um nach ihrer Tochter zu sehen. Linn kann schon bald entlassen werden und Annett nimmt sie erstmal mit auf die Halbinsel in der Nordsee, wo sie das Familienhaus schon seit langem bewohnt. Natürlich ist es schön, Linn daheim zu haben. Aber der Aufenthalt der Tochter, die nach dem Studium einen tollen Job gefunden hatte, dehnt sich doch viel länger aus als erwartet. Annett versucht, die Hintergründe zu entschlüsseln und gleichzeitig werden Erinnerungen an ihren vor langen Jahren verstorbenen Mann wieder wach.

Wie ist es, wenn die Tochter, die eigentlich aus dem Haus war, auf einmal wieder da ist? Hauptsächlich aus Sicht Annetts kann man erfahren, dass das nicht nur eitel Freude ist. Annett muss feststellen, dass sie manchmal genervt ist, weil Linn allem Anschein nach nach den Ereignissen während des Vortrags nicht so richtig wieder in die Gänge kommt. Das kann doch irgendwie nicht sein, es lief doch alles. Annett versucht herauszufinden, was bei dem Vortrag wirklich geschehen ist. Da gibt es tatsächlich ein paar Ungereimtheiten, die zu klären sind.

Dieses Hörbuch wird sehr angenehm vorgetragen von Isabelle Redfern. Sie versteht es sehr gut, eine ruhige Küstenstimmung entstehen zu lassen.

Man meint ja immer, es ist das höchste für die Eltern, wenn die Kinder zu Hause sind. Wie erfrischen ist es, hier zu lesen, dass auch die Eltern, hier eben die Mutter, sich daran gewöhnen, wenn die Nachkommen nicht mehr daheim wohnen, dass sie sich ihren eigenen Rhythmus geschaffen haben. Dann ist es nicht so einfach, wenn die Tochter plötzlich da ist und nicht mal nur zu Besuch. Das ist schon eine Umgewöhnung. Es geht nicht so nach der Nase der Mutter, aber natürlich kümmert sie sich. Und sie möchte, dass es ihrer Tochter wieder besser geht. Wenn das Buch nicht einfach so mitten in der Bewegung aufhören würde, wäre es beinahe perfekt. Es ist klasse, mal einen anderen Blickwinkel einzunehmen und dabei von einer spannenden Geschichte zu erfahren.

Für gewisse Dinge haben die Töchter nach Abschluss der Ausbildung im Übrigen selbst Sorge zu tragen.

Veröffentlicht am 19.03.2025

Verlogene Welt rund um Emissionshandel und CO2-Zertifikaten – interessant.

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Die Szenerie spielt auf der Halbinsel Nordstrand, nahe beim Watt, mit Blick auf Felder, Wald und Vögel. Die Ich-Erzählerin Annett, Mutter der 25-jährigen Linn, lässt in vielen Rückblicken ihre tiefgehenden ...

Die Szenerie spielt auf der Halbinsel Nordstrand, nahe beim Watt, mit Blick auf Felder, Wald und Vögel. Die Ich-Erzählerin Annett, Mutter der 25-jährigen Linn, lässt in vielen Rückblicken ihre tiefgehenden Gedanken zu Linns Kindheit und über das kurze Familienleben mit dem früh verstorbenen Ehemann Johan Revue passieren. Während des beschriebenen Zeitraums zwischen Mai und September wandelt sich das Verhältnis von Mutter und Tochter zu Gefährtinnen in einem langsamen Prozess des neu Kennenlernens und des vertrauensvollen Gewährens. Ist Linn mit gekündigtem Job und aufgelöster Wohnung in Berlin unerwartet wieder im Elternhaus eingezogen, verhält sie sich zunächst depressiv, antriebslos, abweisend und ist voller Enttäuschung über ihren bisherigen verlogenen Jobinhalt. Nach anfänglicher Verunsicherung, belastet auch durch einen vermeintlichen Versicherungsfall mit Bildrestaurierung und Neuanstrich in einem Hotel, füllt sich das Miteinander mit tiefgehenden Gesprächen z.B. über ihre Zukunft in 5 Jahren oder über den verlogenen Emissionshandel und CO2-Zertifikaten. Eigentlich leben Eltern wie Annett oft im Konflikt zu ihren Kindern, indem sie aus Fürsorge, getragen mit Hoffnungen und Erwartungen gleichzeitig deren Freiheit einschränken für eine Welt, die so anders sein mag als jene, in der man als Eltern selbst aufgewachsen ist – ein Generationenkonflikt. Künstler wie Gustav Mahler, Vilhelm Hammershøi, Detlev von Liliencron, Henrik Ibsen oder Theodor Storm sind bereichernd eingeflochten in Überlegungen der Ich-Erzählerin. Historisch interessant ist auch die Erwähnung der 2. Marcellusflut im Januar 1362, verbunden mit Verhaltensregeln im Watt für den Notfall.
Ein tiefgründiger Versuch einer Konfliktauflösung!

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