Endlich Schullektüre, die sinnvoll und zeitgemäß ist
Der Pride Month ist vorbei. Aber er ist es auch nicht. Nicht nur in Berlin, steht der CSD noch bevor und bei so manchen politischen Entscheidungen ist es wichtiger denn je, jeden Monat die Regenbogenflagge ...
Der Pride Month ist vorbei. Aber er ist es auch nicht. Nicht nur in Berlin, steht der CSD noch bevor und bei so manchen politischen Entscheidungen ist es wichtiger denn je, jeden Monat die Regenbogenflagge zu hissen.
Auf Linus Giese bin ich durch die 'Briefe an die nächste Generation' aus dem KJONA Verlag gestoßen und habe dann sein erstes autobiografisches Buch entdeckt. "Ich bin Linus' ist 2020 erschienen. In der Bücherei habe ich es heute bei den Jugendromanen gesehen und daraufhin recherchiert, dass es als Unterrichtslektüre verwendet wird. Bravo, bitte mehr solcher Bücher in den Schulen und nicht nur Mann, Shakespeare und Co.
"Mit meinem Coming-out verlor ich das Privileg zu den "Normalen" zu gehören- ich war plötzlich anders und davon abhängig, ob ich von anderen immer noch akzeptiert oder gemocht wurde."
Linus Giese erzählt von seinem Coming-out als trans Mann und dem Weg seiner Transition. Authentisch und berührend, aber auch schonungslos lässt er uns an seinen Erfahrungen teilhaben. Manches Mal kam mir die Galle hoch, als ich lesen musste, mit welchen Hass Linus Giese konfrontiert wurde und ich Frage mich (nicht nur hier) was Menschen antreibt, andere zu diffamieren, zu bedrohen, ihnen das Leben schwer zu machen, obwohl sie gar nichts mit ihnen zu tun haben.
Ich habe keine Ahnung, wie ich wirklich reagieren würde, wenn ein Mensch aus meinem Umfeld mit verkündet, dass sie,er,they trans ist. In meiner Vorstellung hätte ich das vielleicht schon geahnt und das Outing wäre wäre einfach der nächste obligatorische Schritt. 'Ich bin Linus' hat meinen Horizont erweitert, sprachlich und inhaltlich. Dieses Buch vermittelt neben eigenen, erlebten Erfahrungen sehr viel Wissen rund um das Thema trans und Transition und es macht mich aufmerksamer. Linus Giese ist damit für mich nicht nur Autor, sondern auch Botschafter und ich empfehle dieses Buch allen Menschen, denen Empathie wichtig ist. Gebt Hass keine Chance.