Ein wertvolles Buch, das viele Leser verdient
Immer mehr Staaten verweigerten den Aufenthalt von Menschen, die vor den Nationalsozialisten fliehen mussten. Nur Jugoslawien duldete noch deren Durchreise. Alle Flüchtenden wollten nur das Eine: den rettenden ...
Immer mehr Staaten verweigerten den Aufenthalt von Menschen, die vor den Nationalsozialisten fliehen mussten. Nur Jugoslawien duldete noch deren Durchreise. Alle Flüchtenden wollten nur das Eine: den rettenden Hafen erreiche und nach Palästina ausreisen. Sogenannte Kulturjuden mussten Hals über Kopf aus Berlin fliehen. Ihre Kunst galt als entartete und so wurden auch sie als Person behandelt. Es spielte keine Rolle, dass sie bei ihren Theaterauftritten das Publikum begeisterten. Oder dass sie schon vor vielen Jahren konvertierten. Sie wurden als Juden geboren und als solche verfolgt. Die Gestapo war überall. Aber nicht nur Juden gehörten zu den Verfolgten. Auch Kommunisten, „Zigeuner“ und Behinderte sowie alle, die gegen Hitler agierten, gehörten zu den Feinden.
Den Fliehenden wurde viel versprochen. Sie mussten den Schleusern ihr Hab und Gut abgeben, um überhaupt die Chance zur Flucht zu bekommen. Leider wurden sie sehr oft betrogen, hinters Licht geführt. Und als Hitler massiven Einfluss auf den Statt Jugoslawien bekam, wurde den Hoffenden sogar diese Möglichkeit der Flucht genommen.
"Balkan Odyssee 1933-1941" ist viel mehr als ein Sachbuch. Es liest sich wie ein Schicksalsroman, ist aber leider keine ausgedachte Story. Es handelt sich um das tatsächliche Erleben so vieler Menschen, die aus Nazideutschland fliehen mussten. Immer mehr Tatsachen kommen nach so vielen Jahren ans Licht. Und es gibt unzählige Bücher zum Thema. Dieses setzt sich positiv ab. Obwohl ein Sachbuch, so lässt es sich gut lesen. Ist zu keinem Zeitpunkt langatmig und trotz des ernsten Themas abwechslungsreich und bildhaft geschrieben. Einen Sternenregen und ein absolute Leseempfehlung gibt es von mir.