Cover-Bild Lieber woanders

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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: S. FISCHER
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 160
  • Ersterscheinung: 27.02.2019
  • ISBN: 9783103974133
Marion Brasch

Lieber woanders

Roman
Toni und Alex kennen sich nicht und sind doch auf verhängnisvolle Weise miteinander verbunden. Toni leidet unter dem Verlust ihres kleinen Bruders, für dessen Tod sie sich verantwortlich macht. Alex führt ein Doppelleben und trägt an einer Schuld, über die er nie gesprochen hat. 24 Stunden bewegen sich die beiden aufeinander zu, bis sich ihre Wege trotz skurriler Begegnungen und komischer Zwischenfälle schließlich kreuzen.
Marion Brasch erzählt diese Geschichte vom Leben und Überleben in einem klaren, aufmüpfigen und warmen Ton und mit großem Gespür für die Augenblicke, die über Glück oder Unglück entscheiden.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2019

Ein starkes und sehr intensives Buch, das den Leser nicht immer angenehm mit sich selbst und seinem Leben konfrontiert.

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Marion Brasch, Lieber woanders, S. Fischer 2019, ISBn 978-3-10-397413-3

Marion Braschs neuer Roman „Lieber woanders“ erzählt auf knappem Raum eine intensive, den Leser sofort auf seltsam persönliche ...

Marion Brasch, Lieber woanders, S. Fischer 2019, ISBn 978-3-10-397413-3

Marion Braschs neuer Roman „Lieber woanders“ erzählt auf knappem Raum eine intensive, den Leser sofort auf seltsam persönliche Weise packende Geschichte zweier Menschen, die handelt von Zufall und Schicksal, eine bewegende Geschichte über Schuld und Verluste. Eine Geschichte auch über schmerzhafte Abschiede – alles Erfahrungen, die jeder Mensch, auch der vom Buch sofort gefesselte Leser, in seinem Leben macht und auf die er eine persönliche Antwort finden muss.

Das Buch erzählt von der 28-jährigen Toni, die irgendwo in ihrem Wohnwagen auf dem Land lebt. Eines Tages macht sie sich auf den Weg in die Stadt, wo sie für ihre Bildergeschichten von einem Verlag zu Verhandlungen eingeladen ist. Mit dem ersehnten Geld will sie in Neuseeland einen alten Schulfreund wiedersehen.

Alex hat Autoklempner gelernt, als LKW-fahrer gearbeitet und ist zurzeit als Roadie mit einer Band unterwegs. Er ist verheiratet und hat eine neunjährige Tochter, aber seit etlichen Jahren betrügt er seine Frau mit einer anderen. Als er erfährt, dass seine Tochter ins Krankenhaus gekommen ist, macht er sich auf den Weg nach Hause.

Die beiden Hauptpersonen, die sich in der Handlung des Buches nun innerhalb von 24 Stunden aufeinander zubewegen werden, kennen sich nicht, sind aber dennoch auf eine verhängnisvolle Weise miteinander verbunden, denn sie tragen beide an einer Schuld. Toni macht sich für den Tod ihres kleinen Bruders verantwortlich und Alex leidet in seinem Doppelleben an einer Schuld, über die er noch nie gesprochen hat.

Irgendwann kreuzen sich ihre Wege, nachdem sie viele Umwege gemacht, Hindernisse überwunden und komische Zufälle erlebt haben. Und der Leser erinnert sich an eine Bemerkung der Autorin in einem kurzen Prolog, dass sich Toni und Alex schon einmal begegnet sind. Diese Begegnung hat das Leben beider beeinflusst. Sie haben es nicht vergessen, obwohl sie damals „lieber woanders“ gewesen wären.

Das, was Marion Brasch in ihrem Roman beschreibt, kann jedem von uns geschehen. Auch deshalb ist die Geschichte so nachvollziehbar und berührt den Leser persönlich, weil es ihn erinnert an Szenen und Menschen in seinem eigenen Leben und dessen Weggabelungen.

Marion Brasch will deutlich machen, dass wir Menschen das, was wir in der Vergangenheit erlebt haben, was uns geprägt und auch verändert hat, was wir an Schuld auf uns geladen haben, indem wir uns entschieden oder eben nicht entschieden haben, was wir getan oder unterlassen haben, eben nicht ändern können. Es bleibt nur, all das zu akzeptieren und zu lernen damit weiterzuleben.

Sie hat ihre Geschichte sehr warmherzig erzählt und mit einem feinfühligen Gespür für jene kurzen Augenblicke, die für ein ganzes Leben entscheiden können.

Ein starkes und sehr intensives Buch, das den Leser nicht immer angenehm mit sich selbst und seinem Leben konfrontiert.








Veröffentlicht am 02.03.2019

Netter Roman für Zwischendurch, viele Kurzgeschichten-Elemente

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Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
Ich fand den Klappentext interessant und er machte mich sehr neugierig.

Cover:
Die Frau auf dem Cover wirkt so, als wäre sie gedanklich woanders, da sie aus ...

Warum habe ich mich für das Buch entschieden?
Ich fand den Klappentext interessant und er machte mich sehr neugierig.

Cover:
Die Frau auf dem Cover wirkt so, als wäre sie gedanklich woanders, da sie aus dem Fenster blickt. Ob sie traurig oder glücklich entspannt ist, kann ich nicht sagen. Das Cover ist irgendwie toll und irgendwie nicht. Es lässt mich zwiespältig zurück.

Inhalt:
Alex führt ein Doppelleben und verpasst dadurch die OP seiner Tochter, Toni leidet noch immer sehr unter dem Tod ihres kleinen Bruders. Beide sind verbunden, obwohl sie es nicht wissen und sie bewegen sich aufeinander zu.

Handlung und Thematik:
Ich finde den Aufbau der Handlung super, die Autorin berichtet auf teilweise aufheiternde Weise von Toni und Alex und kommentiert einzelne Szenen. Es gibt immer wieder Zwischensequenzen, in denen ein kurzer Sprung aus der Handlung raus passiert, bei der restlichen Handlung wird immer wieder zwischen Toni und Alex gewechselt. Beide Geschichten sind für sich, sind aber doch miteinander verwoben. Die Autorin hat gut dargestellt, dass man durch viele Zufälle Teil eines Schicksals werden kann.

Charaktere:
Toni ist geplagt von Schuldgefühlen und Leid. Sie wirkt stellenweise verwirrt, eine direkte Sympathie konnte ich zu ihr nicht aufbauen, aber ich fand ihr Leben interessant.
Auch bei Alex konnte ich keine Sympathie aufbauen, das lag aber an seinem Charakter. Ich fand seine Handlungsweisen moralisch grenzwertig. Die Autorin hat ihn aber gut dargestellt.

Schreibstil:
Dieses Buch hat viel von einer Kurzgeschichte, es gibt keine großartige Einführung, die Charaktere werden nicht allzu tief erläutert und das Ende kam abrupt. Dennoch fand ich es sehr interessant zu lesen. Marion Brasch regte mit diesem Werk zum Denken an und lies einige Fragen offen. Die Perspektivenwechsel auch zur Erzählersicht fand ich abwechslungsreich und gut. Manchmal waren einzelne Situationen verwirrend, aber im Sinne einer Kurzgeschichte darf das ja sein.

Persönliche Gesamtbewertung:
Eher eine Kurzgeschichte als ein vollständiger Roman. Trotzdem konnte mich die Geschichte begeistern. Vor allem das Ende regte zum Denken an und hinterließ einige offene Fragen. Nette Story für zwischendurch, mir hats gefallen

Veröffentlicht am 27.02.2019

Berührt und stimmt nachdenklich

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Der Roman „Lieber woanders“ von Marion Brasch erzählt die Geschichten von Toni und Alex, die an verschiedenen Punkten beginnen und aufeinander zuführen. Die beiden wissen nicht, dass sie sich bereits einmal ...

Der Roman „Lieber woanders“ von Marion Brasch erzählt die Geschichten von Toni und Alex, die an verschiedenen Punkten beginnen und aufeinander zuführen. Die beiden wissen nicht, dass sie sich bereits einmal begegnet sind in einem Moment, der das weitere Leben der Protagonisten stark beeinflusst hat und bei keinem der beiden in Vergessenheit geraten ist. In diesem Augenblick wären die beiden sicher lieber woanders gewesen.

Toni lebt seit sechs Jahren in einem Wohnwagen auf dem Land. Sie ist 28 Jahre alt und ungebunden, jobbt in einer Kneipe und zeichnet sehr gut. Ein Verlag wird auf ihr Talent aufmerksam und lädt sie zu einer Besprechung in die Stadt ein. Mit Erspartem und den Einkünften aus dem geplanten Buch will sie einen Schulfreund in Neuseeland besuchen.

Alex hat Autoklempner gelernt, hat als LKW-fahrer gearbeitet und ist zurzeit als Roadie mit einer Band unterwegs. Er ist verheiratet und hat eine neunjährige Tochter, doch seit einigen Jahren betrügt er seine Frau mit einer anderen. Wegen der Erkrankung seiner Tochter macht er sich vorzeitig auf den Weg nach Hause.

In einer Art Prolog verriet die Autorin mir als Leser dass sich „zwei Leute“, zu diesem Zeitpunkt noch unbenannt, bereits einmal getroffen haben und es wieder tun werden. Überhaupt bleiben viele Figuren in ihrem Roman ohne Namen, aber es reicht die Berufsbezeichnung oder auch die einfache Bezeichnung als Frau oder Freund, um die Szene in Gedanken mit einer eigenen passenden Person zu ergänzen. Dadurch gewinnen die namentlich genannten Charaktere an Bedeutung in der Geschichte von Toni.

Im Leben von Alex gibt es Niemanden, der für ihn so wichtig wäre, dass er namentlich an ihn denkt. Ein einschneidendes Erlebnis vor sieben Jahren hat sein Leben vollkommen verändert. Es war nur ein Moment mit einer falschen Entscheidung. Seitdem trägt er das Gewicht einer nicht gutzumachenden Schuld mit sich, die im Roman immer deutlicher zu spüren ist. Er ist sich nicht sicher, ob sein Leben noch lebenswert ist und gönnt sich so viel Vergnügen wie machbar ist, um sich davon abzulenken. Dennoch kann er die Gedanken an die Folgen nicht ganz abstreifen, denn was ihm passiert ist, lässt sich nicht löschen und es ist müßig darüber nachzudenken, ob seine Schuld noch zu toppen ist. Er gönnt sich Momente mit denen er sich bei mir als Leser unsympathisch machte.

Im Roman erfuhr ich, dass auch Tina Schuld mit sich trägt und im weiteren Erzählverlauf erfuhr ich warum. Dadurch wird die Frage aufgeworfen, ob wir selbst unser Schicksal bestimmen. Sie ist existenziell und nicht abschließend zu beantworten. Trotz der Schwere der Gemüter, die den Protagonisten anhängt, schafft Marion Brasch es spielerisch, der Geschichte etwas Leichtigkeit zu geben. Einerseits geschieht dies durch heitere Szenen, andererseits durch kursiv gesetzte Abschnitte in denen die Autorin den Leser ins Vertrauen zieht und ihm mehr zum Hintergrund ihrer Protagonisten oder auch mal Abstruses erzählt.

Marion Brasch schreibt in „Lieber woanders“ über Dinge, die jedem von uns zustoßen könnten, macht dadurch ihre Geschichte nachvollziehbar und rückt sie sehr nah an den Leser heran. Sie verdeutlicht, dass wir das Erlebte der Vergangenheit nicht ändern, nur akzeptieren und damit weiterleben können. Der Roman berührt, stimmt nachdenklich und dennoch schafft die Autorin durch Ironie ihrer Erzählung einen aufheiternden Touch zu geben. Gerne empfehle ich das Buch weiter.

Veröffentlicht am 11.06.2019

Verbundene Leben

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In diesem kurzen Buch begleiten wir Toni und Alex, zwei Personen die sich nicht kennen und deren Leben trotzdem miteinander verbunden sind. Beide führen sehr unterschiedliche, teils ausgefallene Leben, ...

In diesem kurzen Buch begleiten wir Toni und Alex, zwei Personen die sich nicht kennen und deren Leben trotzdem miteinander verbunden sind. Beide führen sehr unterschiedliche, teils ausgefallene Leben, die für mich als Leser teilweise befremdlich sind, sodass ich mit den Protagnonisten auch nicht so wirklich "warm geworden" bin. Auch fällt es mir schwer Sympathie aufzubauen.

An sich ist die Geschichte trotz des nicht ganz einfachen Inhalts leicht zu lesen und fließt ruhig dahin. Die Sprache gefällt mir gut, wobei mir sehr stört, dass viele Erzählstränge nicht bis zum Ende ausgeführt werden und dem Leser einfach "zugeworfen" werden.

Leider sind bei mir auch trotz der schlimmen und schockierenden Handlung die Emotionen nicht übergesprungen, sodass es sich für mich einfach um einen netten, stillen Roman handelt, der mir aber nicht wirklich Nachhaltiges vermitteln konnte bzw. mich nicht lange beschäftigt hat. Daher gibt es von mir leider nur 3 Sterne, obwohl ich den Aufbau und die Idee hinter dem Buch wirklich gut und gelungen finde.