Cover-Bild ... und dann wurden sie Nazis
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Carl Ueberreuter Verlag
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 30.01.2025
  • ISBN: 9783800078868
Martin Haidinger

... und dann wurden sie Nazis

Faszination Hitler

„Der Adolf war für uns einfach ein toller Typ!“ Was faszinierte junge Menschen der 1930er- und 40er-Jahre am „Führer“? Warum folgten sie ihm blindlings in den Abgrund?

Dieses Buch lässt Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort kommen, die ihre Geschichten aus der Froschperspektive erzählen: Ein Hitlerjunge berichtet von Sprengstoffanschlägen, ein BDM-Mädchen schildert ihren Weg zwischen Überzeugung und Naivität, ein Widerstandskämpfer erklärt, warum er sich als Täter sieht.

Selten gehörte Stimmen und unglaubliche Details – erschütternd, erhellend und unentbehrlich für das Verständnis dieser dunklen Jahre.

Gefördert vom Zunkunftsfonds der Republik Österreich

STIMMEN ZUM BUCH:

„Martin Haidinger ist ein Geschichte-Erzähler, dem seine zeithistorische Kompetenz förmlich aus der Feder quillt. Aus den Anekdoten dieses Buches weht der Odem einer furchtbaren Zeit herüber in die Neuzeit, wo er neu parfümiert wieder zum verführerischen Duft geworden ist. Ein "leiwander Kerl" war er, der Adolf, für einen der Zeitzeugen. Die Kompaktheit dieses Buches, gepaart mit hoher Detailtreue, lässt einen stammeln: Nie mehr, nie mehr wieder! Dennoch erzeugt es Mitgefühl mit den Verführten von damals, weil es aufzeigt, wie schnell es passieren kann. Als gedrucktes Mahnmal entlässt es uns aber auch nicht aus der Verantwortung, wachsam zu sein. Nie mehr, nie mehr wieder!“
Günther Mayr, ORF

„Dieses Buch bietet bemerkenswerte Einblicke in das Innenleben des Nationalsozialismus und seiner verhängnisvollen Dynamik. So erscheinen zum Beispiel die Geschehnisse nach der ‚Rosenkranz-Demonstration ’im Oktober 1938 bei allen notwendigen Vorbehalten gegen die mündliche Quelle zumindest in einem neuen Licht.“
Univ. Prof. Dr. Karl Vocelka, Historiker, emer. Vorstand des Instituts für Geschichte der Universität Wien

„Martin Haidinger liefert ein ungewöhnliches Panorama von Täter- und Opfergeschichten ab und dringt damit tief in die Mentalitätsgeschichte ‚kleiner‘ Nationalsozialisten und ihrer Gegner ein. Daraus lernen wir auch beklemmend viel über unsere Gegenwart und die Verführbarkeit von Menschen durch radikale Ideologien jeder Art.“
Dr. Kurt Bauer, Historiker, Autor von „Die dunklen Jahre“

„Martin Haidinger ist ein profunder Kenner der österreichischen Geschichte. Bei ihm verbindet sich ein weiter Wissenshorizont mit tiefen Einsichten. Mit Blick auf die rege Forschungstätigkeit und Berichterstattung zum Nationalsozialismus fragt er: Wie viel zu diesem Thema ist noch nötig? Seine Antwort ist überzeugend: Nach wie vor müssen wir ergründen, wie ein Unrechtssystem und Adolf Hitler als seine Verkörperung zum Mythos und Faszinosum werden konnten. In Anbetracht gefährlicher politischer Entwicklungen und der Infragestellung demokratischer Werte leistet er einen bedeutenden Beitrag zu einem Zeitpunkt, in dem die letzten Zeugen der NS-Zeit als Gesprächspartner verlorengehen. Martin Haidinger lässt sie zu Wort kommen, ruft ihre Erfahrungen in Erinnerung: Geschichte in individuellen Porträts, mit menschlichem Maß, auf Augenhöhe mit jenen, die einen Zivilisationsbruch erlebten, ohne vorschnelle Urteile und richterliche Posen – als Aufklärung und Warnung. Wichtig, notwendig, berührend!“
Univ. Prof. Dr. Hannes Leidinger, Historiker, Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2025

Wie junge Menschen damals Nazis wurden

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Man fragt sich noch heute, wie konnten damals so viele Menschen Nazis werden. Dieses Buch hatte die österreichische Seite beschrieben und durch Zeitzeugen wurden einige Werdegänge während des NS-Regimes ...

Man fragt sich noch heute, wie konnten damals so viele Menschen Nazis werden. Dieses Buch hatte die österreichische Seite beschrieben und durch Zeitzeugen wurden einige Werdegänge während des NS-Regimes erzählt. Sie waren noch sehr jung und hatten von Politik fast keine Ahnung und durch Jugendgruppen kamen sie ganz schnell in das Nazi-Geflecht. Manche waren sehr naiv und lebten vorher in einer heilen Welt, in der man Sonntags in die Kirche ging. Aber es wurde auch von den Menschen berichtet, die die schlimmsten Gräueltaten begangen hatten mit den passenden Bildaufnahmen dieser Personen. Dazu gab es noch Zahlen und Fakten. Auch die katholische Kirche sowie der künstlerische Bereich wurde in dem Buch behandelt.

Obwohl man sehr viel über diese schlimme Zeit weiß, ist es doch jedes Mal wieder erschreckend, darüber zu lesen oder auch in Dokumentarfilmen zu sehen. Und das schlimmste ist, dass die Menschheit anscheinend nichts daraus gelernt hat. Dieses Buch war sehr informativ, aufklärend und regte zum Nachdenken an.

Fazit:
Eine wichtige Aufklärung, die jeder lesen sollte.

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Veröffentlicht am 22.02.2025

Unbedingt lesen !

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Martin Haidingers Buch "…und dann wurden sie Nazis" ist ein eindringliches und aufrüttelndes Werk, das die Lesenden auf eine erschütternde Reise in die Gedankenwelt derjenigen mitnimmt, die während des ...

Martin Haidingers Buch "…und dann wurden sie Nazis" ist ein eindringliches und aufrüttelndes Werk, das die Lesenden auf eine erschütternde Reise in die Gedankenwelt derjenigen mitnimmt, die während des Nationalsozialismus aufwuchsen. Durch die Stimmen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erhalten die Leser:innen einen einzigartigen Einblick in die Verführbarkeit und Manipilation junger Menschen und die schleichenden Mechanismen, die zur Unterstützung eines verbrecherischen Regimes führten.

Diese persönlichen Geschichten sind nicht nur bewegend, sondern auch lehrreich, da sie die tiefenpsychologischen Veränderungen beleuchten, die in den Köpfen junger Menschen stattfanden. Haidinger gelingt es, die Naivität und Verletzlichkeit dieser Jugendlichen zu erfassen und aufzuzeigen, wie sie zu Werkzeugen einer menschenverachtenden Ideologie gemacht wurden. Die ungeschönten Berichte der Zeitzeug:innen sind das ehrlichste, was ich bisher über diese dunkle Epoche erfahren durfte. Der Autor schafft es, die Lesenden ohne Vorurteile an die Schilderungen der Protagonist:innen zu führen. Die Geschichten sind nicht nur historische Dokumente, sondern auch warnende Beispiele für die Gefahren von Ideologien, die Menschen in den Bann ziehen und ihre moralischen Überzeugungen untergraben können.

Fast schon wortgewaltig ist die Art und Weise, wie Haidinger das Zusammenspiel von Angst, Gruppenzugehörigkeit und Manipulation darstellt. Die Schilderungen zeigen, wie die Unsicherheit und die Suche nach Identität viele in die Arme der Nazis trieben. Diese Dynamik wird als eine schleichende Transformation beschrieben, die zunächst subtil beginnt und schließlich in eine überwältigende Euphorie mündet, die jegliches kritisches Denken ausblendet. Die Leser:innen werden dazu aufgefordert über die Mechanismen nachzudenken, die es einem Unrechtssystem ermöglichen, sich zu verfestigen und somit Menschen immer wieder aufs Neue zu begeistern.

Haidingers Ansatz, die Geschichte durch individuelle Porträts zu erzählen, ist von unschätzbarem Wert. Er schafft es, die komplexen und oft widersprüchlichen Gefühle der Befragten zu vermitteln, ohne dabei vorschnelle Urteile zu fällen. Diese Herangehensweise ermöglicht es der Leserschaft, die Geschehnisse und ihre Auswirkungen aufzunehmen und versuchen zu verstehen. Die Zeitzeug;innenberichte sind ungeschönt und bilden eine ehrliche Reflexion über die Verführbarkeit des Menschen durch radikale Ideologien.

In Anbetracht der aktuellen politischen Entwicklungen und der wiederkehrenden Infragestellung demokratischer Werte ist Haidingers Werk von entscheidender Bedeutung.Es fordert uns auf, die Mechanismen der Verführung durch radikale Ideologien zu hinterfragen und uns der Geschichte bewusst zu werden, um ähnliche Fehler in der Gegenwart zu vermeiden. Die letzte Generation von Zeitzeug:innen wird immer weniger, und Haidinger nutzt diese Gelegenheit, ihre Stimmen zu bewahren und ihre Erfahrungen zu teilen.

Martin Haidinger verbindet profundes Wissen über die österreichische Geschichte mit tiefen Einsichten in die menschliche Psyche. Sein Buch ist nicht nur notwendig, sondern auch ein Appell zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und ein Aufruf, wachsam zu sein gegenüber den Gefahren, die in der Verführbarkeitund der daraus resultierenden Manipulation des Menschen liegen.

Unbedingt lesen !

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