Cover-Bild Sturmland - Die Reiter

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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Ersterscheinung: 01.02.2016
  • ISBN: 9783446251946
Mats Wahl

Sturmland - Die Reiter

Gesa Kunter (Übersetzer)

Schweden 50 Jahre in der Zukunft: Das Klima hat sich massiv verändert. Verheerende Stürme haben ganze Landstriche verwüstet und ein feiner Sand färbt alles blutrot. Die meisten Menschen sind dem Befehl der Regierung gefolgt und in die Städte gezogen. Die wenigen Familien auf dem Land leben in ständiger Angst vor Gewalt. So auch die Familie der 16-jährigen Elin. Als Elin und ihr Bruder Vagn auf freiem Feld in einen Hinterhalt geraten, geht alles blitzschnell. Elin verteidigt sich mit ihrer Armbrust, aber Vagn wird entführt. Eine lebensgefährliche Suche nach ihrem Bruder beginnt. Teil eins des düsteren, erschreckend realistischen Zukunftsepos – spannend und mitreißend ab der ersten Zeile.

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Veröffentlicht am 15.09.2016

Auftakt einer etwas anderen Dystopie

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Gleich vorne weg: Dies ist eine Dystopie der ganz anderen Art und nicht mit Hunger Games und Co. zu vergleichen. Wer Liebe, Herzschmerz und einen bösen Anführer, der das Land unterdrückt, sucht, ist hier ...

Gleich vorne weg: Dies ist eine Dystopie der ganz anderen Art und nicht mit Hunger Games und Co. zu vergleichen. Wer Liebe, Herzschmerz und einen bösen Anführer, der das Land unterdrückt, sucht, ist hier an der falschen Adresse. Aber gerade weil sich das Buch so vom Mainstream (ich weiß, ein böses Wort) unterscheidet, ist es so interessant und lesenswert.
Es handelt sich hier um den ersten Band einer in fünf Bänden erscheinenden Dystopie. Der zweite Band ist bereits erschienen, für die anderen heißt es (leider) noch warten.
Aber worum geht es überhaupt? Die Handlung des Buches spielt in der Zukunft: Mittlerweile ist die Erde in Teilen radioaktiv verseucht, es gibt keinen Winter mehr und es ziehen verheerende Stürme über das Land, die regelmäßig die Infrastruktur zusammenbrechen lassen.
Die Bevölkerung hat zwar sehr moderne Technologien wie Handys und Flatscreens, auf denen auch eine Art Facetime möglich ist, trotzdem sind die Menschen weitgehend Selbstversorger, reiten auf Pferden und verteidigen sich mit Armbrüsten.
Das Buch spielt in Schweden, allerdings ist nicht bekannt, ob noch die Ländergrenzen, wie wir sie kennen, überhaupt noch existieren. Was mir sehr gut gefallen hat -aber auch irgendwie sehr beängstigend war, war, dass die Ausgangssituation relativ realistisch sein kann. Denn wer weiß, was der Klimawandel und weiterer Atomkrafteinsatz so mit sich bringen? Trotzdem keine Angst: Das Buch holt nicht die Moral-Keule heraus.
Die Haupthandlung wird von zwei Familien getragen. Hauptperson ist die 16-Jährige Elin, die für ihr Alter sehr erwachsen wirkt. Das zeigt sich auch immer wieder in ihren Handlungen. Verletzlich wirkt sie nur sehr selten und mit einem guten Grund. Sie ist eine tolle Hauptperson, den sie ist glaubwürdig und nicht zu übertrieben mädchenhaft. Auf der anderen Seite haben wir Harald, der verstoßene Sohn der verfeindeten Familien. Auch er wirkt sympathisch, wenn auch verletzlicher und nicht ganz so selbstbewusst wie Elin. Die beiden ergänzen sich also sehr gut, soviel sei gesagt :)
Im ersten Band erfährt man sehr wenig über das "große Ganze", sondern im Vordergrund steht die Familienfehde. Die Rahmenbedingungen des Lebens werden angedeutet, auch die Belastung durch die Naturkatastrophen und das Militär. Dass hinter allem noch mehr steckt, wird nur angedeutet. Für mich war das völlig okay, denn so konnte man die Familien gut kennenlernen und nicht zu vergessen: Es kommen noch vier Bände. So wurde das Pulver wenigstens nicht schon im ersten Band verschossen, sondern es ist noch genug Platz für die Spannung nach oben.
Eine sehr auffällige Sache in diesem Buch ist die Sprache. Ich war sofort verwundert, dass das Buch in der Gegenwart geschrieben ist und musste mich ehrlich gesagt auch etwas daran gewöhnen. Man kennt es einfach nicht so aus Büchern. Auch die Sprache an sich ist sehr rational und nüchtern. Gefühle werden kaum geäußert und wenn dann nur versteckt. Auch kommt es einem manchmal so vor, als ob wichtigen Ereignissen nur sehr wenig Platz eingeräumt wird, während Alltäglichkeiten im Vergleich relativ ausführlich geschildert werden. Das war wirklich ungewohnt, aber im Endeffekt konnte es mich überzeugen, denn es war nicht überzogen oder zu beladen mit unrealistischen Gefühlsausbrüchen. Außerdem lässt es Raum für eigene Gedanken und Emotionen, denn man bekommt sie beim Lesen nicht aufgedrängt. Auch die Unterscheidung in die "Guten" und die "Bösen" ist hier nicht eindeutig. Es bleibt also selbst zu entscheiden.
Auch die Dialoge sind sehr ungewöhnlich: Sie sind kurz und knapp, oft folgt ein kurzer Satz auf eine ebenso kurze Antwort. Aber auch hier sage ich: Es ist realistisch. Warum auch immer ewige Monologe führen, wenn man es in wenigen Worten ausdrücken kann?
Zusammenfassend gesagt: Das Buch ist anders, hat das gewisse Etwas und wer sich darauf einlässt, darf ein tolles Buch entdecken, das sich wirklich zu lesen lohnt.
Von mir gibts 4 Sterne und natürlich eine Leseempfehlung!