Fesselnd, spannend und interessant
Johann hat es als Zeitungsschreiber nicht gerade leicht. Seines Berufes wegen muss er immer in der ersten Reihe stehen, egal ob er einen schwachen Magen hat oder nicht. Wer sonst sollte detailgetreu über ...
Johann hat es als Zeitungsschreiber nicht gerade leicht. Seines Berufes wegen muss er immer in der ersten Reihe stehen, egal ob er einen schwachen Magen hat oder nicht. Wer sonst sollte detailgetreu über Hinrichtungen, Morde oder Aufstände berichten?
Eine Frau wird furchtbar massagriert aufgefunden, da musste schnell ein Täter her.
Die Frankfurter Bevölkerung, angestachelt durch die Zeitung, vermutet den Täter unter den Juden.
Theophil Pontos, ein "Rechtsmediziner" und seine Tochter Manon, helfen mit, den Fall.......oder im Laufe der Ermittlungen, die Fälle , zu lösen
Auch wenn Manon, als Frau, absolut nichts zu sagen hat, ist es auch ihrer Auffassungs- und Kombinationgabe, die die unglaubliche Wahrheit ans Licht bringt und zur Lösung der Fälle beiträgt.
Mein Fazit:
Die Autorin schafft es mit einer unglaublichen Leichtigkeit und einem wahnsinnigen Schreibstil die Atmosphäre 1800 in Frankfurt einzufangen.
Egal, ob es die Judengasse mit ihren dreckigen Gassen , der düsteren Stimmung ist, oder das gesamte Gesellschaftsbild, es ist mehr als bildlich eingefangen.
Mich hat manchmal geschockt, wie krass das Frauenbild war, wie die Christen die Juden gesehen haben, wie der alltägliche Umgang miteinander war.
Vorurteile und Willkür waren an der Tagesordnung, egal ob richtig oder falsch.
Einige Szenen sind sehr bildlich und gruselig beschrieben, aber das macht das Buch aus. Zart besaitet darf man nicht sein, beim lesen.
Der Stand der damaligen Rechtsmedizin, ließ mich eher manchmal schmunzeln. Wiederum empfand ich die Ausführungen auch wahnsinnig interessant.
Manon als Frau, ihre Einstellungen, ihr Wissen, ihre Durchsetzungsvermögen und ihr Mut haben mich beeindruckt.
Ein sehr spannendes Buch, welches mehr als fesselt.
Von mir bekommt es definitiv eine Leseempfehlung und ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️