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Veröffentlicht am 29.08.2022

Lucy Wayne und ihre zweite große Ermittlung

Berlin Monster - Ein Dieb kommt selten allein
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Lucy Wayne lebt in Berlin. In der Stadt der Monster. Nach einem Wissenschaftsunfall vor 30 Jahren gibt es überall auf der Welt Stifs, abergläubische Manifestationen. Lucy ist ein menschlicher Omega-Strahlungsdetektor ...

Lucy Wayne lebt in Berlin. In der Stadt der Monster. Nach einem Wissenschaftsunfall vor 30 Jahren gibt es überall auf der Welt Stifs, abergläubische Manifestationen. Lucy ist ein menschlicher Omega-Strahlungsdetektor und spürt somit wer ein Stif ist oder welche Gegenstände mythische Artefakte sind. Mit ihrer Gabe leitet sie ein Detektivbüro das momentan mehr schlecht als recht läuft. Als das Pergamonmuseum sich meldet und sie bittet kurzfristig bei der Authentifizierung mythische Artefakte auszuhelfen, ist Lucy sofort dabei da sie das Honorar dringend braucht. Ihr Mitbewohner und bester Freund Aki, ein persischer Dämon, ist der Meinung, dass der Fall gefährlich wird und sie die Finger davon lassen soll. Doch Lucy geht trotzdem. Bei der Veranstaltung im Pergamonmuseum kommt es zu Durcheinander als einige Stifs sich zutritt verschaffen und die Veranstaltung boykottieren. Dabei bemerkt Lucy das einige der Artefakte Fälschungen sind.
‚Berlin Monster – Ein Dieb kommt selten allein‘ ist der zweite Band der Reihe aus der Feder von Kim Rabe. Die Autorin hat eine neue Welt mit magischen Momenten erschaffen die einen immer wieder fesseln. Man taucht ab in eine gut erklärte und sehr bildlich dargestellt Welt und begleitet die etwas eigenbrötlerische, aber doch sympathische Ermittlerin Lucy Wayne. Kim Rabe gelingt es auch sehr gut die Diskriminierung der Stifs und Findung der eigenen politischen Position zu diesem Sachverhalt darzustellen. Lucy interessiert sich anfänglich nicht für den ‚Diebstahl‘ der Kunstgüter an den Stifs. Den Stifs wird das Recht auf ihr eigenes Volksgut abgesprochen. Doch im Laufe des Romans ändert sich dies. All diese brisanten Themen die auch im heutigen Leben noch aktuell sind und auch an vergangene Zeiten erinnern, sind jedoch sehr gut in einen unterhaltsamen Detektivroman eingebettet. Es gibt Momente die einen schockieren, die einen fesseln, in denen man mit Lucy leiden und versucht hinter knifflige Geheimnisse zu kommen, aber auch Momente in denen man schmunzeln muss oder sich einfach für die Protagonisten freut. Den Abschluss diese tollen Romans bildet ein spannungsgeladener Cliffhanger so dass man sofort denkt: Wann geht’s weiter?
Der zweite Teil der Berlin Monster Reihe, der für mich der bessere der beiden Teile ist, ist ein unterhaltsamer Detektivroman mit Geheimnissen, Witz und einer guten Brise Sozialkritik. Definitiv lesenswert!

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  • Fantasy
Veröffentlicht am 28.08.2022

Frauen im Widerstand

Die Wagemutige
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Lisa Fittko agiert seit 1933 im Widerstand gegen die Nazis und befindet sich auf der Flucht. Ihr letzter Aufenthaltsort ist Paris als die Nazis Frankreich überrennen. Sie flieht nach Süden und wird von ...

Lisa Fittko agiert seit 1933 im Widerstand gegen die Nazis und befindet sich auf der Flucht. Ihr letzter Aufenthaltsort ist Paris als die Nazis Frankreich überrennen. Sie flieht nach Süden und wird von der Vichy Regierung ins Lager Gurs gesteckt. Das Lager ist die Hölle, die Frauen sind sich selbst überlassen. Doch versucht das Leben erträglicher zu machen indem sich die Frauen organisiert und ihnen Hoffnung gibt. Als es ihr gelingt mit einigen anderen zu fliehen, schlägt sie sich bis Marseille durch und findet ihren Mann Hans wieder. In Marseille findet sie jedoch auch Louis und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Währenddessen sucht sie mit Hans nach einem Weg raus aus Frankreich und finden diesen in den Pyrenäen. Doch als sie um Hilfe gebeten werden nutzen sie diese Fluchtroute auch für andere und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Caroline Bernhard hat mit dem Roman 'Die Wagemutige' einen beeindruckenden Roman über Lisa Fittko als Fluchthelferin verfasst. Sie schreibt wunderbar einfühlsam und öffnet dem Leser auch immer wieder Lisas Gedankenwelt, ihre Hoffnungen und Zweifel. Im Nachwort geht die Autorin auch noch einmal auf die realen Personen in der Geschichte ein und gibt einige Erläuterungen.
Lisa ist eine starke Frau, die versucht immer die Kontrolle über die Situation zu haben. Sie ist eine sehr beeindruckende Persönlichkeit. Man fragt sich jedoch ob sie auch jemals einfach nur eine Frau sein darf oder ob sie nur für ihre politischen Ansichten kämpft. Durch Louis lernt man auch diese Seite an Lisa kennen. Auch wird sehr gut die Situation in der unbesetzten Zone Frankreichs dargestellt und man fragt sich an manchen Stellen wie die Menschen dieses Leid ertragen haben und wo die Menschlichkeit bliebt.
Für mich ist der Roman von Caroline Bernhard ein absoluter Top-Tipp. Dieses Buch muss man einfach gelesen haben und sehen was manche Menschen in diesen schweren Zeiten geleistet haben und welch beeindruckende Frau Lisa Fittko war!

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Veröffentlicht am 19.08.2022

Der Sturzflug des Ikarus

Ingeborg Bachmann und Max Frisch – Die Poesie der Liebe
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Max Frisch und Ingeborg Bachmann, zwei große Sterne am Literaturhimmel, treffen sich 1958 in Paris und verlieben sich. Für Max Frisch ist es Liebe auf den ersten Blick. Für Ingeborg Bachmann besteht eine ...

Max Frisch und Ingeborg Bachmann, zwei große Sterne am Literaturhimmel, treffen sich 1958 in Paris und verlieben sich. Für Max Frisch ist es Liebe auf den ersten Blick. Für Ingeborg Bachmann besteht eine überwältigende Anziehung und Faszination, doch sie ist noch zaghaft und bedächtig. Es entsteht eine einzigartige Liebe und doch treten immer wieder Schwierigkeiten von außen und innen auf die die Liebe gefährden.

'Die Poesie der Liebe' von Bettina Storks ist ein Roman über die Liebesgeschichte von Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Die Autorin hat einen bezaubernden Schreibstil der ganz dem Titel entsprechend auch als Poesie bezeichnet werden kann. Im Nachwort wird auf die Quellenlage der Beziehung zwischen Bachmann und Frisch eingegangen. Die Autorin weist daraufhin das es trotz allem ein fiktive Erzählung über das Innenleben der Protagonisten ist. Doch diese Erzählung wurde mit soviel Zartgefühl und Wortgewandtheit umgesetzt.
Max Frisch und Ingeborg Bachmann sind bekannte Literaten und doch lernt man sie ganz persönlich kennen in diesem Roman. Man lernt ihre Eigenheiten, ihre Wesenszüge, ihre Stärken und Schwächen und erfährt wie sehr sie ihren Werken verbunden sind. Man mag immer wieder hin und her gerissen sein zwischen den beiden Schriftstellern durch den Wechsel der Perspektiven in den einzelnen Kapiteln. Dadurch gelingt es der Autorin jedoch wunderbar beide Seiten einer Liebesgeschichte zu beleuchten.

Für mich ist es ein lesenswerter Roman der einem vor allem zwei beeindruckende Schriftsteller näher bringt und eine herzzerreisende Liebesgeschichte erzählt!

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Veröffentlicht am 10.08.2022

Gelungener Abschluss der Freundinnen!

Die Freundinnen vom Strandbad (Die Müggelsee-Saga 2)
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Clara flüchtet in den Westen und hat das Glück das ihr dort auch gleich geholfen wird. Betty lebt sich in ihrer heilen, kleinen Welt als Hausfrau und Mutter ein und ist doch unglücklich mit Kurt. Martha ...

Clara flüchtet in den Westen und hat das Glück das ihr dort auch gleich geholfen wird. Betty lebt sich in ihrer heilen, kleinen Welt als Hausfrau und Mutter ein und ist doch unglücklich mit Kurt. Martha sucht den Kontakt zu ihrer leiblichen Mutter Anna und entwickelt sich beruflich weiter und wird Journalistin.
'Die Freundinnen vom Strandbad - Wogen der Freiheit' ist der zweite und abschließende Teil der Reihe und in meinen Augen ein würdiger Abschluss. Die drei Freundinnen erleben ihre Höhen und Tiefen, driften auseinander und finden wieder zusammen. Durch Clara erlebt man auch die Sicht im Westen und wie ein Flüchtling aus dem Osten aufgenommen wurde. Man sieht auch immer wieder die deutliche Kluft, was Clara alles schaffen und erreichen kann nur weil sie es in den Westen geschafft hat. Martha und Betty hatte es da etwas schwerer und müssen mit den Problemen im Osten kämpfen. Die jeweiligen Situationen werden toll dargestellt und man fühlt mit den drei Freundinnen und hofft auf ein gutes Ende.
Für mich ein gelungener Abschluss und ein würdiges Ende für die drei Freundinnen Betty, Martha und Clara! Eine super Sommerlektüre!

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Veröffentlicht am 02.08.2022

Gut durchdachter Spionagethriller

Die Cellistin
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Sarah Bancroft, ehemalige CIA Agentin und aktuelle Geschäftsführerin von Isherwood Fine Arts, findet in ihrer Galerie ein seltenes Kunstwerk, das sie an den Russen Wiktor Orlow verkaufen möchte. Als sie ...

Sarah Bancroft, ehemalige CIA Agentin und aktuelle Geschäftsführerin von Isherwood Fine Arts, findet in ihrer Galerie ein seltenes Kunstwerk, das sie an den Russen Wiktor Orlow verkaufen möchte. Als sie sich mit Orlow in seinem Londoner Stadthaus treffen möchte findet sie ihn Tod in seinem Büro. Wiktor Orlow wurde mit einem Nervengift getötet und auch Sarah denkt im ersten Moment das sie etwas davon abbekommen hat. Sie kommt zur Kontrolle ins Krankenhaus. Als ihr alter Bekannter Gabriel Allon von ihrem Zustand und Wiktors Tod erfährt, macht er sich sofort auf den Weg nach London. Allon erkundigt sich nach Sarahs Befinden und berät sich mit dem MI6 über die Todesumstände von Wiktor Orlow. Dieser wurde mit einem russischen Nervengift getötet, dass sich auf den auf seinem Schreibtisch befindlichen Unterlagen befand. Bei den Unterlagen handelt es sich um Kontodaten die der Journalisten Nina Antonowa zugespielt wurden. Nina befindet sich nun auf der Flucht als sie vom Tod Orlows erfährt.
'Die Cellistin' von Daniel Silva ist der einundzwanzigste Roman in der Gabriel-Allon-Reihe. Daniel Silva hat einen angenehmen Schreibstil und hinterlegt seine Werk mit vielen zum Thema passenden Fakten. Leider haben diese Fakten bei mir manchmal zu Langeweile geführt, wenn Seitenweise über Bankerpraktiken geschrieben wurde die für mich nicht immer verständlich waren.
Die Protagonisten waren sehr sympathisch, darunter Sarah Bancroft, Christopher Keller und Gabriele Allon. Es wurden persönliche Beziehungen beschreiben und menschliche Tragödien geschildert die sie sympathisch machten. Bei Christopher und Gabriele hat mir vor allem der Wortwitz gefallen. Der gesamte Fall war gut durchdacht und spannend geschildert. Es war ein gute Spionagethriller bei dem eher leise Töne angeschlagen wurden und Kalkül gezeigt wurde als actionhafte Szenen die sich aneinanderreihen.
Mein Fazit ist, dass es ein lesenswerte Spionageroman mit einem dichten Faktenwissen ist, der gut umgesetzt wurde aber an machen Stellen durch zu viele Fakten etwas langweilig wirkt und man es auch deutlich hätte abkürzen können. Trotz allem lesenswert.

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