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Veröffentlicht am 27.11.2025

Wie ein Märchen vor dem Kamin

Das Dreizehnte Kind
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Ich war auf der Suche nach einem guten Jugendbuch, und genau deshalb habe ich mir Das 13. Kind angesehen. Cover und Klappentext haben sofort überzeugt, beides wirkt märchenhaft und geheimnisvoll, und genau ...

Ich war auf der Suche nach einem guten Jugendbuch, und genau deshalb habe ich mir Das 13. Kind angesehen. Cover und Klappentext haben sofort überzeugt, beides wirkt märchenhaft und geheimnisvoll, und genau das liefert die Geschichte auch.

Der Erzählstil ist wunderschön. Atmosphärisch, gefühlvoll, fast wie ein altes Märchen, das man in der Stille eines Winterabends vorgelesen bekommt. Von Anfang an hat man das Gefühl, mitten in Hazels Welt zu stehen. Man fühlt sich in der Geschichte geborgen, auch wenn immer wieder dieses leise, beklemmende Gefühl auftaucht, das einen daran erinnert, dass hier mehr unter der Oberfläche liegt, als man zuerst glaubt.

Ich habe das Hörbuch gehört, und Rebecca Veil macht ihren Job hervorragend. Ihre Stimme passt perfekt zur Stimmung , ruhig, weich, aber mit genug Tiefe, um die leisen Konflikte und die innere Entwicklung spürbar zu machen.

Der Spannungsbogen ist flach. Wer Action, große Wendungen oder laute, dramatische Ereignisse erwartet, wird enttäuscht. Die Geschichte lebt nicht von Explosionen, sondern davon, dass wir Hazels Leben begleiten. Und dieses Leben ist ,abgesehen davon, dass sie das 13. Kind und Merricks Tochter ist ,auf den ersten Blick unspektakulär. Doch genau darin liegt die Stärke des Buches: Hazel wächst vor unseren Augen zu einer jungen Frau heran, die empathisch ist, warmherzig und erstaunlich klar in ihrem Blick auf andere. Sie sieht das Gute,manchmal fast schon schmerzhaft konsequent.

Lange wusste ich nicht, worauf das Buch hinauswill. Es ist eher ein Drama, leise erzählt und voller Zwischentöne. Immer wieder stellt es die Frage: Was ist ein Leben wert? Und die Geschichte drückt es einem ohne großen Pathos, aber dafür mit brutaler Ehrlichkeit ins Herz.

Liebe ist ein ständiger Begleiter: familiäre Liebe, verlorene Liebe, ungleiche Liebe, Liebe, die schützt, und Liebe, die zerstört. Auch Selbstbestimmung zieht sich durch das ganze Buch: Wer bin ich? Wer will ich sein? Und welche Entscheidungen darf ich für mich selbst treffen?

Das Ende ist wunderschön und gleichzeitig hart. Es tut weh, ohne unfair zu sein. Genau diese Mischung bleibt hängen.


Empfehlung:
Wenn du ein märchenhaft erzähltes Jugendbuch willst, das leise, emotional und tiefgründig ist – ohne laute Action, dafür mit viel Gefühl und einer Hauptfigur, die ans Herz wächst , dann ist Das 13. Kind genau das Richtige.

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Veröffentlicht am 22.11.2025

Ganz solides Jugendbuch

Darkthorn Archives 1: Bite the Bride
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Ich wollte zur Abwechslung wieder ein Jugendbuch lesen bzw. hören, vor allem weil meine Kinder zwischen 12 und 18 Jahren alt sind und ich ihnen gerne neue Bücher empfehle. Das Buch ist ab 16 Jahren eingestuft. ...

Ich wollte zur Abwechslung wieder ein Jugendbuch lesen bzw. hören, vor allem weil meine Kinder zwischen 12 und 18 Jahren alt sind und ich ihnen gerne neue Bücher empfehle. Das Buch ist ab 16 Jahren eingestuft.

Das Cover gefällt, auch wenn Ethan darauf deutlich jünger wirkt, als ich ihn mir später beim Lesen vorgestellt habe. Das Hörbuch selbst ist gut umgesetzt: Yeşim Meisheit und Vincent Fallow machen einen starken Job, ihre Stimmen passen, und die Geschwindigkeit ist angenehm.

Inhaltlich hätte die Autorin sauberer recherchieren müssen. Die Geschichte spielt 1920, aber es tauchen einige Dinge auf, die es zu dieser Zeit schlicht noch nicht gab. Das reißt immer wieder aus der Atmosphäre.

Der Spannungsbogen funktioniert. Trotzdem bleiben manche Szenen zu knapp – ein paar Erklärungen mehr und etwas mehr Ausschmückung hätten der Story gutgetan.

Umgekehrt werden die Spicy-Szenen sehr detailliert beschrieben – für meinen Geschmack zu ausführlich für ein Jugendbuch ab 16.
Ja, Jugendliche können Erfahrungen haben, aber die Details hier gehen weit über das hinaus, was ich in dieser Alterskategorie für nötig halte. Da hätte weniger definitiv gereicht.

Positiv: Es gibt Intrigen, Verrat und Drama ohne Ende, und die Vielzahl paranormaler Wesen ist spannend. Leider gibt es trotz dieser Vielfalt wenig wirklichen Kontakt zu ihnen – am Ende dreht sich fast alles nur um Vampire und Werwölfe. Da wäre mehr drin gewesen.

Der Enemies-to-Lovers-Trope wird gut umgesetzt.
Ethan ist rechthaberisch, herrisch, stur und kaum kompromissbereit. Gleichzeitig aber auch der typische Beschützer, der für seine Lieben alles gibt.
Kat dagegen war mir oft zu anstrengend – zu sehr in der „niemand mag mich“-Schiene und teilweise einfach penetrant. Sie brauchte lange, um mich zu überzeugen. Sie ist widerspenstig, eigensinnig, trotzig und lässt sich nichts sagen. Das passt zu ihr, führt aber auch zu einigen unnötigen Problemen.

Insgesamt ist es eine solide Jugendbuchgeschichte mit kleinen Schwächen, aber einer guten Grundidee und genug Spannung, um dranzubleiben.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Charmant aber zäh

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht, was ich über dieses Buch sagen soll. Die ersten rund 200 Seiten plätschern einfach vor sich hin – ich fand’s ziemlich öde und hatte mehrmals überlegt, ob ich abbreche. ...

Ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht, was ich über dieses Buch sagen soll. Die ersten rund 200 Seiten plätschern einfach vor sich hin – ich fand’s ziemlich öde und hatte mehrmals überlegt, ob ich abbreche. Erst im späteren Verlauf wurde es besser: Der sarkastische und ironische Humor hat mich dann doch gut unterhalten und dem Ganzen etwas Schwung gegeben.

Was mir aber negativ aufgefallen ist, waren einige Rechtschreibfehler und auch zeitliche Unstimmigkeiten, die beim Lesen gestört haben. Trotzdem: Die typischen Herbst-Vibes kommen definitiv rüber – man bekommt sofort Lust auf Kürbis, bunte Blätter und heiße Getränke. Die Kleinstadt-Atmosphäre ist so, wie man sie sich vorstellt: etwas engstirnig, aber mit Charme.

Mit der Hauptprotagonistin bin ich allerdings nicht wirklich warm geworden. In unserer Leserunde haben wir sogar diskutiert, ob sie vielleicht ADHS hat – aber selbst wenn, fand ich ihre Art einfach anstrengend. Zum Ende hin wird sie zwar etwas greifbarer, aber so richtig sympathisch wurde sie mir nicht. Ihre Erfahrungen in der Kleinstadt sind allerdings nachvollziehbar – man versteht, warum sie letztlich das Weite sucht.

Das Buch wurde im Vorfeld stark beworben und vielfach gelobt – ehrlich gesagt kann ich den Hype nicht ganz nachvollziehen. Es war okay und hat mich phasenweise gut unterhalten, aber mehr leider auch nicht.

Positiv hervorheben möchte ich jedoch das Hörbuch: Die beiden Sprecher*innen haben einen großartigen Job gemacht. Sie bringen Emotionen glaubhaft rüber und passen stimmlich perfekt zu den Figuren – das hat das Hörerlebnis deutlich aufgewertet.

Fazit / Empfehlung:
Wer auf leichte Unterhaltung mit herbstlicher Stimmung und einer Prise Humor steht, kann dem Buch oder besser noch dem Hörbuch eine Chance geben. Wer aber auf eine spannende, tiefgehende Handlung hofft, wird hier eher enttäuscht.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Wieder einmal unglaublich gut

Calisto's Revenge - Eine Liebe wie Sterne
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Ursa hat es wieder geschafft! Schon die ersten beiden Bände haben mich gefesselt, aber Calistos Revenge setzt noch einmal einen drauf. Kaum beginnt man zu lesen (oder zu hören), ist man mitten in der Geschichte ...

Ursa hat es wieder geschafft! Schon die ersten beiden Bände haben mich gefesselt, aber Calistos Revenge setzt noch einmal einen drauf. Kaum beginnt man zu lesen (oder zu hören), ist man mitten in der Geschichte – und kommt so schnell nicht mehr raus. Spannung und Gefühle, wohin man auch schaut.

Besonders berührt hat mich, dass in diesem Band auch das Thema Missbrauch eine Rolle spielt. Ursa Jaumann geht damit sensibel, aber ehrlich um – ohne zu beschönigen. Das hat mich emotional stark mitgenommen, weil es so real und greifbar dargestellt ist.

Das Worldbuilding ist, wie man es von Ursa kennt, außergewöhnlich. Durch viele kleine Nebensätze, beiläufige Hinweise und Details entsteht Stück für Stück ein vollständiges Bild dieser Welt. Nichts wirkt erzwungen oder erklärt – man entdeckt es einfach beim Lesen, und das macht es so lebendig.

Die Charaktere sind erneut herausragend. Ob man will oder nicht, sie wachsen einem ans Herz – und leidet mit ihnen. Es gibt viele Verluste, die weh tun, aber genau das macht die Geschichte glaubwürdig und tiefgründig. Man trauert mit, man fühlt mit – jede Emotion sitzt.

Das Magie-System ist genial konzipiert: komplex, durchdacht und dabei nie zu technisch oder unverständlich. Gerade weil Magie nicht immer funktioniert, bleibt die Spannung konstant hoch. Der Spannungsbogen ist perfekt ausgearbeitet – man ist von Anfang bis Ende mitten im Geschehen und will einfach wissen, wie es weitergeht.

Einige Stellen sind rätselhaft, man steht da und denkt: Wie soll das bitte weitergehen? – aber Ursa findet immer einen Weg. Und zwar einen, der überrascht, emotional trifft und vollkommen Sinn ergibt.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, und die Sprecherin hat einen großartigen Job gemacht. Sie transportiert Emotionen so gut, dass man jedes Gefühl, jede Verzweiflung, jede Hoffnung förmlich spürt.

Fazit:
Calistos Revenge ist ein würdiger Abschluss einer außergewöhnlichen Trilogie. Tiefgründig, emotional, spannend und mit einer Welt, die ihresgleichen sucht. Ursa Jaumann beweist einmal mehr, dass sie es versteht, Geschichten zu erzählen, die unter die Haut gehen – voller Schmerz, Liebe, Verlust und Hoffnung.

Leseempfehlung:
Für alle, die komplexe Welten, starke Emotionen und Charaktere lieben, die einem lange im Kopf bleiben. Wer Bücher sucht, die einen nicht nur unterhalten, sondern berühren und nachdenklich machen, sollte Eine Liebe wie Sterne unbedingt lesen – und mit Calistos Erbe diesen großartigen Abschluss nicht verpassen.

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Actiongeladen und Temporeich

Du gehörst dem Mafia-Boss - Entführt Band 1
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Schon auf den ersten Seiten wirft einen die Autorin mitten ins Geschehen – ohne Atempause. Schießereien, Entführung, Bedrohung, Angst und Verlangen wechseln sich in rasantem Tempo ab. Das Buch lässt keine ...

Schon auf den ersten Seiten wirft einen die Autorin mitten ins Geschehen – ohne Atempause. Schießereien, Entführung, Bedrohung, Angst und Verlangen wechseln sich in rasantem Tempo ab. Das Buch lässt keine Sekunde Langeweile aufkommen und hält den Spannungspegel konstant hoch.

Die Protagonistin Emma ist eine interessante Mischung aus verletzlicher Naivität und plötzlicher Stärke. Gerade diese Gegensätze machen sie schwer greifbar, aber auch faszinierend. Ihre widersprüchlichen Gefühle gegenüber ihrem Entführer, der zwischen Brutalität und Zärtlichkeit schwankt, erinnern an Werke wie Fifty Shades of Grey oder 365 Tage. Sabine Richling versteht es, Emotionen, Gefahr und Leidenschaft so zu verweben, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Zwar sind einige Wendungen überraschend schnell oder wirken auf den ersten Blick unrealistisch, doch genau dieses Tempo sorgt auch dafür, dass man als Leser permanent gefesselt bleibt. Die Handlung wirft viele Fragen auf – über die Vergangenheit der Figuren, über Nino und Antonio und über Emmas Rolle in alldem –, was neugierig auf den nächsten Band macht.

Fazit:
„Du gehörst dem Mafiaboss – Entführt“ ist ein intensiver, temporeicher Auftakt, der mit Spannung, Emotion und vielen unerwarteten Wendungen punktet. Auch wenn nicht alle Entwicklungen sofort nachvollziehbar sind, bleibt die Geschichte fesselnd bis zur letzten Seite und hinterlässt einen mit aufgewühlten Gefühlen – und dem dringenden Bedürfnis, Band 2 zu lesen.

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