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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.01.2026

Solider Schwedenkrimi mit aktueller Thematik

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
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Eigentlich wollte Maya Topelius nur ein ruhiges Wochenende bei ihrer Familie auf Öland verbringen, ihnen ihren Partner vorstellen, alte Freunde treffen und ein bisschen abschalten. Doch dieser Plan wird ...

Eigentlich wollte Maya Topelius nur ein ruhiges Wochenende bei ihrer Familie auf Öland verbringen, ihnen ihren Partner vorstellen, alte Freunde treffen und ein bisschen abschalten. Doch dieser Plan wird leider durchkreuzt, als ganz in der Nähe eine brutal ermordete Journalistin gefunden wird. Nur wenig später kommt ein zweiter Mordfall hinzu und eine intensive Ermittlung beginnt. Schnell stellt sich raus, dass Maya persönlich betroffen ist, sowohl emotional als auch durch mögliche Verbindungen zu einem Trauma aus ihrer eigenen Jugend.

Obwohl ich die Vorgängerbände nicht gelesen habe, fand ich mich schnell in der Geschichte zurecht und hatte nicht das Gefühl, dass mir Hintergrundwissen fehlt. Der Krimi ist von Anfang an spannend, mit einem klaren Aufbau und zunehmender Intensität. Die Spuren führen in ein rechtsextremes Milieu, das erschreckend gut getarnt und realistisch dargestellt wird. Gerade dieser Aspekt ist bedrückend aktuell und wird ohne übertriebene Dramatik, aber mit spürbarer Tiefe erzählt.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig, mit guten Beschreibungen, die die Atmosphäre und die Figuren lebendig machen. Die Balance zwischen Ermittlungsarbeit, persönlichem Drama und politischem Hintergrund ist der Autorin gut gelungen. Besonders gefallen hat mir, dass trotz klarer Richtung immer wieder neue Wendungen eingebaut sind, die den Spannungsbogen aufrechterhalten.

Alles in allem ein spannender, gut durchdachter Schwedenkrimi mit aktuellem Hintergrund, glaubwürdigen Figuren und atmosphärischem Setting. Wer Krimis mag, bei denen nicht nur der Fall, sondern auch die Menschen im Mittelpunkt stehen, wird hier auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Zwischen Frost und Herzklopfen

The Penguin Paradox
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Dieses Buch war für mich eine richtig schöne Überraschung. Ich habe zwar schon Take Me Home to Willow Falls von Greta Milán gelesen, aber The Penguin Paradox hat sich ganz anders angefühlt, kälter, ruhiger, ...

Dieses Buch war für mich eine richtig schöne Überraschung. Ich habe zwar schon Take Me Home to Willow Falls von Greta Milán gelesen, aber The Penguin Paradox hat sich ganz anders angefühlt, kälter, ruhiger, aber auch irgendwie intensiver.

Das Setting in der Antarktis ist wirklich mal etwas Neues für eine Liebesgeschichte. Die Forschungsstation, die eisige Weite, das Teamleben auf engem Raum, das alles ist so gut beschrieben, dass man fast selbst friert, während man liest. Ich mochte, dass es hier nicht um große Dramen oder überzogene Wendungen geht, sondern um zwei Menschen, die sich unter ungewöhnlichen Umständen näherkommen.

Emerie war mir sofort sympathisch. Sie ist ehrgeizig, manchmal etwas stur, aber das passt zu ihr, schließlich arbeitet sie an ihrer Doktorarbeit über Pinguine. Beckett dagegen hat diese ruhige, beständige Art, die man erst nach und nach zu schätzen lernt. Die Dynamik zwischen den beiden hat für mich gut funktioniert, auch wenn Emeries Abwehrhaltung anfangs fast ein bisschen zu ausgeprägt war.

Was mir besonders gefallen hat, war die Mischung aus Wissenschaft und Gefühl. Es gibt viele kleine Details über das Verhalten der Pinguine, den Alltag auf der Station und die Forschung, aber immer so dosiert, dass man dranbleibt. Und die Pinguine selbst waren für mich auch ein kleines Highlight!

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und bildhaft, ohne zu kitschig zu werden. Ich habe das Buch recht zügig gelesen, weil ich einfach wissen wollte, wie die beiden sich zusammenraufen und vielleicht auch, wie es mit den Pinguinen weitergeht.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Lehrreich und anschaulich

Organisch
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Ich habe Organisch von Giulia Enders als Hörbuch gehört und fand das eine sehr gute Wahl. Dass die Autorin selbst liest, hat für mich viel zum Hör-Erlebnis beigetragen. Ihre Stimme ist angenehm, lebendig ...

Ich habe Organisch von Giulia Enders als Hörbuch gehört und fand das eine sehr gute Wahl. Dass die Autorin selbst liest, hat für mich viel zum Hör-Erlebnis beigetragen. Ihre Stimme ist angenehm, lebendig und bringt sowohl die fachlichen Inhalte als auch die persönlichen Anekdoten sehr überzeugend rüber. Gerade weil es zwischendurch auch um medizinische Details geht, fand ich es super, dass nichts trocken oder belehrend klang.

Inhaltlich geht es um die Organe Lunge, Haut, Muskeln, Gehirn und das Immunsystem. Alles ist klar strukturiert und verständlich erklärt. Auch wenn man keine Vorkenntnisse hat, bleibt man problemlos am Ball. Besonders gelungen fand ich, wie Enders wissenschaftliche Erkenntnisse mit Alltagsbeispielen verbindet, das macht komplexe Vorgänge sehr anschaulich. Dazu kommen ihre persönlichen Erinnerungen, die jedes Kapitel einleiten und für eine menschliche Note sorgen und die Inhalte aufgelockert.

Das Hörbuch hat mir nicht nur Wissen vermittelt, sondern mich auch motiviert, achtsamer mit meinem Körper umzugehen. Die Mischung aus Fakten, Geschichten und Tipps ist abwechslungsreich und bleibt im Gedächtnis. Für mich war es eine tolle Erfahrung, weil man beim Hören gleich das Gefühl bekommt, dass hier jemand wirklich mit Begeisterung erklärt.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Ein Buch, dass uns auch an schlechten Tagen an das Gute im Leben erinnert

Glimmer
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Glimmer ist für mich ein Buch, das sofort etwas auslöst, weil es direkt im Alltag ansetzt. Es erinnert daran, wie selbstverständlich wir vieles Positive nehmen und wie selten wir bewusst wahrnehmen, was ...

Glimmer ist für mich ein Buch, das sofort etwas auslöst, weil es direkt im Alltag ansetzt. Es erinnert daran, wie selbstverständlich wir vieles Positive nehmen und wie selten wir bewusst wahrnehmen, was uns guttut. Die kleinen Momente bekommen durch das Buch eine neue Wertschätzung. Der Autor zeigt, dass wir positive Impulse nicht nur erkennen, sondern sie auch in unser tägliches Denken integrieren können. Vieles davon könnte man längst tun, doch erst beim Lesen fällt auf, wie selten es tatsächlich geschieht.
Besonders angesprochen hat mich der Aufbau des Buches. Obwohl es psychologische Inhalte vermittelt, wirkt es keineswegs trocken. Stattdessen begegnet man verschiedenen Figuren und Lebenssituationen, die unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale widerspiegeln. In vielen dieser Charaktere findet man kleine Aspekte von sich selbst wieder, was ein Gefühl von Nähe und Wiedererkennen schafft.
Das Buch regt stark zur Reflexion an, etwa in Bezug auf unsere Nutzung von Social Media, Essen und anderen vermeintlich positiven Ablenkungen. Es wird deutlich, wie sehr solche Gewohnheiten unsere Aufmerksamkeit und Wertschätzung für das echte Leben beeinflussen. Gerade diese Denkanstöße machen das Buch wertvoll, weil es zum Umdenken einlädt, ohne belehrend zu wirken.
Besonders eindrucksvoll ist die persönliche Perspektive des Autors. Seine eigene 180-Grad-Wendung verleiht dem Buch Authentizität und eine fast freundschaftliche Nähe. Der Stil bleibt leicht, erzählerisch und gut zugänglich, stellenweise fast kurzgeschichtenartig.
Insgesamt ist Glimmer für mich eine Einladung, bewusster durchs Leben zu gehen und die kleinen Lichtmomente wahrzunehmen. Ein Abzug bleibt allerdings: Die wiederholte Werbung für die eigene App wirkt stellenweise störend und mindert etwas die Authentizität.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Magische Prüfungen, Vertrauen und tödliche Allianzen

The Ordeals
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Rachel Greenlaws Fantasyroman mit Academy-Setting hebt sich angenehm von typischen Genreerzählungen ab. Im Mittelpunkt steht keine Außenseiterin, die plötzlich allen überlegen ist, sondern eine Protagonistin, ...

Rachel Greenlaws Fantasyroman mit Academy-Setting hebt sich angenehm von typischen Genreerzählungen ab. Im Mittelpunkt steht keine Außenseiterin, die plötzlich allen überlegen ist, sondern eine Protagonistin, die sich ihrer Schwächen bewusst ist und lernen muss, mit ihnen umzugehen. Gerade dieser Umstand verleiht der Geschichte Glaubwürdigkeit. Als Leser*in folgt man Sophias Weg so, dass Hinweise und Zusammenhänge meist zeitgleich mit ihr erkannt werden, was das Lesen besonders spannend macht.



Die Prüfungen an der Akademie sind gefährlich und unnachgiebig, und die Geschichte scheut sich nicht davor, Konsequenzen zu zeigen. Dadurch entsteht das Gefühl, dass keine Figur sicher ist und man um alle Charaktere bangen muss. Positiv fallen zudem einige gelungene Wendungen auf, die auf frühere Ereignisse und Details zurückverweisen.



Nicht immer hält der Roman dieses Niveau. Manche Handlungsstränge werden recht zügig abgehandelt und danach kaum weiter vertieft. Hier hätte etwas mehr Raum der Geschichte gutgetan. Die Romanze ist vorhanden, bleibt jedoch mitunter eher ein schmückendes Element und gewinnt wenig Tiefe. Insgesamt steht weniger ein reiner Überlebenskampf im Vordergrund als vielmehr Zusammenarbeit, Partnerschaften und wechselnde Allianzen. Der erste Teil ist spannend, gut lesbar und macht bis zum Ende Spaß und ich werde den zweiten Teil auch lesen wollen.

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