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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2026

Mord & Breakfast

Mord & Breakfast
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Mord & Breakfast ist der Auftakt einer neuen Cozy-Crime-Reihe von Anne Gordon und, soweit ich herausfinden konnte, zugleich ihr erstes Buch. Der Roman führt die Leserinnen und Leser in eine kleine, auf ...

Mord & Breakfast ist der Auftakt einer neuen Cozy-Crime-Reihe von Anne Gordon und, soweit ich herausfinden konnte, zugleich ihr erstes Buch. Der Roman führt die Leserinnen und Leser in eine kleine, auf den ersten Blick friedliche Ortschaft im Herzen Schottlands – genau die Art von Kulisse, die man sich für eine charmante, leicht skurrile Krimigeschichte wünscht. Schon nach den ersten Seiten spürt man die gemütliche Atmosphäre, aber auch die unterschwellige Spannung, die diesem Genre seinen besonderen Reiz verleiht.

Der Schreibstil von Anne Gordon hat mir sehr gut gefallen: flüssig, angenehm zu lesen und mit einem charmanten, humorvollen Unterton. Besonders positiv fand ich, dass die Kapitel recht kurz gehalten sind. Dadurch fiel es mir leicht, immer wieder „nur noch ein Kapitel“ zu lesen – und ehe man sich versieht, ist man schon mitten in der Handlung.

Die Geschichte selbst empfand ich als unterhaltsam und gut durchdacht. Melody Moss, die Hauptfigur, lebt in London und steht gerade an einem Wendepunkt in ihrem Leben: frisch arbeitslos, etwas orientierungslos und bereit für eine neue Herausforderung. Als sie die überraschende Nachricht erhält, dass sie das Bed & Breakfast ihrer verstorbenen Tante in Schottland erbt, macht sie sich neugierig auf den Weg, um sich alles vor Ort anzusehen – zunächst mit der Absicht, das Erbe vielleicht zu verkaufen.

Der Kriminalfall, der sich bald entfaltet, ist spannend, und ich konnte der Handlung gut folgen. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass einige Elemente der Geschichte – etwa das Erbe eines Bed & Breakfasts oder die Tante, die geheime Informationen über ihre Mitmenschen gesammelt hat – mir aus einer anderen Cozy-Crime-Reihen bereits bekannt vorkamen. Dadurch ging für mich persönlich ein bisschen von der Originalität verloren. Trotzdem hat mir das Buch insgesamt Freude bereitet, weil es einfach stimmungsvoll, unterhaltsam und mit Liebe zum Detail erzählt ist.

Mord & Breakfast ist ein vielversprechender Auftakt, der Lust auf mehr macht. Ich bin gespannt, wie sich Melody Moss und das kleine schottische Städtchen in den nächsten Bänden weiterentwickeln – und ob Anne Gordon noch die eine oder andere Überraschung für uns bereithält.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Böser, böser Wolf

Böser, böser Wolf
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Ich habe mich sehr auf das neue Buch „Böser, böser Wolf“ von Alexandra Benedict gefreut. Schon das Cover hat mich sofort angesprochen – düster, geheimnisvoll und perfekt für einen Thriller. Auch der Klappentext ...

Ich habe mich sehr auf das neue Buch „Böser, böser Wolf“ von Alexandra Benedict gefreut. Schon das Cover hat mich sofort angesprochen – düster, geheimnisvoll und perfekt für einen Thriller. Auch der Klappentext versprach Spannung und einen ungewöhnlichen Plot, der mich neugierig gemacht hat.

Kurze Inhaltsangabe:
Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert. Im Mittelpunkt steht eine Schriftstellerin, die vom sogenannten „bösen Wolf“ entführt wird. Der Täter zwingt sie dazu, Märchen zu schreiben, in denen Menschen grausam zu Tode kommen – und genau diese Morde setzt er anschließend in der Realität um. Parallel dazu versucht eine Ermittlerin, das mysteriöse Verschwinden der Autorin aufzuklären und die Mordserie zu stoppen. Dabei verschwimmen immer mehr die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit.

Ich fand die Grundidee ausgesprochen spannend und originell – eine reizvolle Mischung aus Thriller, Psychospiel und Märchenhorror. Besonders der erste Teil hat mich vollständig gepackt: Die düstere Atmosphäre, die unheimlichen Andeutungen und der Wechsel zwischen der Sicht der Schriftstellerin und der Ermittlerin waren sehr gelungen. Allerdings hat mich die Geschichte im weiteren Verlauf etwas verloren. Ab dem zweiten und dritten Teil war mir die Handlung stellenweise zu überzogen und fantasievoll, sodass ich dem Geschehen nicht mehr richtig folgen konnte.
Insgesamt ist „Böser, böser Wolf“ für mich eher ein Krimi mit fantastischen Elementen als ein klassischer Thriller. Der starke Anfang konnte meine Erwartungen leider nicht bis zum Ende erfüllen – dennoch bleibt das Buch durch seine ungewöhnliche Idee und den flüssigen Schreibstil in Erinnerung.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Minnesota

Minnesota
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Minnesota war mein erstes Buch von Jo Nesbø, und ich wollte schon lange einmal etwas von ihm lesen – nun habe ich es endlich geschafft. Der Klappentext klang vielversprechend und spannend, auch wenn mich ...

Minnesota war mein erstes Buch von Jo Nesbø, und ich wollte schon lange einmal etwas von ihm lesen – nun habe ich es endlich geschafft. Der Klappentext klang vielversprechend und spannend, auch wenn mich das Cover optisch nicht besonders angesprochen hat.

Der Roman spielt im Jahr 2016 in Minneapolis. Ermittler Bob Oz ist seit dem Unfalltod seiner kleinen Tochter ein gebrochener Mann. Seine Ehe ist zerbrochen, und in seiner Verzweiflung stürzt er sich in Arbeit, Alkohol und Sex. Als ein unbekannter Täter auf eigene Faust Rache an Drogenbossen und Waffenhändlern nimmt, steht Oz unter großem Druck. Der Mörder ist skrupellos, immer einen Schritt voraus und versteht es meisterhaft, Spuren zu verwischen und die Polizei an der Nase herumzuführen. Als die Hinweise schließlich auf ein geplantes Attentat auf den Bürgermeister hindeuten, beginnt ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel – und bald wird klar, dass die Grenzen zwischen Jäger und Gejagtem verschwimmen..

Ich muss allerdings sagen, dass mir der Einstieg ins Buch etwas schwerfiel. Besonders die Vielzahl an Namen und Zeitebenen hat mich anfangs verwirrt. Jo Nesbø wechselt häufig zwischen unterschiedlichen Erzählperspektiven – mal aus der Ich-Sicht, mal aus einer distanzierten Beobachterrolle – und springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Das erfordert beim Lesen etwas Konzentration.

Im letzten Drittel konnte ich das Buch dann jedoch kaum noch aus der Hand legen, denn die Erzählung nimmt eine unerwartete Wendung, die mich wirklich überrascht hat. Die beiden Hauptfiguren fand ich sehr gelungen und vielschichtig beschrieben. Insgesamt ein Buch, das zwar etwas Geduld verlangt, aber mit einer intensiven Handlung und einem starken Ende belohnt.

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Belladonnas

Belladonnas
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Bereits der Klappentext hat mich neugierig gemacht und sofort in die Geschichte hineingezogen. Der Roman "Belladonnas" erzählt die Geschichte von Zwillingen, die nach dem tragischen Tod ihrer Eltern bei ...

Bereits der Klappentext hat mich neugierig gemacht und sofort in die Geschichte hineingezogen. Der Roman "Belladonnas" erzählt die Geschichte von Zwillingen, die nach dem tragischen Tod ihrer Eltern bei einem Autounfall getrennt werden und in völlig unterschiedlichen Lebenswelten aufwachsen. Während Chloe in einem wohlhabenden, privilegierten Umfeld groß wird, aber ohne echte emotionale Bindung, wächst ihre Schwester Julie in ärmlichen Verhältnissen bei einer lieblosen Tante auf. Schon von Anfang an war klar, dass sich die beiden Schwestern sehr unterschiedlich entwickeln würden – und gerade diese Gegensätze machen den Reiz der Geschichte aus.

Als Chloe, inzwischen eine erfolgreiche Influencerin, plötzlich stirbt, nimmt Julie aus Verzweiflung und vielleicht auch aus Sehnsucht nach einem anderen Leben ihre Identität an. Diese Wendung fand ich besonders spannend, denn sie wirft Fragen auf: Wie weit darf man gehen, um der eigenen Realität zu entkommen? Und was bleibt von einem Menschen, wenn er in der schillernden, aber oberflächlichen Social-Media-Welt verschwindet?

Beim Lesen fand ich vor allem die Darstellung der Influencer-Szene interessant, auch wenn mir die vielen Namen, Marken und genauen Follower-Zahlen anfangs etwas zu detailliert erschienen. Diese Abschnitte wirkten stellenweise überladen und haben mich kurz aus dem Lesefluss gebracht. Dennoch gelingt es Liann Zhang, die glänzende Fassade der digitalen Welt mit ihren dunklen Schattenseiten gekonnt zu kontrastieren.

Im Laufe der Handlung baut sich stetig Spannung auf, und obwohl die Geschichte an manchen Stellen sehr ausführlich erzählt wird, kommt gegen Ende alles überraschend schnell und intensiv zum Höhepunkt. Das Finale hat mich sowohl schockiert als auch überrascht – ich hätte mit dieser Wendung nicht gerechnet. Trotz kleiner Längen in der Mitte und dem etwas hastigen Ende bleibt "Belladonnas" für mich ein fesselnder Thriller mit psychologischem Tiefgang und gesellschaftlicher Relevanz.

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Der Tag, an dem Barbara starb

Der Tag, an dem Barbara starb
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Ich habe mich sehr darauf gefreut, "Der Tag, an dem Barbara starb" zu lesen, weil ich mir einen gemütlichen Krimi im sogenannten Cosy Crime-Stil erhofft hatte – charmant, leicht und mit liebevoll gezeichneten ...

Ich habe mich sehr darauf gefreut, "Der Tag, an dem Barbara starb" zu lesen, weil ich mir einen gemütlichen Krimi im sogenannten Cosy Crime-Stil erhofft hatte – charmant, leicht und mit liebevoll gezeichneten Charakteren. Der Ausgangspunkt der Geschichte klang vielversprechend: Margaret, eine weit über achtzigjährige Dame mit einem wachen Geist, obwohl sie bereits erste Anzeichen einer Demenzerkrankung zeigt, wird in den Mordfall ihrer langjährigen Nachbarin und Freundin Barbara hineingezogen. Was zunächst nach einem simplen Nachbarschaftsdrama aussieht, entwickelt sich zu einer überraschend vielschichtigen Geschichte über Erinnerungen, Verlust und das Ringen um Klarheit inmitten schwindender Realität.

Als Margaret beginnt, auf eigene Faust nachzuforschen, stößt sie auf Ungereimtheiten – geheime Briefe, widersprüchliche Alibis und längst begrabene Feindschaften. Doch während sie tiefer in die Vergangenheit eintaucht, verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit und Einbildung immer stärker. Ist der Nachbar wirklich verdächtig? Oder sind die Hinweise nur das Produkt ihrer zerbröckelnden Erinnerung?

Der Autor wählt eine ungewöhnliche Perspektive, indem er Leserinnen und Leser direkt in Barbaras Wahrnehmung eintauchen lässt. Dadurch entsteht einerseits eine intensive Nähe zur Hauptfigur, andererseits aber auch eine gewisse Verwirrung. Mehrmals fiel es mir schwer zu erkennen, was tatsächlich geschieht und was sich nur in Margarets Kopf abspielt. Einerseits erschwert das den Lesefluss, andererseits verdeutlicht gerade dieser Stil, wie sich die Welt für Menschen mit Demenz anfühlen muss – brüchig, unsicher und von Augenblick zu Augenblick neu zusammengesetzt.

Besonders gelungen fand ich die einfühlsame Darstellung des Krankheitsbildes. Der Autor schafft es, nicht nur Margarets inneren Kampf greifbar zu machen, sondern auch das Leid und die Hilflosigkeit ihrer Angehörigen mit einzubeziehen. Die Krimihandlung selbst tritt dadurch stellenweise etwas in den Hintergrund, was mir persönlich gefehlt hat – dennoch verleiht genau diese Schwerpunktverschiebung dem Buch emotionale Tiefe.

Insgesamt war "Der Tag, an dem Barbara starb" eine interessante Lektüre. Ich habe mich nicht gelangweilt und konnte das Buch mit einem Gefühl gedämpfter Nachdenklichkeit schließen. Auch wenn es mich nicht völlig überzeugen konnte, bleibt die Geschichte aufgrund ihrer sensiblen Thematik und der eindrucksvollen Hauptfigur im Gedächtnis.

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