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Veröffentlicht am 19.05.2021

Spannender historischer Roman

Die Walfängerin von Borkum
2

Seit dem Jahr 1650 beteiligten sich die Bewohner der Insel Borkum an der Waljagd. Der wertvolle Speck und der Lebertran der Meeresgiganten versprachen großen Reichtum . So war es wohl der Traum viele junger ...

Seit dem Jahr 1650 beteiligten sich die Bewohner der Insel Borkum an der Waljagd. Der wertvolle Speck und der Lebertran der Meeresgiganten versprachen großen Reichtum . So war es wohl der Traum viele junger Männer als Walfänger in See zu stechen. Genau in dieser Zeit spielt der historische Roman von Claudia Schirdewan: Die Walfängerin von Borkum. Joris und sein jüngerer Bruder Nils träumen schon als Kinder vom Abenteuer des Walfangs im Nordmeer. Durch einen tragischen Unfall werden Nils Träume jedoch zu Nichte gemacht, während Joris nach seiner Ausbildung in Emden tatsächlich eines Tages als Kommandeur auf einem Walfangschiff ins Nordmeer aufbricht. Joris lässt seine große Liebe Fenja auf Borkum zurück, und bittet Nils, Fenja und ihre jüngere Schwester zu beschützen. Der Leser erfährt die spannende und gefahrenvolle Reise von Joris und den Walfängern im Nordmeer. Aber auch auf Borkum durchlebt Fenja turbulente Zeiten voller Probleme, denn das ärmliche Leben und die Sorge um Fenjas Schwester machen ihr sehr zu schaffen. Sie hofft auf Joris baldige Rückkehr und auf einen guten Fang, damit sie beide endlich heiraten können. Nils scheint sich rührend um Fenja zu kümmern, aber er verbirgt ein gefährliches Geheimnis. Die Geschichte von Joris, Fenja und Nils liest sich sehr spannend. Durch den lebendigen und flüssigen Schreibstil kann ich selber auch gut in das damalige Leben auf Borkum eintauchen. Durch die abwechselnden Erzählstränge von Fenja und Joris ist die Handlung sehr fesselnd. Der Spannungsbogen wird von Anfang an aufgebaut und hält sich durch die ganze Geschichte. Die Autorin Claudia Schirdewan hat mich mit ihrem historischen Roman "Die Walfängerin von Borkum" gut unterhalten und mitfiebern lassen, auch wenn ich auf Grund des Titels eigentlich eine völlig andere Geschichte erwartet hätte. Eine klare Leseempfehlung!

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 29.03.2021

Wie ein Spaziergang im Garten

Wildes Paradies
7

Diese Buch ist kein gewöhnlicher Gartenratgeber, sondern fast so, wie ein Spaziergang mit einer guten Freundin durch deren Garten.
Aber ACHTUNG! „Wer ohne ärztliches Attest bei Claudia Praxmayer zu Besuch ...

Diese Buch ist kein gewöhnlicher Gartenratgeber, sondern fast so, wie ein Spaziergang mit einer guten Freundin durch deren Garten.
Aber ACHTUNG! „Wer ohne ärztliches Attest bei Claudia Praxmayer zu Besuch kommt, der wird schnell mit einem Paar Arbeitshandschuhen, und je nach Witterung mit Strohhut oder Gummistiefeln ausgestattet , zum Gartendienst eingeteilt“! (Seite 26)
Ein über 200 Jahre alter Hof, ein vernachlässigtes Grundstück, auf dem ein Paradies für Tiere, Pflanzen und Menschen entstehen sollte.
Die Autorin lädt schon im Vorwort sehr sympathisch zu einer Runde durch ihren Garten ein, und ich fühle mich gleich wie zu Hause! Mit viel Wissen und Humor beschreibt Claudia Praxmayer ihren wunderschönen Garten, ihre Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge.
Ich musste oft schmunzeln, denn genau wie die Autorin, habe auch ich meine ersten „ewig zu spät keimenden“ Pastinaken einfach als Unkraut wieder rausgezupft.
Und mit jeder kleinen und großen neuen Enddeckung im Garten, zaubert mit das Buch und die Begeisterung der Autorin ein Lächeln ins Gesicht.
Untermalt wird das Buch mit sehr schönen und aussagekräftigen Gartenbildern.
Im Anhang gibt es noch Tipps über lesenswerte Garten- und Naturliteratur, sowie informative Webseiten.

Mein Fazit:
Ein ganz anderer Gartenratgeber, der Lust auf Natur im Garten macht!
„Lässt man sich von der Natur und ihrer Vielfalt begeistern, stellt man nämlich plötzlich fest, dass die Welt voller Wunder ist“. (Seite30)

Informative Tipps und aussagekräftige Fotos, ganz viel Wissen und persönliche Erfahrungsberichte auf eine sympathische und lebensfrohe Weise in einem hochwertigen Buch zusammengefast.

Nicht jeder hat gleich so einen tollen alten Hof im Chiemgau, aber auch mit kleinen Details kann man jeden Garten in eine Lebensoase verwandeln, an dem Mensch und Natur friedlich miteinander leben, voller Artenvielfalt und ohne Gift! „Wozu gibt es schließlich Nützlinge und übelriechende Brennnesseljauchen?“ (Seite23)

Das Buch lädt zum Nachmachen ein, zum Beobachten und zum Bestaunen und zum Genießen der Natur im eigenen Garten.
Absolut empfehlenswert für jeden Gartenliebhaber!

  • Cover
  • Thema
  • Tipps
  • Aufmachung
Veröffentlicht am 29.01.2020

Sehr persönlich!

Hier und Jetzt
1

Wow, da schreibt ein Künstler klare Worte, nimmt kein Blatt vor den Mund. Schon das Cover zeigt einen ganz anderen Peter Maffay, den ich selber nur als Rocker und Musiker „kenne“. „Kennen“ ist ja nun wirklich ...

Wow, da schreibt ein Künstler klare Worte, nimmt kein Blatt vor den Mund. Schon das Cover zeigt einen ganz anderen Peter Maffay, den ich selber nur als Rocker und Musiker „kenne“. „Kennen“ ist ja nun wirklich nicht das richtige Wort. Aber durch das Buch lernt man einen ganz anderen Peter Maffay kennen: Den Menschen Peter Maffay.
Ich nehme es gleich vorweg: Dieses Buch ist wie eine Liebeserklärung an das Leben, an die Natur und an die Mitmenschen, die Peter Maffay durchs Leben begleiten.

Über den Inhalt: Die TABALUGA HÄUSER oder die Peter Maffay Stiftung sind ja sicherlich vielen Menschen ein Begriff. Dort können benachteiligte und/oder traumatisierte Kinder Kraft schöpfen und wieder Vertrauen in sich selbst und andere aufbauen In seinem Buch „HIER UND JETZT“ nimmt Peter Maffay den Leser auf eine sehr herzliche und persönliche Weise mit auf einen Rundgang durch das Gut Dietlhofen. Dieses Anwesen ist ein Erlebnisbauernhof für ökologischen Anbau von Obst und Gemüse, ein Naturparadies, sowie der Standort des neuen, mittlerweile vierten, TABALUGA Hauses.
In jedem Satz, den ich gelesen habe, spiegelt sich Peter Maffays Liebe zum Leben, zur Natur, zum Gut Dietlhofen oder zu den Mitmenschen wider. Besonders die Mitmenschen und die Menschlichkeit sind Peter Maffay wirklich wichtig.
Während unserer „persönlichen Gutsbesichtigung“ schwärmt Peter Maffay so liebevoll und detailgetreu von der Schönheit des Baches und den Wert des Wassers, genauso wie über seine freundschaftliche Beziehung zu den Hühnern und den Bisons auf dem Gelände. Immer wieder staune ich über die Liebe zum Detail eines aufmerksamen (Natur-) Beobachters. Umweltverschmutzung, Landversiegelung, und der „organisierte Wahnsinn“ der EU-Hygienevorschriften werden ebenso diskutiert, wie Peter Maffays Faibles. Ich musste wirklich manchmal herzhaft schmunzeln. Jeder Standpunkt wird ausführlich erläutert und erklärt, manchmal in so einfachen, lebendigen Worten, als ob er alles einem Kind erklären wollte. Ganz besonders haben mir Peter Maffays Worte über seinen Glauben gefallen. Auch die Politik kommt nicht zu kurz und Peter Maffay sagt ganz klar, was er darüber denkt, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Sicher eckt er mit seiner Meinung an, aber es sind klare und wahre, gut begründete Worte. In siebzig Jahren hat Peter Maffay einiges an Lebenserfahrung gesammelt, und macht sich natürlich auch mal Gedanken über das Ende.
Mein Fazit: Ich muss es nochmal sagen: Dieses Buch ist wie eine Liebeserklärung an das Leben, an die Natur und an die Mitmenschen, die Peter Maffay durchs Leben begleiten. Ich finde das Buch superinteressant. Es ist spannend und berührend hinter die Kulissen des Musikers zu schauen. Man muss Peter Maffays Musik nicht mögen, aber wenn man dieses Buch gelesen hat, hat man den Menschen Peter Maffay automatisch lieb gewonnen -ganz sicher! Ich finde es toll, wie persönlich, offen und freundschaftlich dieses Buch ist, wieviel Herzblut in seinen Worten steckt. Bei allem, was Peter Maffay durch seine Musik und sein TABALUGA Lebenswerk geleistet hat, er ist wirklich „am Boden geblieben“. Ich könnte euch so viele schöne, tiefgehende Zitate aus dem Buch vorstellen, aber ich glaube, dann hätte ich die Hälfte des Buchs schon kopiert. SELBER LESEN! Ehrlich, es lohnt sich!

  • Cover
  • Thema
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 26.12.2019

Absolut spannend!

Nebeljagd
1

Jo Haug ist ein ganz sonderbarer Kauz und soll seine Pflegemutter umgebracht haben. Alle Indizien sprechen dafür, und ein Motiv hat er auch. Aber Jos Verteidigerin Linn geht davon aus, er sei unschuldig.
Als ...

Jo Haug ist ein ganz sonderbarer Kauz und soll seine Pflegemutter umgebracht haben. Alle Indizien sprechen dafür, und ein Motiv hat er auch. Aber Jos Verteidigerin Linn geht davon aus, er sei unschuldig.
Als der bestialische Mord an Jos Jugendfreundin nach 15 Jahren wieder aufgenommen wird, ist Linn sich allerdings gar nicht mehr so sicher, ob Jo wirklich unschuldig ist. Viel zu viele Anschuldigungen werden Jo vorgeworfen, er soll seine Freundin selber auf so bestialische Weise ermordet haben, und seine Pflegemutter gleich dazu.
Jo scheint nicht der Einzige zu sein, der Dreck am Stecken hat, und plötzlich sind da so viele Dorfbewohner, die alle ein Tatmotiv haben könnten. Steckt das ganze Dorf unter einer Decke?
Die eingeschworene Dorfgemeinschaft rückt jedenfalls nicht mit der Wahrheit über das düstere Geheimnis raus.
Trägt Jo das Mördergen in sich, das seine Familie seit Generationen vererbt hat?
Wird Linn ihr Mandat sogar niederlegen oder bleibt sie weiterhin von Jos Unschuld überzeugt?
Auf der Suche nach der Wahrheit begibt sich Linn durch ihre Ermittlungen, ernsthaft in Gefahr!

Mein Fazit:
Dieses Buch hat mich nicht mehr losgelassen, obwohl dieser bestialische Mord wirklich abscheulich war! Ich musste einfach rausfinden, was da mit Jo und seiner Pflegemutter und mit seiner Jugendfreundin geschehen ist. Die Spannung stieg von Seite zu Seite.
Hin und her habe ich spekuliert, mal tat Jo mir Leid, mal war ich völlig entsetzt.
Durch den lebendigen und mitreißenden Schreibstil der Autorin habe ich mich mittendrin im Geschehen gefühlt und mit Linn gemeinsam gezittert, gewürgt und gezweifelt und gekämpft.
Ein absolut spannender Krimi von der ersten bis zur letzten Seite!

  • Spannung
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.12.2019

Spannender Teil 3

Sterbekammer
0

Über die Lesejury durfte ich bereits die ersten beiden Bände „Totenweg“ und „Bluthaus“ von Romy Fölck kennenlernen und fand beide absolut spannend und fesselnd.
Seit Oktober 2019 gibt es nun den dritten ...

Über die Lesejury durfte ich bereits die ersten beiden Bände „Totenweg“ und „Bluthaus“ von Romy Fölck kennenlernen und fand beide absolut spannend und fesselnd.
Seit Oktober 2019 gibt es nun den dritten Kriminalroman über die mir äußerst sympathischen Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, und ich musste ihn mir einfach kaufen.
Römy Fölck hat einen wunderbar lebendigen Schreibstil, der mich sofort an die alte Deichmühle entführt hat.
Die Elbmarschlandschaft kommt wieder mal düster und geheimnisvoll rüber, aber auch sehr sympathisch mit ihren urigen Einwohnern.
Mit Nick Wahler weht ein frischer Wind in der Mordkommission Itzehoe.
Durch unglückliche Zufälle hat es der neue Chef von Anfang an auf Frieda abgesehen, die auch erst vor 8 Wochen dort ihre neue Arbeitsstelle in der Mordkommission Itzehoe angetreten hat.
Ein Mord an einer Tankstelle, und Frieda darf nur Akten im Büro wälzen, wie frustrierend.
Doch dann wird Frieda in aller Herrgottsfrühe zur alten Deichmühle gerufen und findet deren Eigentümer tot auf.
Der alte Griesgram Josef Hader muss wohl auf der Treppe gestürzt sein.
Viel grausamer aber ist der zufällige Fund in Haders Küche:
Eine verborgene Kammer, ähnlich einem Luftschutzbunker, der einer Gefängniszelle gleicht.
Schnell werden Frieda und dem Ermittlungsteam klar, dass hier eine Frau gefangen gehalten und gequält worden ist – möglicherweise über mehrere Jahre hinweg.
Und dann stoßen die Ermittler im Schuppen neben frisch erlegtem Wild auch auf Blutspuren am Fleischwolf, die einer Frau gehören.
Was ist hier geschehen?
Die mühseligen Ermittlungen wechseln sich in diesem Kriminalroman mit Einschüben, die die Gedanken einer entführten Frau enthalten ab.
Als Leser erfährt man dadurch zwar nicht wirklich Details, aber ich konnte mich in diese dunkle Kammer und das Grauen des von ihr erlittenen Martyriums absolut hineinversetzen.
Die Verzweiflung des Opfers konnte ich absolut nachempfinden.
Diese Einschübe sind richtige Cliffhanger, und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Was ist mit dieser Frau passiert?
Ich will euch hier natürlich nichts verraten, nur, dass es wieder megaspannend zugeht.
Ich habe auf jeder Seite mit allen Protagonisten mitgefiebert. Romy Fölck konnte mich diesmal allerdings nicht so einfach täuschen und in die Irre führen, ich hatte schon sehr früh den richtigen Riecher für den Täter.
Dennoch war das Ende natürlich anders als ich es erwartet habe, gut nachvollziehbar und stimmig.
Mein Fazit:
Auch wenn man die ersten beiden Fälle von Frieda und Bjarne nicht kennt, findet man sich sehr gut in die Geschichte ein.
Durch geschickte Rückblicke in die Vergangenheit und in das aktuelle Privatleben der beiden Ermittler kann man die Zusammenhänge schnell einordnen und fühlt sich mit dem sympathischen Team verbunden.
Ich glaube, auch wer die ersten beiden Fälle nicht kennt, kann diesem Fall problemlos folgen.
Ich jedenfalls bin wieder total in die Story eingetaucht und habe diesen spannenden Krimi bis tief in die Nacht verschlungen.
Mal wieder eine klare 5 Sterne Leseempfehlung!
Ich freue mich schon auf Band vier!