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Veröffentlicht am 08.06.2024

Positive Überraschung

Ihr raffiniertes Spiel
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Heidewitzka, das war ein überraschend guter Thriller. Der Klappentext klingt gut. Ich hätte aber nie im Leben vermutet, dass sich dahinter so ein ausgeklügelter Plot verbirgt.
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Darum geht’s: Eine Frau ...

Heidewitzka, das war ein überraschend guter Thriller. Der Klappentext klingt gut. Ich hätte aber nie im Leben vermutet, dass sich dahinter so ein ausgeklügelter Plot verbirgt.
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Darum geht’s: Eine Frau stürzt von der Dachterrasse eines Londoner Hochhauses in den Tod. Tate Kinsella wird von der Polizei wegen Mordes verhaftet. Sie besteht darauf, nichts mit der Tragödie zu tun zu haben. Aber Tate hat Geheimnisse…
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Der Titel “Ihr raffiniertes Spiel” ist Programm - in Bezug auf die Handlung, aber auch in Bezug auf die Verwirrung, die bei den Lesenden geschürt wird. Ich bin in eine Story hineingerutscht, die mich direkt fesseln konnte. Schnell habe ich gemerkt, dass hier nichts ist, wie es scheint. Ab diesem Punkt war auch klar, dass die Geschichte meine volle Aufmerksamkeit fordert, um am Ball zu bleiben. Der Handlungsverlauf ist unglaublich wendungsreich. Ein Plottwist reiht sich an den nächsten. Ständig habe ich Informationen bekommen, die den Blickwinkel verändert haben. Immer neue Einzelheiten und Enthüllungen sorgen für eine dynamische Entwicklung. Ich musste meine eigenen Gedankengänge ein ums andere Mal nachjustieren und neu vernetzen.
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Die Story ist ausgeklügelt und von der Autorin bis ins Kleinste durchdacht. Die Erzählstruktur ist clever und hat mich bei der Stange gehalten. Ein Kritikpunkt ist für mich der teilweise etwas zu sachlich und nüchterne Schreibstil. Dadurch kommt der Thriller für meinen Geschmack etwas zu analytisch und weniger emotional rüber. Und das hat bei mir wiederum zeitweise auf die Spannung gedrückt. Das ist etwas schade, denn insgesamt ist Ruth Mancini hier ein echt cooler und beachtlicher Thriller gelungen.

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Veröffentlicht am 06.06.2024

Einmal Bali und zurück

Beach Rivals -
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“Beach Rivals” war mal wieder ein Buch, das wegen des Covers bei mir einziehen musste. Die quietschend bunten Farben haben mich magisch angezogen und ich habe mich auf eine Gute-Laune-RomCom mit Urlaubsfeeling ...

“Beach Rivals” war mal wieder ein Buch, das wegen des Covers bei mir einziehen musste. Die quietschend bunten Farben haben mich magisch angezogen und ich habe mich auf eine Gute-Laune-RomCom mit Urlaubsfeeling gefreut.
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Darum geht’s: Clare bekommt die Chance, einen Sommer lang eine Buchhandlung am Strand von Bali zu führen. Auf der Insel angekommen, stellt sie fest, dass der Laden heruntergekommen ist und kurz vor der Pleite steht. Außerdem muss sie sich Job und Unterkunft mit dem arroganten Amerikaner Jack teilen…
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Nachtigall ick hör dir trapsen… Da ist doch direkt klar, wohin die Reise geht, oder? Richtig. Großartige Überraschungen hält “Beach Rivals” nicht bereit. Der Roman ist netter und strandtauglicher Lesestoff. Viel mehr sollte man hier nicht erwarten.
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Ich mag die Geschichte. Ich mag die Charaktere. Ich mag das Setting. Also hat die Autorin hier eigentlich alles richtig gemacht. Hmmm, nicht ganz. Das, was hier auf rund 350 Seiten passiert, war mir insgesamt dann doch zu wenig. Mir haben ausufernde Beschreibungen gefehlt - sowohl was Bali, als auch die Gefühle der Protagonisten angeht. Es war mir alles etwas zu oberflächlich und blass. Nett - ja. Aber nicht so, dass ich eine richtige Bindung aufbauen und tief in die Geschichte eintauchen konnte.
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Ich habe “Beach Rivals” insgesamt gerne gelesen und mochte das Buch auch ganz gerne. Aber: Die Handlung hätte in allen Punkten noch einen Ticken obendrauf vertragen können. Dann hätte aus einer netten Geschichte eine tolle und unvergessliche Geschichte werden können. Die Grundlage ist da und ich hätte mir in diesem Fall tatsächlich mehr als 350 Seiten gewünscht, um der Handlung viel mehr Raum zur Entfaltung zu geben. Das Buch ist definitiv gut geeignet, um es im Flugzeug, am Strand, Pool bzw. allgemein an einem sonnig-heißen Sommertag zu lesen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Geschichte als Popcornkino mit tollen Bali-Aufnahmen richtig gut funktionieren würde.

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Ein solider Almstädt-Krimi

Akte Nordsee - Das schweigende Dorf
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Mich begleiten die Krimis von Eva Almstädt gefühlt schon eine halbe Ewigkeit. Dieses Jahr ist schon der 19. Teil ihrer Ostsee-Reihe erschienen. Im dritten Jahr gibt es jetzt außerdem die Akte Nordsee-Reihe, ...

Mich begleiten die Krimis von Eva Almstädt gefühlt schon eine halbe Ewigkeit. Dieses Jahr ist schon der 19. Teil ihrer Ostsee-Reihe erschienen. Im dritten Jahr gibt es jetzt außerdem die Akte Nordsee-Reihe, die ich ebenfalls mit großer Freude lese. Der neue Fall trägt den Titel “Das schweigende Dorf”.

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Darum geht’s: Anwältin Fentje Jacobsen erhält mitten in der Nacht einen Anruf. Ein Mann bittet sie um Hilfe, weil er demnächst des Mordes verdächtigt wird. Dann werden im Nachbarort zwei Leichen gefunden. Einer von ihnen ist Fentjes neuer Klient. Sie ermittelt wieder zusammen mit dem Journalisten Niklas John.

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Eva Almstädt hat es mit den ersten beiden Bänden der Reihe bereits geschafft, dass ich eine gute Bindung zu den Personen aufgebaut habe. So ist die Rückkehr auf den Schafhof der Jacobsens gleich wieder sehr vertraut ausgefallen. Sie sind alle wieder versammelt: Die pubertierende Nichte, der plattdeutsch sprechende Opa und die Oma, die Fentje endlich an den Mann bringen will. Der neue Tierarzt im Dorf reichert die Storyline um Fentjes Privatleben zusätzlich an. Und Niklas John darf als Co-Ermittler mit eigenen privaten Baustellen natürlich auch nicht fehlen.

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Almstädts Krimis haben immer eine gute Portion Lokalkolorit, so dass ich mir alles genau vorstellen, in die Handlung eintauchen und mitermitteln kann. Der Kriminalfall gehört diesmal nicht unbedingt zu den stärksten und konnte mich nicht ganz so packen, wie die Fälle zuvor. Das liegt daran, dass die Krimihandlung gegenüber dem Privatleben der Ermittler etwas ins Hintertreffen gerät. Gegen Ende packt Almstädt dann aber doch noch ein paar Überraschungen aus und es wird nochmal richtig temporeich und spannend. Insgesamt ist deshalb auch dieser Fall nicht schlecht.

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Ich würde “Das schweigende Dorf” letztendlich als soliden Krimi einstufen, der gut zu unterhalten weiß. Das Gesamtpaket stimmt - gerade, wenn man auch Krimis mag, die mal mehr in die Natur und ins Privatleben der Ermittler abdriften und nicht zwingend von Tempo und Spannung geprägt sind. Almstädt-Fans kennen das bereits in unterschiedlicher Ausprägung. In diesem Fall ist es so, dass der Krimi zwar schwächelt, mir dafür aber das Drumherum sehr gut gefallen hat. Das gleicht sich dann irgendwie aus. Ich bin jedenfalls auch hier wieder auf meine Kosten gekommen und vergebe trotz Schwächen aufgerundet ⭐️⭐️⭐️⭐️.

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Veröffentlicht am 01.06.2024

Summer-Vibes mit Tiefgang

Broken Heart Summer – Sunset Days
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Während das Wetter bei uns weiter nicht so richtig in die Puschen kommt, bin ich kurzerhand für ein paar Tage nach Hawaii gereist. Zwischen den Seiten des neuen Buches von Tonia Krüger bin ich in einem ...

Während das Wetter bei uns weiter nicht so richtig in die Puschen kommt, bin ich kurzerhand für ein paar Tage nach Hawaii gereist. Zwischen den Seiten des neuen Buches von Tonia Krüger bin ich in einem Setting versunken, von dem ich mir zunächst nicht sicher war, ob es mich einfangen kann. Grundsätzlich ist ja New Adult nicht sooo zwingend mein Ding. Tonias LOVE SONGS IN LONDON-Reihe hatte mir als absolutem London-Fan aber echt gut gefallen. Zum Beachlife auf Hawaii habe ich dagegen so gar keinen persönlichen und emotionalen Bezug. Deshalb habe ich auch hin und her überlegt, ob ich den Auftakt der BROKEN HEART SUMMER-Reihe überhaupt lesen soll. Letztendlich hat aber meine Neugier gewonnen.
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Darum geht’s: Rea und Maya reisen nach Hawaii. Kein gewöhnlicher Urlaub, denn Maya will dort ihren Vater finden. Rea lernt derweil den Surfer-Boy Cam kennen, der ihr die Insel zeigt.
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Easy Going auf Hawaii. Tonia Krüger fängt hier dieses typische Sommer-Urlaubsfeeling ein. Ich konnte beim Lesen komplett loslassen. Vor meinem Auge sind Bilder entstanden und ich hatte das Gefühl, tatsächlich selbst vor Ort zu sein. Ich hatte Sand zwischen den Zehen, Meerwasser im Haar und Salz auf der Haut. Vor allem habe ich Reas Tauchgänge genossen. Bei der Begegnung mit einer Meeresschildkröte war ich so tiefenentspannt, wie schon lange nicht mehr. Wie sehr kann man sich in ein unbekanntes Setting einfühlen, es genießen und eins damit werden? Tonia Krüger, hat genau das bei mir geschafft.
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SUNSET DAYS hat aber neben dem traumhaften Setting noch mehr zu bieten. Nämlich eine tolle Handlung. In sonniger Atmosphäre werden Themen angeschnitten, die zum Nachdenken anregen. Der Roman kommt also auch mit einer gehörigen Portion Tiefe und Ernsthaftigkeit daher. In Kombination mit den beschriebenen Sommer-Sonne-Urlaubs-Vibes ist das einfach eine Wucht und hat mir richtig gut gefallen. Der Themen-Mix und der Spagat zwischen Leichtigkeit und Ernst ist der Autorin wirklich 1A gelungen.
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Zum Erfolg einer Story tragen natürlich auch die Charaktere bei. SUNSET DAYS hat zwei weibliche Protas, die Tonia Krüger unheimlich intensiv und sensibel beschreibt. Nach kurzer Zeit war ich der festen Überzeugung, Rea und Maya schon viel länger zu kennen. Und auch allen anderen Personen, die im Buch eine kleine oder größere Rolle spielen, hat die Autorin tolle Konturen verliehen.
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Das Cover impliziert rein optisch, das SUNSET DAYS ein astreines Sommerbuch ist. Es ist aber noch so viel mehr. Im Roman geht es grob zusammengefasst um Liebe, Familie, Freundschaft, Zugehörigkeit und die Frage, was die Zukunft bringt. Die Geschichte hat Tiefgang, Anspruch und viel Emotionalität. Dabei lässt sie sich so herrlich leicht lesen, dass es ein wahrer Genuss ist.
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Tonia Krüger hat mich auf eine Reise in mir fremde Gefilde mitgenommen - und ich bin froh, sie mit ihr angetreten zu haben. Ich hatte hier ein rundum tolles Leseerlebnis. Nach SUNSET DAYS freue ich mich schon sehr auf die Fortsetzung DEEP BLUE NIGHTS (VÖ 15.8.24).

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Veröffentlicht am 31.05.2024

Seltsamer Finnland-Krimi

Weißglut
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Gute Bücher. Weniger gute Bücher. Meine Leseerlebnisse sind momentan so wechselhaft wie das Wetter. Manchmal ändert sich der Eindruck sogar innerhalb eines Buches. So wie in diesem Fall mal wieder. Klappentext ...

Gute Bücher. Weniger gute Bücher. Meine Leseerlebnisse sind momentan so wechselhaft wie das Wetter. Manchmal ändert sich der Eindruck sogar innerhalb eines Buches. So wie in diesem Fall mal wieder. Klappentext und Cover haben die Erwartung an einen düsteren Skandinavien-Krimi geweckt. Schnell habe ich beim Lesen aber gemerkt, dass das so nicht stimmt.

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Die Reise geht nach Finnland. Damit schon mal Punkt fürs Setting. Man merkt, dass der Autor hier einen persönlichen Bezug hat. Die Beschreibungen der Natur und das Hütten-Szenario am See sind schön. In dieser Umgebung agieren teilweise skurril-überzogene Charaktere. Protagonistin Sarah stöckelt in High Heels durch die Landschaft. Der Kommissar futtert Lakritz am laufenden Band. Darüber hinaus hat er aber viel zu wenig zur Aufklärung des Falles beigetragen.

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Ich hatte zuweilen das Gefühl, hier eher einen Cosy Krimi oder auch eine Krimikomödie zu lesen. Es gab einige Szenen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Bis zu einem gewissen Punkt hat mir das Buch trotz meiner vollkommen anderen Erwartungshaltung sogar ganz gut gefallen. Es war irgendwie mal was anderes und dem wollte ich eine Chance geben. Dann habe ich aber gemerkt, dass es mich einfach nicht packt. Das anfänglich noch vorhandene Spannungslevel flacht ab und bleibt im Folgenden auf sehr niedrigem Niveau. Die Handlung plätschert vor sich hin. Besser gesagt: Es zieht sich doch sehr. Überwiegend dachte ich, dass ich lese und lese, ohne dass etwas Entscheidendes passiert. Darüber hat mein Interesse dann nachgelassen und mir ist zunehmend die Motivation zum Weiterlesen abhandengekommen. Das Ende war nochmal okay, konnte aber am Gesamteindruck nichts mehr ändern.

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Fazit: Ein Krimi, so seltsam wie finnische Auftritte beim ESC.

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