Profilbild von ASK_1212

ASK_1212

Lesejury Star
offline

ASK_1212 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ASK_1212 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2025

Fantastischer Zirkus

Play of Hearts
0

Genre Romantasy – erst im März hatte ich für mich ein Highlight in diesem Bereich entdeckt. Klar wollte ich da möglichst sofort mehr in der Art lesen. Bei meiner Suche nach neuem Lesestoff bin ich auf ...

Genre Romantasy – erst im März hatte ich für mich ein Highlight in diesem Bereich entdeckt. Klar wollte ich da möglichst sofort mehr in der Art lesen. Bei meiner Suche nach neuem Lesestoff bin ich auf PLAY OF HEARTS von Juli Dorne gestoßen. Der Klappentext hat mich direkt angesprochen und ich wollte hier erneut mein Herz verlieren. Das hat aber nicht so unmittelbar geklappt. Letztendlich ist es so: Der Anfang der Geschichte hat mich schwer begeistert. Im Mittelteil habe ich dann allerdings doch etwas den Faden und die Bindung verloren. Zum Schluss habe ich aber wieder mehr Gefallen an der Handlung gefunden. Es war also eine kleine Berg- und Talfahrt. Es hat sich aber gelohnt, dass ich Zwischendurch nicht aufgegeben habe.

.

Ich habe bei PLAY OF HEARTS einiges absolut positiv erlebt. Schreibstil, Setting, World Building und Charaktere konnten mich absolut überzeugen. Die Anfangsszene im Spiegelkabinett hat gleich Faszination aufgebaut. Nach einem Zeitsprung habe ich Evie bei ihrer Arbeit als Seelenmagierin zu Todgeweihten begleitet. Das war sehr atmosphärisch. Ich hab’s geliebt. Evies Begegnung mit Arthur hat dann den hoffnungsvoll-romantischen Aspekt mit ins Spiel gebracht. Arthurs Verschwinden im Cirque du Coeur sorgt für Spannung. Ebenso das Auftauchen des geheimnisvollen Rémi. Und trotzdem kam dann dieser Punkt, an dem die Geschichte mich nicht mehr so gecatcht hat und ich irgendwie raus war. Aber ich bin drangeblieben und habe mich zurück ins Geschehen gekämpft. Und dafür bin ich belohnt worden. Im Schlussteil hat sich wieder die Faszination vom Anfang eingestellt. Die Wendung, die dann kam … was für ein atemberaubender Cliffhanger! Und was für eine Aussicht auf ein großartiges Love-Triangle in Band 2!!!

.

Fazit: PLAY OF HEARTS hält für Romantasy-Fans viel Schönes bereit. Allerdings habe ich mein Herz nicht Hals über Kopf an die Geschichte verloren. Anfang und Ende sind topp. Dazwischen musste ich persönlich eine gewisse Durststrecke überstehen. Und die drückt eben auf meine Gesamtbewertung. Vielleicht merkt man da auch einfach, dass ich in dem Genre noch eine blutige Anfängerin bin. Aber letztendlich haben die Geschichte und ich dann wieder zueinander gefunden. Puh, Glück gehabt, denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass Band 2 TWIST OF HEARTS, der im Herbst erscheint, die erwartete große Liebe für mich werden könnte. Letztendlich bin ich jedenfalls doch so dermaßen on fire, dass ich unbedingt wissen muss, wie es mit Evie, Arthur und Rémi weitergeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2025

Irgendwie ganz okay

Bad Tourists
0

BAD TOURISTS von Caro Carver ist ein Destination-Thriller im Stil von Lucy Clarke. Die Autorin schlägt auch in diese Kerbe. Thriller-Spannung vor exotischer Kulisse. Hier geht es auf die Malediven. Im ...

BAD TOURISTS von Caro Carver ist ein Destination-Thriller im Stil von Lucy Clarke. Die Autorin schlägt auch in diese Kerbe. Thriller-Spannung vor exotischer Kulisse. Hier geht es auf die Malediven. Im Urlaubsparadies bin ich den Hintergründen einer lang zurückliegenden Tat in Dover auf die Spur gekommen.
.
Darum geht’s: Sechs Menschen sind vor 22 Jahren in einem Guest House in Dover umgebracht worden. Kate ist die einzige Überlebende. Der Täter stirbt kurze Zeit später an Krebs. Über ein Forum kommt Kate in Kontakt mit den Hinterbliebenen zweier Opfer. Zusammen reisen die Frauen auf die Malediven. Während des Urlaubs drängt die Wahrheit des damaligen Geschehens ans Licht.
.
Der Thriller liest sich kurzweilig. Die Ausgangssituation ist spannend. Die Erzählweise aus unterschiedlichen Perspektiven gefällt mir eigentlich immer. So auch hier. Die Story ist gut gedacht. Ich finde aber, dass noch viel mehr möglich gewesen wäre. Die Handlung schwächelt in Sachen Atmosphäre, Intensität und Schlüssigkeit. Irgendwie passt beim Plot einiges nicht so richtig zusammen. Vieles wirkt sehr zufällig, willkürlich und irgendwie zusammengestückelt. Außerdem sind mir die Charaktere etwas zu stereotyp und flach angelegt. Teilweise haben sich mir auch ihre Handlungsweisen nicht erschlossen, so dass ich nicht richtig mit ihnen mitfiebern konnte. Die Twists sind aber ganz gut und sorgen immer wieder für Spannungsmomente. Die Auflösung konnte mich auch überraschen. Trotzdem hat sie mich seltsam unbefriedigt zurückgelassen.
.
BAD TOURISTS hat mich nicht so richtig überzeugt. Den Thriller zu lesen, tut nicht weh. Man verpasst aber auch nichts, wenn man es lässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.04.2025

Macht Lust auf mehr

Finn Dever
0

KI gehört gerade zu den Trend-Themen in unserer Krimi & Thriller-Bubble. Da ich mit so technischem Zeugs wenig am Hut habe, kann ich jetzt nicht behaupten, dass mich das Thema kolossal anspricht. Es ist ...

KI gehört gerade zu den Trend-Themen in unserer Krimi & Thriller-Bubble. Da ich mit so technischem Zeugs wenig am Hut habe, kann ich jetzt nicht behaupten, dass mich das Thema kolossal anspricht. Es ist interessant, keine Frage. Alles andere hängt bei mir von der Herangehensweise und der Umsetzung ab. Als Bastian Martschink mich gefragt hat, ob ich seinen Krimi um einen KI-Ermittler lesen würde, habe ich in erster Linie zugesagt, weil der Autor hier aus der Region kommt - quasi als Nachbarschaftshilfe. Aber tatsächlich hat sich dann auch der Klappentext von “FINN DEVER: Letzter Blick” echt gut angehört.
.
Darum geht's: Eine brutale Mordserie hält Blackwell in Atem. Die Polizei zieht den externen Berater Finn Dever hinzu. Er ist für seine Visionen der nahen Zukunft berühmt-berüchtigt. Im Laufe der Ermittlungen kommt Finn der Wahrheit über seine besondere Fähigkeit auf die Spur…
.
Der Krimi ist stark und hat sich tatsächlich als Pageturner entpuppt. Dafür sorgen ein paar tolle Stilmittel, die hier eingesetzt werden. Jedem Kapitel ist zum Beispiel eine News aus der Morning-Show zu der Mordserie vorangestellt. Das hat mich gleich zu Beginn schnell in die Story eingeführt. Außerdem fällt der Begriff “Blackvale-Ripper”. Wer wie ich das Jack the Ripper-Motiv mag, bleibt hier automatisch am Ball.
.
Nach dem knackigen Einstieg geht es gleich mal mit einem Countdown weiter, der mich die letzten Minuten im Leben von Julia Lang verfolgen lässt. Uuuhhh, da hat sich zum ersten Mal Gänsehaut eingestellt. Nach dem rasanten Start werden die Ermittler mit starker Charakterzeichnung eingeführt. Das hat mir hier alles schon richtig gut gefallen und konnte mich echt fesseln. Auch die Zukunftsvisionen von Finn haben für Spannung gesorgt. Sie hätten für meinen Geschmack sogar noch viel prägnanter im Vordergrund stehen können. Vielleicht ja in Band 2. Denn hier mussten natürlich erstmal die Hintergründe dieser besonderen Gabe etwas näher beleuchtet werden. Das fand ich zwar etwas kompliziert, aber trotzdem irgendwie interessant und macht die Figur Finn Dever ja auch zu einem besonderen Protagonisten.
.
Spannung ist in diesem Krimi auf jeden Fall durchweg vorhanden. Das bewegt sich alles auf einem guten Level. Der Schlussteil zieht dann sogar nochmal richtig an. Das Finale ist wirklich MEGA. Der Täter-Twist hat mich komplett überrascht. Und dann noch dieser Cliffhanger… Damit ist “FINN DEVER: Letzter Blick” ein Serienauftakt, nach dem ich definitiv mehr will. Der abschließende Hinweis auf die Fortsetzung verspricht, dass Band 2 “noch gefährlicher, noch packender, noch persönlicher” wird. Na dann, ich bin bereit!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2025

Ein typischer McFadden

Die Kollegin – Wer hat sie so sehr gehasst, dass sie sterben musste?
0

Eins ist mal klar: Wo Freida McFadden draufsteht, ist auch Freida McFadden drin. Die Autorin hat mit DIE KOLLEGIN einen weiteren Thriller in bester Housemaid-Manier vorgelegt. Stellenweise hätte es sich ...

Eins ist mal klar: Wo Freida McFadden draufsteht, ist auch Freida McFadden drin. Die Autorin hat mit DIE KOLLEGIN einen weiteren Thriller in bester Housemaid-Manier vorgelegt. Stellenweise hätte es sich hier durchaus um einen vierten Teil der Reihe handeln können. Die Protagonistin heißt zwar Natalie, aber gerade zu Beginn ist mir noch ständig der Namen Millie durch den Kopf gegeistert. Auch was den Aufbau und die Fülle an Plottwists betrifft, liegt der Vergleich auf der Hand. McFadden knüpft also ziemlich nahtlos an die Erfolgsreihe an. Stück für Stück kann der Thriller sich dann aber von Vergleichen freistrampeln und sich letztendlich als gelungener Standalone behaupten.
.
Darum geht’s: Natalie kommt eines Tages ins Büro und ihre sonst so zuverlässige Kollegin Dawn ist nicht da. Stattdessen nimmt Natalie einen seltsamen Anruf entgegen, der sie in dem Glauben bestärkt, dass Dawn etwas passiert ist. Natalie versucht, mehr herauszufinden…
.
Von Beginn an ist DIE KOLLEGIN ein rasanter Pageturner, den ich kaum noch aus der Hand legen konnte. Der Schreibstil von McFadden mag nicht besonders anspruchsvoll sein, reißt mich in seiner Einfachheit aber trotzdem mit. Klare Formulierungen. Kurze Kapitel. Perspektivwechsel. Die Autorin fährt hier wieder alles auf, was mich bei guter Leselaune hält. Die Handlung ist rasant und spannend und hat mich in einen Strudel der Ereignisse gezogen. Mir war direkt klar, dass hier jede Kleinigkeit von Bedeutung sein und wichtige Hinweise liefern kann. Ich habe also versucht, jede Info aufzusaugen und das Puzzle zusammenzusetzen. Ich kann euch sagen: Mein Kopf hat ganz schön geraucht. Hier sind zig Konstellationen und Szenarien denkbar. Entsprechend großen Spaß macht das Miträtseln.
.
Und irgendwann ist er dann wieder da: Dieser typische Freida McFadden-Plottwist. Habe ich ihn kommen sehen? Vielleicht. Hat er mich trotzdem überrascht? Aber sowas von. Und das liegt daran, dass mit einem Mal viele kleine Ungereimtheiten zu einem großen Ganzen werden. Alles verhakt sich ineinander. Mit der Nase werde ich auf Zusammenhänge gestoßen, die ich eigentlich hätte erkennen müssen. Aber einmal mehr bin ich Freida McFadden in die Falle getappt und habe mich von den einfachsten Finten verwirren lassen. Aber von Freida lasse ich mich gerne an der Nase herumführen.
.
Richtig toll fand ich in DIE KOLLEGIN die Charakterentwicklung der Personen. Das bezieht sich nicht nur auf die beiden Protagonistinnen, sondern auch auf alle anderen Figuren im Buch. Das einmal gefasste Bild wandelt sich ständig und musste von mir bis zum Schluss immer wieder korrigiert und neu gedacht werden. Der Thriller ist vermeintlich sehr einfach und massentauglich gestrickt und hat doch so viel Potenzial, dass man über alles und jeden überraschend intensiv diskutieren kann.
.
Was ich bei McFadden außerdem sehr mag, ist dieses gewisse Quäntchen Humor, das sie in ihre Thriller einarbeitet. Das gefällt mir richtig gut und sorgt für zusätzliche Auflockerung. Und warum mir DIE KOLLEGIN ein waschechtes Schildkröten-Trauma beschert hat, müsst ihr beim Lesen selbst herausfinden.
.
DIE KOLLEGIN hat mich überzeugt, bei Freida McFadden auch über die Housemaid-Reihe hinaus am Ball zu bleiben. Spätestens jetzt dürft ihr mich als Fan der Autorin bezeichnen. Ihre Thriller mögen schreibtechnisch nicht besonders intellektuell oder anspruchsvoll daherkommen. Der Aufbau ähnelt sich bisher immer und scheint nach Schema F zu verlaufen. Und doch gelingt es McFadden, mich einfach gut und kurzweilig zu unterhalten. Wer also einen zuverlässig spannenden und schnellen Thriller-Snack für Zwischendurch sucht, ist hier auf jeden Fall wieder richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2025

Verwirrend

Die Mündung
0

DIE MÜNDUNG ist das Thriller-Debüt von Tim Pieper. Ein Anfänger ist der Autor aber nicht. Vielleicht kennt der ein oder andere von euch ja seine Havel-Krimis. Für mich war es hier allerdings meine erste ...

DIE MÜNDUNG ist das Thriller-Debüt von Tim Pieper. Ein Anfänger ist der Autor aber nicht. Vielleicht kennt der ein oder andere von euch ja seine Havel-Krimis. Für mich war es hier allerdings meine erste Begegnung mit dem Autor.
.
In DIE MÜNDUNG bin ich Kommissarin Lena Funk begegnet. Sie hat sich eine Auszeit auf einer abgeschiedenen Insel genommen, um den Mord an ihrer Schwester Jette zu verarbeiten. In einer stürmischen Nacht wird in den Dünen ein Toter freigespült. Offenbar brutal ermordet. In seiner Jacke findet Lena Schmuckstücke. Es handelt sich um Trophäen des Gezeitenmörders, dem auch ihre Schwester zum Opfer fiel.
.
Der Anfang des Thrillers hat mich direkt mal in den Bann gezogen. Die Ausgangssituation ist interessant. Protagonistin Lena Funk hat sofort meine Sympathie gewonnen. Die Atmosphäre ist stark. Alle Voraussetzungen für einen guten Thriller sind gegeben. Schon nach kurzer Zeit ist die erste Wendung über mich hereingebrochen, die mich maximal verwirrt und mit offener Kinnlade hat dasitzen lassen. Diesen Dreh musste ich erst mal verarbeiten. Er hat mir aber wiederum sehr gut gefallen, weil er der Story gleich mal einen ganz anderen Touch gibt. Bis hierher hatte der Thriller also meine volle Aufmerksamkeit und ich war sehr gespannt, wie es weitergeht.
.
Im weiteren Verkauf hat die Handlung mich dann leider abgehängt. Und das meine ich wortwörtlich. Ich konnte all den dunklen Geheimnissen und dramatischen Wendungen einfach nicht richtig folgen. Es war mir schlicht und ergreifend zu viel. Der Plot ist vielschichtig und legt ein hohes Tempo vor. Es ist ein ständiges Hin und Her verbunden mit der Frage, was hier Wahrheit und was Schein ist. Wir blicken tief in die menschliche Psyche und werden mit falschen Erinnerungen, Träumen, Flashbacks und der Manipulation des Gedächtnisses konfrontiert. Das auch noch ein Bereich der Neurowissenschaft hier thematisiert wird, macht die Handlung extra komplex. Alles für sich genommen ist interessant und auch spannend aufbereitet. Ich habe aber angesichts schneller Szenenwechsel und ständiger Zeitsprünge irgendwie zunehmend den Überblick verloren und konnte dann nicht mehr alles nachvollziehen.
.
Die Grundidee, der generelle Aufbau und die Atmosphäre in DIE MÜNDUNG haben mir richtig gut gefallen. Es ist mir aber schwergefallen, bei der Story am Ball zu bleiben. Ich war zunehmend verwirrt und habe darüber den Faden verloren. Nachdem ich jetzt weiß, was mich hier erwartet, ist DIE MÜNDUNG eigentlich ein typischer Re-Read-Kandidat für ruhige Stunden, in denen ich mich dann besser auf den Plot einlassen könnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere