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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2021

Hier deckt Phryne nicht nur ein Geheimnis auf

Mord in der Mittsommernacht
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Ich habe zum ersten Mal einen der Fälle von Miss Phryne Fisher gelesen, oh ich kenne diese glamouröse Privatdetektivin schon aus dem Fernsehen sehr gut und war demnach sehr gespannt inwieweit sich Serie ...

Ich habe zum ersten Mal einen der Fälle von Miss Phryne Fisher gelesen, oh ich kenne diese glamouröse Privatdetektivin schon aus dem Fernsehen sehr gut und war demnach sehr gespannt inwieweit sich Serie und Original voneinander unterscheiden. Und was soll ich sagen? Mir gefällt die Buchform noch besser als die filmische Umsetzung. Miss Phryne löst ihre Fälle mit viel Witz und guter Beobachtungsgabe, unterstützt von ihrer Gesellschafterin und anderen Angehörigen ihres doch sehr ungewöhnlichen Haushalts. Obwohl sie Aristokratin ist, hat sie keine Standesdünkel und schätzt ein ehrliches Wort.
Hier wird Phryne gleich mit zwei Aufträgen betraut. Sie soll den angeblichen Selbstmord eines Antiquitätenhändlers als Mord entlarven. Und als zweiten Fall soll sie das illegitime Kind ausfindig machen, dem ein großes Erbe winkt.
Mit ihrem gewohnten Charm geht sie beide Fälle an und macht so manche ungewöhnliche Beobachtung, die sie gekonnt bis zur Lösung zusammensetzt.
Erzählt wird dieser Krimi in der 3. Person und die Sprache wirkt zu Beginn etwas altmodisch, sie ist einfach der Zeit der 1920er Jahre angepasst, aber sehr flüssig und vor allem sehr bildhaft. Von Phrynes Kleidung bis zu den Tapeten im Salon, von den Speisen über die Getränke bis zum fürchterlich heißen Wetter, wird alles genau beschrieben. Für mich macht das den Charm dieser Geschichte aus. Ich hatte, nicht nur durch die Serie alles genau vor Augen und konnte mich so richtig in der Geschichte verlieren. Trotz allem bleibt es ein Krimi, der mit einigen Überraschungen aufwartet und bis zum großen Finale sehr spannend und rätselhaft bleibt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.05.2021

Mord und Schokolade, gerade richtig für jeden Cosy-Krimi-Fan

Das Geheimnis der Schokoladenkekse
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Ich durfte von „Das Geheimnis der Schokoladenkekse“ ein Rezensionsexemplar lesen und möchte mich dafür bedanken, meine Meinung zum Buch wurde davon aber nicht beeinflusst. Bei Krimis bin ich generell vorsichtig, ...

Ich durfte von „Das Geheimnis der Schokoladenkekse“ ein Rezensionsexemplar lesen und möchte mich dafür bedanken, meine Meinung zum Buch wurde davon aber nicht beeinflusst. Bei Krimis bin ich generell vorsichtig, damit ich nicht aus Versehen zu viel verrate und anderen Lesern so den Spaß und vor allem die Spannung verderbe. Deswegen zitiere ich hier nur den Klappentext und gebe den Inhalt nicht in eigenen Worten wieder: „Im idyllischen Lake Eden hat Backfee Hannah Swensen sich mit einem gemütlichen Café einen Traum erfüllt: Ihre Leckereien sind heiß begehrt, und das Cookie Jar ist der Lieblingstreffpunkt der Dorfbewohner. Doch dann wird eines Tages Hannahs Lieferant Ron ermordet aufgefunden. Ron war der liebenswürdigste Mitarbeiter, den man sich wünschen kann, und Hannah hat allen Grund, seinen Mörder möglichst schnell dingfest zu machen. Da sie mit Charme und Spürsinn Neuigkeiten stets aus erster Hand erfährt, ist sie schneller, als die Polizei erlaubt...“
Wie der Titel und das Cover schon verraten, handelt es sich hierbei um einen zuckersüßen und waschechten Cosy-Krimi, um einen richtig gemütlichen, relativ unblutigen aber dennoch spannenden Krimi. Als Ermittlerin tritt hier die Café-Besitzerin Hannah auf, die mit ihrer freundlichen Art einen jeden zum Reden bringt und so einen deutlichen Vorteil vor der Polizei hat. Sie ist einfach nur sympathisch und in ihrem Café wäre ich nur zu gerne einmal Gast. Als gewissen Trost sind in das Buch einige von Hannahs Rezepte eingebaut, auch wenn sie mir persönlich etwas zu süß sind, scheinen sie sehr einfach und durchaus schmackhaft zu sein, wen also beim Lesen die Lust auf Kekse packt (und die kommt ganz gewiss auf) kann gleich losbacken. Danke eines sehr flüssigen Schreibstils und einem durchaus spannenden und packenden Fall kann man diese Seiten so richtig verschlingen. Für mich war „Das Geheimnis der Schokoladenkekse“ ein wunderbar entspannender und unterhaltsamer Krimi, der einfach nur gute Laune macht.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 23.02.2021

Der erste Mordfall für die Queen

Das Windsor-Komplott
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Auch wenn auf dem Cover der Kopf der Dame im rosa Mantel fehlt, weiß man sofort wer gemeint ist: Queen Elizabeth II. Doch was hat sie auf dem Cover eines Krimis zu suchen? Sie ist die Ermittlerin in diesem ...

Auch wenn auf dem Cover der Kopf der Dame im rosa Mantel fehlt, weiß man sofort wer gemeint ist: Queen Elizabeth II. Doch was hat sie auf dem Cover eines Krimis zu suchen? Sie ist die Ermittlerin in diesem Krimi, denn wie der Klappentext verrät: „Wer hätte das geahnt: Queen Elizabeth hat eine heimliche Passion – sie löst für ihr Leben gern Kriminalfälle! Unerkannt, versteht sich, den Ruhm müssen andere ernten.
Als während einer Feier auf Schloss Windsor ein russischer Pianist unter ausgesprochen peinlichen Umständen ums Leben kommt, wittert der MI5 sofort ein Komplott Wladimir Putins. Die Queen ist not amused über so viel politisch brisanten Übereifer. Da muss eingegriffen werden, aber diskret, versteht sich. Queen Elizabeth zieht ihre neue nigerianische Privatsekretärin Rozie ins Vertrauen, die bald ebenso diskret wie beherzt ihre Kompetenzen überschreiten muss. Wird es den beiden Frauen gemeinsam gelingen, dem wahren Mörder auf die Spur zu kommen, bevor der MI5 größere diplomatische Verwicklungen auslöst?“ „Das Windsor-Komplott“ ist ein Krimi mit einem scherzhaften Touch, allerdings merkt man der Autorin eine gewisse – ich möchte mal sagen – Achtung vor der Queen an. Trotz der ungewöhnlichen Situation wird nichts ins Lächerliche gezogen. Die Queen wahrt immer und überall ihre Contenance und hält immer alle Fäden in der Hand, es ist ihrer Beobachtungsgabe und ihren Menschenkenntnissen zu danken, dass die Tat aufgeklärt wird. Ihre Privatsekretärin Rozie hingegen dient als ihr Sprachrohr und ausführendes Organ, natürlich immer diskret und absolut loyal. Gemeinsam kommen diese ungleichen Frauen den Hintergründen der Tat auf die Spur und können sogar die Weltpolitik beeinflussen. Alles in allem würde ich das Buch allerdings mehr in eine Lobpreisung der Queen und des Königshauses einordnen, als es wirklich einen Krimi nennen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2021

Liebe und Hass liegen nahe beieinander

Hate You, Love You
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Ich durfte den Roman „Hate You, Love You“ im Zuge einer Leserunde auf Lesejury kennenlernen und ich war sehr gespannt auf dieses Buch von Penelope Ward, ich kannte die Autorin nämlich bereits als Teil ...

Ich durfte den Roman „Hate You, Love You“ im Zuge einer Leserunde auf Lesejury kennenlernen und ich war sehr gespannt auf dieses Buch von Penelope Ward, ich kannte die Autorin nämlich bereits als Teil eines Duos mit Vi Keeland und war nun auf den Alleingang gespannt. Ich muss sagen, ich sah jetzt keinen großen Unterschied, der Schreibstil war immer noch packend und flüssig zum Lesen. Auch die Charaktere waren weiterhin sehr gut aufgebaut und für mich realistisch. Kurz gesagt auch alleine hat Penelope Ward einen Roman geschrieben, den ich sehr gerne gelesen habe und der mich super unterhalten hat.
„Hate You, Love You“ ist ein richtiger Liebesroman, bei dem sich Feinde zu Liebenden entwickeln, inklusive einiger sehr expliziten Szenen. Oder besser in dem ein Paar seine zweite Chance bekommt, aber diese Chance ist hart umkämpft und es gibt einige unvorhergesehene Wendungen. Angestoßen wird das Ganze durch das Testament von Amelies Großmutter, denn sie vererbt ihr Häuschen zu gleichen Teilen an ihre Enkelin und eben an Justin. Justin, der Jungen, dem Amelie mit fünfzehn das Herz gebrochen hat. Und der sie seitdem hasst! Nun sehen sie sich zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder und die Gefühle sind immer noch frisch, sowohl die Liebe als auch der Hass. Und um die Situation noch zu erschweren hat Justin für seinen Aufenthalt seine Freundin mitgebracht. Wie die beiden die Vergangenheit aus den Weg räumen und was eigentlich wirklich passiert ist, müsst ihr natürlich selbst lesen, aber, wenn ihr einen unterhaltsamen, durchaus knisternden Liebesroman mit einem wundervollem Setting am Meer sucht, kann ich euch diesen Roman nur empfehlen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 08.11.2020

Die Macht der Feder

Die Romanfabrik von Paris
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Ich durfte „Die Romanfabrik von Paris“ im Zuge einer Leserunde kennenlernen, es war das Cover das mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat und ich war sehr gespannt auf mein erstes Buch von dem Autor ...

Ich durfte „Die Romanfabrik von Paris“ im Zuge einer Leserunde kennenlernen, es war das Cover das mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat und ich war sehr gespannt auf mein erstes Buch von dem Autor Dirk Husemann. Der Klappentext dieses historischen Romans verrät nur einen kleinen Teil dieser äußerst komplexen Geschichte: „Paris 1850. In der Romanfabrik von Alexandre Dumas schreiben siebzig Angestellte die beliebten Folgen von Die drei Musketiere und Der Graf von Monte Christo, die als Fortsetzungsgeschichten die Zeitungsleser begeistern. Doch im jüngsten Werk ist etwas faul zwischen den Zeilen, denn es ist gespickt mit Staatsgeheimnissen. Um seinen Ruf zu retten, muss sich Dumas ausgerechnet mit seiner größten Kritikerin verbünden: der deutschen Lehrerin Anna Moll, die ihn wegen freizügiger Texte angezeigt hat.“ Jedem müsste der Name Alexandre Dumas eigentlich bekannt sein. Der Autor von „Die 3 Musketiere“ und „Der Graf von Monte Christo“ war tatsächlich der Herausgeber einer Zeitschrift mit Fortsetzungsgeschichten und rühmt sich selbst, der Erschaffer von mehreren hundert Geschichten zu sein, das schaffte er tatsächlich nur mit mehreren Angestellten, die für ihn seine Ideen zu Papier brachten. Für diese Art der Vermarktung von Literatur wurde er tatsächlich angefeindet, aber war für seine spannenden Geschichten bei der breiten Masse sehr beliebt. In diesem Roman, wird die Zeitung von Dumas für gezielte politische Fehlinformationen genützt, die Frankreich ins Chaos stürzen, Dumas will seinen guten Ruf wiederherstellen und den wahren Schuldigen ausfindig machen. Ausgerechnet in seiner eine scharfen Kritikerin Anna Moll findet er dabei eine Verbündete, denn sie jagen das gleiche Ziel. Diese Jagd führt sie von Frankreich nach England und schließlich nach Russland, doch die Beute scheint immer einen Schritt voraus zu sein.
Ich persönlich fand es sehr spannend mehr über den großen französischen Schriftsteller zu erfahren, ich empfehle hier auch das Nachwort des Autors, der dort Realität und Fiktion klar definiert. Zugleich wurde ich von einer spannenden und sehr abwechslungsreichen Verfolgungsjagd gut unterhalten und konnte mit den Protagonisten gut mitfiebern. Einige überraschende Wendungen und auch eine Prise Ironie sorgten für Spannung, die in einem fulminanten Showdown gipfelte. Hier ist auch zugleich mein einziger echter Kritikpunkt: das Ende kam dann doch etwas zu abrupt. Der Autor verwendete die ganze Geschichte so viel Sorgfalt auf seine Erzählung, man merkt die detaillierte Recherche und auch die ausführlichen, fast malerischen Beschreibungen, selbst von Kleinigkeiten, ja selbst der Sprachgebrauch wurde (ohne altmodisch zu wirken) dem Zeitgeist angepasst, da war ich dann doch vom Finale etwas überrumpelt. Es werden zwar noch einige lose Fäden verknüpft, aber trotzdem war mir der Abschluss etwas zu kurz.

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Thema