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Veröffentlicht am 05.12.2020

Wundervoll magisches Buch mit besonderer Atmosphäre

Die Chroniken von Mistle End 1: Der Greif erwacht
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Auf der Suche nach einem Buch mit ganz besonderer Atmosphäre für die kalten Wintertage? – Here we go! “Mistle End” ist zwar eigentlich ein Kinderbuch ab 10 Jahren, doch auch Erwachsene werden sich in dieser ...

Auf der Suche nach einem Buch mit ganz besonderer Atmosphäre für die kalten Wintertage? – Here we go! “Mistle End” ist zwar eigentlich ein Kinderbuch ab 10 Jahren, doch auch Erwachsene werden sich in dieser wunderbar magischen Welt sofort wohl fühlen. Natürlich lässt sich dieses Buch auch ganz prima an warmen oder regnerischen Tagen lesen, es passt meiner Meinung nach nur ganz wunderbar in den Winter.

Cedriks Vater hat einen neuen Job, was bedeutet, dass die beiden umziehen müssen. Aus London in ein kleines Kaff namens Mistle End in Schottland. Cedrik versteht nicht, warum sein Vater ausgerechnet am Ende der Welt einen neuen Job hat annehmen müssen. Bereits auf der Zugfahrt nach Mistle End kommt ihm einiges merkwürdig vor – der Schaffner, der vergisst die Zugtickets abzustempeln, als er erfährt wohin die beiden fahren und eine äußerst seltsame Nonne, die Cedrik argwöhnisch mustert.
In Mistle End wird es nicht weniger merkwürdig. Cedrik und sein Vater werden mit dem Auto vom Bahnhof abgeholt und Cedrik könnte schwören, das Auto hätte einen Sprung gemacht, um nicht über einen Hasen zu fahren, der gerade die Straße überqueren wollte.
Spätestens als nachts dann noch ein waschechter Greif auf dem Dach vor Cedriks Zimmer steht, mit ihm spricht und ihn zu einer Prüfung auffordert, ist klar, Mistle End ist anders. Voller Magie und übernatürlichen Wesen. Zusammen mit seinen neuen Freunden Emily und Elliot beginnt für Cedrik ein magisches Abenteuer.

Wie bereits erwähnt ist Mistle End eigentlich für die Zielgruppe “Kinder ab 10 Jahren” geschrieben worden, doch ich als erwachsene Leserin habe das Buch einfach nur geliebt. Alles an dem Buch. Der Schreibstil ist grandios, die Figuren authentisch und so voller Leben, das Worldbuilding großartig und die Atmosphäre, die der Autor vermittelt, hat mich beim Lesen vollkommen eingenommen.
Alleine vom Klappentext her, bin ich nicht davon ausgegangen so eine Perle in Händen zu halten. Ich kann euch jetzt jedoch sagen, dass Mistle End eins meiner Buch-Highlights im Jahr 2020 ist.
Ich bin Harry Potter Fan erster Stunde, habe die Bücher diverse Male gelesen und die Welt geliebt. “Mistle End” kommt zwar noch nicht ganz an Harry Potter ran, es ist aber verdammt nah dran. Aktuell eins meiner liebsten Fantasybücher.

Die Altersempfehlung von 10 Jahren ist meiner Meinung nach gut gewählt. Das Buch ist spannend, vermittelt wertvolle Werte und hat drei liebenswerte Protagonistinnen, mit denen sich Kinder in dem Alter sicherlich gut identifizieren können.
So wie Benedict Mirow schreibt, entstehen automatisch Bilder im Kopf. Dies ist nicht nur für geübte Vielleser ganz wundervoll, sondern auch für Leser
innen, die noch nicht so häufig ein Buch in Händen gehalten haben.

Ich kann euch “Mistle End” von Herzen empfehlen und freue mich selber schon riesig auf den zweiten Band der Reihe. Ich möchte zurück in die magische kleine verschneite Stadt.

Fazit

Ein ganz wundervolles Buch für Leser*innen egal ob 10 oder 40 Jahre alt. Es hat eine ganz besondere Atmosphäre, in der ich mich so wohl gefühlt habe, das ich das Buch gar nicht mehr zur Seite legen wollte.
Wer auf der Suche nach einem neuen Fantasy-Lieblingsbuch ist, der hat bei “Mistle End” große Chancen fündig zu werden.

Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen und eine ganz klare Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.11.2020

Spannend, gesellschaftskritisch und sehr gut geschrieben

Elbendunkel 1: Kein Weg zurück
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Wir befinden uns in der Zukunft, im Jahr 2044. Die Welt, wie wir sie kennen, hat sich verändert, denn es leben nicht mehr nur Menschen auf ihr. Seitdem die Elbenwelt durch einen Krieg verseucht wurde, ...

Wir befinden uns in der Zukunft, im Jahr 2044. Die Welt, wie wir sie kennen, hat sich verändert, denn es leben nicht mehr nur Menschen auf ihr. Seitdem die Elbenwelt durch einen Krieg verseucht wurde, flüchteten Licht- und Dunkelelben in die Menschenwelt. Doch leider ist das Zusammenleben von vielen Unruhen, Hass und Angst geprägt.
Als nun ausgerechnet Luz, die Tochter von Jago Hernándes Ruiz – Leiter der ELO (Elb Liberation Organisation) und Elben-Hasser – sich in einen Mischling verliebt, kann das nur Ärger bedeuten. Wie groß dieser Ärger sin wird, erfährt Luz, als sie heimlich ins Elben-Ghetto fährt und dort von einer Razzia ihres Vaters erwischt wird. Luz ist nicht die, die sie zu sein glaubte und um am Leben zu bleiben, muss sie flüchten – vor ihrem eigenen Vater.

Ich habe schon lange kein Urban-Fantasy mehr gelesen und habe mich daher umso mehr auf das Buch gefreut. Bei “Elbendunkel” handelt es sich um den ersten Band einer Dilogie, mit einer Altersempfehlung ab 14 Jahren. Da das Buch recht düster ist und auch vor Gewalt und Tod nicht zurückschreckt, gleichzeitig aber recht junge Protagonisten hat, halte ich die Altersempfehlung für angemessen.

Die Gesellschaft, wie sie in “Elbendunkel” zu finden ist, ist ein Spiegel unserer eigenen, realen Gesellschaft. Fremdenhass, Vorurteile, Diskriminierung – all das findet Raum in Rena Fischers Geschichte und macht das Buch daher auch leicht gesellschaftskritisch. Alles was anders ist, außerhalb unserer Norm, dem begegnen wir mit Skepsis. Fühlen wir uns dann auch noch bedroht, greifen wir lieber an, anstatt abzuwarten und zu reden. So kommt es mir leider immer wieder vor, wenn ich die Nachrichten lese.
Die Autorin hat all das genommen und in einem Urban-Fantasy Roman verarbeitet, was mir richtig gut gefallen hat. Ein großer Pluspunkt dafür.

Obwohl mir die Idee und der Schreibstil sehr gut gefallen haben, hatte ich ein paar Startschwierigkeiten mit dem Buch. Ich bin einfach nicht so richtig mit den Charakteren warm geworden. Luz war mir zu Beginn zu naiv- was aber eigentlich nicht sonderlich verwunderlich ist, da sie in einer Heile-Welt-Blase gelebt hat. Die Naivität wich mir dann allerdings eine Spur zu schnell in Richtung Toughness. Das konnte ich ihr lange Zeit einfach nicht abkaufen. Ich brauchte diverse Kapitel, bis sie mir authentisch vorgekommen ist.
Luz’ Freund Niall konnte ich nicht richtig greifen. Erst wirkte er super lieb und zuvorkommend, dann verlor er für mich seine Integrität, nur um sie kurze Zeit später wiederzugewinnen und dabei war er mir fast die gesamte Zeit über unsympathisch.
Und Darel war ein riesengroßes Fragezeichen für mich. Ich bin mir sicher, dass die Autorin das so gewollt hat, immerhin trägt Darel eine ganze Menge Geheinisse mit sich herum, doch durch seine Unnahbarkeit und Unhöflichkeit, wirkte auch er für mich leider unsympathisch.

Ich brauchte daher, wie gesagt, ein wenig Zeit, um mich damit abzufinden, dass die drei wichtigsten Charaktere zu Beginn für mich einfach keine Sympathieträger waren. Es wurde mit der Zeit deutlich besser und durch eine große Portion Spannung flog ich auch regelrecht durch die Seiten.
Ich habe das Buch trotz meiner Kritik an den Charakteren sehr gerne gelesen. Es hat mir Spaß gemacht, mich unterhalten und mir gleichzeitig nochmal vor Augen geführt, dass die Menschheit ein großes Problem mit “Andersartigkeit” hat.

Fazit

Obwohl ich mit den Charakteren zu Beginn nicht so recht warm geworden bin, hat mich “Elbendunkel” sehr gut unterhalten. Es war spannend, gesellschaftskritisch und sehr gut geschrieben. Den zweiten Band werde ich auf jeden Fall auch noch lesen, denn ich muss nun unbedingt wissen, wie die ganze Geschichte ausgeht.

Von mir gibt es gute 4 von 5 Sternen und damit eine Empfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.11.2020

Interaktives Buch mit zuckersüßen Illustrationen und einer fesselnden Geschichte

SCHNÜFFELO
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Dinosaurier stehen bei uns zu Hause gerade hoch im Kurs. Dabei ist es meiner Tochter egal, ob die Dinos furchteinflößend realistisch aussehen oder so niedlich sind wie Schnüffelo hier in diesem Buch – ...

Dinosaurier stehen bei uns zu Hause gerade hoch im Kurs. Dabei ist es meiner Tochter egal, ob die Dinos furchteinflößend realistisch aussehen oder so niedlich sind wie Schnüffelo hier in diesem Buch – Hauptsache Dinos.
Kaum hatte ich das Buch aus seinem Karton befreit, kam auch schon meine Tochter angelaufen und wollte unbedingt, dass ich ihr die Detektivgeschichte vorlese. Leider hatte ich in dem Moment keine Zeit, daher schnappte sie sich das Buch, blätterte es alleine durch und bestaunte die niedlichen Illustrationen.

Im Urlaub hatten wir dann Zeit das Buch zu lesen und prompt durfte ich es gleich zwei Mal hintereinander lesen. Da es sich um eine Detektivgeschichte handelt, war sie an einigen Stellen sehr spannend für meine Tochter, so dass sie mir quasi an den Lippen hing. Ich beobachtete sie beim Lesen immer mal wieder und stellte fest, dass sie vollkommen gefesselt war.
Die Autorin bindet die Kinder durch gezielte Fragen auch direkt in die Geschichte mit ein, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Auch meine Tochter war begeistert davon und beantwortete jede der Fragen mit großem Eifer. So konnte sie Schnüffelo, Lou und Linus bei der Suche nach dem Pfannkuchendieb tatkräftig mithelfen. Sie war richtig stolz.

Das Buch ist für Kinder von 4 bis 9 Jahren empfohlen. Meine Tochter ist 4 und für sie passte die Idee der Geschichte, die Umsetzung, der Schreibstil, die Länge der Geschichte und die vielen bunten Bilder ganz optimal. Zum Selberlesen würde ich es eher schon geübteren Lesern empfehlen, da es relativ viel Text ist für Erstleserinnen. Wenn der zu lesende Text allerdings zwischen Erwachsenem und Kind aufgeteilt wird, könnte es auch für Erstleserinnen passen.
Für ältere Leserinnen könnte die Geschichte eventuell etwas zu knapp sein. Beispielsweise wird nicht darauf eingegangen woher sich die beiden Kinder und Schnüffelo kennen oder wieso er von Erwachsenen nicht gesehen werden kann. Meine Tochter ist erst 4 und sie hat dennoch danach gefragt, wieso Schnüffelo bzw. sein Skateboard denn fliegen kann. Ich habe mir eine Erklärung dazu ausgedacht und damit war sie dann auch zufrieden. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass die älteren Leserinnen das nicht so einfach hinnehmen und gerne mehr (Hintergrund-)Informationen hätten.

Das ist aber auch schon mein einziger Kritikpunkt, da ich das Buch ansonsten wirklich zuckersüß finde. Die Illustrationen sind großartig, die Geschichte einnehmend und der Schreibstil fesselnd. Wir haben das Buch sehr gerne gelesen.

Fazit

Ein interaktives Buch mit zuckersüßen Illustrationen und einer fesselnden Geschichte. Meiner Tochter und mir hat es sehr gut gefallen und wir freuen uns schon darauf mehr von Schnüffelo zu lesen.

Vin uns gibt es knappe 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.11.2020

Wunderbar geschrieben, sehr informativ, bestärkend und Mut machend

Mein Familienkompass
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Wer sich ein wenig im Bereich der Pädagogik bewegt, wird sicherlich bereits über Nora Imlau gestolpert sein. Und das ist auch gut so. Mit ihrem neusten Werk “Mein Familienkompass” ist ihr erneut ein ganz ...

Wer sich ein wenig im Bereich der Pädagogik bewegt, wird sicherlich bereits über Nora Imlau gestolpert sein. Und das ist auch gut so. Mit ihrem neusten Werk “Mein Familienkompass” ist ihr erneut ein ganz wunderbares, Mut machendes und wegweisendes Buch gelungen.

Jede*r die Kinder hat, wird es wahrscheinlich kennen. Irgendwann kommt immer der Moment an dem das Familie sein zu viel Kraft und Energie kostet, wo alles, was gesagt oder gemacht wird, falsch ist, sich angegiftet wird und die einzige Möglichkeit, ein wenig Ruhe rein zu bekommen, in Schuldgefühlen endet, weil die Kinder “abgeschoben” wurden.
Nora Imlau erklärt in ihrem Buch wieso gerade unsere Generation es aktuell sehr schwer hat. Noch nie zuvor wurden Erziehende mit der Wahl des “richtigen” Erziehungsstils so alleine gelassen wie heute.
Wir wurden großgezogen und mussten gehorchen, unsere Meinung und unsere Bedürfnisse waren nicht so wichtig, wie die der Erwachsenen. Unsere Eltern kannten es noch nicht, dass sie sich stundenlang mit uns beschäftigen mussten, eine Idee nach der anderen suchen und ausführen. Wir gingen einfach nach draußen spielen und waren pünktlich zum Abendbrot wieder zu Hause.
Ohne, dass unsere Eltern, das beabsichtigt hätten, haben wir heutigen Eltern eine Menge Traumata, die wir mit in unsere eigene Erziehungsarbeit mitnehmen und die es uns häufig alles andere als leicht machen, entspannt mit unseren fordernden Kindern umzugehen.
Wir arbeiten, nehmen Verpflichtungen wahr, kümmern uns um unsere Kinder und das alles ohne Dorf im Hintergrund. Viele Eltern sind heute alleine, was die Erziehung ihrer Kinder angeht, das hat die Evolution so nicht vorgesehen.

Nora Imlau erklärt in ihrem Buch mit klaren Worten, wieso unsere heutige Generation so schnell ausgebrannt ist, wieso wir so unzufrieden sind und warum uns die Leichtigkeit im Familienleben leider so häufig fehlt.
Mir haben ihre Worte und Erklärungen unheimlich viele Aha-Effekte beschert. Ich habe beim Lesen wahnsinnig viel gelernt und würde das Buch daher am liebsten allen Eltern weiterempfehlen.

Wer mit Kindern authentisch und auf Augenhöhe leben möchte und dabei die Bedürfnisse aller (Erwachsener und Kinder) wahrnehmen und wertschätzen möchte, der findet in diesem Buch sicherlich ein paar Mut machende und bestärkende Anregungen.

Der Schreibstil der Autorin ist anspruchsvoll, doch nicht zu schwer. In Teilen erfordert es allerdings ein wenig mehr Konzentration, um dem Geschriebenen gut folgen zu können. Ich muss zugeben, dass ich mich zu Beginn des Buches erst einmal reinfuchsen musste und es zunächst etwas verwirrend fand. Das hat sich jedoch recht schnell gelegt und danach konnte ich nur noch Positives aus dem Buch ziehen.

Fazit

Wunderbar geschrieben, sehr informativ, bestärkend und Mut machend. Wieder ein Buch von Nora Imlau, das mich vollauf begeistern konnte. Dieses hier möchte ich sehr gerne jedem gestressten Elternteil ans Herz legen, das auf Augenhöhe mit Kindern leben möchte und dabei die eigenen Bedürfnisse nicht außer Acht lassen möchte.
Entspannte Familien kann es nur geben, wenn die Bedürfnisse aller gehört, gesehen und wertgeschätzt werden.

Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine klare Empfehlung!

Veröffentlicht am 30.10.2020

Trotz kleinerer Kritikpunkte ein toller Reihenauftakt

Midnight Chronicles - Schattenblick
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Manchmal geht ein Hype – trotz Blog und Bookstagram-Account – auch an mir vorbei und ich stoße mehr oder weniger zufällig auf das Buch. So geschehen bei Midnight Chronicles von Bianca Iosivoni und Laura ...

Manchmal geht ein Hype – trotz Blog und Bookstagram-Account – auch an mir vorbei und ich stoße mehr oder weniger zufällig auf das Buch. So geschehen bei Midnight Chronicles von Bianca Iosivoni und Laura Kneidl. Beide Autorinnen kenne ich bereits seit einigen Jahren namentlich und verfolge sie auch bei Instagram, doch das Buch ist mir tatsächlich eher durch Zufall über den Weg gelaufen. Der Zeitpunkt passte auch sehr gut, da ich mal wieder Lust auf Fantasy hatte.
Angepriesen wird das Buch als Romantasy, doch ich persönlich würde es eher der Urban Fantasy zuordnen, da die Liebesgeschichte im Buch doch recht zaghaft ist. Ein Knistern ist zwar immer zu spüren, doch der Fokus liegt meiner Meinung nach woanders.

Roxy ist vor einiger Zeit ein Missgeschick passiert – wenn man es denn so nennen kann – sie hat unabsichtlich 449 Seelen aus der Hölle entkommen lassen und nun hat sich genau 449 Tage zeit, um diese Seelen alle wieder zurück in die Unterwelt zu schicken. Eine Mission, die eigentlich schon on Beginn an zum Scheitern verurteilt ist. Doc Roxy gibt nicht auf. Sie hat ein Ziel und dieses Ziel muss sie unbedingt erreichen!
Auf einer ihrer nächtlichen Streifzüge als Hunterin begegnet Roxy einer dieser entflohenen Seelen, die sich den Körper eines Mannes zu eigen gemacht hat. Roxy besiegt den Geist, schickt ihn zurück in die Hölle und rettet gleichzeitig das Leben des Mannes. Dieser kann sich nach seiner Rettung jedoch an nichts mehr erinnern und wird in die Obhut der Londoner Hunter genommen. Genau genommen soll Roxy sich um Shaw kümmern, was ihr so gar nicht passt. Besonders nicht, da sie Gefühle für ihn entwickelt, die keine Zukunft haben.

Roxy als Protagonistin hat mir wirklich sehr gefallen. Schlagfertig, tough, sarkastisch und doch verletzlich. Sie ist der Typ “Harte Schale, weicher Kern”. Manchmal habe ich sie mir ein klein wenig zugänglicher gewünscht, doch so wie die beiden Autorinnen sie konzipiert und gezeichnet haben, hat sie ganz prima in die Geschichte gepasst.
Ebenso Shaw, der auf Anhieb super sympathisch wirkt. Endlich kein rougher Badboy, der so cool ist, das alles um ihn herum sofort zu Eis erstarrt, sondern ein netter, zuvorkommender Mann, der alle höflich und respektvoll behandelt. Das hat mir richtig gut gefallen. Shaw umgibt allerdings ein Geheimnis und ich bin unfassbar darauf gespannt um was es sich handelt. Ich habe bereits eine Ahnung, weiß jedoch nicht, ob sie der Realität entspricht. Dafür muss ich auf die nächsten Bände dieser Reihe warten.

Insgesamt sind die Charaktere in diesem Buch sehr divers, was mir persönlich unheimlich gut gefällt. Ich finde es wichtig, das in heutigen Büchern mehr Diversität gezeigt wird. Leider kam es mir hier an einigen Stellen doch zu gewollt bzw. forciert vor und wirkte daher nicht ganz so natürlich, wie ich es mir gewünscht hätte. Dennoch beide Daumen hoch für mehr Diversität in Büchern!

Zu Beginn des Buches brauchte ich ein wenig, um in die Geschichte zu kommen. Sie konnte mich zunächst nicht so richtig fesseln und ich legte das Buch immer mal wieder zur Seite. Nach etwa einem Drittel, war ich jedoch gefangen von der Geschichte und konnte nicht genug bekommen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht und wie das Buch endet. Achtung, es endet mit einem Cliffhanger. Wer nicht so gut damit zurecht kommt, sollte zumindest warten bis Band 2 erschienen ist. Ich kann ganz gut damit leben, freue mich jedoch auch jetzt schon auf das Erscheinen des zweiten Bandes.
Die Geschichte wird abwechseln aus der Perspektive von Roxy und Shaw erzählt, wobei auch immer mal wieder kurz in die Vergangenheit gesprungen wird und wir so mehr von Roxys Hintergrund erfahren.
Das Buch ist spannend geschrieben, jedoch wird der Spannungsbogen nicht konstant oben gehalten, was ok ist. Für mich hätte er jedoch gerne konstant oben bleiben können.

Fazit

Insgesamt hat mir der erste Band der Midnight Chronicles sehr gut gefallen. Ich habe zwar kleinere Kritikpunkte, doch die haben den Spaß am Buch nicht groß getrübt. Mir gefallen die Protagonisten und die Idee der Reihe.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und leicht zu lesen. Mein Kopfkino wurde nachhaltig aktiviert und ich habe noch jetzt, zwei Wochen nach Beendigung des Buches, Bilder im Kopf.
Der Romance-Part in diesem Buch ist nicht so stark ausgeprägt, was mich persönlich aber gar nicht gestört hat.

Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band der Reihe und kann Band 1 mit gutem Gewissen weiter empfehlen. Von mir gibt es gute 4 von 5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere