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Veröffentlicht am 17.03.2026

Ein Hund names Katze

Ein Hund namens Katze
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Das Buch „Ein Hund namens Katze“ erzählt die Geschichte eines kleinen Hundes, der in einem Wald geboren wird. Von seinem Wurf überlebt nur er. Sein Vater ist schon lange weg und auch seine Mutter bleibt ...

Das Buch „Ein Hund namens Katze“ erzählt die Geschichte eines kleinen Hundes, der in einem Wald geboren wird. Von seinem Wurf überlebt nur er. Sein Vater ist schon lange weg und auch seine Mutter bleibt nur kurze Zeit bei ihm. Bevor sie geht, gibt sie ihm den Namen Katze und eine wichtige Regel mit: Er soll immer unabhängig bleiben und niemandem vertrauen. Mit diesem Rat wächst Katze auf. Er zieht alleine durch die Welt, sehr vorsichtig und voller Angst. Doch die Einsamkeit macht ihn immer trauriger. Tief in sich wünscht er sich Nähe und jemanden, der bei ihm bleibt.

Eines Tages trifft er auf einen Menschen. Die Angst davor, dass ihm jemand etwas antun könnte, ist groß. Doch dann sieht er diesen Menschen schlafen, direkt vor sich. Langsam merkt Katze, dass dieser Mensch anders ist. Bald wird er zu seinem Menschen und zu seinem Freund. Und dieser eine Freund ist nur der Anfang von etwas Größerem.

Die Geschichte kommt aus Finnland und erzählt mit sehr wenigen Worten sehr viel. Zwischen den Zeilen gibt es so viel zu entdecken und zu spüren. Die Geschichte spricht über Einsamkeit, über das Bedürfnis nach Nähe und darüber, wie wichtig Freundschaft, Familie und Zusammenhalt sind.

Das Buch hat mich unglaublich berührt. Die Sprache ist manchmal direkt und wirkt stellenweise hart, aber sie ist ehrlich und ohne viele Ausschmückungen. Genau dadurch fühlt sich die Geschichte sehr echt an. Für manche (jüngere) Kinder könnten einige Themen schwer zu verstehen sein. Deshalb ist es ein Buch, über das man gut gemeinsam sprechen kann. Es regt dazu an, Fragen zu stellen und über Gefühle, Angst, Mut und Freundschaft/Familie nachzudenken.

Auch die Gestaltung des Buches ist sehr schön. Das Cover zeigt Hund Katze zusammen mit Herrn Marder in einer liebevollen Szene. Das Buch ist hochwertig gemacht und die stimmungsvollen Illustrationen begleiten die Geschichte sehr passend.

Obwohl es ein Kinderbuch ist, steckt viel Tiefe darin. Die Geschichte behandelt große Themen, die nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene anspricht. Mich hat dieses Buch emotional sehr bewegt und ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Kinderbuch so stark berühren kann. Das Buch ist anders, als so viele Kinderbücher und einfach voller Emotionen.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Die Märchenponys

Die Märchenponys, Band 1 - Schneewittchen hat jetzt vier Hufe
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Meine Tochter und ich sind regelrecht begeistert von dem Buch „Die Märchenponys: Schneewittchen hat jetzt vier Hufe“. Es ist der Auftakt zu einer wunderbaren Buchreihe und hat wirklich alles, was ein gutes ...

Meine Tochter und ich sind regelrecht begeistert von dem Buch „Die Märchenponys: Schneewittchen hat jetzt vier Hufe“. Es ist der Auftakt zu einer wunderbaren Buchreihe und hat wirklich alles, was ein gutes Kinderbuch ausmacht. Die Illustrationen sind niedlich und liebevoll gestaltet, der Text ist leicht verständlich, gut lesbar und in einer angenehmen Schriftgröße, sodass auch Erstleser das Buch gut alleine lesen können.

Die Idee hinter dem Buch ist einfach großartig. Märchenfiguren und die Pferdewelt werden miteinander verbunden, was besonders für Mädchen, die sowohl Prinzessinnen als auch Pferde lieben, eine perfekte Kombination ist. Bei meiner Tochter trifft das wie ein Sechser im Lotto zu. Das Cover ist wunderschön gestaltet, mit ein bisschen goldenem Glitzer, und macht sofort Lust, das Buch aufzuschlagen.

Der Text ist lebendig geschrieben und man fliegt nur so durch die Seiten. Man will unbedingt wissen, wie es weitergeht, denn es wird eine schöne Spannung aufgebaut. Gleichzeitig ist das Buch sehr niedlich, schön und enthält auch lustige Momente, die für noch mehr Freude beim Lesen sorgen.

Besonders gefällt uns auch, dass das Buch wertvolle Themen aufgreift. Die Prinzessinnen werden von einer Fee in Ponys verwandelt, damit sie in die Menschenwelt übergehen können. Sie müssen sieben gute Taten vollbringen, um wieder ins Märchenland zurückzukehren. In der ersten Aufgabe geht es darum, einem ängstlichen Mädchen zu helfen, mehr Selbstvertrauen zu entwickeln. Das wird auf eine liebevolle und spannende Weise erzählt und vermittelt eine tolle Botschaft.

Wir können das Buch uneingeschränkt empfehlen und freuen uns schon sehr auf den zweiten Band. Es ist wirklich ein richtig tolles Kinderbuch, das unsere Erwartungen voll und ganz erfüllt.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Der Roman „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ erzählt von zwei Paaren, die gemeinsam Urlaub machen, und von Spannungen, die sich unter der scheinbar entspannten Oberfläche langsam entwickeln. ...

Der Roman „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ erzählt von zwei Paaren, die gemeinsam Urlaub machen, und von Spannungen, die sich unter der scheinbar entspannten Oberfläche langsam entwickeln. Linn und Matze folgen der Einladung von Felix, dem wohlhabenden Jugendfreund Matzes, in einen luxuriösen Bungalow am Strand. Für Linn ist dieser Urlaub mehr als nur eine Auszeit. Danach soll ihr ein Embryo eingesetzt werden, sie möchte endlich schwanger werden. Dieser Wunsch durchzieht den gesamten Roman.
Von Beginn an liegt eine unterschwellige Unruhe in der Luft. Während sich Matze und Felix mit Crémant, Angelausflügen und alten Erinnerungen beschäftigen und dabei die sozialen Unterschiede zwischen ihnen zu überspielen versuchen, beobachten sich die beiden Frauen eher vorsichtig. Linn schwankt zwischen starkem Kinderwunsch und der Angst, keine gute Mutter sein zu können. In Eva, die sich geduldig und selbstverständlich um ihren Sohn und das Baby kümmert, erkennt sie sowohl ein Vorbild als auch eine Projektionsfläche für ihre eigenen Zweifel. Diese innere Zerrissenheit ist gut geschildert und macht Linn zu einer greifbaren Figur.
Der Roman lebt stark von dem, was unausgesprochen bleibt. Vieles geschieht zwischen den Zeilen, in Blicken, Gesten und kurzen Gesprächen. Die Dynamiken innerhalb der beiden Beziehungen werden nach und nach sichtbar. Man spürt, dass es unter der Oberfläche brodelt.
Insgesamt ist die Grundidee des Romans plausibel. Die Themen Kinderwunsch, Rollenbilder und soziale Unterschiede sind klug gewählt und bieten viel Stoff für Konflikte. Dennoch fiel mir das Lesen nicht immer leicht. Der Text wirkte stellenweise sperrig, sodass kein wirklich flüssiger Lesefluss entstehen wollte. Auch die Perspektivwechsel empfand ich teilweise als sehr abrupt, was mich wiederholt aus der Handlung gerissen hat.
Positiv hervorzuheben ist, dass die Autorin viel Raum für Interpretation lässt. Die leisen Zwischentöne sind gelungen. Allerdings nimmt die Geschichte gegen Ende eine sehr abstruse Wendung, die für mich nicht ganz stimmig wirkte und das zuvor sorgfältig aufgebaute Spannungsgefüge etwas geschwächt hat.
Insgesamt ist „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ ein Roman mit einer interessanten Idee und feinem Gespür für zwischenmenschliche Spannungen, der jedoch Geduld erfordert und sich nicht nebenbei weglesen lässt. Wer sich auf die ruhige, teilweise sperrige Erzählweise einlässt, findet eine intensive Auseinandersetzung mit Nähe, Neid und der Frage, was es heißt, eine gute Mutter sein zu wollen.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Wolfskälte

Wolfskälte
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„Wolfskälte“ hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Die Geschichte spielt auf einer abgelegenen, windgepeitschten Insel, auf der vor über hundert Jahren drei Leuchtturmwärter spurlos verschwanden. ...

„Wolfskälte“ hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Die Geschichte spielt auf einer abgelegenen, windgepeitschten Insel, auf der vor über hundert Jahren drei Leuchtturmwärter spurlos verschwanden. Als ein junger Mann tot am Fuße des Leuchtturms gefunden wird, reisen die beiden Polizisten Georgina und Richie aus Glasgow an, um den rätselhaften Fall zu untersuchen. Doch die Inselbewohner schweigen, wirken misstrauisch und scheinen etwas zu verbergen.

Besonders spannend ist Georgina, die nach einer schweren Verletzung im Außendienst versucht, wieder Fuß zu fassen. Sie ist stark, entschlossen und bringt sich oft selbst in Gefahr, wenn sie ihren Instinkten folgt. Auch Richie, ihr älterer Kollege, muss sich mit den Eigenheiten der Inselbewohner auseinandersetzen, die an alte Legenden und Sagen glauben und sich nach eigenen Regeln organisieren. Die ständige Spannung zwischen den Ermittlern und den Einheimischen trägt maßgeblich zur düsteren Atmosphäre bei.

Die Autorin Laura McClusky zeichnet die Charaktere sehr lebendig und realistisch. Man spürt die Ängste, den Aberglauben und die Verbundenheit der Dorfbewohner, gleichzeitig wird auch die innere Zerrissenheit von Georgina nachvollziehbar dargestellt. Besonders das Verhältnis zwischen den Ermittlern und dem Inselgeist von Geheimnissen und Misstrauen sorgt für eine bedrückende, fast greifbare Stimmung. Man ist sofort mittendrin, fiebert mit und möchte unbedingt erfahren, wie alles zusammenhängt.

Neben der spannenden Krimihandlung punktet „Wolfskälte“ auch mit überraschenden Wendungen und einem unerwarteten, aber glaubwürdigen Finale. Die Mischung aus Krimi, psychologischem Drama und mysteriöser Inselgeschichte macht das Buch besonders packend. Die Legenden, die alten Geschichten und das Geheimnis um die verschwundenen Leuchtturmwärter fügen sich nach und nach zu einem clever konstruierten Gesamtbild. Wer auf düstere, atmosphärische Krimis steht, wird von diesem Buch definitiv nicht enttäuscht.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Die Kunst, nicht auf alles zu reagieren

Die Kunst, nicht auf alles zu reagieren
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Ryushun Kusanagi ist buddhistischer Mönch und nähert sich in seinem Buch „Die Kunst, nicht auf alles zu reagieren“ dem Buddhismus nicht als Religion, sondern als praktische Lebenshaltung. Sein Ziel ist ...

Ryushun Kusanagi ist buddhistischer Mönch und nähert sich in seinem Buch „Die Kunst, nicht auf alles zu reagieren“ dem Buddhismus nicht als Religion, sondern als praktische Lebenshaltung. Sein Ziel ist es, Leserinnen und Leser dabei zu unterstützen, gelassener mit den Herausforderungen des Alltags umzugehen. Dabei greift er Themen auf, die viele Menschen beschäftigen, etwa vorschnelles Urteilen, der Umgang mit den Meinungen anderer oder die Frage, warum uns manche Situationen emotional so stark mitnehmen.

Das Buch verbindet klassische buddhistische Lehren mit leicht verständlichen Beispielen aus dem Alltag. Kusanagi erklärt seine Gedanken in einem ruhigen, freundlichen Ton, ohne belehrend zu wirken. Die Kapitel sind kurz, klar strukturiert und bauen logisch aufeinander auf, was das Lesen angenehm und übersichtlich macht. Besonders das Kapitel über vorschnelles Urteilen hat mich sofort angesprochen. Der Autor zeigt eindrucksvoll, wie schnell wir uns eine Meinung bilden, ohne die Hintergründe wirklich zu kennen, und wie heilsam es sein kann, einen Moment innezuhalten, bevor wir reagieren.

Ein zentraler Gedanke des Buches ist, dass emotionale Reaktionen nicht durch äußere Ereignisse selbst entstehen, sondern durch unsere Bewertung dieser Ereignisse. Indem wir unsere Gefühle bewusst wahrnehmen, können sie an Intensität verlieren und sich mit der Zeit auflösen. Diese Idee wird durch zahlreiche Anekdoten aus dem Klosteralltag und aus Beratungssituationen veranschaulicht, was die Inhalte greifbar und lebensnah macht.

Gerade für Menschen, die sich bisher wenig mit Achtsamkeit oder eigenen Gedankenmustern beschäftigt haben, bietet das Buch einen sehr leichten Einstieg. Die Sprache ist klar, die Impulse sind sanft und laden dazu ein, die eigene Perspektive zu überdenken. Gleichzeitig sollte man keine tiefgehenden Analysen oder konkreten Lösungsstrategien erwarten. Kusanagi versteht sein Buch nicht als therapeutischen Ratgeber, sondern als Sammlung von Denkanstößen.

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