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Veröffentlicht am 22.04.2026

Little Hollywood

Little Hollywood
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„Little Hollywood“ von Inga Hanka erzählt die Geschichte von Leo, die kurz nach dem Abi irgendwo zwischen Aufbruch und Stillstand festhängt. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder in eher schwierigen ...

„Little Hollywood“ von Inga Hanka erzählt die Geschichte von Leo, die kurz nach dem Abi irgendwo zwischen Aufbruch und Stillstand festhängt. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder in eher schwierigen Verhältnissen, der Vater kümmert sich nicht, Geld ist knapp. Eigentlich will sie raus aus der Kleinstadt und in Köln studieren, aber so richtig sicher ist sie sich nicht, ob sie das überhaupt schafft und ob sie ihre Familie einfach zurücklassen kann.

Die Handlung spielt über ein paar Monate im Sommer, in denen Leo versucht, ihr Leben irgendwie auf die Reihe zu kriegen. Dabei hängt sie viel mit Freundinnen und Mitschülern ab, geht feiern und verbringt viel Zeit in der Videothek, die dem Buch auch seinen Namen gibt. Besonders spannend wird es durch Jo, der dort arbeitet und mit dem sich langsam mehr entwickelt.

Was gut gelungen ist, ist die ruhige, eher realistische Entwicklung zwischen Leo und Jo. Das fühlt sich glaubwürdig an und nicht übertrieben. Auch die Unsicherheit nach dem Abi und dieses Gefühl von “eigentlich müsste ich jetzt mein Leben planen, aber habe keinen Plan” kommt ganz gut rüber.

Die Geschichte liest sich zwar ganz angenehm weg, aber so richtig hängen geblieben ist bei mir nicht viel. Klar, die ganzen Filme aus den 90ern sorgen schon für ein bisschen Atmosphäre, aber das allein reicht irgendwie nicht, um einen wirklich in diese Zeit reinzuziehen. Ich hätte mir einfach mehr typische Details gewünscht, die das Lebensgefühl damals stärker transportieren. Gerade Musik spielt ja in dem Alter eine riesige Rolle, und davon kommt hier meiner Meinung nach zu wenig vor. Auch so Dinge aus dem Alltag, die einen direkt zurückkatapultieren, hätten dem Ganzen gutgetan.

So bleibt es eher bei einer oberflächlichen Nostalgie, die zwar nett ist, aber nicht wirklich berührt. Ich hatte gehofft, mich mehr wiederzufinden oder zumindest dieses vertraute Gefühl von früher zu spüren, wenn man an die eigene Jugend denkt. Stattdessen bleibt es ein bisschen distanziert, fast so, als würde man nur von außen draufschauen, ohne wirklich einzutauchen.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Emilia Blumenherz - Band 1

Emilia Blumenherz, Band 1 - Das geheime Pflanzeninternat
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Ich habe „Emilia Blumenherz – Das geheime Pflanzeninternat (Band 1)“ gemeinsam mit meiner achtjährigen Tochter gelesen und wir waren beide richtig begeistert. Die Geschichte ist schön und spannend erzählt ...

Ich habe „Emilia Blumenherz – Das geheime Pflanzeninternat (Band 1)“ gemeinsam mit meiner achtjährigen Tochter gelesen und wir waren beide richtig begeistert. Die Geschichte ist schön und spannend erzählt und hat ein angenehmes Tempo, genau richtig für Kinder. Man kann wunderbar miträtseln und wird gleichzeitig ganz entspannt durch die Handlung getragen.
Besonders gefallen hat uns diese zauberhafte Welt rund um Emilia, das Internat und all die Pflanzen, Gewächse und Naturideen. Das Ganze ist nicht nur fantasievoll, sondern bringt Kindern auch auf eine richtig schöne Art die Natur näher. Eine wirklich tolle Idee.
Emilia selbst ist eine super sympathische Hauptfigur, neugierig, offen und einfach liebenswert. Man fühlt sich schnell mit ihr verbunden und begleitet sie gern durch ihr Abenteuer. Wer die Bücher von Usch Luhn kennt, wird auch hier sofort ihren typischen Stil wiedererkennen.
Auch optisch ist das Buch sehr gelungen. Das Cover ist bunt, fröhlich und ansprechend und im Inneren gibt es kleine Illustrationen, die alles noch lebendiger machen. Es gibt viel zu entdecken, was das Lesen zusätzlich spannend macht.
Die Geschichte ist nicht durchgehend actionreich, sondern hat auch ruhigere und einfach schöne Momente. Genau diese Mischung hat uns gut gefallen. Als Erwachsener hat man an manchen Stellen allerdings das Gefühl, dass einiges etwas oberflächlich bleibt. Da hätte es für mich ruhig noch ein bisschen mehr Tiefe geben dürfen. Meine Tochter hat das dagegen überhaupt nicht gestört. Sie war komplett im Geschehen drin, hat mitgefiebert und fand die Geschichte einfach toll. Für sie war alles genau richtig so und sie war sehr zufrieden.
Für uns ist es auf jeden Fall ein gelungener Auftakt der Reihe und wir freuen uns schon sehr auf Band 2. Gerade weil es ein Kinderbuch ist und meine Tochter so begeistert war, gibt es von uns eine volle Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Ein Hund names Katze

Ein Hund namens Katze
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Das Buch „Ein Hund namens Katze“ erzählt die Geschichte eines kleinen Hundes, der in einem Wald geboren wird. Von seinem Wurf überlebt nur er. Sein Vater ist schon lange weg und auch seine Mutter bleibt ...

Das Buch „Ein Hund namens Katze“ erzählt die Geschichte eines kleinen Hundes, der in einem Wald geboren wird. Von seinem Wurf überlebt nur er. Sein Vater ist schon lange weg und auch seine Mutter bleibt nur kurze Zeit bei ihm. Bevor sie geht, gibt sie ihm den Namen Katze und eine wichtige Regel mit: Er soll immer unabhängig bleiben und niemandem vertrauen. Mit diesem Rat wächst Katze auf. Er zieht alleine durch die Welt, sehr vorsichtig und voller Angst. Doch die Einsamkeit macht ihn immer trauriger. Tief in sich wünscht er sich Nähe und jemanden, der bei ihm bleibt.

Eines Tages trifft er auf einen Menschen. Die Angst davor, dass ihm jemand etwas antun könnte, ist groß. Doch dann sieht er diesen Menschen schlafen, direkt vor sich. Langsam merkt Katze, dass dieser Mensch anders ist. Bald wird er zu seinem Menschen und zu seinem Freund. Und dieser eine Freund ist nur der Anfang von etwas Größerem.

Die Geschichte kommt aus Finnland und erzählt mit sehr wenigen Worten sehr viel. Zwischen den Zeilen gibt es so viel zu entdecken und zu spüren. Die Geschichte spricht über Einsamkeit, über das Bedürfnis nach Nähe und darüber, wie wichtig Freundschaft, Familie und Zusammenhalt sind.

Das Buch hat mich unglaublich berührt. Die Sprache ist manchmal direkt und wirkt stellenweise hart, aber sie ist ehrlich und ohne viele Ausschmückungen. Genau dadurch fühlt sich die Geschichte sehr echt an. Für manche (jüngere) Kinder könnten einige Themen schwer zu verstehen sein. Deshalb ist es ein Buch, über das man gut gemeinsam sprechen kann. Es regt dazu an, Fragen zu stellen und über Gefühle, Angst, Mut und Freundschaft/Familie nachzudenken.

Auch die Gestaltung des Buches ist sehr schön. Das Cover zeigt Hund Katze zusammen mit Herrn Marder in einer liebevollen Szene. Das Buch ist hochwertig gemacht und die stimmungsvollen Illustrationen begleiten die Geschichte sehr passend.

Obwohl es ein Kinderbuch ist, steckt viel Tiefe darin. Die Geschichte behandelt große Themen, die nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene anspricht. Mich hat dieses Buch emotional sehr bewegt und ich hätte nicht gedacht, dass mich ein Kinderbuch so stark berühren kann. Das Buch ist anders, als so viele Kinderbücher und einfach voller Emotionen.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Die Märchenponys

Die Märchenponys, Band 1 - Schneewittchen hat jetzt vier Hufe
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Meine Tochter und ich sind regelrecht begeistert von dem Buch „Die Märchenponys: Schneewittchen hat jetzt vier Hufe“. Es ist der Auftakt zu einer wunderbaren Buchreihe und hat wirklich alles, was ein gutes ...

Meine Tochter und ich sind regelrecht begeistert von dem Buch „Die Märchenponys: Schneewittchen hat jetzt vier Hufe“. Es ist der Auftakt zu einer wunderbaren Buchreihe und hat wirklich alles, was ein gutes Kinderbuch ausmacht. Die Illustrationen sind niedlich und liebevoll gestaltet, der Text ist leicht verständlich, gut lesbar und in einer angenehmen Schriftgröße, sodass auch Erstleser das Buch gut alleine lesen können.

Die Idee hinter dem Buch ist einfach großartig. Märchenfiguren und die Pferdewelt werden miteinander verbunden, was besonders für Mädchen, die sowohl Prinzessinnen als auch Pferde lieben, eine perfekte Kombination ist. Bei meiner Tochter trifft das wie ein Sechser im Lotto zu. Das Cover ist wunderschön gestaltet, mit ein bisschen goldenem Glitzer, und macht sofort Lust, das Buch aufzuschlagen.

Der Text ist lebendig geschrieben und man fliegt nur so durch die Seiten. Man will unbedingt wissen, wie es weitergeht, denn es wird eine schöne Spannung aufgebaut. Gleichzeitig ist das Buch sehr niedlich, schön und enthält auch lustige Momente, die für noch mehr Freude beim Lesen sorgen.

Besonders gefällt uns auch, dass das Buch wertvolle Themen aufgreift. Die Prinzessinnen werden von einer Fee in Ponys verwandelt, damit sie in die Menschenwelt übergehen können. Sie müssen sieben gute Taten vollbringen, um wieder ins Märchenland zurückzukehren. In der ersten Aufgabe geht es darum, einem ängstlichen Mädchen zu helfen, mehr Selbstvertrauen zu entwickeln. Das wird auf eine liebevolle und spannende Weise erzählt und vermittelt eine tolle Botschaft.

Wir können das Buch uneingeschränkt empfehlen und freuen uns schon sehr auf den zweiten Band. Es ist wirklich ein richtig tolles Kinderbuch, das unsere Erwartungen voll und ganz erfüllt.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Der Roman „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ erzählt von zwei Paaren, die gemeinsam Urlaub machen, und von Spannungen, die sich unter der scheinbar entspannten Oberfläche langsam entwickeln. ...

Der Roman „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ erzählt von zwei Paaren, die gemeinsam Urlaub machen, und von Spannungen, die sich unter der scheinbar entspannten Oberfläche langsam entwickeln. Linn und Matze folgen der Einladung von Felix, dem wohlhabenden Jugendfreund Matzes, in einen luxuriösen Bungalow am Strand. Für Linn ist dieser Urlaub mehr als nur eine Auszeit. Danach soll ihr ein Embryo eingesetzt werden, sie möchte endlich schwanger werden. Dieser Wunsch durchzieht den gesamten Roman.
Von Beginn an liegt eine unterschwellige Unruhe in der Luft. Während sich Matze und Felix mit Crémant, Angelausflügen und alten Erinnerungen beschäftigen und dabei die sozialen Unterschiede zwischen ihnen zu überspielen versuchen, beobachten sich die beiden Frauen eher vorsichtig. Linn schwankt zwischen starkem Kinderwunsch und der Angst, keine gute Mutter sein zu können. In Eva, die sich geduldig und selbstverständlich um ihren Sohn und das Baby kümmert, erkennt sie sowohl ein Vorbild als auch eine Projektionsfläche für ihre eigenen Zweifel. Diese innere Zerrissenheit ist gut geschildert und macht Linn zu einer greifbaren Figur.
Der Roman lebt stark von dem, was unausgesprochen bleibt. Vieles geschieht zwischen den Zeilen, in Blicken, Gesten und kurzen Gesprächen. Die Dynamiken innerhalb der beiden Beziehungen werden nach und nach sichtbar. Man spürt, dass es unter der Oberfläche brodelt.
Insgesamt ist die Grundidee des Romans plausibel. Die Themen Kinderwunsch, Rollenbilder und soziale Unterschiede sind klug gewählt und bieten viel Stoff für Konflikte. Dennoch fiel mir das Lesen nicht immer leicht. Der Text wirkte stellenweise sperrig, sodass kein wirklich flüssiger Lesefluss entstehen wollte. Auch die Perspektivwechsel empfand ich teilweise als sehr abrupt, was mich wiederholt aus der Handlung gerissen hat.
Positiv hervorzuheben ist, dass die Autorin viel Raum für Interpretation lässt. Die leisen Zwischentöne sind gelungen. Allerdings nimmt die Geschichte gegen Ende eine sehr abstruse Wendung, die für mich nicht ganz stimmig wirkte und das zuvor sorgfältig aufgebaute Spannungsgefüge etwas geschwächt hat.
Insgesamt ist „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ ein Roman mit einer interessanten Idee und feinem Gespür für zwischenmenschliche Spannungen, der jedoch Geduld erfordert und sich nicht nebenbei weglesen lässt. Wer sich auf die ruhige, teilweise sperrige Erzählweise einlässt, findet eine intensive Auseinandersetzung mit Nähe, Neid und der Frage, was es heißt, eine gute Mutter sein zu wollen.

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