Alice in der Unterkunft
KatabasisAlice, Doktorandin der Analytischen Magie in Cambridge, steigt in die Unterwelt herab um ihren Doktorvater zu retten. Ohne Abschluss, für den sie glaubt Professor Grimes zu benötigen, ist ihr Traum von ...
Alice, Doktorandin der Analytischen Magie in Cambridge, steigt in die Unterwelt herab um ihren Doktorvater zu retten. Ohne Abschluss, für den sie glaubt Professor Grimes zu benötigen, ist ihr Traum von einer eigenen Professur unerreichbar. Außerdem ist Alice nicht ganz unschuldig an Grimes Tod. In der Hölle muss Alice auch noch ihren größten Konkurrenten Peter Murdoch ertragen.
Katabasis von Rebecca F. Kuang ist literarische Fantasy, mit Dark Academia Komponenten. Die Geschichte wohl irgendwann in den 1980er Jahren angesiedelt. Das Buch beinhaltet ein ungewöhnliches Magiesystem aus Mathematik, Logik, Linguistik und Paradoxen. Vieles ist dabei nicht einfach nachzuvollziehen. Zu Beginn fand ich die Hölle interessant gestaltet, bis sich im mittleren Teil alles zu sehr ähnelt. Manche Szenen lesen sich tatsächlich unangenehm. Religion, unterschiedliche Mythologien, Philosophie, die Autorin lässt wenig aus. Die beiden Protagonisten, besonders Alice, machen es einen nicht einfach sie zu mögen. Alice ist zwar brilliant auf ihrem Gebiet, ihr Ehrgeiz lässt sie aber kalt wirken, auch leidet sie an Unsicherheiten und dem Gefühl nicht gut genug zu sein. Murdoch scheint der Erfolg eigentlich zuzugfliegen, leidet letztendlich auch am toxischen System der Uni. Vorallem Alice Charakter durchläuft in der Unterwelt eine Entwicklung. Es gibt während der Reise sehr viele Rückblicke auf Alice Zeit in Cambridge, geprägt von enormen Leistungsdruck, Konkurrenz, Manipulation, patriarchalischem System und einer toxischen Beziehung zu ihrem Doktorvater. Besonders interessant fand ich auch das die Autorin selbst an der University of Cambridge studiert hat und das Buch deshalb mit Sicherheit eine persönliche Komponente hat. Dadurch, dass sich die Autorin so vielen unterschiedlichen Thematiken widmet, ging für mich Spannung verloren. Paradoxen, oder ähnliches, worüber die Protagonisten diskutierten, blieben mir machmal unverständlich. Die Geschichte ist daher tatsächlich eine Herausforderung, komplex und auf jeden Fall kein Buch zum Abschalten.