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Veröffentlicht am 21.08.2025

Nunu, die Prinzessin der Düfte

Der Duft der fernen Insel
1

Es ist 1854, Eve ist 25 Jahre alt und lebt und arbeitet an einer Schule für blinde Kinder in Liverpool. Sie liebt ihre Arbeit, die Schule und die Kinder. Doch dann wird sie ins Büro der Direktorin gerufen ...

Es ist 1854, Eve ist 25 Jahre alt und lebt und arbeitet an einer Schule für blinde Kinder in Liverpool. Sie liebt ihre Arbeit, die Schule und die Kinder. Doch dann wird sie ins Büro der Direktorin gerufen der ein unglaubliches Angebot für Eve vorliegt.

Der Sultan von Sansibar ist auf der Suche nach einer Lehrerin und einer Erzieherin für seine mittlerweile neunjährige Tochter Nunu, die blind zur Welt gekommen ist. Dabei ist seine Wahl auf Eve gefallen.

Die Direktorin rät Eve dazu diese Stelle anzutreten. Da Eve Weise ist und sie somit keine Verwandten hat, die sie evtl zurückhalten würden/könnten, nimmt sie diese Stelle an.

In Sansibar angekommen eröffnet sich Eve eine vollkommen neue und fremde Welt, wo sie sich jedoch schnell rein findet.
An ihrem ersten Tag im Palast begleitet sie Nunus Tagesablauf um sich ein Bild davon zu machen wie das Leben der Prinzessin im Palast vonstatten geht.
Am nächsten Tag übernimmt Eve dann die Fürsorge für Nunu. Sie ist von Anfang an kosequent und bringt Nunu in eine gute Richtung. Sie unterrichtet Nunu sehr breit gefächert und lässt sie auch im Alltag immer selbstständiger werden.

Als dann der Tag kommt an dem der Sultan stirbt, ändert sich jedoch alles. Es entbrennt ein bitterer Streit zwischen den beiden ältesten Söhnen des Sultans um die Nachfolge des Throns.
Da Nunu infolge des Todes ihres Vaters einige Gewürzplantagen erbt, beschließt sie gemeinsam mit Eve und ihrem Gefolge dorthin zu ziehen.
Bereits im Palast hat Nunu Interesse daran entwickelt Düfte und Parfüm selbst herzustellen, mit großem Erfolg. Dieser Leidenschaft geht sie nun hier auf ihrer eigenen Plantage weiter nach. Das Leben und die Arbeit auf der Plantage läuft hervorragend, alle haben sich gut aufeinander abgestimmt und sind zufrieden.

Doch dann geschieht es das Eve und Nunu sich in den gleichen Mann verlieben und alles ist auf einen Schlag zerstört. Die Wege von Nunu und Eve trennen sich hier.

Insgesamt gesehen hat mir dieser Roman ganz gut gefallen, aber es gibt auch ein paar Kritikpunkte.
Es gibt ja einige parallel laufende Erzählstränge von unterschiedlichen Personen, die bis zu dem Zerwürfnis auf der Plantage ineinander übergehen, doch dann gibt es einen harten Schnitt und zack wird erstmal eine ganze Weile lediglich von Nunu erzählt, alle anderen Personen fallen unter den Tisch.
Die ganze Zeit hatte ich z.B. die Frage im Kopf was ist mit Eve? Was ist mit Ethan? Was ist mit Fanny? Das ist hier sehr unglücklich von der Autorin gewählt.

Zum Ende hin wird das wieder besser und die Autorin erzählt wieder regelmäßig von den verschiedenen Charakteren.

Des weiteren verlieren sich die Erzählungen hier an manchen Stellen und an anderen Stellen hätte man mehr draus machen können. Wieder andere Situationen sind mir zu platt, viel zu unrealistisch und stellenweise auch zu gewollt.

Die anderen Romane von Christina Rey haben mir um einiges besser gefallen, hier bin ich ein wenig enttäuscht und hin und her gerissen.

Was ich auch noch als störend empfinde ist das plakativ auf Cover und Buchrücken geschriebene Sarah Lark schreibt als Christina Rey. Sowas ist für mich ein No go, fließt jedoch nicht in meine Bewertung mit ein!

Mein Fazit
Ansich eine schöne Geschichte die ich als stellenweise zu gewollt empfunden habe. Manchmal ist weniger mehr.
Leseempfehlung?
Ja. Wenn man jedoch die vorherigen Bücher von Christina Rey gelesen hat, sollte man seine Erwartungen ein wenig runter schrauben.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 13.08.2025

Hollywood Romanze

Versprich mir, dass du tanzt
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Seit Lilys Ehemann Adam an Krebs gestorben ist, ist jetzt ein Jahr vergangen. Als Lily am ersten Todestag zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, fährt sie kurz entschlossen zu ihren Eltern.
Nachdem sie ...

Seit Lilys Ehemann Adam an Krebs gestorben ist, ist jetzt ein Jahr vergangen. Als Lily am ersten Todestag zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, fährt sie kurz entschlossen zu ihren Eltern.
Nachdem sie dort angekommen ist und einen kurzen Augenblick unaufmerksam ist flüchtet Fletcher, Adams Hund. Als Lily Fletcher folgt landet sie auf dem, mittlerweile verwilderten Nachbargrundstück auf dem sie als Kind ihre halbe Jugend verbracht hat.
Ihr Zufluchtsort damals war ein alter Ahornbaum. Bis sich an einem bestimmten Tag Josh, der Pflegesohn der damaligen Nachbarn zu ihr gesellt. Die beiden werden beste Freunde. Josh hat seinerzeit ihre beiden Namen in den Baum geschnitzt.
Mittlerweile ist eben dieser Baum einem Sturm zum Opfer gefallen. Auf der Suche nach Fletcher steht Lily allerdings wieder vor dem Umgestürzten Baum und sieht das ihre beiden Namen, nach wie vor, unversehrt zu lesen sind.

Josh und Lily waren untrennbar, bis einen Tag vor Lilys Hochzeit, da kam es zu einem erbitterten Streit und Josh hat gesagt er möchte Lily nie wieder sehen.

Als Adam jedoch auf dem Sterbebett liegt, bittet er Lily um einen letzten Gefallen. Er möchte, das Lily sich auf den Weg macht um nach Josh zu suchen. Sie soll sich von Josh erzählen lassen was damals passiert ist, dann soll Lily Adam verzeihen und danach soll sie Josh verzeihen. Lily verweigert Adam jedoch den letzten Wunsch zu erfüllen, verspricht ihm jedoch das sie es tun würde um ihn in Frieden gehen zu lassen.

Nachdem sie jetzt, nach einem Jahr vor diesem Baum steht, nagt das schlechte Gewissen an Lily da sie Adams letzten Wunsch nun doch nicht erfüllt hat. Da das schlechte Gewissen sich nun immer öfter zu Wort meldet, fängt Lily nun doch an nach Josh zu suchen.

Die Charaktere finde ich hier sehr sympathisch, die Geschichte an sich hat mir auch äußerst gut gefallen, das Buch ist kurzweilig und ich habe es innerhalb von zwei Tagen verschlungen und das obwohl ich keine schnell Leserin bin.
Allerdings war mir dieses ewige hin und her was sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht einfach zu viel. Das hat mich irgendwann nur noch genervt. Nein, nein, nein, ja, ja, ja, nein, nein nein und so weiter...

Was mich auch ganz immens gestört hat war, das mir persönlich zum Ende noch ein Kapitel gefehlt hat. Mit diesem ganzen hin und her hat sich die Geschichte für mich stellenweise etwas gezogen. Liliy ist in den dreißigern und dann auf einmal, zack im nächsten Kapitel ist sie 70. Zwar wird im letzten Kapitel von Lilys Stand der Dinge erzählt, aber ich hätte dennoch gerne etwas mehr darüber gelesen als das die Geschichte dann so aprupt endet. Es bleiben keine Fragen mehr offen, trotzdem stört mich das wie es hier gemacht wurde.

Mein Fazit
Eine kurzweilige Hollywood Romanze in schriflicher Form, die man nebenbei mal schnell weglesen kann.
Leseempfehlung?
Wenn einen ewig langes hin und her geeier nicht nervt, dann ja, ansonsten lieber nicht.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2025

Wahre Begebenheiten

Ginsterhöhe
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Der junge Bauer Albert Lintermann kehrt 1919 körperlich und psychisch schwer verletzt zurück nach Hause, nach Wollseifen. Die Dorfbewohner, vor allen Dingen aber seine Frau Bertha sind entsetzt von seinem ...

Der junge Bauer Albert Lintermann kehrt 1919 körperlich und psychisch schwer verletzt zurück nach Hause, nach Wollseifen. Die Dorfbewohner, vor allen Dingen aber seine Frau Bertha sind entsetzt von seinem Aussehen, da Albert sein halbes Gesicht im Krieg verloren hat.

Bertha kehrt Albert den Rücken und erträgt es kaum, überhaupt noch in seiner Nähe zu sein.

Doch nach und nach findet Albert wieder zurück in den Alltag und auch im Dorfleben findet er wieder Anschluß. Eine große Stütze dabei ist Leni, die Verlobte seines ehemals besten Freundes, der jedoch im Krieg gefallen ist und bei dessen Tot Albert sich seine Verletzung zugezogen hat.

Immer mehr bringt Albert sich auf dem elterlichen Hof ein, modernisiert einiges, vergrößert den Hof und erleichtert sich und seinem Vater mit neuen Geräten die Arbeit. Alles scheint sich zum Guten zu wenden, doch dann kommt es erneut zum Krieg.

Dieser Roman basiert auf wahren Begebenheiten, die Personen sind jedoch fiktiv.

Albert ist so ein liebenswerter Mensch, er ist immer fleißig und gibt nie auf, ganz egal was passiert. Er ist immer für alle da und versucht jedem zu helfen so gut er kann.
Besonders gut hat mir die Freundschaft zwischen Silvio und Albert gefallen. Die Eintragungen des Lehrers haben mir auch gut gefallen.

Hier kommt die gesamte Grausamkeit des Krieges zum tragen. Überaus erschreckend wenn man bedenkt wie die Zeiten im Moment sind und das einigen nicht klar ist was hier noch passieren könnte.

Die Autorin hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil und kann gut die Gefühle der Protagonisten rüber bringen. An vielen Stellen war ich entsetzt und hatte viel Mitgefühl mit den Menschen die das alles durchleben mussten.

Zu diesem Roman gehören noch zwei weitere Bücher. Zwar ist dieser hier der erste, allerdings würde ich empfehlen Perlenbach zuerst zu lesen und erst danach Ginsterhöhe, da das chronologisch richtig ist erst Perlenbach zu lesen. So habe ich es gemacht und so würde ich es wieder machen.
Perlenbach beginnt 1865 und Ginsterhöhe beginnt 1919.

Mein Fazit
Ein tiefgründiger Roman über den Schrecken des Krieges und die Bewohner von Wollseifen die alles verloren haben, am Ende sogar ihr gesamtes Dorf.
Leseempfehlung?
Ja, auf jeden Fall.

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Traumatische Kindheitserlebnisse

Der Sommer am Ende der Welt
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Hanna ist Journalistin und reist zusammen mit ihrer Tochter Katie nach Borkum.

Da ihre Mutter in den sechziger Jahren ein Verschickungskind gewesen ist, möchte Hanna auf Borkum recherchieren, da sie einen ...

Hanna ist Journalistin und reist zusammen mit ihrer Tochter Katie nach Borkum.

Da ihre Mutter in den sechziger Jahren ein Verschickungskind gewesen ist, möchte Hanna auf Borkum recherchieren, da sie einen Artikel über die damalige Zeit und die Kinder schreiben möchte.

Gerade auf der Insel angekommen macht Hanna Bekanntschaft mit einem der Inselärzte Namens Ole. Sie ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht in welchen Gewissenskonflikt sie hinein geraten wird.
Denn, nach nur wenigen Tagen verlieben sich Hanna und Ole ineinander, doch kommen immer mehre Geschehnisse ans Licht in denen klar wird das auch Oles Familie mit den Verschickungskindern zu tun hatte.

Während ihrer Recherche tun sich immer mehr Abgründe auf was die Kinder damals erleiden mussten und wie viele Menschen da mit drin gehangen haben. Stellenweise ist es nur sehr schwer zu ertragen was dort für grauenhafte Dinge vorgefallen sind und wie die Kinder behandelt wurden.

Auf Borkum gibt es jedoch einen heimlichen Unterstützer von Hanna der ihr Material zukommen lässt um ihr dabei zu helfen die Missetaten aufzudecken, während andere Inselbewohner alles dafür tun um zu verhindern das Hanna diesen Artikel schreiben wird.

Dieser Roman ist sehr bewegend, es zerreißt einem Regelrecht das Herz zu lesen wie mit diesen Kindern umgegangen worden ist. Es ist jedoch wichtig dies mal zu thematisieren.

Die Charaktere gefallen mir sehr gut, sie sind einfühlsam und empathisch. Wie eins zum anderen geführt hat, das hat mir alles gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm.
Stellenweise war es so spannend, das ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte.

Mein Fazit
Ein Roman mit Tiefgang der erstmal sacken muss wenn man ihn gelesen hat. Wer selbt Verschickungskind gewesen ist, bei dem könnte hier einiges wieder aufbrechen.
Leseempfehlung?
Ja.

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Veröffentlicht am 13.07.2025

Ein Jahr mit Charlie

Himmel ohne Ende
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Charlie ist fünfzehn Jahre alt und somit mitten in der Pupertät. Sie lebt alleine mit ihrer Mutter und vermisst ihren Vater so sehr, das sie das Haus niemals ohne eine alte Jeansjacke verlässt die ihm ...

Charlie ist fünfzehn Jahre alt und somit mitten in der Pupertät. Sie lebt alleine mit ihrer Mutter und vermisst ihren Vater so sehr, das sie das Haus niemals ohne eine alte Jeansjacke verlässt die ihm gehört hat. Charlie trägt sie wie eine zweite Haut.

Sie hat es gerade wirklich nicht leicht. Als wäre die Pupertät ansich nicht schon schwierig genug, kehrt ihre beste Freundin Kati ihr den Rücken und küsst noch dazu Charlies heimlichen Schwarm.

Ihre Mutter lernt einen neuen Mann kennen, der nach und nach bei ihnen einzieht und zum guten Schluß stirbt auch noch ihr Hamster Markus.

Zwischen all den Dingen schwingt Charlie hin und her, fühlt sich verloren und ist noch auf der Suche nach ihrem Platz im Leben.

Doch eines Tages tut sich sprichwörtlich der Himmel auf und Kornelius, genannt Pommes, tritt in Charlies Leben und macht ihre Tage Stück für Stück wieder ein wenig heller. Beide nähern sich langsam an und stellen fest, das sie ähnliche Ansichten haben, tauschen sich oft und viel miteinander aus und finden so langsam ihren ganz eigenen Weg in die Welt. Beide tun sich gegenseitig gut und lernen voneinander.

Dieser Roman ist sehr, sehr düster und bedrückend zu Anfang. Ich habe mich richtig schwer damit getan mich da durch zu ringen. Das finde ich schade, da die Geschichte ansich gut ist und auch für Teenager in der Findungsphase hilfreich sein kann.

Mir war das anfänglich zuviel der Finsternis, gepaart mit den, für mich, wenig greifbaren Protagonisten, habe ich hier zwei Sterne abgezogen.

Die Protagonisten waren für mich leider nicht greifbar, so richtig konnte ich mich nicht in die einzelnen Personen hineinfühlen. Einzig Pommes war ein Highlight für mich.

Mein Fazit
Ein eher schwermütiger Roman, mit nicht gerade symphatischen Charakteren, aber auch einer guten Geschichte im Hintergrund auf der Suche nach sich selbst während der Pupertät.
Leseempfehlung?
Hmm, eher schwierig, da ich nicht vollends überzeugt von diesem Roman bin.

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