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Alondria

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2018

Gewollt konstruiert ohne Tiefgang

Dreckiger Schnee
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Meine Meinung


Mit "Dreckiger Schnee" hat Joseph Knox sein Debüt geschrieben und es gelang ihm, dieses gleich in einem großen Verlag die Knaur zu veröffentlichen. Die Frage ist nur: Wie? Denn dieses Buch ...

Meine Meinung


Mit "Dreckiger Schnee" hat Joseph Knox sein Debüt geschrieben und es gelang ihm, dieses gleich in einem großen Verlag die Knaur zu veröffentlichen. Die Frage ist nur: Wie? Denn dieses Buch ist von vorne bis hinten nicht stimmig.


Der Schreibstil wirkt von der ersten Seite an abgehackt, kurze Sätze werden bevorzugt. Ab und an ein längerer Satz wäre allerdings gar nicht mal so schlimm. Man wartet jedoch vergeblich auf einen Satz, der über mehr als 2 Zeilen geht. Besonders gerne lässt Knox auch mal das Subjekt im Satz weg und beginnt einfach direkt mit dem Verb. Ist ja auch mal möglich. Kann ja auch mal ein gutes Stilmittel sein. Nervt aber bei zu hohem Aufkommen dieser Konstruktion. Durch diesen Schreibstil verging mir direkt die Lust am Lesen und leider konnte so auch nie wirklich Spannung aufkommen.


Dann sind da noch die Protagonisten... Sie weisen keinerlei charakterliche Tiefe auf und von Entwicklung braucht man gar nicht erst sprechen. Jeder einzelne bleibt bis zum bitteren Ende in seiner Rolle - wie festgewurzelt, nicht der kleinste Schritt in eine andere Richtung. Sie wirken alle absolut oberflächlich und es gelang mir beim besten Willen nicht, bei auch nur einem von ihnen mal hinter die Fassade zu schauen. Ich bezweifle allerdings auch, dass hinter der Fassade irgendetwas gewesen wäre. Auch die Dialoge zwischen den Protagonisten sind oft sehr enttäuschend. Die Ausdrucksweise ist meistens absolut unpassend und gehört eher in ein Jugendbuch, als hier hin.


Ich hatte anhand des Klappentextes gehofft, dass immerhin die Story packend ist. War sie aber nicht... Ehrlich gesagt sitze ich hier nach Beendigung des Buches und stelle mir nur eine Frage: Worum ging es eigentlich? Zunächst gab es noch einen roten Faden, aber dann nahm das Ganze Ausmaße an, die völlig übertrieben und nicht nachvollziehbar waren. Und es fehlte einfach DIE Story. Die Story, die halt eigentlich den Mittelpunkt darstellen sollte.


Einen Pluspunkt gibt es lediglich für das Cover, das mir immerhin gefällt.


Fazit


Ich habe das Gefühl, der Autor konstruiert hier gewollt eine Geschichte, die hinten und vorne nicht schlüssig ist. Ich war noch nie so ratlos nach dem Lesen eines Buches, wie nach "Dreckiger Schnee". Im Endeffekt habe ich 432 Seiten gelesen ohne zu wissen, worum es gehen soll. Aus den einzelnen Geschichten, die in diesem Buch stecken, hätte man auch locker drei einzelne Bücher machen können. Dann wäre immerhin genug Platz gewesen, eine Story auch wirklich zu Ende zu bringen.

Veröffentlicht am 19.10.2018

Spannung vom Anfang bis zum Ende

Blutrausch - Er muss töten
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Meine Meinung
Der 9. Fall für Robert Hunter und seinen Partner Carlos Garcia ist endlich erschienen! Chris Carter ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren im Thriller-Bereich und dieser neue Fall zeigt, ...

Meine Meinung


Der 9. Fall für Robert Hunter und seinen Partner Carlos Garcia ist endlich erschienen! Chris Carter ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren im Thriller-Bereich und dieser neue Fall zeigt, dass dies aus gutem Grund so ist.

Carter hat einen tollen Schreibstil, der die Protagonisten lebendig und die Story real werden lässt. Es ist kaum möglich, das Buch aus der Hand zu legen, wenn man erst einmal zu lesen begonnen hat. Durch seine Art zu schreiben wird die Spannung von der ersten Seite an aufgebaut, findet immer wieder kleine Spitzen und endet schließlich in einem grandiosen Höhepunkt. Während des Lesens fühlt man sich in die Situation hineinversetzt: Adrenalinstöße, Angstschweiß und "AHA"-Momente sind keine Seltenheit. Das macht das Lesen umso interessanter. Die Protagonisten sind charakterlich detailliert ausgearbeitet und keiner wirkt oberflächlich. Wenn man bisher auch alle anderen Fälle von Robert Hunter gelesen hat, ist es tatsächlich so, als würde man einen alten Freund nach langer Zeit wiedertreffen.

Das Cover finde ich super, da es zu allen anderen aus der Reihe passt. Allein der Titel (bzw. die Übersetzung des Titels) passt meiner Meinung nicht so ganz zum Inhalt. Den englischen Titel "The Gallery of the Dead" hätte man ruhig genauso im Deutschen übernehmen können.

Fazit


"Blutrausch - Er muss töten" konnte mich restlos überzeugen. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und warte jetzt schon sehnsüchtig auf den Sommer 2019, damit ich das neue Buch von Carter lesen kann! Klare Empfehlung meinerseits. Obwohl man die meisten seiner Fälle unabhängig voneinander lesen kann, würde ich hier doch empfehlen, die Vorgänger gelesen zu haben.

Veröffentlicht am 24.08.2018

Flache Charaktere und vorhersehbare Story

Vier.Zwei.Eins.
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Die Autorin? Mir völlig fremd, aber ich bin immer offen für Neues. Der Titel? Klingt spannend! Das Cover? Gefällt mir sehr gut, tolle Gestaltung. Der Klappentext? Scheint vielversprechend zu sein, mit ...

Die Autorin? Mir völlig fremd, aber ich bin immer offen für Neues. Der Titel? Klingt spannend! Das Cover? Gefällt mir sehr gut, tolle Gestaltung. Der Klappentext? Scheint vielversprechend zu sein, mit garantiertem Gänsehaut-Effekt! Die nüchterne Realität? Sah leider ganz anders aus...


Positiv an dem Buch war für mich der Schreibstil der Autorin, durch den man zum Einen in einen guten Lesefluss kam und sich zum Anderen in sämtliche Charaktere hineindenken konnte. Die Idee der Story hat auf jeden Fall auch genug Potenzial, das leider in keinster Weise ausgeschöpft wurde. Hineindenken in die Charaktere: ja; Authentizität und Tiefe? Fehlanzeige. Sie wirkten alle durchweg oberflächlich und haben immer wieder so unrealistisch gehandelt, dass es beim Lesen schon fast wehtat. Fängt die Geschichte noch relativ spannend an, merkt man leider schnell, dass sämtliche Handlungen und "Geheimnisse" gar nicht mal so undurchschaubar und geheim sind. Für mich war die gesamte Story von Beginn an total vorhersehbar und im Laufe der Kapitel habe ich mir tatsächlich einen Spaß daraus gemacht, meine Vermutungen aufzuschreiben, die dann zu 99,9% tatsächlich auch einige Seiten später genauso bestätigt wurden.

Die offensichtlich durchschaubare Story, die nicht einmal ansatzweise das hält, was der Klappentext verspricht, wird dann auch noch mit einem in meinen Augen absolut utopischen Ende gekrönt.


Leider hat mich VIER. ZWEI. EINS. von Erin Kelly so gar nicht überzeugen können und die Vorfreude entwickelte sich relativ schnell in pure Enttäuschung. Empfehlen kann ich das Buch also definitiv nicht.

Veröffentlicht am 31.01.2018

Authentisch, spannend, fesselnd

Black Blade
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Meine Meinung
Mit einem prägnanten Schreibstil, der den Alltag vergessen lässt, fesselt die Autorin den Leser regelrecht ans Buch. Detaillierte Beschreibungen regen die Fantasie an, wodurch das Lesen einem ...

Meine Meinung


Mit einem prägnanten Schreibstil, der den Alltag vergessen lässt, fesselt die Autorin den Leser regelrecht ans Buch. Detaillierte Beschreibungen regen die Fantasie an, wodurch das Lesen einem Film gleicht, der sich vor dem inneren Auge abspielt. Sowohl Situationen, als auch Handlungen und Protagonisten wirken durchweg authentisch.

Die Hauptprotagonistin, Lila Merriweather, ist ganz klar die Sympathieträgerin der Story. In vielen Dingen, die sie sagt und tut, kann man sich gut mit ihr identifizieren und findet dementsprechend schnell Zugang zu ihr und der Geschichte. Aber auch Devon, andere Sinclairs und natürlich die Antagonisten, sind greifbar und dennoch zum Teil mysteriös. "Geheimnis" wird in diesem Buch ganz groß geschrieben, was das Lesen umso spannender gestaltet, da man keinen der Charaktere wirklich durchschauen kann. Die detailliert ausgearbeiteten Charaktere gefallen mir alle sehr gut, und die charakterliche Tiefe, die Estep ihnen eingehaucht hat, lässt viel Raum für Entwicklung. Und eben diese findet auch bei jedem von ihnen statt, was mir als Leser besonders wichtig ist.

Von der ersten Seite an wird die Spannung aufgebaut, erreicht kurz vor Schluss einen fantastischen Höhepunkt und ebbt nur langsam wieder ab, ohne ganz zu verschwinden. Mit anderen Worten: Die Spannung bleibt über das Ende hinaus leicht erhalten, was neugierig auf den dritten und somit letzten Teil der Trilogie macht. Viele Fragen bleiben offen, sodass man als Leser immer die Möglichkeit hat, mitzudenken und - vor allen Dingen - sich richtig auf die Story einzulassen. Immer wieder miträtseln, die Luft anhalten und lachen zu können, macht das Lesen zu einem schönen Erlebnis, das viel Freude bereitet.

Fazit


Jennifer Estep kann mit Band 2 der Black Blade-Trilogie ebenso überzeugen wie mit dem ersten. "Authentizität" ist nur eines der Schlagwörter, die mir in Zusammenhang mit Black Blade in den Sinn kommen. Die Autorin hat eine wunderbare Reihe geschaffen, die zu lesen sich auf jeden Fall lohnt, egal wie alt man ist! Ein Muss für jeden Fantasy-Fan!

Veröffentlicht am 28.05.2017

Philosophisch angehaucht mit wunderbarer Botschaft

Buchland
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Das Buch
Erster Satz
Die Bücher um mich herum, die sich unter einem staubigen Mantel zu verbergen suchten, schienen leise zu wispern.

Dieses Antiquariat ist nicht wie andere Buchläden!
Das muss auch die ...

Das Buch


Erster Satz
Die Bücher um mich herum, die sich unter einem staubigen Mantel zu verbergen suchten, schienen leise zu wispern.

Dieses Antiquariat ist nicht wie andere Buchläden!
Das muss auch die gescheiterte Buchhändlerin Beatrice feststellen, als sie notgedrungen die Stelle im staubigen Antiquariat des ebenso verstaubt wirkenden Herrn Plana annimmt. Schnell merkt sie allerdings, dass dort so manches nicht mit rechten Dingen zugeht:
Wer verbirgt sich hinter den so antiquiert wirkenden Stammkunden „Eddie“ und „Wolfgang“? Und welche Rolle spielt Herr Plana selbst, dessen Beziehung zu seinen Büchern scheinbar jede epische Distanz überwindet?
Doch noch ehe Beatrice all diese Geheimnisse lüften kann, gerät ihr Mann Ingo in große Gefahr und Beatrice setzt alles daran, ihn zu retten. Zusammen mit Herrn Plana begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch das mysteriöse Buchland. Dort treffen sie nicht nur blinde Buchbinder, griechische Göttinnen und die ein oder andere Leseratte, auch der Tod höchstpersönlich kreuzt ihren Weg.
Und schon bald steht fest: Es geht um viel mehr, als bloß darum, Ingo zu retten. Vielmehr gilt es, die Literatur selbst vor ihrem Untergang zu bewahren!


Meine Meinung


Markus Walther hat mit "Buchland" eine wunderbare Welt erschaffen, in der die Literatur zu einem spricht. Durch seinen Schreibstil lässt er das Buchland real werden, denn beim Lesen kommt es einem tatsächlich so vor, als würde das Buch zu einem sprechen und etwas äußerst Wichtiges mitteilen. Die Botschaft, wie wichtig Bücher in unserem Leben sind, hat Walther absolut lesenswert verpackt.

Seine Protagonisten sind liebevoll ausgearbeitet und schon ab der ersten Seite bleibt einem nichts anderes übrig, als sie zu mögen. Jeder einzelne macht bis zum Schluss eine Charakterentwicklung durch, die durchaus authentisch wirkt.

Herrn Plana und Beatrice bei ihren Abenteuern im Buchland zu begleiten, macht einfach Spaß. Dümpelt die Story zunächst noch ein wenig vor sich hin, so nimmt sie dann doch immer mehr Fahrt auf und lässt dem Leser schließlich kaum noch eine Atempause. Richtig gut wird das Buch also erst mit der Zeit, dennoch ist der schleichende Anfang sehr wichtig für das Verständnis alles Kommenden.

Spannung gibt es vor allen Dingen ab dem zweiten Drittel des Buches. Hier steigt sie immer mehr an und lässt wirklich bis zur letzten Seite nicht nach. Als Leser fühlt man sich direkt in die Geschehnisse hineinversetzt. Vor allem mit Beatrice, dem Ruhepol der Geschichte, konnte ich mich schnell identifizieren. Durch sie einen Zugang zur Geschichte zu finden, war nicht schwierig.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Beatrice mit Feder und Büchlein im Vordergrund steht wirklich für den Inhalt von "Buchland". Und auch die verschiedenen Details im Hintergrund spielen alle eine Rolle im Verlauf der Story.

Fazit


"Buchland" von Markus Walther ist ein tolles Fantasy-Buch mit Botschaft. Mit seinen 244 Seiten ist es schnell gelesen, dennoch sollte sich die Zeit genommen werden, auch zwischen den Zeilen zu lesen und der Geschichte Raum zu geben, sich zu entfalten. Trotz der anfänglichen doch recht langwierigen Erklärungen rund um das Buchland, nimmt das Buch bald schon an Fahrt auf.

Ich kann das Buch guten Gewissens empfehlen!