Literarischer Nebel zwischen Genie und Verwirrung
Dieser sinnlose NebelGedankenspiele, literarische Spielereien und irgendwo dazwischen ein Mann, der eigentlich nur spazieren gehen will und plötzlich in seinem eigenen Kopf verloren geht. Genau so fühlt sich dieser Roman an. ...
Gedankenspiele, literarische Spielereien und irgendwo dazwischen ein Mann, der eigentlich nur spazieren gehen will und plötzlich in seinem eigenen Kopf verloren geht. Genau so fühlt sich dieser Roman an. Kein klassischer Plot, eher ein leises Herumirren durch Ideen, Erinnerungen und diese seltsam melancholische Herbststimmung, die sich wie feuchter Nebel über alles legt.
Simon lebt davon, anderen Autoren Zitate zu liefern. Schon diese Idee hat mich grinsen lassen. Irgendwie genial, irgendwie absurd und genau der Ton, den das Buch durchzieht. Während er durch Cadaqués läuft, schweifen seine Gedanken ständig ab. Literatur, Bruder, Vergangenheit, Politik, Realität. Alles fließt ineinander, manchmal brillant, manchmal auch ein bisschen anstrengend.
Stark ist die Atmosphäre. Dieser ruhige Spaziergang, der eigentlich keiner ist. Eher ein innerer Monolog mit Blick aufs Meer. Man merkt schnell, dass hier weniger passiert, dafür umso mehr gedacht wird. Wer Action sucht, wird nervös. Wer Literatur liebt, nickt zustimmend und verliert sich selbst ein bisschen in den Abschweifungen.
Der Humor kommt trocken um die Ecke. Kein lautes Lachen, eher dieses leise Schmunzeln, wenn ein Gedanke plötzlich schräg abbiegt. Gleichzeitig wirkt das Buch stellenweise bewusst verkopft. Manche Passagen fühlen sich wie ein intellektueller Drahtseilakt an. Beeindruckend, aber nicht immer leicht.
Unterm Strich ein literarischer Spaziergang mit viel Kopfkino, wenig Tempo und einer sehr eigenen Stimme. Kein Buch für zwischendurch, eher eins für ruhige Abende mit Kaffee und dem Gefühl, gerade etwas leicht Verrücktes gelesen zu haben.