Wenn der Junggesellinnenabschied zur Falle wird
Bachelorette PartySchwedische Inseln haben ja irgendwie immer direkt diesen leichten Gruselfaktor. Viel Wasser, viel Einsamkeit und meistens läuft es nie so entspannt, wie es am Anfang klingt. Genau so fühlt sich das hier ...
Schwedische Inseln haben ja irgendwie immer direkt diesen leichten Gruselfaktor. Viel Wasser, viel Einsamkeit und meistens läuft es nie so entspannt, wie es am Anfang klingt. Genau so fühlt sich das hier auch an. Erst denkt man noch, netter Mädels-Trip, bisschen Yoga, bisschen Wein, bisschen Drama. Und dann kippt die Stimmung schneller als man gucken kann.
Diese unterschwellige Anspannung hat mich ziemlich schnell gepackt. Da ist dieses Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt, noch bevor überhaupt wirklich etwas passiert. Und genau das macht das Buch stark. Kein plumper Horror, sondern dieses leise Unbehagen, das sich langsam hochschraubt.
Die Dynamik zwischen den Freundinnen ist dabei fast noch spannender als die eigentliche Mordgeschichte. Da brodelt es gewaltig unter der Oberfläche. Alte Geschichten, kleine Sticheleien, unausgesprochene Dinge. Man merkt schnell, hier ist niemand komplett ehrlich. Und ganz ehrlich, genau das macht es so unterhaltsam.
Als dann die Situation eskaliert, zieht das Tempo ordentlich an. Ab da wird es ein klassischer Thriller mit Insel-Setting und steigender Paranoia. Nicht alles überrascht komplett, aber die Atmosphäre trägt einen ziemlich zuverlässig durch die Story.
Unterm Strich ein richtig solider Thriller, der weniger durch krasse Twists glänzt, sondern durch dieses unangenehme Gefühl, dass jederzeit alles auseinanderbrechen kann. Perfekt für einen Abend, an dem man eigentlich nur kurz reinlesen wollte und plötzlich viel zu spät ins Bett geht.