Profilbild von Alrik

Alrik

Lesejury Star
offline

Alrik ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Alrik über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.09.2025

Zwischen Safran, Straßenprotesten und Herzklopfen

Im Herzen der Katze
0

Nachtgedanken, Instagram-Scrollen und plötzlich knallt dir die Realität mitten ins Gesicht – so startet Jina Khayyer in Im Herzen der Katze und das Ding hat mich sofort gepackt. Da sitzt man da, denkt ...

Nachtgedanken, Instagram-Scrollen und plötzlich knallt dir die Realität mitten ins Gesicht – so startet Jina Khayyer in Im Herzen der Katze und das Ding hat mich sofort gepackt. Da sitzt man da, denkt an nichts Böses, und plötzlich stolpert man in eine Mischung aus Familiengeschichte, politischem Brennglas und poetischem Fiebertraum. Das liest sich wie eine Erinnerung, die man nie selbst hatte, die sich aber trotzdem in die eigene Haut brennt.

Die Autorin zieht einen zwischen Südfrankreich und Iran hin und her, und ich schwöre, manchmal hatte ich das Gefühl, mit ihr im Taxi zu hocken oder am Esstisch der Tanten zu sitzen. Diese Bilder sind so plastisch, dass du fast den Duft von Safran und gegrilltem Fleisch in der Nase hast. Und dann wieder dieser Cut – Proteste, Straßendemonstrationen, die Gewalt der Sittenpolizei. Zack, Herzklopfen, Schweißhände. Es ist diese Spannung zwischen Wärme und Bedrohung, die den Text so krass lebendig macht.

Humor blitzt immer wieder durch, manchmal still, manchmal bissig, als wollte Khayyer sagen: „Ja, das Leben ist ernst, aber wer den Witz darin nicht sieht, hat schon verloren.“ Und genau das rettet einen beim Lesen, weil die Schwere sonst wie Blei auf die Brust drückt.

Was mich echt beeindruckt hat: Sie stellt große Fragen – Zugehörigkeit, Freiheit, Mut – ohne dass man sich belehrt fühlt. Stattdessen wird man reingezogen, denkt mit, fühlt mit, stolpert mit. Am Ende sitzt man da, schließt das Buch und weiß: Dieses Herz der Katze schlägt auch in mir nach. Keine Ahnung, wie sie das macht, aber es ist verdammt große Kunst.

Fazit: Politisch, persönlich, poetisch – und trotzdem so nahbar, dass man beim Lesen eher einen Roadtrip mit einer Freundin als eine schwere Lektüre erlebt. Für mich ganz klar: fünf Sterne und ein dickes „Wow“.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2025

Wenn ein Buch swingt wie eine Jam-Session

The Sound of Rebellion. Zur politischen Ästhetik des Jazz
0

Kaum schlägt man dieses Buch auf, klingt es schon, als hätte jemand den Verstärker direkt ins Hirn gestöpselt. Kein seichtes Gedudel, kein „easy listening“ für Sonntagmorgen – hier rummst es, hier zischt ...

Kaum schlägt man dieses Buch auf, klingt es schon, als hätte jemand den Verstärker direkt ins Hirn gestöpselt. Kein seichtes Gedudel, kein „easy listening“ für Sonntagmorgen – hier rummst es, hier zischt es, hier rebelliert der Jazz. Peter Kemper nimmt einen mit auf eine Tour durch hundert Jahre Musikgeschichte, die eigentlich gar nicht nur Musikgeschichte ist, sondern pure Zeitgeschichte mit Trompete, Saxophon und einem Haufen Energie. Wer dachte, Jazz sei bloß eine schräge Begleitung zum Rotwein-Schwenken, der sollte sich anschnallen.

Kemper schreibt, als säße er mitten in einer verrauchten Kellerbar, während Archie Shepp mit dem Saxophon die Wände zum Wackeln bringt. Leidenschaft tropft aus jeder Seite, man spürt förmlich, wie eng Jazz mit der Geschichte der Afroamerikaner verwoben ist – mit all ihrem Schmerz, Widerstand und der ewigen Suche nach Freiheit. Und ja, manchmal ist das Buch so intensiv, dass man es fast wie eine Jam-Session lesen muss: mal langsam, mal voller Speed, immer mit der Gefahr, den Faden zu verlieren, nur um dann an einer ganz anderen Stelle wieder mitten reinzuschlittern.

Die vielen Abbildungen und Fotos sind nicht nur Beiwerk, sondern wirken wie kleine visuelle Bassläufe, die den Text aufpeppen. Ein „Jazzbuch, wie es noch keines gab“? Könnte man sagen. Ich sage: Es ist ein Manifest, das aufzeigt, warum Jazz nie einfach nur Musik war, sondern immer auch ein Aufschrei, eine Geste, ein rebellischer Beat gegen Ungerechtigkeit.

Am Ende klappt man das Buch zu und hat das Gefühl, gerade selbst auf einer Bühne gestanden zu haben – verschwitzt, euphorisiert, mit wummerndem Herzen. Und denkt sich: Verdammt, das war keine Lektüre, das war ein Solo. Standing Ovations von meiner Seite.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.09.2025

Monster, Magie und jede Menge Chaos – Suri rockt!

Suri, die Monsterjägerin
0

Monster, Magie und jede Menge Chaos – das ist ungefähr die Kurzfassung von dem, was Suri und ich (okay, streng genommen meine Nichte und ich) hier erlebt haben. Wir haben uns diesen Comic geschnappt und ...

Monster, Magie und jede Menge Chaos – das ist ungefähr die Kurzfassung von dem, was Suri und ich (okay, streng genommen meine Nichte und ich) hier erlebt haben. Wir haben uns diesen Comic geschnappt und sind sofort in eine Welt reingestolpert, in der man nie weiß, ob gleich ein Katzengeist auftaucht, ein goldener Faden Ärger macht oder ein Riesenmonster laut brüllt. Und das Beste: Man kann gar nicht aufhören zu lesen – oder vorzulesen, in meinem Fall. Meine Nichte saß mit leuchtenden Augen neben mir und hat jedes Panel verschlungen, während ich innerlich gehofft habe, dass unser Wohnzimmer nicht gleich von echten Monstern übernommen wird.

Suri ist eine Hauptfigur mit richtig Feuer im Hintern: frech, mutig, ein bisschen stur und genau die Sorte Charakter, die man sofort ins Herz schließt. Sie ist nicht nur eine Erzählerin von Monsterabenteuern, sondern will selbst mittendrin sein – und dieser Drang macht sie so herrlich unberechenbar. Ich fand’s genial, wie viel Witz und Charme in die Dialoge gesteckt wurde. Manche Sprüche haben mich so erwischt, dass ich laut lachen musste (meine Nichte fand das eher peinlich, aber egal).

Die Zeichnungen? Absolut grandios! Düster, verspielt, detailverliebt – und trotzdem so klar, dass Kinder locker mitkommen. Man merkt einfach, dass das eine Graphic Novel ist, die nicht nur unterhalten, sondern auch in eine richtig schräge, fantastische Welt entführen will. Besonders die Katzengeister fand ich genial creepy. Meine Nichte hingegen schwärmte natürlich sofort von Suris riesigem, lauten Freund. Typisch.

Alles in allem: Ein turbulentes Abenteuer mit Herz, Humor und ganz viel Fantasie. Perfekt für Kids, die in Geschichten eintauchen wollen, aber genauso spaßig für Erwachsene, die beim Vorlesen plötzlich merken, dass sie selbst genauso gefesselt sind. Ich sage mal so: Wenn Suri noch weitere Monster bändigen will, sind wir definitiv wieder mit dabei!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2025

Hoffnung, die heller brennt als das Leid

Hoffnung im Leid
0

Manchmal haut einen das Leben so richtig aus den Socken. Leid ist kein Fremdwort – egal ob man’s zugeben will oder nicht. Nancy Guthrie nimmt einen mitten hinein in ihre persönliche Katastrophe, in eine ...

Manchmal haut einen das Leben so richtig aus den Socken. Leid ist kein Fremdwort – egal ob man’s zugeben will oder nicht. Nancy Guthrie nimmt einen mitten hinein in ihre persönliche Katastrophe, in eine Situation, die man keinem wünscht. Zwei Kinder, beide mit einer unheilbaren Krankheit geboren, beide viel zu früh gestorben. Schon beim Lesen zieht es einem das Herz zusammen. Und doch – da ist diese unfassbare Hoffnung, die sich wie ein heller Faden durch das Dunkel zieht.

Was mich dabei so gepackt hat: Sie schreibt ehrlich, ohne fromme Floskeln, aber auch ohne sich im Selbstmitleid zu baden. Sie geht mit Gott ins Ringen, schreit, fragt, zweifelt – und zeigt damit, dass echter Glaube nicht aus glatten Antworten besteht, sondern aus einer Beziehung zu einem Gott, der wirklich trägt. Dieses Buch ist kein „Alles wird gut“-Ratgeber, sondern ein „Da ist Hoffnung, auch wenn alles zusammenbricht“.

Besonders stark fand ich, wie sie ihre Geschichte mit Hiob verbindet. Der Typ aus der Bibel, der wirklich alles verloren hat, ist plötzlich nicht mehr bloß eine uralte Figur, sondern so greifbar, dass man fast meint, mit ihm am Feuer zu sitzen. Und mittendrin: Gottes Herz, das größer ist als jeder Schmerz.

Ich habe beim Lesen gelacht, geweint und immer wieder gestaunt, wie ehrlich und gleichzeitig tröstlich Worte sein können. Für Christen ist das Buch eine tiefe Ermutigung, weil es zeigt: Wir haben einen Gott, der nicht nur am Sonnenschein interessiert ist, sondern der mitten im Leid bleibt. Für alle, die Gott vielleicht nicht kennen, ist es ein starkes Zeugnis, dass Glaube eben nicht Weltflucht bedeutet, sondern Erdung mitten im Chaos.

Fazit: Kein leichter Lesesnack, sondern ein ehrlicher, tiefgehender Wegbegleiter für dunkle Täler. Absolut empfehlenswert – nicht, weil es Leid schönredet, sondern weil es Hoffnung großschreibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2025

Fabelwesen, Chipskrümel und Herzrasen – unser Buddyread-Abenteuer

Impossible Creatures – Der vergiftete König
0

Was für ein wilder Ritt! Wir haben das Buch kaum aufgeschlagen, da war’s auch schon wieder Mitternacht – und meine Tochter und ich lagen halb auf dem Sofa, halb in einem Berg aus Chipskrümeln, während ...

Was für ein wilder Ritt! Wir haben das Buch kaum aufgeschlagen, da war’s auch schon wieder Mitternacht – und meine Tochter und ich lagen halb auf dem Sofa, halb in einem Berg aus Chipskrümeln, während die Spannung uns fest im Griff hatte. Band 1 war schon genial, aber dieser zweite Teil hat das Ganze nochmal auf ein ganz neues Level geschossen. Wer braucht Netflix, wenn man Katherine Rundell hat?

Anya als gejagte Prinzessin – Zack, Herzschlag hoch. Ihr Vater im Kerker – Gänsehaut. Und dann dieser Onkel, der sofort „Schurke“ schreit, ohne dass er überhaupt ein Schild um den Hals tragen müsste. Meine Tochter hat ständig dazwischen gequatscht: „Der kann doch nicht ernsthaft so blöd sein!“ – und ich musste ihr recht geben. Das war pures Buddyread-Feuerwerk.

Christopher als Hüter der Fabelwesen? Wir haben gefühlt jedes Kapitel gestoppt, um darüber zu diskutieren, welches Tier wir wohl am liebsten zu Hause hätten. Die Landkarte und das Bestiarium haben uns endgültig umgehauen – wir sind jedes Mal abgetaucht wie Schatzsucher in einer neuen Welt. Und glaubt mir: Wer einmal mit Drachen diskutiert, der will nie wieder normale Haustiere.

Die Action? Schneller als mein Kaffee am Montagmorgen weg ist. Die Emotionen? Dicker als Nutella auf frisch getoastetem Brot. Und das Worldbuilding? Episch, aber nie schwerfällig. Wir haben uns in diese Welt reingesogen gefühlt, als würden wir Seite für Seite durch ein Portal springen.

Fazit unseres Buddyreads: Wenn Tolkien, Pullman und ein bisschen Percy Jackson eine Party schmeißen würden, dann wäre dieses Buch der Haupt-Act. Ein Fantasy-Spektakel, das alles hat: Spannung, Herz, Humor und Magie. Und ja, wir zählen schon die Tage bis zum nächsten Band.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere