Hast du Angst vor deinem eigenen Schatten?
Whispers of Shadow and Silk (Band 1) – Die Prophezeiung„Doch die Zeiten, in denen Noreý geglaubt hatte, dass hell gleichbedeutend war mit gut und dunkel mit schlecht, waren längst Vergangenheit.“ (S. 455)
Whispers of Shadow and Silk ist der erste Band einer ...
„Doch die Zeiten, in denen Noreý geglaubt hatte, dass hell gleichbedeutend war mit gut und dunkel mit schlecht, waren längst Vergangenheit.“ (S. 455)
Whispers of Shadow and Silk ist der erste Band einer düstern High-Fantasy Dilogie aus der Feder von Rebekka Pax.
Ein Buch Rand voll neuer und origineller Ideen, überladen mit Emotionen, Magie und Intrigen, mit einer spannenden Grundprämisse: Schatten als tödliche Bedrohung, die kontrolliert werden müssen.
Die Hauptprotagonistin Noréy lebt in einer Welt, in der Schatten mehr sind als bloße Begleiter, sie sind Feinde die das Leben bedrohen, nachdem die Menschen von den Göttern verflucht wurden. Als Noreý einen schrecklichen Anschlag auf dem Markt überlebt, muss sie vor der Garde fliehen und gerät an den Schattenjäger Torik, welcher sie an eine geheime Schule für Schattenmagie bringt.
Noreý gefiel mir als Hauptfigur richtig gut, ihre Verletzlichkeit und innere Zerrissenheit wird glaubhaft rübergebracht. Ihre Entwicklung ist spannend zu verfolgen. Maigar mochte ich zu Beginn, aber er entpuppt sich nach und nach als Mitläufer, auch wenn seine Handlung gut zur Geschichte passt, bleibt er mir persönlich zu blass und durch seine „schwache“ Persönlichkeit mochte ich ihn im Nachhinein nicht mehr besonders. Seine Abschnitte wollte ich auch nicht so gerne lesen. Jahor war mein Lieblingscharakter und seine Backgroundstory erklärt sein zurückgezogenes Verhalten. Ich finde auch seine innere Zerrissenheit wird gut dargestellt und hat mich emotional sehr abgeholt. Torik der alte Schattenjäger war auch ein spannender Charakter und hatte für Noreý etwas wie ein Ersatzvaterrolle. Insgesamt bekommen die Nebencharaktere viel Raum und wurden detailliert und gut beschrieben. Ach und ich mochte Noreýs eigensinniges Pferd Aleo, ich musste teilweise über sein „pferdisches“ Verhalten echt schmunzeln.
Der Schreibstil gefiel mir durch seine bildliche Darstellung richtig gut und ermöglichte ein tiefes Eintauchen in diese düster gezeichnete Welt. Ich fand einige Beschreibungen sogar richtig gehend „niedlich“. „Noreý blinzelte zweimal schnell hintereinander und erinnerte ihn dabei ein wenig an eine Katze. Eine überrumpelte Katze.“ (S. 322)
Gut fand ich auch die vielen Wendungen, dennoch hatte das Buch schnelle und langsame Szenen. Die Actionszenen wurden gut und spannend beschrieben. Außerdem fand ich die zarte Liebesgeschichte sehr süß erzählt und nicht zu aufdringlich (mit einer mini Prise spice).
Das Ende war nochmal ziemlich heftig, aber hat mich nicht wirklich überrascht.
„Ohne ihn hatte sie sich nicht nur verloren, sondern unvollständig gefühlt.“ (S. 465)
Insgesamt gebe ich dem Buch gute 4,5 Sterne, da es mich gut unterhalten hat und echt fesseln konnte. War man einmal in der Geschichte angekommen, entwickelt sie eine unheimliche Sogwirkung. Düster und gespickt mit wirklich guten und neuen Ideen und einer sehr dunklen Grundstimmung.
„Der Wilde Rand ist nicht böse. Das kann er gar nicht sein, denn er hat keinen Willen. Diejenigen aber, die ihn erschaffen haben…“ (S. 157)
Den halben Stern ziehe ich ab, da mich Kleinigkeiten gestört haben. Manche Handlungsstränge wirkten sehr zusammenhangslos und scheinen aus dem Nichts zu kommen. Sowie widersprüchliches Verhalten bei Nebenfiguren. Außerdem bekam die Zeit an der Schule zu wenig Raum und die Beziehungen der Figuren untereinander wurden für meinen Geschmack zu schnell abgehandelt und wirkten dadurch teilweise sehr unausgereift.
Darüber hinaus war die längere Reise für mich ein wenig unnötig (nicht so spannend erzählt…).
Spoilerwarnung ab hier…
Randnotiz: Ich fand den eigenen Charakter der Schatten total süß und mochte Noreýs Greif und Jahors grauen Drachen total gerne (man muss sie einfach ins Herz schließen).
4,5⭐️