Profilbild von Amelien

Amelien

Lesejury Profi
offline

Amelien ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Amelien über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2025

Der hellste Stern braucht die dunkelste Nacht

The Stars are Dying
0

„Der hellste Stern braucht die dunkelste Nacht“

Das Buch in seiner gesamten Aufmachung ist eine wahre Schönheit.

The Stars are dying ist düster, romantisch und magisch.

Der erste Teil der Nytefall-Trilogie ...

„Der hellste Stern braucht die dunkelste Nacht“

Das Buch in seiner gesamten Aufmachung ist eine wahre Schönheit.

The Stars are dying ist düster, romantisch und magisch.

Der erste Teil der Nytefall-Trilogie entführt uns in die schaurige Welt der Vampire, Fae und Celestials. Hier treffen wir auf Astraea, welche nur Erinnerungen an die letzten fünf Jahre hat, alles andere liegt im Dunklen. Einen großen Raum nimmt das Libertatem ein, ein Tunier in dem fünf Auserwählte gegeneinander antreten, um Schutz für ihr Reich zu erlangen…

Verbotene Liebe, verlorene Erinnerungen und ein Schatten der nie von ihrer Seite weicht.

Tropes:
Villian gets the girl
Morally Grey Characters
Slow burn
Enemies to Lovers
Lost Memories

Astraea ist nicht die typische Bad-Ass Protagonistin, sondern eher hilfebedürftig und schwach. Dennoch fand ich sie als Figur gut gezeichnet. Trotz ihrer Schwächen ist sie mutig, manchmal sehr naiv und lässt sich fast aus jeder Situation retten. Warum fand ich sie dennoch als Figur gut? Weil sie nicht dem typischen Buchmuster folgte und in ihrer Entwicklung authentisch war. Sie hat ihre Erinnerungen verloren und wurde fünf Jahre lang von Hektor unterdrückt und misshandelt. Und dennoch hilft sie immer allen anderen und stellt sich zurück.
Gut manchmal wollte ich sie auch schütteln und dachte die Antworten liegen auf dem Silbertablett. Aber als Leser zoomen wir raus, wenn man selber in der Situation ist, sieht man das offensichtliche meist nicht. Erst wenn man es mit Abstand betrachtet.

Zaith mochte ich als Nebencharakter sehr. Er war so ein typischer gutmütiger Beschützer. Rose war dann wohl der typische Badass-Prota, den sich so viele gewünscht haben.

Uff ja Nyte mochte ich als düsteren Love interest sehr, auch wenn man hier viele Parallelen zu anderen Bookyboyfriends entdeckt (ich sage nur Rhysand). Die Dynamik zwischen den beiden gefiel mir. Ein Wechselspiel aus Anziehung und Misstrauen.

Warum gebe ich nur 3.5 Sterne?

Nun ja das Buch hatte seine Stärken aber auch viele Schwächen, die man nicht immer getrost überlesen konnte. Die Handlung ist für mich oft sprung- und lückenhaft, was die Szenen sehr unausgereift auf mich wirken lässt. Die Dialoge oft sehr emotionslos und holprig. Sie werden oft als Erklärung genutzt, aber dabei nicht immer geschickt in die Geschichte eingeflochten.
Was mir auch nicht so gut gefiel war, dass das Buch handlungstechnisch sehr überladen auf mich wirkte, so als wollte man möglichst viele Ideen mixen und hat sich dabei von anderen großen Werken massiv beeinflussen lassen. Da hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle mehr Eigenständigkeit gewünscht. Manche Szenen wirkten für mich dadurch sehr erzwungen und willkürlich.
Ich bin ehrlich, ab und zu hat mich das Buch verloren. Es war so konfus und weird manchmal. (Wenn selbst die Verwirrung verwirrt ist).

Ich habe eine ambivalente Meinung zu dem Buch. Die Kernidee war stark und sehr kreativ, auch die Atmosphäre gefiel mir gut und es gab interessante Charaktere. Für mich hat die Reihe noch viel Luft nach oben, gerade was Struktur, Tiefe und ein roter Faden angeht.

Für Fans von düsterer Romantasy

3.5⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.04.2025

Das Geheimnis der Schlange

Knights & Heirs 1. Der Ruf der Schlange
0

Erster Satz:
„Das sind die Opfergaben, die sie auf den Berg gebracht haben, sieben Jungen und Mädchen, und du bist eine von ihnen.“

Eine fesselnde Romantasy Geschichte im jugendlichen Stil über Geheimlogen ...

Erster Satz:
„Das sind die Opfergaben, die sie auf den Berg gebracht haben, sieben Jungen und Mädchen, und du bist eine von ihnen.“

Eine fesselnde Romantasy Geschichte im jugendlichen Stil über Geheimlogen und Intrigen.

In dem Buch begegnen wir der siebzehnjährigen Mags welche mit ihren Eltern gezwungenermaßen in eine deutsche Kleinstadt umziehen muss. Weg aus Irland und ihrem gewohnten Leben, mit neuer Identität und keinen Kontakt mehr zu ihren früheren Freunden. Ihrer Familie verschweigt weswegen sie so überstürzt aus ihrem alten Leben fliehen mussten. Das sie der eigentliche Grund für die Flucht ist ahnt sie dabei nicht.
Ihr neues „langweiliges“ Leben in dem kleinen Dorf ändert sich, als der geheimnisvolle und charmante Austauschschüler Cyrus aus London an ihrer Schule auftaucht. Doch Cyrus ist kein gewöhnlicher Schüler, er ist ein Hunter und gehört einer alten Geheimloge an, welche es sich zum Ziel gemacht hat Mags zu finden.

Das Buch wird aus der Sicht von Mags und Cyrus erzählt und erlaubt somit einen tieferen Einblick in die jeweiligen Gefühlswelten. Mags fand ich als Charakter sehr authentisch. Sie hat Probleme mit ihrer Mutter und ihrem nervigen kleinen Bruder. Und ihre Entwicklung ist glaubhaft und nachvollziehbar. Sie beginnt Dinge zu hinterfragen und dementsprechend zu handeln. Was würde man wohl selber als Jugendliche tun, wenn man plötzlich ungeahnte Fähigkeiten entwickelt? (Bestimmt auch um sich damit einen Vorteil in gewissen „schulischen“ Situationen zu verschaffen^^).
Cyrus als Protagonisten fand ich auch ziemlich spannend. Zu Beginn ist er der etwas kühle und undurchschaubare Junge. Sein innerer Konflikt zwischen der Loyalität gegenüber seinem Vater sowie der Geheimloge und seiner Zuneigung zu Mags wurde gut dargestellt. Ich fand es auch gut, dass die Geschichte nicht den Hauptfokus auf der romantischen Beziehung hatte und sich das ganze eher langsam entwickelt hat.
Bei den Nebenfiguren hätte ich mir mehr Ausarbeitung gewünscht. Auch wenn ich Stella als nerdige Freundin schon klasse fand, blieb sie ziemlich oberflächig.

Der Schreibstil war locker und leicht und hat das Buch zu einer erfrischenden aber spannend Lektüre gemacht. Gerade dadurch, dass immer wieder kleine Geheimnisse als Häppchen eingestreut wurden. Insbesondere der temporeiche Plot machte das Buch zu einer guten Lektüre und einem spannungsgeladenen Romantasy Vergnügen mit dem Trope Slow Burn. Gelungen waren hier auch die Zitate aus dem Logen-Geheimbuch, welche jedem Kapitel von Cyrus vorausgingen. Auch die eingestreuten Rückblicke waren sehr gelungen und erzeugten zusätzliche Spannung. Das dörfliche Kleinstadtleben und dazu der Kontrast des düsteren Anwesens der Geheimloge waren gut umgesetzt und schafften eine abwechslungsreiche Atmosphäre.

Insgesamt ein spannendes Jungendbuch, welches zu unterhalten weiß. Randvoll mit Intrigen und Geheimnissen und einer leisen Liebesgeschichte ohne spice. Mir hat besonders die Leichtigkeit in dem Buch gefallen und Mags und Cyrus als Protas. Weshalb gebe ich nur 4 Sterne?
Teilweise waren manche Situationen vorhersehbar und die Nebencharaktere bekamen für meinen Geschmack zu wenig Raum. Dennoch ein gutes Buch und für Fantasy begeisterte Jugendbuchleser ab 14Jahren zu empfehlen.


⭐️⭐️⭐️⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2025

Wenn Liebe und Tod die Zeit überdauern…

Our Infinite Fates
0

„Ich liebe dich und ich habe dich geliebt und ich werde dich lieben.“ (Seite 9)

Stell dir vor, was dich liebt, vernichtet dich in jedem deiner Leben!
Was würdest du tun?
Ist es ein Fluch oder ein Versprechen?

Die ...

„Ich liebe dich und ich habe dich geliebt und ich werde dich lieben.“ (Seite 9)

Stell dir vor, was dich liebt, vernichtet dich in jedem deiner Leben!
Was würdest du tun?
Ist es ein Fluch oder ein Versprechen?

Die Grundprämisse handelt von zwei Seelen, die sich über die Jahrhunderte hinweg begegnen, sich lieben und letztlich nie überleben.
Hier erwartet man als Leser ganz klar eine Geschichte voller Schmerz, Schönheit und ein bisschen Hoffnung. Eben eine tragische Liebesgeschichte.

Evelyn kann sich an all ihre früheren Leben erinnern, aber auch an all ihre Tode. Immer war es Arden, ihre große Liebe, der sie vor ihrem 18ten Geburtstag umbrachte. Doch diesmal ist etwas anders. Evelyn will einmal überleben, nicht für sich, sondern für ihre todkranke Schwester. Sie will ihr Leben retten – also muss sie auch ihr eigenes Leben retten.

Die Geschichte wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Leser reist durch Zeiten und Länder. Und dabei erfahren wir mehr über Evelyn und ihre verschiedenen Inkarnationen. Doch jede Variante endet gleich. Mit dem frühzeitigen Tod. Die Wiederholungen unterstreichen die Tragik der Geschichte sehr gut, aber verlieren dadurch auch an Bedeutung, da es sich wie Schema F liest.

Arden blieb leider ziemlich blass innerhalb der Geschichte. Er war zwar das Gegenstück, doch wirkte mehr wie ein Schatten, nicht wirklich greifbar. Die Liebesgeschichte war mehr immer eine Begegnung, aber die Emotionen fehlten. Vielleicht hätten Kapitel aus Ardens Sicht der Geschichte gutgetan. So war er mehr nur eine Randfigur.

Der Schreibstil ist sehr poetisch und bildhaft, allerdings mit einigen Längen, welche die Geschichte kaum voranbrachten. Dafür mit schönen atmosphärisch beschriebenen Zeitsprüngen in verschiedenen Epochen.

Fazit: Das Buch hatte eine sehr schöne Idee, welche nicht ganz ausgeschöpft wurde, durch das sich immer wiederkehrende Muster. Vielleicht war es letztlich das Schicksal dieser Geschichte, sich immer zu wiederholen, weil es keine andere Möglichkeit zuließ?
Ein bisschen wie eine sich wiederholende Melodie von Leben und Tod.


⭐️⭐️⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2025

Ein Herz das sieht

Anis
0

„Manchmal sind ausgerechnet diejenigen, die uns am engsten verbunden sind, am unsichtbarsten.“
(Seite 57)

Eine ausgesprochen süße Geschichte, welche sehr warmherzig erzählt wurde.

In diesem Buch geht ...

„Manchmal sind ausgerechnet diejenigen, die uns am engsten verbunden sind, am unsichtbarsten.“
(Seite 57)

Eine ausgesprochen süße Geschichte, welche sehr warmherzig erzählt wurde.

In diesem Buch geht es um eine mutige Heldin, ein geheimnisvoller Wald voller Geisterwesen und ein Konflikt zwischen Mensch und Natur.

Anis Stern ist eine sehr bemerkenswerte Protagonistin, sie ist stark, mitfühlend und voller Entschlossenheit, das Erbe ihrer Mutter fortzuführen. Ihr Zuhause, das Flickenwerkhaus und der Weißwald sind wundervolle Orte voller Magie und alter Mythen. Durch den Punkt das ihr Heim und die Geisterwelt bedroht wird, schafft das Buch eine dringliche Spannung. Gemeinsam mit ihrem Geisterhund Wolf begibt sich Anis auf die Reise und knüpft dabei besondere Verbindungen.

Was mir gefiel war, dass die Welt sehr tief, detailliert und eindringlich beschrieben wird. Hier schlummern so viele Geheimnisse. Die Geschichte legt ihren Fokus nicht nur auf Abenteuer und Freundschaft, sondern auch der Verlust, die Verantwortung und die zarte Balance zwischen Fortschritt und Natur werden behandelt. Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen, enthält kindgerechte kurze Sätze und ist dabei bildhaft und einfühlsam. Doch auch kleine poetische Momente finden ihren Platz und machen das Buch auch für Erwachsene sehr lesenswert.

Der Roman hat eine wichtige Botschaft. Wir dürfen nicht wegsehen, weder vor unserer Umwelt noch vor dem was anderen am Herzen liegt. Dabei flüstert er uns zu, dass wir nicht alleine sind, solange wir mutig sind, für das einzustehen, was uns wichtig ist.

Besonders schön an dem Buch war die magische und sehr dicht beschriebene atmosphärische Welt. Hier steckte sehr viel Liebe im Detail. Außerdem bekommt der Leser eine starke, warmherzige und irgendwie sehr goldige Heldin.

Insgesamt hat das Buch etwas Märchenhaftes und Liebenswürdiges.

Für alle Leser, die an Magie glauben (oder es wieder tun wollen).




⭐️⭐️⭐️⭐️

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.03.2025

Zwischen Dekadenz und menschlichen Problemen

Pineapple Street
0

Der nach Jane Austen klingende angepriesene Roman Pineapple Street von Jenny Jackson befasst sich mit dem Leben der Reichen. Der Leser erhält Einblick wie die wohlhabenden Stocktons, eine alte New York ...

Der nach Jane Austen klingende angepriesene Roman Pineapple Street von Jenny Jackson befasst sich mit dem Leben der Reichen. Der Leser erhält Einblick wie die wohlhabenden Stocktons, eine alte New York Familie in ihrer luxuriösen Welt mit banalen Dingen kämpfen.
Doch wie immer ist nicht alles Gold was glänzt. Die Familie hat genug Probleme. Die älteste Tochter Darley erkennt das Liebe nicht immer alles ist, wenn plötzlich die finanzielle Sicherheit infrage gestellt wird. Ihre jüngere Schwester Georgiana verliebt sich in den falschen und hadert mit ihrer Identität. Und dann ist da noch die Schwiegertochter Sasha, welche neu in dieser elitären Gesellschaft ist, sie kämpft darum akzeptiert zu werden. Soweit die Ausgangslage.

Jackson erzählt die Geschichte mit viel Witz und einem feinen Gespür für gesellschaftliche Zwischentöne. Dabei glänzt sie mit einem flüssigen Schreibstil und pointierten Dialogen. Die Charaktere sind gut gezeichnet, privilegiert aber doch eben menschlich. Gerade Sasha ist der Anker der dem Leser eine bessere Sicht auf diese Welt nahe bringt, da sie diese von „außen“ betrachtet.

Kritik: Die Geschichte kratzt mir zu sehr an der Oberfläche. Ich hatte mir eher eine Gesellschaftskritische Note oder komplexe Charakterbeschreibungen gewünscht. Konflikte wie die Entscheidung, ein Sommerhaus in den Hamptons zu verkaufen, wirken mir hier zu banal und irgendwie langweilig. Mir fiel jetzt auch nicht wirklich eine Parallele zu Jane Austen auf, die so stark angeworben wurde. Jackson hat einen feinen Humor und ihr Blick auf familiäre Dynamiken mögen entfernt daran erinnern, doch fehlt mir hier der scharfsinnige gesellschaftliche Kommentar den eine Austen so gekonnt einsetzen konnte.

Abschließend möchte ich sagen, das Buch hat mich unterhalten. Ich habe zwar lange gebraucht es zu beenden, da es mich nicht fesseln konnte. Dennoch hatte ich angenehme Lesestunden und wurde in eine glamouröse Welt entführt. Tiefe Reflexionen über Reichtum, Privilegen und soziale Ungleichheit habe ich vergeblich gesucht, da sie nur in Ansätzen anklangen. Für mich ein Buch, welches zu unterhalten weiß, aber ich auch ganz klar sagen muss – durch die aufgezählten Kritikpunkte – man muss es nicht gelesen haben. Daher keine Weiterempfehlung meinerseits.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere