Ausbaufähig
Die Dreizehnte FeeLange Zeit bin ich um dieses Büchlein herumgeschlichen. Jeder hat davon gesprochen, die meisten haben es geliebt. Ich wollte warten bis der Hype ein wenig nachgelassen hat und nun gehöre auch ich zu denjenigen, ...
Lange Zeit bin ich um dieses Büchlein herumgeschlichen. Jeder hat davon gesprochen, die meisten haben es geliebt. Ich wollte warten bis der Hype ein wenig nachgelassen hat und nun gehöre auch ich zu denjenigen, die in die Welt der Dreizehnten Fee abgetaucht sind. Ich bin mit den Märchen der Gebrüder Grimm aufgewachsen und lese sehr gerne Adaptionen dieser. Die Grundidee des Auftakts ihrer Fantasy-Trilogie ist Julia Adrian gut gelungen, auch wenn diese nicht neu ist. Aber so ist das wenn man Märchen adaptiert - Ähnlichkeiten lassen sich immer finden.
Es dauert ein wenig, bis die Story an Fahrt aufnimmt und die eigentliche Jagd beginnt. Doch auch wenn das Buch ein gemächliches Tempo hat, hat mir doch einiges an Informationen gefehlt. Ich hätte mir gewünscht, dass man etwas näher auf das große WARUM eingeht. Warum genau haben die Schwestern Lillith in den Dornröschenschlaf versetzt? Was verfolgen sie genau für Ziele? Vermutlich wird das alles noch im weiteren Handlungsverlauf aufgeklärt, aber ein bisschen mehr hätte ich mir für den Einstieg nichtsdestotrotz gewünscht. So hat mir die Story zwar gefallen, aber das gewisse Etwsa fehlt noch.
Auch hat die Beziehung zwischen der Hexe und dem Jäger in meinen Augen eine etwas merkwürdige Wendung genommen und das ziemlich flink. Ich habe eine Stelle mehrfach lesen müssen, um zu begreifen, dass ich mich nicht verlesen habe. Da ich nicht spoilern möchte, kann ich nur sagen: Es geht um die Szene nachdem sie von dem Fluch der Eishexe erlöst wurde.
Mir ist noch nicht wirklich klar, was die beiden füreinander empfinden und die Frage "Ist das Liebe?" empfand ich auf Dauer etwas nervig, da sich die Antwort ohnehin nie geändert hat.
Als einzelne Charaktere sind sowohl Lillith als auch der Hexenjäger (wann erfahren wir wie er heißt? :D ) jedoch sehr interessant und vielschichtig. Lillith führt einen inneren Kampf mit sich selber. Sinnt sie doch so auf Rache, empfindet sie trotzdem so viel für ihre Schwestern. Auch wenn sie eigentlich eine Fee/Hexe ist, so schafft Julia Adrian es doch sehr gut ihr etwas Herzliches und Menschliches mitzugeben. Sie schämt sich für die Dinge, die sie in der Vergangenheit getan hat und möchte sich ändern, ein besserer Mensch werden. Doch scheint die Gesellschaft ihr diesen Wunsch sich zu beweisen zu verwehren. Dieser Aspekt wird in der Geschichte immer wieder aufgegriffen und hat mich mitfiebern lassen.
Ebenfalls ist der Hexenjäger ein sehr mysteriöser und geheimnisvoller Charakter, über den man gerne mehr erfährt. Dadurch, dass er sich sehr zurückhält und sich nicht öffnet, möchte man als Leser nur umso mehr in das Buch hineinkrabbeln und in sein Innerstes blicken. Man bekommt lediglich einen kleinen Ausschnitt aus seiner Vergangenheit geliefert, der erahnen lässt was für ein Mensch sich hinter seiner kühlen Fassade verbirgt. Dennoch kann man sich einer Sache sicher sein: Er ist mit Sicherheit noch vieles mehr, als man zu denken vermag.
Was die Geschichte ausmacht ist der Schreibstil der Autorin. Zwar ist dieser einfach gehalten, erfüllt aber dennoch seinen Zweck. Julia Adrian schafft es die Geschehnisse wie Bilder vor dem inneren Auge zu erwecken. Sie hat einen bildhaften und malerischen Stil, der angenehm und flüssig zu lesen ist. Dadurch ist es ein Leichtes das Buch in einem Rutsch binnen kürzester Zeit zu lesen.
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Fazit
"Die Dreizehnte Fee: Erwachen" ist ein gelungener Auftakt, der zwar ausbaufähig ist, aber es dennoch Wert ist einen Blick zu riskieren. Meiner Meinung nach hätte man die Nebencharaktere etwas besser ausbauen und die Beziehung von Lillith und dem Hexenjäger näher beleuchten können. Auch wenn es mich nicht reizt auf der Stelle zu Band zwei zu greifen, so werde ich das nachholen, sobald ich mich dazu bereit fühle mich dem weiteren Verlauf der Geschichte zu stellen.