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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2020

Fesselnd und gleichermaßen schockierend

Das Juwel - Die Gabe
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"Das Juwel – Die Gabe" von Amy Ewing ist nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich ein absolutes Schmuckstück. Das Cover ist mit vielen kleinen Glitzersteinen besetzt, wodurch es zu einem absoluten Hingucker ...

"Das Juwel – Die Gabe" von Amy Ewing ist nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich ein absolutes Schmuckstück. Das Cover ist mit vielen kleinen Glitzersteinen besetzt, wodurch es zu einem absoluten Hingucker wird. Doch auch der Inhalt ist wunderschön, obgleich auf eine gewisse Art und Weise absolut schrecklich und grausam. Der Roman ist wie eine gute Mischung aus "Der Report der Magd" von Margaret Atwood und "Selection" von Kiera Cass. Zwar ist dieses Buch in der Jugendbuchabteilung zu finden, allerdings können auch Erwachsene sofort in diese Geschichte eintauchen.

Obwohl Dystopien derzeitig den Buchmarkt förmlich überschwemmen, sicht "Das Juwel" inhaltlich sehr aus der Masse hervor. Violet ist eine Protagonistin, die einem sofort ans Herz wächst. Mit jedem geschriebenen Wort fühlt man sich in ihre Lage hineinversetzt, wodurch es leicht fällt, Mitleid für sie zu empfinden. Sie befindet sich in einer schrecklichen Situation, da sie keinerlei Rechte besitzt. Als wäre sie ein Gebrauchsgegenstand wird sie an den Meistbietenden versteigert, wodurch sie auch ihr letztes bisschen Würde verliert. Das Leben in einer solchen Welt ist erschreckend und absolut grausam, weshalb wir uns glücklich schätzen kkönnen, dass es so etwas in unserer Gesellschaft nicht gibt. Kann man es überhaupt "Leben" nennen, wenn man kein Mitspracherecht hat, wenn man noch nicht einmal über seinen eigenen Körper verfügen kann, wie es einem beliebt? All diese Schreckensszenarien muss Violet durchleben und das Schlimmste an ihrer Situation ist, dass sie keine Wahl hat. Sie hätte sich nicht gegen die Ausbildung zur Surrogat entscheiden können, denn es sollte eine Ehre sein, sein altes Leben den Rücken zu kehren und ein neues im Juwel zu beginnen. Violet muss viele grausame Dinge im Haus der Herzogin vom See über sich ergehen lassen. Widerspricht sie, so wird sie auf brutalste Weise bestraft. Weder darf sie unaufgefordert reden, noch Gefühle haben. So beginnt für Violet ein erbitternder Kampf mit sich selbst, als sie sich plötzlich verliebt – ein Gefühl, von dem sie niemals erwartet hätte es, jemals zu empfinden.

Die Liebesgeschichte von Violet und Ash spielt sich glücklicherweise über keinen allzu langen Zeitraum ab. Auch wenn mir die Harmonie der beiden Liebenden sehr gut gefällt, wäre es wünschenswert gewesen, hätte Ewing in diesem Buch auf die Romantik verzichtet, da sie für den Spannungsbogen nicht nötig ist. Schon allein die erbarmungslose Gesellschaft, in der Violet lebt, wirft den Leser aus der Bahn und erweckt starke Empathie in ihm. Deswegen hätte sich die Autorin mehr auf die Entwicklung ihres Charakters konzentrieren können, die langsam aber sicher zu einer unfassbar starken und unabhängigen Persönlichkeit wird. Genau diese Unabhängigkeit ist es, durch die man Violet so sehr ins Herz schließt. Durch ihre Liebesbeziehung mit Ash wird genau diese Unabhängigkeit mit den Füßen getreten; sie auf ihn angewiesen und von ihm abhängig. Violet trifft ihre Entscheidungen nur noch mit dem Gedanken an ihn im Hinterkopf. Ja, es ist irgendwo verständlich, da dies ihre einzige wirkliche Chance auf das große Glück sein könnte, allerdings gibt es im Juwel unendlich viele Gefahren, die sie alleine um einiges besser bestehen könnte. Aber vielleicht hat sich Ewing an dieser Stelle etwas ganz Besonderes für die Folgebände überlegt, wodurch sich meine Meinung bezüglich Ash noch ändern könnte. Schließlich ist auch er ein Opfer der Gesellschaft, da er ein Gefährte ist, der in Liebesdingen tun und lassen muss, was sein Käufer von ihm verlangt. Man kann auf jeden Fall gespannt sein, in welche Richtung sich das Techtelmechtel von Violet und Ash noch entwickeln wird.

Doch ist es nicht bloß Violet, die einem zum Nachdenken anregt, sondern ebenso ihre beste Freundin Raven, mit der sie ihre Ausbildung absolviert hat. Ab und zu bekommt man einen kleinen Einblick in ihr Leben und wie grausam sie von ihrer Herrscherin behandelt wird. War Raven zu Beginn noch viel stärker als Violet, so fällt ihre Mauer stückchenweise zusammen, bis Raven gebrochen ist. Es ist eine schrecklich mitleidserregende Entwicklung, die man in der Novelle "The House of the Stone" (bisher nur als englisches Ebook erhältlich) noch genauer mitverfolgen kann. Doch auch Violets Herrscherin ist erbarmungslos und bösartig. Sie hat zwei komplett verschiedene Gesichter, was sie unberechenbar macht, da man nie weiß, wie sie als nächstes handeln wird. Genau das ist einer der Hauptgründe, weshalb "Das Juwel" ein außerordentlich guter Roman geworden ist: Es bleibt spannend bis zum bitteren Ende. Gerade in den letzten Kapiteln gibt es noch unfassbar viele unerwartete Wendungen, die das Warten auf die Fortsetzung (unter dem Titel "The White Rose" bereits auf Englisch erschienen) unerträglich machen.

Fazit

Mit diesem Auftakt ist es Amy Ewing gelungen, einen fesselnden und zugleich überaus schockierenden Roman zu erschaffen, der absolut unter die Haut geht. Auch wenn man auf den romantischen Aspekt getrost hätte verzichten können, weiß "Das Juwel" doch den Leser komplett zu überzeugen.

Veröffentlicht am 09.02.2020

Nette Fortsetzung

Seventeen Moons - Eine unheilvolle Liebe
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Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich bei diesem Buch sehr schwer getan habe. Immer wieder habe ich angefangen es zu lesen und dann doch wieder zur Seite gelegt. Das mag wohl daran liegen, dass der Einstieg ...

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich bei diesem Buch sehr schwer getan habe. Immer wieder habe ich angefangen es zu lesen und dann doch wieder zur Seite gelegt. Das mag wohl daran liegen, dass der Einstieg sehr langatmig und langweilig ist. Es passiert kaum etwas und so wird der Leser nicht von der ersten Seite an mitgerissen. Nach und nach baut sich jedoch Spannung auf, sodass es einem fast unmöglich ist, das Buch nach etwa der Hälfte wieder aus der Hand zu legen.

Die Charaktere sind sehr facettenreich und authentisch. Zunächst hat mich Lena sehr genervt, da sie sich in ein Schneckenhaus zurückzieht und die Schule sowie ihren Freund vernachlässigt. Doch je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto mehr konnte ich mich in sie hineinversetzen. Sie hat ihren Onkel, der für sie wie ein Vater war, verloren. Es ist eigentlich nur logisch, dass man sich nach einem solchen Schicksalsschlag zurückzieht und Zeit für sich haben möchte. Dennoch hätte sie sich Ethan anvertrauen können, anstatt ihn so schlecht zu behandeln, wie sie es getan hat.

Wie schon in Band eins ist Ethan der liebenswürdige Freund, der für Lena absolut alles tun würde. Er nimmt in Kauf, dass sie kaum noch spricht und ihn nicht an sich heranlässt. Jedoch nur, weil er denkt, dass dies bloß eine Phase ist, die wieder vorbei geht. Aber je mehr Lena sich von der Welt abschottet, desto verunsicherter wird Ethan. Er weiß nicht mehr weiter, denn es scheint keinen Weg zu geben, seiner Freundin behilflich zu sein.
Es hat mich traurig gestimmt, zu lesen, wie er unter ihrem Verhalten zu leiden hat. Es war schließlich nicht seine Schuld, dass Lena ihren Onkel verloren hat. Dennoch hält Ethan immer zu ihr, da er sie wirklich abgöttisch zu lieben scheint. Er ist ein liebenswürdiger Charakter, der mir immer mehr ans Herz wächst und ich bin gespannt, welche Geheimnisse um Ethan noch im Laufe der Reihe ans Tageslicht kommen werden.

Auch die anderen Protagonisten nehmen immer mehr an Formen an, wie zum Beispiel Marian. Man erfährt mehr über sie, und jede Begegnung mit ihr im Buch hat mein Herz erwärmt. Schon in "Sixteen Moons" war sie einer meiner Lieblingscharaktere. Doch natürlich werden auch neue Charaktere eingeführt, die von Anfang an sehr sympathisch und interessant sind.

Mit "Seventeen Moons" haben Stohl und Garcia einen klasse Folgeband geschaffen, der zwar einen heiklen Einstieg hat, doch wenn man sich eingelesen hat, dann geht es rasant her. Die Geschichte nimmt eine ganz andere Wendung als erwartet und ich hoffe, dass es im nächsten Band einige Antworten auf noch ungeklärte Fragen geben wird. Positiv zu sagen ist außerdem, dass es oftmals Rückblicke auf Band eins gibt, sodass das Gedächtnis ein wenig aufgefrischt wird, denn auch ich habe einige der Dinge vergessen, die bisher geschehen sind.

Fazit

"Seventeen Moons" ist eine gelungene Fortsetzung, die mit der Zeit den Leser in ihren Bann zieht. Man taucht ein in die düstere Welt der Magie und fiebert mit dem ungleichen Liebespaar mit. Gefühl, Spannung und Humor verpackt in einer zauberhaften Geschichte!

Veröffentlicht am 09.02.2020

Spannender zweiter Teil

Sanfter Mond
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Wie auch schon der erste Teil "Süßer Mond", beginnt "Sanfter Mond" mit einem Prolog, der vieles aus der Geschichte vorwegnimmt. Dadurch erzeugt die Autorin beim Leser eine solch große Spannung, dass man ...

Wie auch schon der erste Teil "Süßer Mond", beginnt "Sanfter Mond" mit einem Prolog, der vieles aus der Geschichte vorwegnimmt. Dadurch erzeugt die Autorin beim Leser eine solch große Spannung, dass man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann, bis man das Ende kennt. Dies hat dafür gesorgt, dass ich das Buch in einem Stück verschlungen habe.

Wie versprochen erfahren wir in diesem Teil mehr über die anderen Charaktere. Zunächst führte uns Kayla durch die Geschichte und gab dem Leser grundlegende Informationen über die Gestaltenwandler, da auch sie keine Erfahrungen mit solchen Wesen hatte. So haben wir alles gelernt, was auch Kayla gelernt hat.

Nun bekommen wir Einblick in Lindseys Gefühlswelt, die ganz anders ist als die von Kayla, da sie mit dem Wissen herangewachsen ist, sich nach ihrem siebzehnten Geburtstag zu wandeln. Wir lernen alles über ihre Vergangenheit und wie ihre Eltern sie und Connor schon als Kinder zusammenbrachten. Lindsey ist mit dem Gedanken groß geworden, auf ewig an Connors Seite zu bleiben, daher konnte sie sich niemals jemand anderen als ihren Gefährten vorstellen. Doch alles wird anders, als sie plötzlich Rafe mit anderen Augen sieht und hinter seine Fassade blickt.

Den anderen Dunklen Wächtern gegenüber verhält Rafe sich stets ruhig und geht auf Distanz. Doch auch er hat sich Lindseys Namen in keltischer Schrift auf die Schulter tätowieren lassen – ein Symbol für die ewige Liebe zweier Gefährten. Niemand hat damit gerechnet und somit führt eins zum anderen und Lindsey steht vor einer schwierigen und gefährlichen Wahl, die ihr Leben von Grund auf verändert. Durch die Transformation entsteht ein tiefes Band zwischen den Gefährten, was bis in alle Ewigkeit bestand hat. Trifft man die falsche Wahl, so wird man es bereuen, diesen Augenblick des Lebens nicht mit dem Richtigen verbracht zu haben.

In "Süsser Mond" ließ sich schon erahnen, dass Lindsey in einem Gefühlsdilemma steckt, doch welche Ausmaße dieses nimmt, wusste man nicht. Als Leserin kann man sich gut in sie hineinversetzen, vor allem wenn man schon mal in einer ähnlichen Krise gesteckt hat: man hat einen Freund, aber auch Gefühle für einen anderen Jungen. Da sind Probleme vorprogrammiert! Doch für Lindsey ist es noch viel schlimmer, denn es ist eine Entscheidung fürs Leben, die nicht einfach rückgängig gemacht werden kann. Für welchen der beiden Jungs sie sich im Endeffekt entscheiden wird, bleibt bis zum letzten Kapitel offen, da sie ständig ihre Meinung ändert und noch mit viel schlimmeren Krisen konfrontiert wird.

Leider ist auch "Sanfter Mond" wieder sehr kurz gehalten, was mich etwas ärgert. Die Geschichte ist so spannend und flüssig geschrieben, dass man den dritten Teil kaum abwarten kann. Ich hätte mir an einigen Stellen noch mehr Details gewünscht, denn alles in allem ist die Idee einzigartig. Es liegt eine faszinierende Mischung aus einem spannenden Grundkonflikt und einer herzzerreißenden Liebesgeschichte vor, was in dieser Form etwas vollkommen Neues ist. Hochspannung ist garantiert, vor allem, da auch in diesem Teil keine Auflösung, was das große Problem der Dunklen Wächter betrifft, geboten wird.

Fazit

Es bleibt spannend in der Reihe "Die Dunklen Wächter". Wer Teil 1 mochte, der wird sich in "Sanfter Mond" verlieren.

Veröffentlicht am 09.02.2020

Eine Reihe, die es verdient, weiterverfolgt zu werden!

Süßer Mond
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"Süsser Mond" ist der Auftakt der neuen Fantasy-Reihe "Die dunklen Wächter" von Rachel Hawthorne. Dieser kurze Roman hebt sich von den üblichen Neuerscheinungen des Genres ab, da es sich endlich mal nicht ...

"Süsser Mond" ist der Auftakt der neuen Fantasy-Reihe "Die dunklen Wächter" von Rachel Hawthorne. Dieser kurze Roman hebt sich von den üblichen Neuerscheinungen des Genres ab, da es sich endlich mal nicht um Vampire dreht, sondern einfach nur um Werwölfe. Ebenso wenig ist "Süßer Mond" eine abgeflachte Story, die einfach nur noch kitschig wirkt. Ganz im Gegenteil, es wird gepunktet durch eine hervorragende Grundidee und wundervolle Charaktere. Was mich sehr freut ist, dass wir in den Nachfolgern noch mehr über die anderen Charaktere wie Lindsay und Brittany erfahren. So dreht sich nicht alles um Kaylas Liebesleben, sondern man erfährt aus verschiedenen Perspektiven, alles was man wissen möchte.

Zwar wird im Prolog der Geschichte schon sehr viel Information vorweg genommen und der Leser weiß, was am Ende passieren wird, doch meines Erachtens nach ist das in diesem Fall nicht mal schlimm. Der Prolog baut somit Spannung auf und man fiebert Seite für Seite mit, was wohl als nächstes passieren wird.

Obwohl das Buch mit nur 254 Seiten relativ kurz und flüssig ist, schafft es Rachel Hawthorne doch, die Spannung langsam aufzubauen. Ich hatte nie das Gefühl, dass etwas zu überstürzt passiert oder dass sich irgendwelche Logikfehler einschleichen. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass das Buch doch ein paar Seiten mehr bekommen hätte. Es hat zwar so gesehen nichts gefehlt, aber "Süsser Mond" wäre durch mehr Inhalt sicher noch wesentlich besser gewesen, da man so eine größere Chance gehabt hätte, die Umgebung, die Gesellschaft und die Charaktere besser kennenzulernen. Es ist jedoch nur ein kleiner Kritikpunkt, weil er nicht zu sehr ins Gewicht fällt.

Das, was man über die Charaktere erfährt, ist echt klasse. Kayla ist eine sehr sympathische Protagonistin. Sie hat zwar an einigen Stellen etwas durch ihre Naivität hinsichtlich Mason genervt, aber glücklicherweise gab es daraufhin immer Situationen, in denen sie dies ausgleichen konnte. Sie ist ein relativ "normales" Mädchen und hat wie jeder Mensch ihre Stärken und Schwächen.

Mit Lucas hat Rachel Hawthorne den perfekten Helden geschaffen. Er ist ein gutaussehender, geheimnisvoller und doch gefühlvoller Charakter, über den wir im Laufe des Buches mehr und mehr erfahren. Je mehr man liest, desto mehr Facetten offenbaren sich. Die anderen Charaktere Lindsay, Brittany, Rafe und Connor werden nur angeschnitten, da die Geschichte aus Kaylas Perspektive erzählt wird. Man weiß also nur so viel, wie sie auch. Diese wenigen Informationen jedoch sind für den weiteren Verlauf der Reihe wichtig, da Teil 2 "Sanfter Mond" Lindsays Geschichte erzählen wird.

Fazit

Der Auftakt zur "Dunklen Wächter"-Reihe bietet eine schöne und authentische Liebesgeschichte, die ans Herz geht. Gleichzeitig wird der Leser durch einen spannenden Konflikt unterhalten und lernt die Welt der dunklen Wächter langsam kennen. Für Fans des Genres eine Reihe, die man weiterverfolgen sollte.

Veröffentlicht am 09.02.2020

Toller dritter Band der Reihe um die dunklen Wächter!

Zarter Mond
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Nachdem mir Teil 1 und 2 der Reihe "Die Dunklen Wächter" schon sehr gut gefallen haben, habe ich hohe Erwartungen an diesen Band gehabt. Diese wurden zwar nicht gänzlich erfüllt, aber dennoch handelt es ...

Nachdem mir Teil 1 und 2 der Reihe "Die Dunklen Wächter" schon sehr gut gefallen haben, habe ich hohe Erwartungen an diesen Band gehabt. Diese wurden zwar nicht gänzlich erfüllt, aber dennoch handelt es sich auch bei "Zarter Mond" um eine interessante Geschichte, die dem Leser einen noch tieferen Einblick in das Geheimnis der Werwölfe verschafft.

Geschildert wird das Ganze aus der Sicht von Brittany. Schon die gesamte Zeit über hat sie gespürt, dass sie sich nicht verwandeln würde. Doch als sich ihre Befürchtung bestätigt, geht für sie eine Welt unter. In den vorherigen Bänden hat der Leser nicht viel über Brittany gelernt. Sie hielt sich stets im Hintergrund, da sie viel Kraft - und Ausdauertraining gemacht hat, um der beste Dunkle Wächter aller Zeiten zu werden. Zwar hat Kayla in "Süßer Mond" schon geahnt, dass Brittany Gefühle für Connor hat, doch wirklich sicher sein konnten wir uns bis zum dritten Teil nicht. Da dieser aus Brittanys Perspektive erzählt wird, erfahren wir sehr viel über ihre Gedanken und es wird offensichtlich, wie sehr sie Connor wirklich liebt. Auch wenn sie mit ihren siebzehn Jahren noch sehr jung ist, scheint Brittany sich sehr viele Gedanken über die Liebe und ihre Zukunft zu machen. Ihre Gefühle wirken sehr real und man kann sich als Leser wirklich ausgezeichnet in sie hineinversetzen. Ihr ganzes Leben schon ist sie in Connor verliebt, doch sie wusste, dass er mit Lindsay zusammen ist und sie somit keine Chance hat. So lenkt sie sich mit Training ab, um auf andere Gedanken zu kommen.

Brittany scheint somit einer der reiferen Charaktere zu sein. Zwar ist ihr Handeln manchmal nicht gut durchdacht, doch im Laufe der Story kann man ihre Schritte sehr wohl nachvollziehen, denn sie tut die Dinge nur zum Wohle ihrer Gestaltenwandler-Freunde. Was mich persönlich sehr gefreut hat, war die Tatsache, dass es so viele neue Details über Connor gibt, da er der Helden dieser Geschichte ist. Und als solcher macht er sich wirklich einmalig. Er ist nicht nur der coole, harte Werwolf, den nach Außen hin immer zu verkörpert. In ihm versteckt sich ein ausgesprochen weicher und einfühlsamer Kern. Diese Seite von Connor hat mein kleines Herz förmlich erweicht. In manchen Situationen tat er mir einfach schrecklich Leid und die Dinge, die er durchgemacht hat, waren teilweise sehr schlimm. Von der ersten bis zur letzten Seite merkt man eine stetige Entwicklung seines Charakters, was mir sehr positiv in Erinnerung geblieben ist.

Wie ich schon erwartet hatte, erfährt man in "Zarter Mond" nicht wirklich viel über Kayla und Lindsay, da ihnen die ersten beiden Bände gewidmet waren. Schade ist es aber trotzdem, denn auch diese beiden Charaktere sind sehr interessant und noch weiter ausbaufähig. Aber vielleicht lernen wir mehr über sie in Teil 4, von dem bisher leider kein deutsches Erstveröffentlichungsdatum bekannt ist.

Viel habe ich an "Zarter Mond" eigentlich nicht auszusetzen. Es ist ein spannender Folgeband der "Die Dunklen Wächter"-Reihe und verspricht weitere interessante Geschichten rund um die Werwölfe. Die Geschichte war an einigen Stellen recht vorhersehbar und trotz der wenigen Seiten kam mir der Mittelteil etwas langatmig vor, weshalb es auch einen kleinen Punktabzug gibt. Doch alles in allem handelt es sich um ein wundervolles Lesevergnügen rund um die Welt der Werwölfe.

Fazit

Auch Teil 3 der "Die Dunklen Wächter"-Reihe ist Rachel Hawthorne sehr gut gelungen. Der Leser bekommt einen tiefen Einblick in die realistisch dargestellte Gefühlswelt der jungen Protagonistin Brittany, welche auf ganzer Linie zu überzeugen weiß.