tolles Buch
Die Buchhandlung der ExilantenMeinung: Sachbücher oder Bücher in diese Richtung lese ich immer mal wieder gern doch nur selten erwischt mich eines so sehr wie dieses.
Sylvia Beach und Adrienne Monnier sind zwei Frauen, die mir beim ...
Meinung: Sachbücher oder Bücher in diese Richtung lese ich immer mal wieder gern doch nur selten erwischt mich eines so sehr wie dieses.
Sylvia Beach und Adrienne Monnier sind zwei Frauen, die mir beim Lesen unglaublich nahegekommen sind. Ihre Buchhandlungen waren in den 1920er-Jahren lebendige Treffpunkte der literarischen Welt. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, selbst durch diese Räume zu gehen umgeben von Namen wie Hemingway, Joyce oder Simone de Beauvoir, die hier plötzlich greifbar und lebendig wirken. Gerade diese anfängliche Leichtigkeit macht den späteren Bruch umso intensiver. Mit der Besetzung Frankreichs verändert sich alles. Die Atmosphäre wird spürbar düsterer, Angst und Unsicherheit schleichen sich zwischen die Seiten. Besonders bewegt hat mich, mit welcher Entschlossenheit und Selbstverständlichkeit die beiden Frauen handeln: Sie helfen Verfolgten, organisieren Unterstützung, bieten Schutz und setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel. Ihre Buchhandlungen werden zu Orten des Widerstands, getragen von Mut und Menschlichkeit.
Der Schreibstil ist feinfühlig, leicht und sehr flüssig. Die wechselnden Zeitebenen erzeugen Spannung, auch wenn die Vielzahl an Namen und Details eine gewisse Konzentration verlangt. Doch genau diese Fülle macht das Buch so eindrucksvoll und authentisch, man spürt auf jeder Seite, wie intensiv hier recherchiert wurde.
Diese Geschichte ist eine bewegende Erinnerung daran, wie kraftvoll Literatur sein kann und wie wichtig Menschen sind, die für sie und füreinander einstehen.
Absolute Leseempfehlung.