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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.03.2023

Gelungenes Debüt!

Verschwiegen
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Trotz anfänglichem isländischen Namenswirrwarr entwickelt sich die Handlung sehr schnell zu einem mitreißenden und hochspannenden Islandkrimi.
Handlungsort ist Akranes, die Heimatstadt sowohl der Autorin ...

Trotz anfänglichem isländischen Namenswirrwarr entwickelt sich die Handlung sehr schnell zu einem mitreißenden und hochspannenden Islandkrimi.
Handlungsort ist Akranes, die Heimatstadt sowohl der Autorin als auch ihrer Hauptprotagonistin Elma, die als Polizistin in der Hauptstadt gearbeitet hat und nun nach ihrem Beziehungsende von Reykjavik wieder zurück in die Kleinstadt gezogen ist.
Während sie dabei auch Schatten ihrer Vergangenheit verfolgten, wird in der Nähe eines Leuchtturms, die Leiche von Elisabeth aufgefunden.
Elma und ihr neues Team beginnen zu ermitteln und fördern ungeahnte Geheimnisse zutage.

Ich kann hier nur von einem vollkommen gelungenem Debüt sprechen.
Neben der Gegenwart, gibt es zwischen den einzelnen Kapiteln immer wieder kurze Sequenzen mit Szenen aus der Vergangenheit, klar strukturiert, ohne zu verwirren.
Im Gegenteil, das macht es beinahe unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.
Ansonsten beinhaltet einen wunderbar inszenierten Plot, gespickt mit zahlreichen, perfekt platzierten Wendungen, die mich bis zum Schluss immer wieder aufs isländische Glatteis geführt haben.
Nichts ist so, wie es scheint, mehr will ich der Handlung gar nicht vorgreifen.

Für Fans, vor allem skandinavischer Krimis, möchte ich eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen. Es lohnt sich, zumal es eine Fortsetzung geben wird, die bereits in den Startlöchern steht.

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Veröffentlicht am 04.03.2023

Außergewöhnlich

Anatomy
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Edinburgh 1817 - Hazel Sinnett, ein Mädchen aus gutem Hause, träumt seit je her davon, Chirurgin zu werden. Trotz einiger Widrigkeiten die es ihr als Frau verbieten, an den Vorlesungen teilzunehmen, bekommt ...

Edinburgh 1817 - Hazel Sinnett, ein Mädchen aus gutem Hause, träumt seit je her davon, Chirurgin zu werden. Trotz einiger Widrigkeiten die es ihr als Frau verbieten, an den Vorlesungen teilzunehmen, bekommt sie im Rahmen einer Wette mit Dozent Dr. Beecham doch noch die Möglichkeit, die medizinische Prüfung abzulegen und auch anderen Frauen den Weg für das Studium zu ebnen.
Hierzu benötigt sie die Dienste von Auferstehungsmann Jack Currer, der ihr die zu Übungszwecken notwendigen Leichen ausgraben und beschaffen soll.
Währenddessen verschwinden immer wieder Auferstehungsmänner auf mysteriöse Weise spurlos und auch die ausgegrabenen Körper weisen merkwürdige Besonderheiten auf.

Das außergewöhnliche Cover, bei dem sich ein genauerer Blick lohnt, hat mich zusammen mit dem Buchtitel direkt angesprochen. Auch der Klappentext liest sich vielversprechend. Inhaltlich werden Historiker hier sicherlich die Hände überm Kopf zusammenschlagen, angesichts der künstlerischen Freiheiten, die sich die Autorin hier nimmt, um Hauptprotagonistin Hazel weitaus mehr Freiheiten zu ermöglichen, als es die damalige Zeit für das weibliche Geschlecht in den Oberschicht üblich war.
Ein ungestörtes Jungesellinnen-Leben gehört ganz sicher nicht dazu, ebensowenig eine Mutter, die derart wenig Auge auf die Tugend der eigenen Tochter hat.
Die Entwicklung ihres Charakters stagniert zudem, spätestens ab der Hälfte des Buches.
Das Ende fand ich hingegen gut gelöst und lässt an dieser Stelle noch Luft für eine etwaige Fortsetzung.

Insgesamt ist es eine sehr spannende Geschichte, die sich absolut flüssig liest und mich gerade durch die detailliert geschilderten Transplantationen und Sektionen abholen konnte, da diese sehr anschaulich beschrieben sind.
Auch die Tatsache, dass es früher “Auferstehungsmänner” gab und wie deren Arbeit aussah, fand ich sehr interessant zu erfahren.
Ein ungewöhnliches Setting, das einen lesenswerten, spannenden Roman für Zwischendurch verspricht und mir sehr schöne Lesestunden beschert hat.

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Veröffentlicht am 26.02.2023

Hat mich nicht überzeugt!

Ohne mich
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Eine Mittzwanzigerin, kurz vor Ende ihres Jurastudiums, frisch getrennt von ihrem „Ehemann“, mit dem sie ein recht kurzes Ehe-Intermezzo hatte, nun ein drogengeschwängertes Partyhopping betreibt.
Im Grunde ...

Eine Mittzwanzigerin, kurz vor Ende ihres Jurastudiums, frisch getrennt von ihrem „Ehemann“, mit dem sie ein recht kurzes Ehe-Intermezzo hatte, nun ein drogengeschwängertes Partyhopping betreibt.
Im Grunde sind es eine Aneinanderreihung zahlreicher Versuche der namenlosen Hauptprotagonistin, in einer Selbstfindungsphase, ihre eigenen Wünsche, Ziele und Bedürfnisse auszuloten.

Ich beende das Buch und weiß erst einmal nicht genau, was ich von dem Gelesenen halten soll.
Es ist auf eine Weise, die sich nicht näher definieren lässt, einerseits besonders und einzigartig, andererseits habe ich nicht das Gefühl, etwas aus diesem Buch mitzunehmen oder mich mit der Geschichte auch nur ansatzweise identifizieren zu können.
Denn obwohl ich, wie vermutlich jede*r Andere in den Zwanzigern eine Phase der Identitätsfindung und -festigung durchmacht,
ist diese Darstellung schon sehr extrem. Die Partywut, nachvollziehbar, der nicht unerhebliche Alkohol-, Koks- und Haschischkonsum als angehende Juristin finde ich strange.

Vor allem, weil mir zu dem ein paar Parallelen zwischen der Geschichte und dem Autorinnenkurzportrait auffallen, bei dem ich mir die Frage stelle, ob es sich ein Stück weit, um einen Teil autobiografischer Aufarbeitung handelt??

Schlussendlich bin ich von der Geschichte enttäuscht, nachdem ich den „Wow-Effekt“ leider vergeblich gesucht, aber nicht gefunden habe.
An dieser Stelle kann ich nur empfehlen, sich selbst ein Bild von dem Buch zu machen, das bisher zahlreiche positive Kritiken erhalten hat.
Mein Geschmack war es leider nicht.

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Veröffentlicht am 22.02.2023

Typisch Jojo Moyes

Mein Leben in deinem
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Die Geschichte beginnt mit vertauschten Taschen im Fitnessclub. Das Leben der Hauptprotagonistinnen wird anschließend gehörig auf den Kopf gestellt, nichts ist mehr, wie es war.
Während die privilegierte ...

Die Geschichte beginnt mit vertauschten Taschen im Fitnessclub. Das Leben der Hauptprotagonistinnen wird anschließend gehörig auf den Kopf gestellt, nichts ist mehr, wie es war.
Während die privilegierte Luxus-Lady Nisha dazu noch unvermittelt von ihrem Ehemann verlassen wird und nun vollkommen mittellos da steht, bewegt sich Sam, die zuletzt sehr unglücklich mit ihrer Lebenssituation ist, unerwartet auf der Erfolgsspur, in High Heels!
Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können,verfolgen irgendwann jedoch gemeinsam dasselbe Ziel.
Die Lösung aller (Probleme) liegt in einem simplen Paar Schuhe und auch das Glück wird am Ende da gefunden, wo noch keiner gesucht hat.

Hier prallen zwei Welten aufeinander.
Während Nisha stets souverän und erhobenen Hauptes durchs Leben geht, wird ihrer taffen Persönlichkeit unvermittelt ein herber Dämpfer verpasst, als sie feststellen muss, dass sie Dank ihres skrupellosen Ehemannes Carl plötzlich in einer ausweglosen Lage steckt.
Sam hingegen mangelt es offensichtlich an Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen. Sowohl beruflich als auch privat, hat sie einiges einzustecken und ist mir mit ihrem passiven Charakter ein hin und wieder ein wenig anstrengend, bis sie es endlich schafft, auch mal für sich einzustehen.
Nisha, die anfangs durch ihre Überheblichkeit sehr unsympathisch ist, macht eine unglaublich spannende Entwicklung durch und ist mir dabei immer mehr ans Herz gewachsen.

Es ist eine emotionsgeladene Geschichte voller Frauenpower von Jojo Moyes, die es einfach versteht, tiefgründige Wohlfühlromane zu schreiben, die nicht vor Schmalzigkeit triefen und trotzdem Balsam für die Seele sind.
Und ich bin wieder einmal begeistert von Hörbuchsprecherin Luise Helm, die vermutlich sogar eine langweilige Packungsbeilage so vorlesen könnte, dass man gebannt zuhört.
Eine klare Hörempfehlung!

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Veröffentlicht am 17.02.2023

Ein Thriller der Spitzenklasse

Blutmond (Ein Harry-Hole-Krimi 13)
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Harry Hole ermittelt wieder, gezwungenermaßen, so scheint es.
Während er zu Beginn der Geschichte als Schatten seiner Selbst, dem Suff frönend, in einer Bar in Los Angeles anzutreffen ist, manövriert er ...

Harry Hole ermittelt wieder, gezwungenermaßen, so scheint es.
Während er zu Beginn der Geschichte als Schatten seiner Selbst, dem Suff frönend, in einer Bar in Los Angeles anzutreffen ist, manövriert er sich im Verlauf eines Abends und durch eine Bekanntschaft mit Lucille in eine Zwangslage, infolgedessen er notgedrungen den Auftrag annimmt, in Oslo dem Mord an zwei jungen Frauen nachzugehen.
Währenddessen hat der Täter bereits ein weiteres Opfer im Visier.
Die Uhr tickt, ein Drogenkartell sitzt ihm im Nacken, droht Lucille zu töten und er hat nur eine Galgenfrist von 10 Tagen für die Aufklärung des Falls, in den Markus Røed sowohl sein Auftraggeber als auch der Tatverdächtige zu sein scheint.

Autor Jo Nesbø ist auch für bzw. in diesem Buch wieder zur gewohnten Spitzenform aufgelaufen. Nicht nur, dass er es geschafft hat, mit diesem Band eine glaubhafte Fortsetzung der Reihe mit seinem Ermittler Harry Hole zu erzählen, womit nach dem letzten Buch kaum mehr zu rechnen war, sondern er glänzt wie gewohnt mit einem ungeheurem Ideenreichtum, den seine Geschichten stets widerspiegeln.

Kindesmissbrauch, Alkoholismus über Drogenkonsum und Kannibalismus sind die Stoffe, aus denen die Handlung in Perfektion gestrickt ist. Hier ist kein Wort zu wenig oder zu viel.
Auch kommen diesmal besondere Schnecken mit seltsamen Parasiten zum Einsatz, die mit einer beeindruckenden Schlüsselrolle ausgestattet sind, selbst für Laien vollkommen plastisch dargestellt, simpel und genial gleichzeitig.
Einerseits sicher nichts für zartbesaitete Gemüter und schwache Mägen, andererseits ein Muss für Thriller-Fans und Freunde der Spannungsliteratur.

Ganz klar ein Thriller-Highlight, das ich sehr gerne empfehlen möchte!

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