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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2025

Unterhaltsam und spannend!

Organisch
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Nach ich bereits Giulia Enders´ Bestseller „Darm mit Charme“ voller Begeisterung gelesen habe, war ich schon richtig gespannt auf ihr neues Buch und damit auf eine weitere interessante Expedition durch ...

Nach ich bereits Giulia Enders´ Bestseller „Darm mit Charme“ voller Begeisterung gelesen habe, war ich schon richtig gespannt auf ihr neues Buch und damit auf eine weitere interessante Expedition durch unseren menschlichen Körper!

Wie man schon aus dem Titel herleiten kann, knöpft sich die Autorin diesmal unser Organsystem vor! Vom Dachgeschoss bis ins Kellergewölbe gibt es einen interessanten Abriss über die humane Mikrobiologie. Die Lunge, das Immunsystem, Haut, Muskeln und das Gehirn werden intensiv beleuchtet. Wie genau wirken eigentlich Impfstoffe? Warum wäre ohne Viren eine Existenz überhaupt nicht möglich und welchen schlimmen Schabernack richten Sauerstoffradikale tatsächlich in unserem Körper an - auf diese und noch viele andere Fragen gibt es hier spannende und vor allem lehrreiche Antworten!

Giulia Enders hat die wunderbare Gabe, mit einer faszinierenden Leichtigkeit, medizinische Themen und selbst komplexe Vorgänge im menschlichen Körper, unterhaltsam, anschaulich und leicht verständlich zu vermitteln, ohne dass es hierfür Fachwissen braucht. Doch auch Fachkundige langweilen sich hier keineswegs! Im Gegenteil - hier fließen zahlreiche Erkenntnisse aus aktuellen, wissenschaftlichen Studien ein!

Neben einigen Anekdoten, dominieren vor allem die AHA-Momente und das Schmunzeln, das einen durch das ganze Buch begleitet. Verstärkt wird das Ganze nochmal in der Hörbuchvariante, die übrigens von der Autorin selbst eingesprochen wurde. Man kann ihr einfach stundenlang zuhören und wird bestens unterhalten!

Es ist schon jetzt mein persönliches Sachbuchhighlight und ein Titel, den ich neben „Darm mit Charme“ absolut jedem empfehlen möchte!

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Veröffentlicht am 07.09.2025

Tiefer Einblick in einen innerstaatlichen Konflikt

Ungebetene Gäste
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Habt ihr schon mal einen Roman von Ayelet Gundar-Goshen gelesen? Wenn nicht, dann wird es Zeit!

Diese Geschichte spiegelt den innerstaatlichen Konflikt zwischen israelischen Juden und Arabern auf tiefgründige ...

Habt ihr schon mal einen Roman von Ayelet Gundar-Goshen gelesen? Wenn nicht, dann wird es Zeit!

Diese Geschichte spiegelt den innerstaatlichen Konflikt zwischen israelischen Juden und Arabern auf tiefgründige und bewegende Weise wider und schafft es dabei, wertneutral und ehrlich, die Sicht beide Seiten gekonnt zu beleuchten.
Während Naomi mit ihrem kleinen Sohn Uri allein zuhause ist, erledigt ein arabischer Handwerker im Auftrag ihres Mannes ein paar Arbeiten auf dem Balkon ihrer Tel Aviver Wohnung. Die Tatsache mit ihm und dem kleinen Uri allein zu sein, bereitet ihr von Anfang an Unbehagen. Ihre Gedanken strotzen vor unbegründeten Ängsten, Ablehnung und Vorurteilen, in die sie sich immer weiter hineinsteigert, obwohl der Mann ihr keinerlei Anlass dazu liefert.
In seiner Abwesenheit passiert ein Unglück und anstatt sie es mit wenigen Worten aufklärt, sorgt ihr Schweigen dafür, dass eine schlimme Kettenreaktion ihren Lauf nimmt. Aus Scham traut sie sich erst viel zu spät, das Missverständnis aufzuklären und versucht stattdessen, ihr Schuld vor sich selbst zu legitimieren - was ihr jedoch auf Dauer nicht lange gelingt.
Am Ende versucht die Familie mit einem Umzug nach Nigeria einen Neuanfang, doch die Geschehnisse wirken bei allen Beteiligten nach.

Man schämt sich fremd, ist ohnmächtig vor Wut und Entsetzen, über die Ungerechtigkeit, die unbeteiligten Personen hier widerfahren. Es ist furchtbar, wie Vorurteile und Rassismus eine friedliche Koexistenz erschweren und eine Versöhnung schier unmöglich scheint.

Gleichzeitig ist es ein tiefer Einblick in die israelisch-palästinensische Gesellschaft, der realitätsnahe Gründe liefert, warum ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Arabern kaum möglich scheint.

Die Geschichte hat mich zutiefst bewegt, manchmal auch leicht verwirrt (bei plötzlichen Wechsel des Handlungsstrangs mit neuen Protagonisten), doch letzten Endes vor allem ein außergewöhnliches Leseerlebnis beschert. Vor allem den flüssigen Schreibstil und die bildliche Erzählweise mochte ich hier sehr gern. Auch der feinfühlige Umgang mit der Thematik hat mir wirklich gut gefallen. Von Ayelet Gundar-Goshen möchte ich nach diesem Roman unbedingt noch mehr lesen!

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Eine zweite Chance für die Liebe?

Variation – Für immer oder nie
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Balletttänzerin Allie Rousseau muss nach einer schweren Verletzung pausieren und zieht sich in das Sommerhaus ihrer Familie in Cape Cod zurück. Dort wird Allie allerdings auch schnell von den Dämonen der ...

Balletttänzerin Allie Rousseau muss nach einer schweren Verletzung pausieren und zieht sich in das Sommerhaus ihrer Familie in Cape Cod zurück. Dort wird Allie allerdings auch schnell von den Dämonen der Vergangenheit eingeholt. Denn auch Rettungsschwimmer Hudson Ellis lebt dort zusammen mit seinen Geschwistern und seiner Nichte Juniper, die eine auffällige Ähnlichkeit mit Allie hat und obendrein ihre Liebe zum Ballett teilt. Als Juniper Allie bittet, ihr bei der Suche nach ihrer leiblichen Mutter zu helfen, willigt Allie ein. Dadurch kreuzen sich ihre Wege jedoch auch immer wieder mit ihrer Jugendliebe Hudson, dem sie nicht verzeihen kann, dass er sie nach dem Tod ihrer Schwester allein gelassen hat.

Ausnahmsweise ist der Hauptprotagonist Hudson kein Militärangehöriger, aber im Großen und Ganzen bleibt die Autorin ihrem Schema in Sachen Romance treu. Diesmal mit Second-Chance-Trope und das Thema Ballett mit einem Familiendrama und großen Gefühlen vereint und der Spice kommt natürlich auch nicht zu kurz. Doch ob es dafür 570 Seiten gebraucht hätte?

Als begeisterter Fan ihrer großartigen Fantasyreihe gehe ich gewöhnlich mit einer sehr hohen Erwartungshaltung an die Bücher von Rebecca Yarros heran. Ihre Romance-Geschichten können dabei nicht immer mithalten, aber von diesem Roman habe ich mir vorab einiges versprochen. Denn die Ballett-Thematik gefällt mir richtig gut und ist auch ein schöner Aufhänger der entsprechend viel Raum in dem Buch einnimmt, aber leider nicht immer glaubwürdig und realitätsnah umgesetzt ist . Für einen spannenden Pageturner passiert hier zudem einfach viel zu wenig, an künstlichen Dramen wird hingegen nicht gespart. Vor allem der Mittelteil liest sich sehr zäh und langatmig. Natürlich gibt es auch einige emotionale Momente, die tief unter die Haut gehen, doch insgesamt war die Geschichte dann einfach nicht meins.

Vielleicht springt bei euch der Funke ja eher über!

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Berlin hat ein dickes Problem!

Das Geschenk
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Ein morgendlicher Anruf, den Bundeskanzler Winkler zunächst für einen Scherz hält: Elefanten im Spreebogenpark!
Doch sind diese nicht etwa aus dem Zoo ausgebüxt, wie man vielleicht vermuten würde.
Nein! ...

Ein morgendlicher Anruf, den Bundeskanzler Winkler zunächst für einen Scherz hält: Elefanten im Spreebogenpark!
Doch sind diese nicht etwa aus dem Zoo ausgebüxt, wie man vielleicht vermuten würde.
Nein! - Als ironischen Dank für das kürzlich von der Regierung verabschiedete Einfuhrverbot von Jagdtrophäen, hat der Präsident von Botswana 20.000 Elefanten als „Geschenk“ entsendet.
Das Krisenmanagement hat alle Hände voll zutun, denn die Tiere hinterlassen eine Schneise der Verwüstung und befeuern heftige politische Debatten um die Handlungsfähigkeit des Bundeskanzlers und seiner Regierung, die massiv unter Druck gerät.
Währenddessen erstickt die Hauptstadt langsam aber sicher im Elefantendung!

Eine intensive und unterhaltsame Politsatire, die sich auf knappen 138 Seiten entfaltet. Mehr braucht Gaea Schoeters nicht, um ein Kathastrophenszenario auf erschreckend reale Weise und auf den Punkt darzustellen. Mir wird es so schnell sicher nicht mehr aus dem Kopf gehen.
Die Autorin regt mit dieser Geschichte einmal mehr dazu an, über den europäischen Tellerrand zu schauen.
Denn eine Frage stellt sich hier sehr klar:
Sind wir uns über die Folgen politischer Entscheidungen und der daraus resultierenden Verantwortung auf globaler Ebene überhaupt bewusst oder endet unsere Solidariät, wie so oft, an den europäischen Grenzen?

Die Thematik könnte kaum klüger und treffsicherer in dieser literarischen Form umgesetzt sein. Mich hat es von der ersten Seite an, gefesselt und hallt nach wie vor nach!
Ein Roman der nicht an der Oberfläche kratzt, sondern tief ins Mark geht und den ich daher von Herzen empfehlen möchte!

Vor allem diejenigen, die sich gerne mit moralischen Grauzonen, Politik und Gesellschaftskritik auseinandersetzen, sollten diesen Titel unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 20.08.2025

Skurrile Verwechslungskomödie

Never Trust Your Fake Husband
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Eine junge Frau kommt ohne jede Erinnerung auf einer Pariser Straße zu sich – und findet sich prompt einem bewaffneten Fremden gegenüber. Der Mann stellt sich als Sawyer heraus, ein Geheimagent, der sie ...

Eine junge Frau kommt ohne jede Erinnerung auf einer Pariser Straße zu sich – und findet sich prompt einem bewaffneten Fremden gegenüber. Der Mann stellt sich als Sawyer heraus, ein Geheimagent, der sie offenbar kennt und sie „Alex“ nennt. Nouch bevor sie begreift, was vor sich geht, steckt sie mitten in einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd. Das Problem: Sie weiß weder, wer sie selbst ist, noch warum sie überhaupt ins Visier geraten ist.
Um ihre Tarnung zu wahren, müssen Alex und Sawyer sich als Ehepaar ausgeben. Dabei fliegen weniger die Funken als vielmehr die Fetzen!

Eine waschechte Enemies-to-Lovers-Story der anderen Art.

Den Schreibstil fand ich angenehm flüssig und die Grundidee - mit einer Mischung aus Mr. & Mrs. Smith und klassischer Verwechslungskomödie – hatte auch definitiv Potenzial. Leider haperte es für meinen Geschmack dabei an der Umsetzung.
Die Hauptprotagonistin wirkte oft naiv und dadurch vielmehr anstrengend als sympathisch, was mein Lesevergnügen leider deutlich geschmälert hat, denn weder mein Herz noch Humor konnte diese Story so recht erreichen.

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