Spannender Schauerroman
Der Untergang von Thornton HallIn dem Buch „Der Untergang von Thornton Hall“ begleiten wir die junge Engländerin Elinda gemeinsam mit einem in Ungnade gefallenen „bearleader“ auf ihrer ganz besonderen Kavalliersreise nach Italien. Auf ...
In dem Buch „Der Untergang von Thornton Hall“ begleiten wir die junge Engländerin Elinda gemeinsam mit einem in Ungnade gefallenen „bearleader“ auf ihrer ganz besonderen Kavalliersreise nach Italien. Auf der Suche nach ihrem verschollenen Zwillingsbruder reist sie bis in das antike Pompeji und nebenbei auch zu sich selbst.
Die Geschichte spielt Ende des 18. Jahrhunderts und ist meiner Meinung nach sehr gut recherchiert. Als Leser bekommt man einen sehr guten Einblick in die damaligen Sitten und Gepflogenheiten sowie ein sehr authentisches Bild Italiens vermittelt. Dazu kann man einiges über die damals üblichen Kavaliersreisen lernen - die verpflichtenden Bildungsreisen für junge gut gestellte Männer.
Beonders die Schilderungen des historischen Venedig und natürlich die Einblicke in die auch heute noch sehr beeindruckende antike Stadt Pompeji und ihre tragische Geschichte fand ich sehr spannend. Welche Schätze könnte man heute noch zusätzlich bewundern, wenn die Funde in der vom Vesuv zerstörten Stadt schon damals gewahrt worden wären?
All dies ist eingebettet in eine sehr mitreißende und spannende Geschichte, die sich auch literarisch am 18. Jahrhundert und der damals beliebten Schauergeschichte orientiert. Die fein dosierten, mystischen Schauerelemente und die zarte Liebesgeschichte verleihen dem Buch seinen ganz besonderen Flair.
Dazu ist mir die Protagonistin des Romans sehr ans Herz gewachsen. Sie ist eine sehr authentische junge Frau, die zerrissen ist zwischen den Erwartungen an Anstand und Sitten und ihrem inneren Ruf nach mehr, nach Selbstbestimmung und Freiheit. Es ist eine Freude sie auf ihrem Weg zu begleiten.
Ich kann das Buch sehr empfehlen.