Profilbild von Annabell95

Annabell95

Lesejury Star
offline

Annabell95 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Annabell95 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2025

Neuanfang in Hamburg

Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli
0

Hamburg, 1913: Über Nacht wird Louise praktisch mittellos. Bisher reiste sie mit ihrem Mann Victor durch Europa. In Hamburg wohnten sie in einem exquisiten Hotel. Dann stand ein Mann mit einem Totenschein ...

Hamburg, 1913: Über Nacht wird Louise praktisch mittellos. Bisher reiste sie mit ihrem Mann Victor durch Europa. In Hamburg wohnten sie in einem exquisiten Hotel. Dann stand ein Mann mit einem Totenschein vor Louises Tür. Ihr Mann verschwand spurlos mit samt dem Geld. In ihrer Not lernte Louise Ella kennen, die von ihren Eltern an Mädchenhändler verkauft worden ist und nun von ihren Peinigern geflohen ist. Sie ist von Lemberg nach Hamburg gekommen. Gemeinsam versuchen sie sich ein neues Leben aufzubauen. Dann geschieht ein Mord an einem Juwelier und sie retten einen Jungen, den vermeintlichen Mörder, vor der Polizei, weil sie ihn für unschuldig halten. In der Bar, wo sie ihn verstecken, taucht auf einmal der Ex-Polizist Paul auf. Er ist auf eigene Faust hinter einer Bande gewaltätiger Straßenkinder her, zu der auch der Junge gehören soll. Aber hat diese Bande wirklich etwas mit dem Mord zu tun?

"Elbnächte - Die Lichter über St. Pauli" ist der Auftakt zu einer neuen Reihe im historischen Hamburg.

Die Handlung wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Hauptprotagonisten erzählt. So lernt man jede einzelne Figur erstmal gut kennen bis sie dann jeweils auf die anderen Protagonisten trifft. Mit den unterschiedlichen Hauptprotagonisten (Louise, Ella & Paul) bin ich sofort warm geworden. Jeder hat seine eigene interessante Geschichte und auch Päckchen zu tragen. Louise und Ella werden als zwei willensstarke Frauen zu der damaligen Zeit dargestellt. Durch die vielen Hindernisse und Hürden, die die beiden bezwingen müssen, wird es nochmal richtig deutlich wie schwer es für Frauen zu der Zeit noch gewesen ist.

Neben den Hauptprotagonisten treten in der Handlung noch sehr viele Nebencharaktere auf, die mir bereits aus der "Hafenärztin-Reihe" bekannt sind. Ich fand es schön auf bekannte Gesichter zu treffen. Es ist aber nicht zwingend erforderlich die "Hafenärztin"-Reihe für die Reihe "Elbnächte" zu kennen.

Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und hat zudem noch etwas fesselndes, was mich in den Bann gezogen hat und ich das Buch absolut nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Beschreibungen der Handlungsorte sowie den Protagonisten und ihre Handlungen sind sehr bildhaft dargestellt. So kann man sich seine eigenen Bilder sehr gut machen, aber es lässt den Roman und die Figuren auch sehr lebendig wirken. Dazu trägt auch der historische Hamburg-Flair bei.

Mein Fazit:
Ein spannender und mitreißender Roman. Durch die Lebendigkeit und dem historischen Hamburg-Flair möchte man darin einfach nur abtauchen. Mich hat der Roman komplett in seinen Bann gezogen, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung und kann es kaum bis zum Erscheinungstermin erwarten. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2025

Ermittlungen im Kloster

Tödliches Gebet
0

Im Notre-Dame de Sénanque, eine alte Abtei in der Provence, ist ein junger Mönch, der behauptet, der Teufel würde ihm die Zukunft zuflüstern. Dann trifft seine Prophezeiung zu und ein Klosterbruder verschwindet ...

Im Notre-Dame de Sénanque, eine alte Abtei in der Provence, ist ein junger Mönch, der behauptet, der Teufel würde ihm die Zukunft zuflüstern. Dann trifft seine Prophezeiung zu und ein Klosterbruder verschwindet spurlos und ein anderer wird ermordet. Der Commissaire Louis Campanard wird mit seinem Team zu dem Kloster geschickt, um dort die Ermittlungen durchzuführen. Der ermordete Mönch ist nicht irgendwer. Frère Bernard stand dem Campanard vor Jahren in seinen dunklesten Stunden zur Seite. Campanard schwört den Verantwortlichen zu fassen. Dem Ermittler-Trio wird schnell klar, dass hinter den Klostermauern Geheimnisse verborgen sind.

"Tödliches Gebet" ist der zweite Teil der Reihe mit Commissaire Louis Campanard in der Provence. Der Fall selbst ist in sich abgeschlossen, dennoch empfiehlt es sich auch bereits den Vorgänger zu kennen. Die Geschichte der drei Ermittler wird in diesem Band fortgesetzt.

Die Handlung wird abwechselnd aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. So verfolgt man den Fall aus unterschiedlichen Sichtweisen der drei Ermittler, was es spannend macht, denn einige Kapitel enden hier und da auch mit Cliffhängern. Man kann sehr gut miträtseln und es gibt einige unerwartete Wendungen. Hier und da wird mit sehr viel Humor lustige Szenen zur Abwechslung eingebracht, die einem bei dem Tempo durchatmen lassen. Die Auflösung kam für mich gänzlich überraschend und stellte nochmal einen tollen Showdown dar.

Mit einem tollen bildhaften Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt, bringt der Autor das französische Flair zu einem nach Hause. Durch die bildlichen Beschreibungen der Handlungsorte und auch den Protagonisten wirkt alles sehr lebendig und die eigenen Bilder ziehen einem vor dem inneren Auge vorbei.

Die Protagonisten sind mir bereits aus dem Vorgängerband bekannt und bereits nach dem Lesen der ersten Seiten waren sie mir auch wieder sehr vertraut. Ich bin sofort mit ihnen warm geworden. Sie haben ein sehr großes Potenzial für den Fortgang von weiteren Fällen. Besonders hervorsticht hier der Commissaire Campanard. Er ist auch eine witzige Art und Weise ein verrückter Vogel wie er immer mit seinen knallbunten Hemden rumläuft. Sein Charakter ist einfach etwas Besonderes, weil er immer lustig drauf ist.

Mein Fazit:
Ein sehr lebendiger Krimi durch die bildhaften Beschreibungen. Der Fall ist sehr spannend aufgebaut und hier und da wird eine Prise Humor eingestreut. Das macht für mich eine wunderbare Mischung aus und ich konnte das Buch absolut nicht zur Seite legen. Daher gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2025

Fulminate Erzählung

Ritter Sport - Ein Traum von Schokolade
0

Als Clara Göttle im Kindesalter ein Stück Schokolade probiert, weiß sie sofort dass sie diese süße Köstlichkeit mal zu ihrem Beruf machen will und eigene Schokolade herstellen und verkaufen möchte. Der ...

Als Clara Göttle im Kindesalter ein Stück Schokolade probiert, weiß sie sofort dass sie diese süße Köstlichkeit mal zu ihrem Beruf machen will und eigene Schokolade herstellen und verkaufen möchte. Der Weg um dorthin zu gelangen ist weit. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Alfred Ritter legt sie 1912 den Grundstein für ihre eigene Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik. Schließlich erfindet Clara die quadratische Schokoladentafel in verschiedenen Sorten, die die Welt erobern sollen. Immer wieder muss das junge Unternehmen gegen einige Widerstände und Krisensituationen wie Krieg und Weltwirtschaftkrise kämpfen um die Zukunft zu sichern.

Das Buch erzählt auf eine fesselnde Weise die Geschichte hinter der Schokolade "Ritter Sport" und die Lebensgeschichte von Clara Ritter (geb. Göttle). Ich fand es sehr interessant zu lesen, weil ich mich so vorher noch nicht damit beschäftigt habe. Man hat sofort gemerkt, dass das Autorenduo sich hier viel Zeit und Mühe mit der ganzen Recherche der Geschichte genommen hat. Fiktion und wahre Begebenheiten wurden hier toll miteinander vermischt. Beim Lesen merkt man gar nicht was erfunden wurde und was auf wahre Begebenheiten zurückzuführen ist.

Die Handlung erstreckt sich über einen langen Zeitraum und hat dementsprechend auch den ein oder anderen großen Zeitsprung drin. Trotzdem riss die Spannung nie ab. Das politische Zeitgeschehen wurde hier toll eingebunden und so wurden die ganzen Herausforderungen zur damaligen Zeit auch nochmal richtig deutlich gemacht.

Der Schreibstil ist sehr fesselnd und flüssig zu lesen. Ab und zu wurde ein schwäbischer Dialekt von einzelnen Protagonisten (Claras Mutter Louise) mit eingewoben. Es war zwar für mich etwas schwierig zu lesen, aber es machte die ganze Geschichte authentisch. Es wurde alles sehr bildlich beschrieben, sodass man sich auch gut selbst in seinen Gedanken beim Lesen seine eigenen Bilder machen konnte.

Auch die Charaktere wirkten alle sehr authentisch gezeichnet und dadurch auch sehr lebendig. Über die gesamte Handlung hat man sehr viele Personen, insbesondere auch Nebencharaktere kennengelernt. Es waren zwar sehr viele, aber es wirkte nie überladen. Man konnte noch ganz gut folgen.

Mein Fazit:
Eine fesselnde und authentisch erzählte Geschichte hinter der berühmten Schokolade "Ritter Sport". Mich hat es fasziniert und in den Bann gezogen, sodass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Beim Lesen hatte man direkt Lust von der Schokolade zu naschen. Für mich eine ganz klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2025

Bedrückende Spannung

Schattenschwester
0

Bei einer Trauung stürzte ein Mädchen vom Kirchturm in den Tod. Bei dem Mädchen handelte es sich um die vor drei Jahren spurlos verschwundene Elvira aus dem Kinderheim. War es ihre eigene Absicht sich ...

Bei einer Trauung stürzte ein Mädchen vom Kirchturm in den Tod. Bei dem Mädchen handelte es sich um die vor drei Jahren spurlos verschwundene Elvira aus dem Kinderheim. War es ihre eigene Absicht sich in den Tod zu stürzen oder wurde sie gestoßen? Mit ihrem Partner Calle Brand beginnt Idun Lind in dem Kinderheim ihre Ermittlungen und stoßen dabei auf sehr rätselhafte Dinge. Dann finden sie heraus, dass vor wenigen Monaten ein weiteres Mädchen aus dem Heim spurlos verschwunden ist. Sie ahnen nicht in was für einem schrecklichen Gefängnis sich das Mädchen befindet.

"Schattenschwester" ist der dritte Band mit der Kriminalkommissarin Idun Lind. Der Fall ist in sich selbst abgeschlossen, aber es empfiehlt sich auch die Vorgängerbände zu kennen, da die persönliche Geschichte von Idun und Calle weiter aufbaut.

Die Handlung wird in wechselnden Perspektiven erzählt und hat dabei auch Sprünge in die Vergangenheit. So bleibt es rätselhaft und erst Stück für Stück kommen die Verknüpfungen zu den einzelnen Stücken. Den Anfang fand ich sehr spannend. Danach hatte die Handlung einige Längen. Hier hätten es einige Seiten weniger vielleicht auch getan. Zum Schluss gab es dann wieder einen spannenden Showdown, allerding mit einigen Aspekten, die mir etwas zu unglaubwürdig und überzogen vorgekommen sind.

Der Schreibstil ist sehr flüssig zu lesen und fesselnd einen auch an die Story. Es gibt einige Wendungen in dem Fall und es lässt sich ganz gut Miträtseln. Die Stimmung in dem Kinderheim ist sehr traurig und bedrückend. Man merkt schnell, dass damit etwas nicht stimmen kann. Es werden sehr brisante Themen, wie Jugendliche auf der schiefen Bahn mit Drogen- & Alkoholsucht durch das Versagen einiger Eltern angesprochen. Das regt zum Nachdenken an und macht einen auch recht traurig.

Idun privat wirkt für mich sehr kühl. Irgendwie legt sie nicht so wirklich viel wert auf ihre privaten Beziehungen bzw. will dies nicht zulassen. Calle ist für mich eher ein Nebencharakter. Er bleibt weiterhin noch sehr blass neben Idun.

Mein Fazit:
Ein bedrückender aber spannender Thriller. Es gab ein paar Längen auf der Hälfte, aber ich wollte trotzdem wissen wie es weitergeht und was der Hintergrund in diesem Kinderheim ist. Ich bin gespannt darauf, wie die Reihe weitergehen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2025

Der gläserne Mann

Eisiges Glas
0

Kurz nachdem Leonore "Leo" Asker ihren ersten Fall als Leiterin der hoffnungslosen Fälle abgeschlossen hat, meldet sich ihr Vater Per nach jahrelangem Schweigen bei ihr. Ihr Vater ist ein Prepper und steht ...

Kurz nachdem Leonore "Leo" Asker ihren ersten Fall als Leiterin der hoffnungslosen Fälle abgeschlossen hat, meldet sich ihr Vater Per nach jahrelangem Schweigen bei ihr. Ihr Vater ist ein Prepper und steht nun unter Mordverdacht einen Urban Explorer getötet zu haben. Dessen Leiche wurde ohne Augen in der Nähe seines Anwesens gefunden. Nun droht Prepper Per sich gewaltsam seiner Verhaftung zu widersetzen, wenn seine Tochter ihm nicht hilft. Zur gleichen Zeit bekommt Leos Jugendfreund Martin Hill den Auftrag auf einer Privatinsel mit einem Obversatorium eine Biografie über das Familienoberhaupt zu schreiben. Bei seiner Recherche vor Ort entdeckt Martin, das es dort viele mysteriöse Dinge wie Körper ohne Augen und mysteriöse Lichter gibt. Er muss vorsichtig vorgehen, denn die Bewohner der Insel wollen nicht, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

"Eisiges Glas" ist der zweite Band der Reihe mit Leo Asker und ihre hoffnungslosen Fälle. Es ist empfehlenswert den Vorgängerband zu kennen damit man die Vorkenntnisse über Leo und Martin hat. Der Fall an sich ist aber in sich abgeschlossen.

Anfangs habe ich mich ein wenig schwer getan in die Handlung zu kommen. Ich fand, dass es sich zu Beginn etwas gezogen hat und trotz der Perspektivwechsel zwischen den einzelnen Protagonisten und sogar auch einem Unbekannten "Der gläserne Mann" noch nicht so ganz spannend werden wollte. Doch die Story um das verlassene Obversatorium hat mich neugierig gemacht und ich wollte auch unbedingt wissen wie die Fälle mit einander zusammenhängen. So auf dem letzten Drittel wurde es bis zum Ende dann auch richtig spannend und ich habe regelrecht mit Martin und Leo mitgefiebert. Die Kapitel endeten zum Teil mit Cliffhängern, sodass man quasi gezwungen war weiterzulesen.

Der Fall um den "Gläsernen Mann" fand ich ein wenig vorhersehbar, zumindest wusste ich sehr schnell wo es sehr wahrscheinlich hinführen wird. Martins Fall, die Recherche für die Biografie, fand ich interessanter und spannender als Leos eigentlichen Fall ihrem Vater zu helfen.

Die beiden Hauptprotagonisten Leo und Martin waren mir noch aus dem Vorgänger bekannt und ich konnte auch sehr schnell wieder einen Bezug zu den beiden finden. Mir sind beide sehr sympatisch und ich verfolge von beiden gerne die Fälle. Ich bin auch sehr gespannt welcher Fall oder Fälle die beiden als Nächstes erwarten wird.

Mein Fazit:
Diesen Band fand ich etwas schwächer als den ersten Teil, aber trotzdem hat es mich beim Lesen sehr neugierig gemacht, wie Leos und Martins Fall zusammenhängen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und auf dem letzten Drittel wurde es ja auch nochmal so richtig spannend. Bin gespannt wie die Reihe weitergehen wird und gebe hier eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere