Tolle Sommerlektüre
Weißer Sommer"Weißer Sommer" erzählt die Geschichte von Alma und Théo, zwei jungen Künstler:innen, die sich in Südfrankreich kennenlernen und eine intensive Beziehung aufbauen. Als Théo später zu Alma nach München ...
"Weißer Sommer" erzählt die Geschichte von Alma und Théo, zwei jungen Künstler:innen, die sich in Südfrankreich kennenlernen und eine intensive Beziehung aufbauen. Als Théo später zu Alma nach München zieht, wird schnell deutlich, dass Liebe allein nicht alle Unsicherheiten und Unterschiede ausgleichen kann. Während beide versuchen, ihren Platz im Leben und ihre eigene Identität zu finden, geraten ihre Beziehung und ihre Zukunft immer wieder ins Wanken.
Besonders gelungen fand ich, wie nahbar und echt die Figuren wirken. Man begleitet Alma und Théo über verschiedene Zeitebenen hinweg durch ihren Alltag, ihre Zweifel, Sehnsüchte und unausgesprochenen Konflikte. Gerade Théos innere Zerrissenheit zwischen Heimatgefühl, Neuanfang und der Angst, sich in der Beziehung selbst zu verlieren, hat mich sehr berührt.
Der Schreibstil ist atmosphärisch und bildhaft, sodass man beim Lesen oft das Gefühl hat, mitten in den Szenen zu sein. Das sommerliche Setting in Südfrankreich, die melancholische Grundstimmung und die leisen, emotionalen Momente erinnern stellenweise an die Atmosphäre von Call Me by Your Name, die Beziehung der beiden an Normal People.
Anfangs haben mich die Perspektivwechsel und Zeitsprünge zwar etwas herausgefordert, aber sobald ich in die Geschichte hineingefundenhatte, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Für mich ist es ein sehr emotionales und beeindruckendes Debüt über Liebe, Selbstfindung und die Frage, was man eigentlich vom Leben erwartet.