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Veröffentlicht am 17.10.2021

Grace auf der Flucht vor Hunger und Tod

Grace
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Die Geschichte beginnt 1845 und Irland leidet unter einer Hungersnot. Wie groß muss die Not sein, wenn man nicht mehr alle seine Kinder ernähren kann? Sarah reißt eines Morgens ihre 14 jährige Tochter ...

Die Geschichte beginnt 1845 und Irland leidet unter einer Hungersnot. Wie groß muss die Not sein, wenn man nicht mehr alle seine Kinder ernähren kann? Sarah reißt eines Morgens ihre 14 jährige Tochter Grace aus dem Schlaf und schickt diese in Männerkleidung aus dem Haus. Sie muss selbst für sich sorgen und als Junge ist es einfacher Arbeit zu finden. In Irland sucht aber jeder danach um Arbeit und Nahrung zu finden. Grace muss jetzt stark sein, sie versteht nicht, dass man ihr Leben einfach wie einen Stein wegwirft. Sie verlässt Donegal. Ihr kleiner Bruder hat sich ihr heimlich angeschlossen.

Das Leben auf der Straße lässt Grace wachsen, sie befindet sich dennoch auf der Flucht. Das Pfeife rauchen ist ihr einziges Mittel sich zu beruhigen. Sie erlebt schreckliches, die versuchte Vergewaltigung im finsteren Wald wird noch von ihrem kleinen Bruder blutig beendet. Er ist es, der die Geschichte mit seiner unbestechlichen Art mitbestimmt und seiner Schwester den Weg weist. Oder ist es am Ende nur seine Stimme die Grace hilft ihren Weg zu gehen.

Es wird erschreckend viel furchtbares dokumentiert, dass man erst einmal selbst verarbeiten muss. Eine richtig unheimliche Beschreibung der toten Familie in der Ladentür. Ich konnte mich gut in Grace hineinversetzen. Hunger und Elend und immer dem Tod sehr nahe. Ich lese gerne historische Romane, der Autor hat eine Intensität in seinem Schreibstil, er portraitiert die junge Protagonistin auf eine nahezu poetische Weise. Die Charaktere denen sie auf ihrem Weg begleitet sind gut beschrieben.

Die Erläuterung der irischen Wörter am Ende des Buches fand ich sehr interessant. Von mir gibt es eine Empfehlung, ein Buch, welches sich lohnt zu lesen. Ein wenig Nervenstärke sollte man allerdings haben.

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Eine Buchreise der besonderen Art

In 60 Buchhandlungen durch Europa
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Eine Reiseerzählung für Buchliebhaber mit schönen Fotos der unterschiedlichen Buchhandlungen detailliert geschildert. Ich bin begeistert, wie doch so mancher Buchladen ausgestellt ist. Buntglas in Fensterbögen, ...

Eine Reiseerzählung für Buchliebhaber mit schönen Fotos der unterschiedlichen Buchhandlungen detailliert geschildert. Ich bin begeistert, wie doch so mancher Buchladen ausgestellt ist. Buntglas in Fensterbögen, dann wieder naturelle Holztöne in Kombination mit Regalelementen in schwarz und ornament verzierte Decken. Das sieht man nicht überall. Ich war selbst mal in einer Buchhandlung in Schottland Edinburgh. Sieht schon ein wenig anders aus als bei uns.

Die Berichte welche der Autor zu den Buchhandlungen abliefert finde ich interessant, ich wusste gar nicht, das in Lissabon die älteste Buchhandlung der Welt steht. Eine Stadt ohne Buchshop ist nicht die richtige Stadt. Das ist meine Meinung. Ich komme halt auch an keiner Buchhandlung vorbei ohne einzukehren.


Manchmal hätte ich mir noch ein paar Details mehr, wie beispielsweise die Adressen zu den abgebildeten Büchershops gewünscht, falls man einmal in einer europäischen Stadt in Urlaub ist. Das ist mir einen Stern weniger wert.

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Veröffentlicht am 04.10.2021

Schöne Wanderwege und tolle Fotos

Sinnliche Wanderungen in und um Stuttgart
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Ich wandere für mein Leben gerne und ich liebe Bäume. Von Bäumen geht eine große Kraft aus. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele unterschiedliche Bäume es gibt. Von Tulpenbäumen bis hin zu Schwarznussbäumen. ...

Ich wandere für mein Leben gerne und ich liebe Bäume. Von Bäumen geht eine große Kraft aus. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele unterschiedliche Bäume es gibt. Von Tulpenbäumen bis hin zu Schwarznussbäumen. In der Natur kann ich wunderbar abschalten und entschleunigen.

Der Autor zeigt uns in diesem informativen Buch die schönsten Wanderwege in Stuttgart und Umgebung. Die Wanderstrecken werden mit Zeit und Kilometer angegeben. Wenn Wiesenflächen nicht betreten werden dürfen, dann lässt er es die Leser wissen. Sehr schöne Bilder vom Rosensteinpark mit dem ältesten Baumveteran dem Spitzahorn.

Glemswald IV diesen Wanderweg hab ich mir ausgesucht und werde ich noch diesen Monat anpeilen. Vom Glemsquellenweg bis zur Pappelallee.

Eine reichhaltige Bebilderung und viel Wissenswertes über den Baumbestand in und in der Nähe Stuttgarts. Empfehle das Buch für Wanderer gerne weiter.

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Veröffentlicht am 02.10.2021

Neue Liebe , neues Leben

Und dann noch du!
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Natalie wird nach 15 Jahren Ehe von ihrem Mann verlassen, es trifft sie wie aus heiterem Himmel. Es geht alles schnell die Scheidung und das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn. Ihre Freundin motiviert ...

Natalie wird nach 15 Jahren Ehe von ihrem Mann verlassen, es trifft sie wie aus heiterem Himmel. Es geht alles schnell die Scheidung und das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn. Ihre Freundin motiviert sie wieder arbeiten zu gehen und sie heuert als ehemalige Arzthelferin ausgerechnet in einer urologischen Praxis an. Ihr Leben als hetero wird ordentlich durcheinandergewirbelt. Und Frau Doktor steht auch auf Frauen, da wird man doch Nathalie erobern können. Plötzlich ist Nathalie lesbisch, das soll es ja geben, das Frauen sich anders orientieren, nur warum alles was zuvor war mit einem Mal total weggeblasen ist. Es dauerte auch nicht lange und die beiden Damen landete dort wo Sex wohl am schönsten ist. Was mal war, das ist vorbei und so schnell vergessen. Aber liebe Frau Hipp, warum so schnell? Auch das Ende kam ganz schnell, mit immer schnelleren Schritten ging es auf das Ende zu, das kenne ich von Ihnen sonst nicht.


Die Romane der Autorin spielen alle im medizinischen Bereich, sie schafft es immer wieder eine interessante Love Story zu verfassen. Ein bisschen Drama ist immer dabei, sonst wäre es ja langweilig. Und langweilig war das Buch für mich auf keinen Fall. Schnell und flüssig zu lesen, für mich wäre allerdings eine andere Praxis besser gewesen. Warum es eine Urologie wo viele Männer sind erschließt sich mir nicht.


Alles in allem ein unterhaltsames Buch, dass man nebenher auf der Couch flüssig weg liest.

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Veröffentlicht am 27.09.2021

Unbändiger Siegeswille gegen alle Widerstände

Althea Gibson - Gegen alle Widerstände. Die Geschichte einer vergessenen Heldin
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Wir schreiben das Jahr 1957 , die Tenniswelt erlebte ein farbiges Wunder. Das bedeutendste Tennisturnier weltweit wurde von einer schwarzen Spielerin erstmals gewonnen. Dabei wurde sie zu Beginn von Turnieren ...

Wir schreiben das Jahr 1957 , die Tenniswelt erlebte ein farbiges Wunder. Das bedeutendste Tennisturnier weltweit wurde von einer schwarzen Spielerin erstmals gewonnen. Dabei wurde sie zu Beginn von Turnieren ausgeschlossen, welche nur Weißen zugänglich waren. Diskriminierung und Ausgrenzung kannte sie nur zu gut, aber Althea zeigte allen ihre Antwort darauf auf dem Centercourt. Ihren unbändigen Siegeswillen zeigte sich schon im Drang den Hinterhöfen Harlems zu entfliehen.

Angela Buxton eine weiße Jüdin hat aufgrund ihrer Herkunft ebenfalls stark mit Vorurteilen zu kämpfen. Sie freundet sich mit Althea an und sie ließen es nicht zu, dass Intoleranz und Rassismus über sie triumphierten. Zusammen gewinnen die beiden 1956 das Damendoppel in Wimbledon und die French Open. Die Tenniswelt war erstaunt und leicht verärgert dominierte doch das Weiße Tennis überall.

Es ist die Geschichte zweier unterschiedlicher Tennisspielerinnen, die immer nur spielen und gewinnen wollten. Althea legte eine lange Siegesserie hin, bis Shirley Fry ausgerechnet diese in Wimbledon beendete.

Und Althea die plötzlich viel Geld hatte, gab es auch mit vollen Händen aus. Sie spielte plötzlich mehr Golf als Tennis. Über ihre sexuelle Orientierung herrschte auch viel Uneindeutigkeit.

Arm und krank und ohne Mittel ihre Medikamente zu bezahlen baute sie immer mehr ab. Sie war suizid gefährdet. Wäre ihre Freundin Angela nicht gewesen, die einen Spendenaktion ins Leben rief, dann hätte es niemals ein Wiedersehen beim 100 jährigen Wimbledon Finale gegeben.

Das Buch ist für mich keine echte Biographie, es wird zu oft nur über Die Sportwelt und den weißen Sport erzählt. Man kann es eher als ein Sachbuch betrachten.

Die Geschichte um Althea und ihre Freundin Angela ist trotz allem sehr interessant, wenn man bedenkt was die heutigen Spielerinnen für Summen verdienen, das war in den Fünfzigern eher ärmlicher. Das Buch ist auch für Nicht Tennis Fans interessant.

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