Profilbild von April1985

April1985

Lesejury Star
offline

April1985 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit April1985 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2023

Poetische Sience Fiction

Die letzte Erzählerin
0

‚Die letzte Erzählerin‘ hat mich mit seinem poetisch klingenden Titel wahnsinnig angesprochen. Und dann noch dieses zauberhafte Cover. Für mich zwei ausschlaggebende Gründe die Geschichte lesen ...

‚Die letzte Erzählerin‘ hat mich mit seinem poetisch klingenden Titel wahnsinnig angesprochen. Und dann noch dieses zauberhafte Cover. Für mich zwei ausschlaggebende Gründe die Geschichte lesen zu wollen. Ich war sehr überrascht, was mich beim Lesen erwartet hat.

Wenn du wissen willst wie mir das Buch gefallen hat, lies gerne in meiner Rezension weiter.

"Aber ich komme doch mit. Ich bin ein Teil von Dir. Du trägst mich und meine Geschichten durch die Jahrhunderte in die Zukunft, zu einem anderen Planeten." (Zitat aus ‚Die letzte Erzählerin‘, S. 11)

Darum geht’s:

Es ist das Jahr 2061. Ein Meteorit ist auf Kollissionskurs mit der Erde. Der Planet steht kurz vor der Auslöschung. Einer kleinen Gruppe von Auserwählten unterschiedlichster Abstammung und Herkunft wird es ermöglicht mit einem Raumschiff zum weit entfernten, erdähnlichen Planeten Sagan zu reisen. Die 13-jährige Petra Peña und ihre Familie gehören zu den Priveligierten. In Stasekapseln, ausgestattet mit Lernmodulen, treten sie die über 300 Jahre andauere Reise ins Ungewisse an. Petra, die mit den Geschichten ihrer geliebten Abuela Lita aufgewachsen ist, hat sich ein Modul mit Geschichten der Erde ausgewählt, um diese für die Zukunft zu erhalten und weiterzugeben. Als Petra jedoch aus dem Tiefschlaf erwacht, ist alles anders als geplant.

Meine Meinung:

Donna Barba Higuera hat mich mit einer sehr berührenden, wendungsreichen und poetischen Geschichte überrascht und sich damit in mein Herz geschrieben. Ich liebe den Schreibstil der Autorin und die wunderschön klingenden Worte, welche sie gefunden hat, um die kleinen Geschichen und alten Legenden in der Geschichte zu erzählen.

Das Besondere in ‚Die letzte Erzählerin‘ sind die die zahlreichen Cuentos – Märchen – die von der zentralamerikanischen Mythologie inspiriert sind. Diese begleiten Petra immerzu und weisen ihr den Weg in der Zukunft.

Petra ist eine tolle, sehr mutige Protagonistin. Für ihre 13 Jahre wirkt sie schon sehr reif und auch älter als sie eigentlich ist. Eigentlich hätte Petra die Reise zum Sagan gar nicht antreten dürfen, denn sie hat eine Augenkrankheit und nur gesunde Menschen sollen den Fortbestand sichern. Doch Petras Eltern sind als Geologen wichtig für die Erforschung des neuen Planeten und so kommt es, dass Petra mit diesem Geheimnis und ihren Märchen in die Zukunft reist.

Das Buch beginnt märchenhaft, poetisch mit einer Geschichte von Petras Großmutter Lita über die Feuerschlange, welche ihr Ziel bald erreicht hat. Bereits der Einstieg hat mich sehr berührt.

In den folgenden Kapiteln nimmt das Tempo der Handlung zu. Bereits beim Start des Raumschiffes läuft einiges nicht nach Plan. Genauso unvorhersehbar geht es auch durch das gesamte Buch weiter. Ich habe mit Petra mitgelitten und mitgefiebert, war entsetzt über die Entwicklungen an Bord. Sowohl darüber, was während der langen Reise passiert, als auch darüber, was Petra bei ihrem Erwachen erlebt. Das was der Plan war – die Artenvielfalt und die Kultur der Menschen zu erhalten – existiert nicht mehr. Es gibt ein Kollektiv, in dem Gleichheit das oberste Gebot ist. Alles, was die Menschheit ausgemacht hat, existiert nicht mehr. Doch Petras Geschichten haben mit ihr überlebt und jetzt ist es an ihr das Überleben der Menschen zu sichern.

"Sie sollen sich nicht gleichen wie ein Ei dem anderen, sie sollen sich gegenseitig ergänzen. Erst die Unterschiede verleihen den Dingen als Ganzes ihre Einzigartigkeit." (Zitat aus ‚Die letzte Erzählerin‘, S. 64)

Donna Barba Higuera hat ein actionreiches, rasantes, aber auch zutiefst berührendes und emotionales Sci-Fi-Abenteuer geschrieben. Eigentlich für junge Leser*innen ab 11 Jahren, ich würde es aber als All Age einstufen.

Trotz einiger Logiklücken habe ich jetzt einzelne Seite unglaublich gerne gelesen. Was ich zum Beispiel nicht ganz verstanden habe, war, wieso trotz strenger Überwachung niemand bemerkt hat, dass Petras Schlafkapsel einen Defekt hat. Aber wie gesagt, im gesamten fand ich die Geschichte großartig. Vorallem den wunderbar poetischen Schreibstil.

Gut gefallen haben mir auch die eingeworfenen spanischen Sätze und Redewendungen. Hier hätte ich mir eventuell gewünscht, dass die deutschen Übersetzungen dazu in der Fußnote untergebracht worden wären. Ganz hinten gibt es zwar einen Glossar, diesen habe ich allerdings erst bei Beenden des Buches entdeckt.


"Finde heraus, wer du selbst bist, und sei du." (Zitat aus ‚Die letzte Erzählerin‘, S. 10)

Fazit:

Donna Barba Higuera hat sich direkt in mein Herz geschrieben. Geschickt hat die Autorin einen rasanten, unvorhersehbaren Sience Fiction-Roman mit zentralamerikanischer Mythologie, Legenden und Märchen verwoben. Ich liebe den poetischen Schreibstil der Autorin, da kann ich auch die eine und andere Logiklücke gerne verzeihen.

Für mich ist ‚Die letzte Erzählerin‘ ein absolutes Herzensbuch mit tollen Botschaften.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.04.2023

Macht Spaß

Pups! Wer war's?
0

Okay, erst dachte ich: Bitte nicht noch ein "Pups"-Buch! Wir haben doch schon "Furzipups, der Knatterdrache" daheim. Aber meine Kinder lieben solche Geschichten einfach. Also wurde es kurzerhand ...

Okay, erst dachte ich: Bitte nicht noch ein "Pups"-Buch! Wir haben doch schon "Furzipups, der Knatterdrache" daheim. Aber meine Kinder lieben solche Geschichten einfach. Also wurde es kurzerhand gekauft und seit dem so gut wie jeden Tag angeguckt und herzhaft gelacht.

Ja, ich gebe es zu; das Buch macht Spaß. Die kurzen Reime lassen sich toll vorlesen und zudem haben die Kinder sie schnell verinnerlicht. Durch die Schiebeelemente, sprich den Aufzug, wird das (Vor)Lesen und Anschauen zum interaktiven Erlebnis. Abgesehen von der schrägen Geschichte, finde ich die Illustrationen klasse. Ich liebe das quietschbunte, tierische Ensemble im Aufzug.

Natürlich gibt's auch einen Lerneffekt. Mein Sohn mit 19 Monaten ist ganz erpicht darauf, die Tiere zu lernen und kann gar nicht genug davon bekommen. Sicher gibt es da genug andere Bücher für diesen Zweck - aber halt nicht so wunderbar knallbunt und ohne Pups!


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.04.2023

Witzige RomCom

Bissle Spätzle, Habibi?
0

Auf das Hörbuch bin ich eher zufällig gestoßen. Ich hatte Lust auf eine lustige und leichte Geschichte für Zwischendurch. In dieser Hinsicht wurde ich auch nicht enttäuscht.

Wenn du wissen willst ...

Auf das Hörbuch bin ich eher zufällig gestoßen. Ich hatte Lust auf eine lustige und leichte Geschichte für Zwischendurch. In dieser Hinsicht wurde ich auch nicht enttäuscht.

Wenn du wissen willst wie mir das Hörbuch gefallen hat, lies gerne in meiner Rezension weiter.

"Ernsthaft? Minder ist….Tinder für Muslime, wiederhole ich lachend. Was gibt es dann für die Katholiken? KINDER?" (Zitat aus ‚Bissle Spätzle, Habibi?‘, Hörbuch 2 %)

Darum geht’s:

Amaya ist 30, Schauspielerin der beliebten Daily Soap ‚Turm der Liebe‘ und Single. Dabei würden sich Amayas Eltern für ihre älteste Tochter endlich einen Ehemann wünschen. Und als Kind marokkanischer Eltern sollte dieser idealerweise muslimisch sein. Überzeugt davon, dass sie Dating App Minder zum perfect Match führt, wischt Amayas Mama den charmanten Ismael zur Seite. Und Ismael stellt sich tatsächlich als toller Fang heraus, doch die Funken wollen nicht fliegen. Daniel, Ismaels sehr deutscher bester Freund, und noch dazu Atheist, ist es, an den Amaya ihr Herz verliert. Doch kann die Liebe zwischen zwei Kulturen funktionieren? So richtig chaotisch wird es, als Amayas Eltern unangekündigt vor der Tür stehen. Aus der Not heraus wird Ismael zum festen Freund, während Daniel volkommen überrumpelt daneben steht.

Meine Meinung:

Abla Alaouis Debütroman kommt mit viel Witz, allerhand Klischees und jeder Menge Charme daher. Ich mochte den lockeren Schreibstil der Autorin sehr gerne, der durch die immer wieder eingestreuten marokkanischen Redewendungen und Begrifflichkeiten eine besondere Note bekommt. Durch den lockeren, unkomplizierten Stil ist die Geschichte perfekt zum Hören geeignet. Ich habe Vanida Karuns Lesung wirklich sehr genossen.

Die Geschichte beginnt damit, dass wir unsere 30-jährige Protagonistin Amaya, aus deren Perspektive das Buch geschrieben, sowie Amayas komplette Familie – ihre Mama, ihren Baba, ihre Geschwister – kennen lernen. Amaya ist die Älteste von den Geschwistern und die einzige, die noch nicht unter der Haube ist. Amayas Eltern würden sich endlich einen Partner an Amayas Seite wünschen, der ebenfalls muslimisch ist. Bereits in diesen ersten Kapiteln wird klar, dass die Religion und die Kultur für Amaya und ihre Familie einen großen Stellenwert im Leben haben. Ich fand den kleinen Einblick in die mir fremde Kultur wahnsinnig spannend und interessant. Ich habe so einiges gelernt und für mich neue Erkenntnisse erlangt. Ich habe mich aber auch das eine und andere Mal dabei ertappt, dass auch ich teilweise „falsche“ Vorstellungen vom muslimischen Glauben hatte. Amaya muss sich viel anhören, so manches Date endet im Desaster und sie wird immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert.

Ich mochte Amaya mit ihrer aufgeschlossenen, netten und zuvorkommenden Art. Amaya ist religiös, sie lebt allerdings auch nach dem Motto: „Was mir gut tut, kann nicht schlecht sein“. Und so gönnt sich die junge Schauspielerin z.B. auch mal ein Gläschen Wein. Sie möchte aber ihre Eltern nicht enttäuschen und so verheimlicht sie viele Dinge aus ihrem Leben. So auch, dass eigentlich Daniel ihr fester Freund ist und nicht Ismael – den ich im übrigen auch total ins Herz geschlossen habe. Ich sag nur „best friend material“.

Ach, und Daniel ist ebenfalls ein super Typ. Er hat einen tollen Charakter, ist aufgeschlossen, charmant und sehr verständnisvoll. Ich muss zugeben, dass er mir teilweise echt leid tat. Obwohl ich Amaya und ihre Geheimniskrämerei schon irgendwie nachvollziehen konnte war mein Verständnis irgendwann dann doch aufgebraucht.

Das führt mich auch zu einen meiner Kritikpunkte. Ich habe Amayas Entwicklung vermisst. Sie verhält sich bis zum Schluss eigentlich immer gleich und ist wie festgefahren. Ich fand auch, dass sich die Handlung dadurch über weite Strecken sehr gezogen hat. Überrascht war ich auch, dass das was im Klappentext steht, also das Täuschungsmanöver mit Ismael, erst bei 60 % des Hörbuches stattfindet. Ich hätte mir diese „Fake Boyfriend“-Geschichte schon früher gewünscht. Man hätte dann vielleicht auch mehr aus diesem Teil der Handlung rausholen können. Auf der anderen Seite hätte ich die eine und andere Rückblende aus Amayas Kindheit weggelassen. Ich fand diese Kapitel aus der Vergangenheit zwar nicht schlecht und sie haben Amaya auf jeden Fall Tiefgang verliehen und sie waren auch wichtig, um Amayas Verhalten nachvollziehen zu könne. Es waren aber insgesamt zu viele Zeitsprünge und sie haben die Handlung für meinen Geschmack unnötig in die Länge gezogen.

Der humorvolle Erzählstil der Autorin, der Einblick in die marokkanische Kultur und Religion und die Charaktere haben mir aber sehr gut gefallen, sodass ich das Hörbuch dennoch gerne weiter empfehle.


"Als Muslima bin ich für Außenstehende automatisch ein Klischee auf zwei Beinen. … Egal wie gut mein Deutsch ist, egal wie integriert ich bin. … Und ich sage dir, würde ich ein Kopftuch tragen, dann würden sich wildfremde Menschen darum sorgen, dass es mir aufgezwungen wurde." (Zitat aus ‚Bissle Spätzle, Habibi?‘, Hörbuch 16 %)

Fazit:

Abla Alaouis Debüt hat mich als Hörbuch gut unterhalten. Die Charaktere sind toll, die Handlung witzig, wenn auch etwas vorhersehbar und die Einblicke in die marokkanische Kultur sehr interessant. Leider hatte das Buch insgesamt zu viele Längen und das was im Klappentext steht – die „Ismael/Daniel-Täuschung“ – tritt für meinen Geschmack auch etwas zu spät ein, was ich sehr schade fand.

Vanida Karun hat allerdings großartig gelesen, sodass ich das Hörbuch trotz kleinerer Kritikpunkte empfehlen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2023

Gute Nacht Lenni und Lu

Lenni und Lu sagen Gute Nacht
0

Wenn sich der Tag langsam dem Ende zuneigt und die Sonne über Lennis Garten untergeht, ist es auch für Lenni und Lu Zeit sich auszuruhen und schlafen zu gehen. Doch wer Lu kennt, weiß wie viel ...

Wenn sich der Tag langsam dem Ende zuneigt und die Sonne über Lennis Garten untergeht, ist es auch für Lenni und Lu Zeit sich auszuruhen und schlafen zu gehen. Doch wer Lu kennt, weiß wie viel Energie in dem quirligen Luchsmädchen steckt. Es ist nicht so leicht zur Ruhe zu kommen. Davon kann ich als Mama ein Lied singen.

Mich hat Lu in diesem zweiten Band der Kinderbuch-Reihe sehr an meine beiden Wirbelwinde erinnert, die vor dem zu Bett gehen auch nochmal den Turbomodus aufdrehen.

Die Zeichnungen sind wie im ersten Band großartig und richtig süß gestaltet. Nur die Farbtöne sind andere, da es in dieser Geschichte Nacht wird und die Abendstimmung in den Bildern festgehalten wird, was sehr gut gelungen ist.

Der Text ist kurz und kindgerecht und eignet sich perfekt als Betthupferl.

Wir finden auch die "Gute Nacht-Geschichte" richtig toll und hoffen bald auf Nachschub von Lenni und Lu.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2023

Adele, Ludwig und die Liebe

Die schreckliche Adele 04
0

Mir haben bislang alle Bände der Comic-Reihe rund um die schreckliche Adele unglaublich gut gefallen. Es musste daher auch Teil 4 einziehen. Und es war auch nicht anders zu erwarten; ich habe ...

Mir haben bislang alle Bände der Comic-Reihe rund um die schreckliche Adele unglaublich gut gefallen. Es musste daher auch Teil 4 einziehen. Und es war auch nicht anders zu erwarten; ich habe Adele wieder einmal absolut gefeiert.

Dieses Mal dreht sich alles um die Liebe. Ja, Amors Pfeil hat Adele so richtig erwischt. Der neue Mitschüler Ludwig hat es Adele so richtig angetan. Nur wie soll sie seine Aufmerksamkeit gewinnen? Tja, wer Adele kennt, kann wahrscheinlich schon erahnen, dass nicht alles ganz so rund läuft. Ich sage nur "Hoch lebe das Chaos!"

Ich liebe des bissigen, teilweise bitterböse, schwarzen Humor der Reihe. Und auch die Illustrationen haben es mir angetan. Die Länge der einzelnen Comicstrips ist perfekt. So kann man sich zwischendurch einfach mal eine Geschichte zum herzhaft Lachen rauspicken.

Ich finde ja, dass die Comics durchaus für Erwachsene geeignet sind. Ich persönlich würde sie auch eher ab 10 Jahren aufwärts empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere