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Veröffentlicht am 31.01.2026

Piraten und Knechte

Nightweaver
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Vor 600 Jahren sind die Menschen von den Nightweavern besiegt worden. Seitdem dienen sie ihnen entweder an Land als Dienstboten oder sie haben sich aufs Meer zurückgezogen und leben als Piraten. Aster ...

Vor 600 Jahren sind die Menschen von den Nightweavern besiegt worden. Seitdem dienen sie ihnen entweder an Land als Dienstboten oder sie haben sich aufs Meer zurückgezogen und leben als Piraten. Aster und ihre sechs Geschwister leben mit ihrer Mutter, der Kapitänin, und ihrem Vater, dem Smutje, als Piraten auf dem Meer. Als sie eines Tages gegen einen Angreifer kämpfen, geht alles schief. Ihr Bruder Owen stirbt, sie selbst und ihre Familie werden von den Nightweavern gefangen genommen. Doch statt sie zu töten, nimmt der junge Lord Will sie mit auf seinen Landsitz, wo sie in den Dienst seiner Familie genommen werden. Als es dort zu mysteriösen Ereignissen mit den blutrünstigen Unterlingen kommt, muss sich Aster entscheiden, wem sie noch vertrauen kann und ob sie bleibt oder geht.

Das Buch hat sich echt gut gelesen und mir gefiel auch die Idee und oft die Umsetzung gut. Womit ich jedoch ernsthaft Probleme hatte, war dieses sofortige Akzeptieren von Asters Familie der neuen Umstände, die sie von freien Menschen zu Knechten degradierte. Einerseits mag es schon schön sein, sich sicher zu fühlen und sie hatten das "Glück", in eine "nette" Familie zu kommen. Aber Leute, die als Piraten ein freies Leben geführt haben, plötzlich als willige Diener zu sehen, hat mir nur wenig getaugt. Auch war mir Aster zwar sympathisch, aber sie entwickelte sich ganz schön in Richtung special snowflake, und es deutet sich stark ein Triangle an. Ein wenig Probleme hatte ich auch mit der zeitlichen Einordnung der Geschichte. Auf der einen Seite leben die Piraten auf einem Schiff, wie es im 17. Jahrhundert üblich war, auch die Landbevölkerung scheint nicht sonderlich weiter zu sein, zumal es auch noch Steinschlosspistolen und ähnliches gab.

Dann wiederum gibt es schon Züge und Autos. So etwas irritiert mich. Genauso, dass die Autorin sich nicht die Mühe gemacht hat, Reiten zu recherchieren. Niemand reißt an den Zügeln oder tritt die Pferde zum Losreiten, ist ja schließlich kein Moped mit Kickstarter. So hat mich das Buch zwar oft fesseln können, aber dann gab es auch wieder ordentliche Dämpfer. Möchte trotzdem wissen, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 31.01.2026

TSMSYL

This Story Might Save Your Life
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Joy und Benny sind seit Jahren nicht nur beste Freunde, sondern betreiben auch den erfolgreichen Podcast "This Story might safe your life", in dem es darum geht, gefährliche und potenziell tödliche Situationen ...

Joy und Benny sind seit Jahren nicht nur beste Freunde, sondern betreiben auch den erfolgreichen Podcast "This Story might safe your life", in dem es darum geht, gefährliche und potenziell tödliche Situationen zu überleben. Jetzt stehen sie sogar kurz vor einem riesigen Abschluss mit einem Werbepartner, der ihnen Millionen einbringen könnte. Doch dann verschwinden von einem Tag auf den anderen Joy und ihr Mann Xander, der wenig später tot aufgefunden wird. Joy, die unter Narkolepsie leidet, bleibt verschwunden und plötzlich sieht sich Benny im Mittelpunkt einer Mordermittlung: Er hätte die Gelegenheit gehabt, aber hat er auch ein Motiv? Millionen, vermutet die Ermittlerin ...

Ich mochte die Geschichte. Sie ist zwar ziemlich ruhig aufgebaut, sodass nicht viel Thrill entsteht, aber die Art und Weise, wie sie sich entwickelt, hat mir doch ganz gut gefallen. Die beiden Hauptcharaktere sind sympathisch, selbst wenn man sich fragt, ob Benny ein Mörder ist, und die Sache mit dem Podcast bringt ab und zu sogar Humor rein (Säbel! Wir brauchen einen Säbel!). Ein bisschen Liebesgeschichte ist auch dabei - die hätte ich nicht unbedingt gebraucht - aber wenigstens ist sie nicht kitschig. Alles in allem war es eine angenehme Lektüre und da es der Erstling der Autorin ist, sollte man sie vielleicht ein bisschen im Auge behalten.

Veröffentlicht am 25.01.2026

Yeki bud, yeki nabud

Hidden Creatures (Band 1) - Das Einhorn vom Anbeginn der Zeit
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Als Marjan noch klein war, hat ihr Vater ihr immer viele (oft persische) Geschichten über fantastische und magische Wesen erzählt. Doch dann wurde er ermordet und sie ist allein und erbt seine Tierarztpraxis, ...

Als Marjan noch klein war, hat ihr Vater ihr immer viele (oft persische) Geschichten über fantastische und magische Wesen erzählt. Doch dann wurde er ermordet und sie ist allein und erbt seine Tierarztpraxis, die sich finanziell auch eher von Monat zu Monat hangelt. Zwischen Schule und Tierarztpraxis muss Marjan irgendwie ihr Leben allein auf die Reihe kriegen. Als dann eine geheimnisvolle Frau bei ihr erscheint und ihr erklärt, dass die Geschichten ihres Vaters wahr sind und diese magischen Wesen existieren, gerät Marjan in eine Welt, in der unsichtbar von anderen um eben diese fantastischen Kreaturen gekämpft wird. Denn sie halten das Gleichgewicht der Welt und man kann viel Geld mit ihnen verdienen. Und sie brauchen Marjan, denn sie besitzt eine einzigartige Gabe ...

Dieses Buch hat mich quasi von Seite 1 an in die Geschichte gezogen. Fast schon schade, dass sie nicht bekannter ist, ich habe sie auch nur aus Zufall entdeckt. Man kann sofort mit Marjan mitfühlen, und ich muss sagen, für ihre 15, knapp 16 Jahre ist sie extrem reflektiert und selbständig. Was natürlich kein Wunder ist, so wie sie aufgewachsen ist. Natürlich schlägt man als erwachsene Person manchmal die Hände über dem Kopf zusammen bei einigen der Situationen, in die sie sich begibt, aber das verschafft dem Buch lediglich mehr Spannung. Bei Horatio habe ich manchmal das Gefühl gehabt, Musk sei ein bisschen Vorbild gewesen, wobei Horatio dann doch trotz allem nicht so bösartig und rechts ist. Die Geschichte verwebt Märchen und fantastische Wesen mit einem Kriminalfall und dann wird auch noch (vorläufig) die Welt gerettet. Besser geht's nicht.

Veröffentlicht am 22.01.2026

Wolf und Spinne

Das Signal
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Viola wacht im Krankenhaus auf und erfährt, dass sie bei einem Unfall ihr linkes Bein verloren hat. Sie und ihr Mann Adam, ein semiberühmter Statistiker, der gelegentlich im Fernsehen auftritt, haben sich ...

Viola wacht im Krankenhaus auf und erfährt, dass sie bei einem Unfall ihr linkes Bein verloren hat. Sie und ihr Mann Adam, ein semiberühmter Statistiker, der gelegentlich im Fernsehen auftritt, haben sich ein Haus abseits von Wien gekauft und der baufällige Weinkeller ist über ihr zusammengestürzt. Als sie aus dem Krankenhaus entlassen wird, ist sie abhängig von der Haushälterin, die Adam für sie eingestellt hat. Adam selbst benimmt sich auch immer merkwürdiger und Vio kommt auf die Idee, seine Bewegungen mit Trackern zu verfolgen. Immer mehr wird ihr bewusst, dass er sie belügt, ständig. Und je mehr ihre Erinnerungen an den Tag des Unfalls zurückkehren, desto mehr wird ihr bewusst, dass ihr von allen Seiten Gefahr droht.

Ich gebe zu, ich habe ein Problem mit Poznanski. Ich liebe ihre Ideen, die Klappentexte machen mich immer total neugierig auf ihre Bücher. Und sie hat auch einen echt guten, schnell zu lesenden Schreibstil. Allerdings nutzt sie Letzteres eher nicht zum Spannungsaufbau. Wir beobachten zwar Vio bei ihren Aktivitäten und ihrem Struggle, sich auf ihr einbeiniges Leben einzulassen, aber das plätschert über Seiten und Seiten einfach so dahin. Das Problem ist auch, dass ich einfach nichts fühle, da kommen keine Emotionen rüber. Mir werden die Dinge eben mitgeteilt, aber mal ein bisschen echtes Innenleben von Vio wäre hilfreich gewesen. Außerdem glaube ich, dass beim Buchsatz oder wo auch immer Mist gebaut wurde, weil zwei oder dreimal völlig zusammenhanglos "amp." mitten im Satz stand. Glaub nicht, dass das irgendwie zum Buch gehört. Alles in allem hat mich das Buch nicht wirklich gelangweilt, aber auch nicht vom Hocker gerissen. Schade.