Gore-on-Sea
Mord in der Pension Möwennest1954. Dreißig Jahre lang hat Nora Breen hinter Klostermauern gelebt und jetzt ihr Dasein als Nonne aufgegeben, um in das Touristenstädtchen Gore-on-Sea zu kommen. Ihre einstige Novizin Frieda ist verschwunden ...
1954. Dreißig Jahre lang hat Nora Breen hinter Klostermauern gelebt und jetzt ihr Dasein als Nonne aufgegeben, um in das Touristenstädtchen Gore-on-Sea zu kommen. Ihre einstige Novizin Frieda ist verschwunden und sie ist fest entschlossen, nach ihr zu suchen. Sie quartiert sich in der Pension "Möwennest" ein, in der auch Frieda gewohnt hat und lernt die anderen Gäste kennen. Kurz darauf ist einer von ihnen tot. Obwohl die Polizei, besonders Inspector Hideout, der Meinung ist, es handle sich um eine natürliche Todesursache, ist Nora anderer Meinung und sie beginnt zu ermitteln. Dann stirbt ein weiterer Pensionsgast und als dann auch noch die Leiche von Frieda auftaucht, weiß Nora, dass sie die nächste sein könnte ...
Man darf nicht den Fehler machen zu denken, dass es sich hierbei um einen Cosy Crime handelt. Kidd entführt uns in eine Zeit nur wenige Jahre nach Ende des Krieges und statt eines fröhlich-heimeligen Cosy Crimes erhält man einen mehrschichtigen, melancholisch angehauchten Krimi in E-Moll. Der ist nicht ohne Witz - wie sich Nora ganz in Marlowe-Manier als Privatdetektivin sieht oder dem Stadtrüpel Prügel anbietet, ist mehr als amüsant, wenn man bedenkt, dass sie als Nonne gelebt hat. Aber ich finde den Cast ihrer anderen Bücher fast noch skurriler und die Geschichte hier ähnelt doch zu sehr einem klassischen Krimi, sodass ich dieses Buch nicht für Kidds stärkstes Werk halte. Unterhaltsam ist er jedoch allemal und wäre Kidd nicht Kidd, gäbe es bestimmt eine Fortsetzung.