Piraten und Knechte
NightweaverVor 600 Jahren sind die Menschen von den Nightweavern besiegt worden. Seitdem dienen sie ihnen entweder an Land als Dienstboten oder sie haben sich aufs Meer zurückgezogen und leben als Piraten. Aster ...
Vor 600 Jahren sind die Menschen von den Nightweavern besiegt worden. Seitdem dienen sie ihnen entweder an Land als Dienstboten oder sie haben sich aufs Meer zurückgezogen und leben als Piraten. Aster und ihre sechs Geschwister leben mit ihrer Mutter, der Kapitänin, und ihrem Vater, dem Smutje, als Piraten auf dem Meer. Als sie eines Tages gegen einen Angreifer kämpfen, geht alles schief. Ihr Bruder Owen stirbt, sie selbst und ihre Familie werden von den Nightweavern gefangen genommen. Doch statt sie zu töten, nimmt der junge Lord Will sie mit auf seinen Landsitz, wo sie in den Dienst seiner Familie genommen werden. Als es dort zu mysteriösen Ereignissen mit den blutrünstigen Unterlingen kommt, muss sich Aster entscheiden, wem sie noch vertrauen kann und ob sie bleibt oder geht.
Das Buch hat sich echt gut gelesen und mir gefiel auch die Idee und oft die Umsetzung gut. Womit ich jedoch ernsthaft Probleme hatte, war dieses sofortige Akzeptieren von Asters Familie der neuen Umstände, die sie von freien Menschen zu Knechten degradierte. Einerseits mag es schon schön sein, sich sicher zu fühlen und sie hatten das "Glück", in eine "nette" Familie zu kommen. Aber Leute, die als Piraten ein freies Leben geführt haben, plötzlich als willige Diener zu sehen, hat mir nur wenig getaugt. Auch war mir Aster zwar sympathisch, aber sie entwickelte sich ganz schön in Richtung special snowflake, und es deutet sich stark ein Triangle an. Ein wenig Probleme hatte ich auch mit der zeitlichen Einordnung der Geschichte. Auf der einen Seite leben die Piraten auf einem Schiff, wie es im 17. Jahrhundert üblich war, auch die Landbevölkerung scheint nicht sonderlich weiter zu sein, zumal es auch noch Steinschlosspistolen und ähnliches gab.
Dann wiederum gibt es schon Züge und Autos. So etwas irritiert mich. Genauso, dass die Autorin sich nicht die Mühe gemacht hat, Reiten zu recherchieren. Niemand reißt an den Zügeln oder tritt die Pferde zum Losreiten, ist ja schließlich kein Moped mit Kickstarter. So hat mich das Buch zwar oft fesseln können, aber dann gab es auch wieder ordentliche Dämpfer. Möchte trotzdem wissen, wie es weitergeht.