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Veröffentlicht am 06.06.2026

Feuer und Wasser

The Sea Spinner (Wind Weaver 2)
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Die Schlacht um Fyremas ist gewonnen - aber um welchen Preis? Die Stadt ist zerstört, viele Einwohner sind tot. Penn ist auch drei Monate danach nur damit beschäftigt, die Schutzbanne zu stabilisieren ...

Die Schlacht um Fyremas ist gewonnen - aber um welchen Preis? Die Stadt ist zerstört, viele Einwohner sind tot. Penn ist auch drei Monate danach nur damit beschäftigt, die Schutzbanne zu stabilisieren und entfernt sich immer mehr von Rhya. Nach einem Streit gerät Rhya in ein Portal und stolpert ausgerechnet im Badehaus von König Soren wieder heraus. Soren bietet ihr an, bei ihm zu bleiben und ihre Fähigkeiten von ihm trainieren zu lassen und sie nimmt das Angebot an. Am Water Court lernt sie nicht nur, ihre Magie zu beherrschen, sondern auch neue Freunde und Kreaturen kennen. Und natürlich auch, dass Soren zehnmal so cool ist wie Penn. Doch der Dunkle Kaiser sinnt noch immer auf Rache und ausgerechnet zu Arwens Hochzeit eskaliert die Situation.

Der zweite Teil schließt kurz nach dem ersten an und kann leider nicht mit ihm mithalten. Das liegt daran, dass sich der Mittelteil furchtbar zieht. Natürlich gibt es auch Action, aber die fügen sich nicht fließend in die Geschichte ein, sondern scheinen rein deshalb zu existieren, um herauszustellen, dass Soren zehnmal der Mann ist, der Penn gerne wäre. Penn ist mir ja schon im ersten Teil oftmals gewaltig auf die Nüsse gegangen - hier treibt er es geradezu auf die Spitze und nervt einfach nur noch. Im Gegenzug ist da Soren, der zwar immer als beinahe Feind von Penn dargestellt wurde/wird, aber sich eigentlich immer als hochanständiger Freund und Verbündeter erwies. So auch hier. Nicht nur, dass er Rhya auf Augenhöhe begegnet, er bringt ihr auch etwas bei. Probleme bereitet mir immer noch der Age Gap von etwa 200 Jahren zwischen Rhya und den Männern. Wobei sich Penn eher wie ein Vorpubertierender benimmt, aber trotzdem. Ihr merkt man ihre bisschen über 20 Jahre oft genug an, wenn sie zickig oder kindisch reagiert.

Zwischendrin fehlt es auch ein bisschen an der Logik. Bei einem Kampf richten Feinde Armbrüste auf einen der ihren und sie kann nicht verhindern, dass er von den Bolzen getroffen wird, erklärt sogar noch, dass alles viel zu schnell ging. Keine Seite später ist es ihr jedoch problemlos möglich, die Bolzen von einem ihrer beiden Loveinterests abzuwenden, obwohl die Situation keineswegs anders war. Auch dass die Person, die die ganze Zeit absolut keine Anstalten machte, sich als Freundin oder/und Verbündete einzuführen, nicht nur a) auf eine geheime Mission mitgenommen wurde, sondern b) auch die ganze Zeit Bauchschmerzen bei Rhya verursachte und c) auf eben jene Geheimmission mit einem Kleid unterwegs ist, war ein wenig arg too much. Auch dass der Antagonist einfach nur ein Oberschurke mit "Haha, ich erobere die Welt, weil ich es kann"-Ambitionen ist, fühlt sich sehr seicht an.

So richtig spannend und cool wurde das Buch erst wieder zum Ende hin. Da es zwischendurch so zäh war, hatte ich überlegt, ob ich überhaupt wissen möchte, wie es in Teil 3 weitergeht, aber bei dem Cliffhanger bleibt mir eigentlich keine andere Wahl, jetzt bin ich doch ein wenig hooked.

Veröffentlicht am 30.05.2026

Inselmord

Vega Varg – Das Schweigen der Insel
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Ein Gruppe norwegischer Urlauber findet beim Urlaub auf einer schwedischen Insel einen toten Mann. Fast sofort wird Vega Varg dazugerufen, die erfahrene Polizistin, die den Toten schon seit seiner Kindheit ...

Ein Gruppe norwegischer Urlauber findet beim Urlaub auf einer schwedischen Insel einen toten Mann. Fast sofort wird Vega Varg dazugerufen, die erfahrene Polizistin, die den Toten schon seit seiner Kindheit kennt. Wer hat ihn ermordet? Sein gewalttätiger Vater, der einen persönlichen Hass auch gegen die Familie Varg pflegt? Geht es um Drogen? Dann verschwindet eine der norwegischen Urlauberinnen, die als Zeugin aussagen sollte - und eine zweite wird ermordet. Varg und ihr Team müssen eng mit der norwegischen Polizei zusammenarbeiten, doch zum Glück ist deren Chef Vegas bester Freund. Als die Ermittlungen ins Stocken geraten, fragt sich Varg, ob diese Fälle etwas mit der Ermordung ihres Mannes vor mehr als zwanzig Jahren zu tun haben ...

Dieses Buch wird vollmundig als "Das Beste, was die skandinavische Spannung zu bieten hat" angepriesen. Wenn dem so ist, dann gute Nacht, Skandinavien. Zumindest dürftet ihr dann keine Einschlafprobleme mehr haben und die Einnahme von Schlaftabletten und die damit verbundenen gesundheitlichen Probleme sind dann wohl Geschichte. Will sagen: Ich habe mich selten in meinem Leben so bei einem Krimi gelangweilt. So ein langatmiger Erzählstil, bei dem nichts vorangeht, aber dauernd dasselbe wiederholt wird. Dazu Perspektiven von völlig uninteressanten Personen, die null Mehrwert für die Geschichte hatten. Und Vega, die mir von Seite zu Seite unsympathischer wurde, bis sie mich zuletzt völlig verloren hat. Ein Typ, der sie seit Jahren bedroht und dann so angreift, dass er ihr sogar einen Finger ins Auge rammt, den schützt sie. Aber ihren besten Freund, der nur das Richtige tut, den lässt sie mal so eben fallen wie eine heiße Kartoffel.

Warum der alte Fall von ihrem Mann überhaupt in Verbindung mit dem Toten gebracht wurde? Keine Ahnung. Völlig andere Todesursache, völlig andere Umstände - kein normaler Polizist hätte da irgendwas konstruieren wollen. Zwischendrin habe ich mehrmals überlegt abzubrechen, denn mir konnte echt nicht egaler sein, wer wen warum umgebracht hatte. Der Einzige, der mich irgendwie bei der Stange hielt, war Leopold, der beste Freund von Varg, und dessen Katze, die mir in den drei Sätzen, die sie mal erwähnt wurde, sympathischer und tiefgründiger erschien als sämtliche sonstigen Beteiligten. Der erste Fall von Vega Varg war mein letzter - es sei denn, ich bekomme in Zukunft Einschlafprobleme. 1.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 28.05.2026

Hebamme und Heilerin

Der gefrorene Fluss
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Martha ist eine Hebamme und als solche wird sie oft mitten in der Nacht aus dem Bett gerissen, um Kindern auf die Welt zu helfen. Gerade jetzt, zu Beginn des Winters, ist das nicht immer ungefährlich. ...

Martha ist eine Hebamme und als solche wird sie oft mitten in der Nacht aus dem Bett gerissen, um Kindern auf die Welt zu helfen. Gerade jetzt, zu Beginn des Winters, ist das nicht immer ungefährlich. Als sie erfährt, dass ein toter Mann aus dem Eis geschnitten wurde, untersucht sie ihn. Ihrer Meinung nach wurde der Mann ermordet, doch kaum jemand wird ihm eine Träne nachweinen. Er war ein Vergewaltiger und Widerling. Dennoch findet Martha es richtig, dass in seinem Fall ermittelt wird, doch ausgerechnet der Richter der Stadt legt ihr dabei Steine in den Weg. Und so wird dieser lange, kalte Winter nicht nur wettertechnisch eine Herausforderung des Überlebens ...

Martha Ballard hat Ende des 18. Jahrhunderts tatsächlich in Maine gelebt, allerdings ist diese Geschichte keine Biographie. Sie orientiert sich zwar an ihren Tagebucheinträgen, aber da ansonsten nicht viel über diese wohl sehr faszinierende Frau bekannt ist, ist das ein "So hätte es sein können". Wer dieses Buch also liest, erhält kein historisch korrektes Buch, aber immerhin eines, das sich mit einer historisch tatsächlich existierenden Person beschäftigt und vor allem auch einer, die das mal wirklich verdient hat. Sie war anscheinend jemand, die sich nicht den Mund verbieten ließ und sich auch gegenüber Männern behauptete, obwohl das zur damaligen Zeit nicht ungefährlich war. Allerdings kommen mir einige ihrer Aktionen für diese Zeit dann doch ein bisschen zu feministisch rüber, genauso wie ihr Mann, der als absolute green flag und ally beschrieben wird. Ob sich Martha - Hebamme und Heilerin, die sie war - wirklich so viel herausnehmen konnte, lasse ich mal dahingestellt. Das Leben, wie es sich im 18. Jahrhundert darstellt, hat mich schon fasziniert, auch wenn das Buch wahrlich so einige Längen hatte. Auf jeden Fall fand ich gut, was mit dem Antagonisten passierte, obwohl er noch immer gut weggekommen ist. Und der Erzählstrang mit der Füchsin ließ mich eher ratlos zurück. Alles in allem ein durchaus ansprechendes Buch in der Kür, in der Pflicht jedoch gab es ein paar Abzüge. 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 24.05.2026

Die Ehefrauen der Serienkiller

Ein guter Blick fürs Böse
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Mitte der 60iger, Kalifornien: Eigentlich haben Beverly, Margot und Elsie nichts gemeinsam - bis auf die Tatsache, dass sie alle mit Serienkillern verheiratet gewesen waren und sie in der Nähe leben. Beverly, ...

Mitte der 60iger, Kalifornien: Eigentlich haben Beverly, Margot und Elsie nichts gemeinsam - bis auf die Tatsache, dass sie alle mit Serienkillern verheiratet gewesen waren und sie in der Nähe leben. Beverly, die auch noch zwei Kindern mit ihrem Mann hat, macht sich besonders Vorwürfe, nichts gemerkt zu haben. Als jetzt plötzlich in ihrer Gegend zuerst junge Frauen verschwinden und dann tot aufgefunden werden, sind es auch diese drei Frauen, die zuerst eine Verbindung erkennen. Doch es sind die 60iger und die Polizisten nehmen Frauen entweder nicht ernst oder behandeln sie mit Herablassung. Sie müssen selbst Ermittlungen anstellen und dafür greifen sie auf ihr besonderes Hintergrundwissen zurück ...

Eine interessante Prämisse, ganz besonders, weil das Ganze in einer Zeit spielt, in der Frauen noch viel weniger ernst genommen wurden, als es heutzutage der Fall ist. Zu dieser Zeit durften Frauen in der BRD gerade mal seit drei Jahren selbst ein Konto eröffnen und bis 1977 wurde die Erwerbstätigkeit der Frau der Haushaltsführung untergeordnet. In den USA war das natürlich erst recht nicht viel anders, deshalb war die Geschichte auch eine interessante Zeitreise. Allerdings hätte ich trotzdem gern darauf verzichtet, gefühlt in jeder Szene ein anderes Lied aus den 60igern präsentiert zu bekommen und zwischendrin fand ich das Buch ein bisschen langatmig. Gut gefallen hat mir jedoch, wie stark der Fokus darauf lag, dass Frauen damals wie heute immer in Gefahr sind - durch Männer. Und wie wenig Männer sich überhaupt in diese Gefahrenlage einfühlen können. Schon allein das macht das Buch lesenswert, finde ich.

Veröffentlicht am 21.05.2026

Drachenperle

Orphan X
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Toshiko, Mei und Jun sind Adoptivgeschwister. Ihre Ersatzmutter wurde vor fünf Jahren von einem hochrangigen Mitglied der Lucky Crows umgebracht, seitdem schlagen sie sich zusammen irgendwie in Rainshadow ...

Toshiko, Mei und Jun sind Adoptivgeschwister. Ihre Ersatzmutter wurde vor fünf Jahren von einem hochrangigen Mitglied der Lucky Crows umgebracht, seitdem schlagen sie sich zusammen irgendwie in Rainshadow City durch. Toshiko, gerade 17 Jahre, ist die Jüngste und auch leichtsinnigste von ihnen. Als sie ausgerechnet im Kaiserhof während eines Festes dem Mörder ihrer Ersatzmutter eine Drachenperle stiehlt, setzt sie damit Ereignisse in Gang, die nicht nur ihr Leben in Gefahr bringen. Und dann ist da noch der zehnjährige Sohn der Kaiserin, Haru, der plötzlich magische Wesen sehen kann. Und Theo, ein Flüchtling, der in die Machenschaften der Lucky Crows reingerutscht ist und aufpassen muss, seine eigene Magie nicht zu verraten.

Mich hat diese Mischung aus Moderne und Magie gut mitnehmen können. Anfangs war ich ein bisschen überrascht, WIE futuristisch es teilweise ist, aber man gewöhnt sich schnell daran. Es wird aus drei Perspektiven erzählt, Toshiko, Haru und Theo, die anfangs nichts miteinander zu tun haben, aber dadurch, dass Toshiko die magische Perle stiehlt, eine Verbindung aufbauen. Es gibt zum Glück keine kitschige Liebesgeschichte, aber ich hätte gemeint, so hochtechnisiert, wie diese Gesellschaft ist, müsste es möglich sein, Toshiko und ihre Geschwister einfacher aufzuspüren. Wäre natürlich suboptimal, weil die Geschichte dann schnell zu Ende wäre, aber trotzdem. Am Ende bleibt jedoch ein cooler Mix, den ich mir auch gut mit diesem asiatischen Setting verfilmt vorstellen könnte.