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Veröffentlicht am 27.11.2017

Roadtrip ins Spiegel-Dämmerland

Alice - Follow the White
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Alice und ihre Freundinnen Chloe und Betty sind Mutare - Menschen mit besonderen Fähigkeiten, die deshalb auch in Internaten weggesperrt werden. Eines Tages stirbt Betty und während der Beerdigung schießt ...

Alice und ihre Freundinnen Chloe und Betty sind Mutare - Menschen mit besonderen Fähigkeiten, die deshalb auch in Internaten weggesperrt werden. Eines Tages stirbt Betty und während der Beerdigung schießt eine Schülerin des Internats auf ihren Sarg. Dummerweise steigt Betty wieder aus dem Grab auf, untot und hungrig und die drei Freundinnen beschließen zu fliehen. Betty ist nicht die erste Untote, die zurückkommt, aber so ziemlich die Erste, die ihren Verstand behalten hat. Auf der Flucht bekommen sie Hilfe von einem weißen Kaninchen und gelangen ins Spiegel-Dämmerland, wo sie sich auf einen Roadtrip begeben. Sie müssen erkennen, dass die Untotenseuche nicht nur in ihrer Welt überhand genommen hat.

Der Anfang war cool, zumindest bis dahin, wo die drei Freundinnen ihre Flucht antreten. Dann wurde es wirklich langweilig. Ist ja schön, dass sie erst noch rumwandern müssen, um in den Palast von Kaninchens Chefin zu gelangen, aber der Stress mit den Untoten hätte gern auch spannend sein können. Allgemein fand ich das Buch viel zu langatmig, die Dialoge oftmals unnötig und in die Länge gezogen, und meine anfängliche Begeisterung für die Geschichte wandelte sich herzhaften Gähnen und dem schnellen Einschlafen während des Lesens. Wirklich interessant waren nur der Anfang und die Idee, der Rest war entweder an den falschen Stellen zu zäh und ausgiebig oder an den richtigen Stellen zu kurz und husch-husch. Man hätte aus der Sache was machen können, aber so blieb es leider beim Versuch.

Veröffentlicht am 22.11.2017

Hektisch

Die Henry Frei-Thriller / Böses Kind
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Es beginnt mit einem Mord in einem nicht sehr hochpreisigen Hotel, als die Frau eines Fernsehpredigers tot aufgefunden wird. Allerdings wird der Erzählstrang nicht wirklich wieder aufgegriffen bis zum ...

Es beginnt mit einem Mord in einem nicht sehr hochpreisigen Hotel, als die Frau eines Fernsehpredigers tot aufgefunden wird. Allerdings wird der Erzählstrang nicht wirklich wieder aufgegriffen bis zum Schluss, weil Frey und sein Team mit einem weiteren Mord konfrontiert werden. In einem sanierungsbedürftigen Gebäude findet man einen gefolterten und verstümmelten Toten. Dass dann einer alleinerziehenden und gestressten Mutter die vierzehnjährige Tochter abhaut, interessiert daher niemanden von der chronisch unterbezahlten Polizei. Doch jemand Irres ist unterwegs und jemand anders endet als Gefangener dieses Irren.

Okay. Ich sag mal aus dem Bauch raus: Wer Fitzek gut findet, wird dieses Buch verschlingen. Ist dasselbe System: viele sehr kurze, sehr hektische Kapitel, die jeweils mit einer Art Cliffhanger enden. Für die einen mag das Spannung aufbauen, ganz besonders, weil der Irre äußerst brutal und abartig vorgeht und auch nicht an Details wie Blutlachen mit Gehirnmasse und Knochensplitter gespart wird, aber jemand, der es vielleicht ein bisschen logischer aufgebaut hätte, wird sich durch diese Art des Erzählens einfach nur gestresst fühlen. Ich zum Beispiel. Auch den Kniff des Autors mit seinen Intermezzi kann man gut oder genial finden oder einfach als Irreführung des Lesers. Ich konnte mit dem Buch nicht viel anfangen und werde wohl Freys weiteren Karrieweg nicht weiter verfolgen. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 21.11.2017

Tödiche Kreuzfahrt

The Woman in Cabin 10
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Laura Blacklock, Lo genannt, ist eine ziemlich untergeordnete Journalistin eines Reisemagazins. So kommt es recht überraschend für sie, dass sie einen Bericht über die Jungfernfahrt eines Luxusschiffes ...

Laura Blacklock, Lo genannt, ist eine ziemlich untergeordnete Journalistin eines Reisemagazins. So kommt es recht überraschend für sie, dass sie einen Bericht über die Jungfernfahrt eines Luxusschiffes schreiben soll. Doch ein paar Tage vor ihrem Aufbruch gibt es einen Einbruch in ihrer Wohnung - nicht die beste Voraussetzung, um an Bord zu gehen und sich sicher zu fühlen. Schlaflos oder zumindest fast ohne Schlaf zu finden, hört sie eines Nachts nebenan einen Platscher, und keinen kleinen. Laura weiß, dass in der Kabine neben ihrer eine Frau wohnt, doch niemand scheint von ihr zu wissen, hat sie gesehen oder gehört. Niemand glaubt ihr und plötzlich befindet sie sich in größter Gefahr.

Den Anfang mit dem Einbruch mochte ich sehr. Es gab Spannung bis zur Gänsehaut, wirklich gut gemacht. Anstatt diese Spannung weiter zu halten, ergeht sich Ware in einer Menge Blabla. Über 100 Seiten lang geht das so, bevor ein Hauch von Spannung zurückkehrt. Das Hauptproblem des Buches ist Laura selbst. Unsympathisch bis zum Abwinken, zickig, grundlos in Selbstmitleid versinkend (schon bevor alles passierte) und sie säuft, als käme sie jeden Moment in Gefahr, in einer Wüste ausgesetzt zu werden. Ihre Gedanken abends an Bord: Oh, ich muss aufpassen, scharf nachdenken, cool bleiben ... Oh, ein Drink. schlürf Oh, da drüben ist ein wichtiger Investor ... Ein DRINK! schlürf Wenn sie mit anderen interagiert, ist sie bestenfalls tollpatschig, schlimmstenfalls dümmer als erlaubt. Ich konnte sie nicht ausstehen und fand das Buch die meiste Zeit langweilig. Vor allem das Ende war so unlogisch - muss ein Ding der Autorin sein, das Problem hatte sie in ihrem dunklen Wald auch. Hoffentlich kommt sie da mal raus, aus dem dunklen Wald, sie sieht schon vor lauter Bäumen keine spannende Story mehr.

Veröffentlicht am 21.11.2017

Eine kleine Sammlung Glückskekssprüche

Positiv Denken für Glück und Lebensfreude
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Das ist mal eine Lektüre, bei der ich nicht weiß, was ich sagen soll. Ursprünglich habe ich es ausgewählt, weil ich dachte, es könne ja nicht schaden, ein bisschen positiv(er) denken zu lernen. Aber entweder ...

Das ist mal eine Lektüre, bei der ich nicht weiß, was ich sagen soll. Ursprünglich habe ich es ausgewählt, weil ich dachte, es könne ja nicht schaden, ein bisschen positiv(er) denken zu lernen. Aber entweder bin ich zu negativ für das Leben eingestellt oder ich bin zu dumm für diese Art von Büchern. Mir kam das Ganze vor, als würde Meister Wu aus dem Chinarestaurant mir ein paar Sachen sagen, während er Frühlingszwiebeln hackt und zischend Öl in die Wokpfanne kippt, um die Nudeln zu braten.

Ganz besonders irritiert haben mich die ständigen (gleichen) Fragen: Welche Person kennen Sie, die das schon umsetzt? (Egal welche Art positiven Denkens.) Und ich jedes Mal dachte: Äh, kein Plan? Woher soll ich denn wissen, was zum Beispiel andere Leute denken? Das weiß ich die meiste Zeit nicht mal über mich. Oder die zehnminütigen Übungseinheiten, in denen ich über bestimmte Sachen nachdenken sollte. Wenn ich diese ebenso mit "Ich weiß nicht" beantworten muss, können diese zehn Minuten schon mal richtig lang werden.

Ehrlich jetzt, ich weiß nicht, ob es an mir oder an dem Buch liegt, dass ich so gar nichts damit anfangen kann. Ist es nichtiger Schwall oder bin ich einfach unfähig, es zu verstehen? Wenn ich jedoch wählen könnte, bleibe ich lieber bei Meister Wu. Da kriege ich wenigstens Bami Goreng und da positives Denken bei mir durch den Magen geht ...

Veröffentlicht am 20.11.2017

Epidemie

Infiziert (Bd.1)
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Sharona, die lieber Shay genannt werden will, ist eher eine Außenseiterin. Mit ihrer Mutter lebt sie abseits einer schottischen Ortschaft und sehnt sich zurück nach London; auch mit den meisten Leuten ...

Sharona, die lieber Shay genannt werden will, ist eher eine Außenseiterin. Mit ihrer Mutter lebt sie abseits einer schottischen Ortschaft und sehnt sich zurück nach London; auch mit den meisten Leuten hier kann sie nicht viel anfangen. Doch all ihre Probleme werden nichtig, als sie auf einem ein Jahr altem Bild ein Mädchen erkennt, das sie getroffen hat. Sie meldet sich bei der Familie des Mädchens und lernt Kai, den Halbbruder von Callie kennen. Während sie noch versuchen, bei der Polizei Druck zu machen, geschehen auf den Shetland-Inseln merkwürdige Vorfälle und eine Epidemie erfasst ganz Schottland, bei der über 90 Prozent der Betroffenen sterben. Kai und Shay kommen einem unglaublichen Verbrechen auf die Spur - und dann ist da noch Callie ... die lediglich Kontakt zu Shay aufnehmen kann.

Eine spannende Geschichte in einem Setting, das so wirklich neu ist. Zumindest habe ich im Jugendbuchbereich noch nichts ähnliches gelesen, und ich lese viel. Wie üblich ein bisschen vorhersehbar (Shay + Kai = endless love), aber wenigstens nicht extrem aufdringlich. An Herzschmerzstellen fehlte es trotzdem nicht, denn es sterben extrem viele Leute, manche von denen welche, die nahegehen. Die Sache mit Duncan hätte jetzt nicht sein müssen, kam mir ein wenig an den Haaren herbeigezogen vor, ist aber auch nicht zu schlimm. Es gibt - da es sich um den Auftakt einer Trilogie handelt - noch mehr Fragen als Antworten, doch immerhin macht es Spaß zu lesen und ich möchte die Fortsetzungen lesen. Muss aber auch sagen, dass mir das ewige Hin und Her mit Shay und Callie nicht immer gefiel, andererseits war es auch ein genialer Kniff, um alle Infos an den Mann zu bringen. Mal sehen, was Terry noch draus macht.