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Veröffentlicht am 29.01.2025

Schmetterlingstattoo

Red Umbrella Society – Der Kuss des Schmetterlings
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Skadi hat genügend Probleme, sich, ihren Bruder Remi und dessen Freund Mako über Wasser zu halten. Dafür müssen sie für einen Mafioso diverse Aufträge übernehmen. Als die drei in ein teures Apartment einbrechen, ...

Skadi hat genügend Probleme, sich, ihren Bruder Remi und dessen Freund Mako über Wasser zu halten. Dafür müssen sie für einen Mafioso diverse Aufträge übernehmen. Als die drei in ein teures Apartment einbrechen, finden sie dort nicht nur nicht das, was sie stehlen sollen - nämlich einen Koffer - sondern dafür eine Leiche. Und schon ist ihnen der megascharfe Detective David Bell auf den Fersen. Remi und Mako werden wegen Mordverdacht festgenommen, während Skadi von ihrem "Meister" geschützt wird: dem teuflischen Iskaris, der ihr durch eine Art dämonischen Pakt das Leben gerettet hat und dem sie jetzt verpflichtet ist. Doch Skadi möchte frei sein und dafür geht sie sogar einen Deal mit Bell ein, der ihr nicht glaubt und der nicht nur ihrem Herzen gefährlich werden kann.

Ich mag die Bücher der Autorin, so eigentlich. Hier bin ich nicht sicher. Für meine Begriffe wurde mir einiges hier viel zu schnell abgehandelt. Die Welt der Red Umbrella Society konnte ich nicht greifen, ich fühlte mich meistens, als hätte ich hier einen zweiten Band einer Reihe vorliegen, bei dem die Erklärungen im ersten abgehandelt wurden. Die Dialoge waren wie üblich spritzig und es lässt sich auch gut lesen, aber so richtig überzeugt bin ich vom Ganzen noch nicht. Außerdem konnte ich Bell von Anfang an nicht ausstehen und obwohl sich Skadi die Mühe gemacht hat, mir zu erklären, was sie an ihm anziehend findet - und das nicht nur einmal - so war es für mich trotzdem nicht nachvollziehbar, zumal sich die spicy Szenen wie hinterher eingeschoben anfühlten. (Stelle mir das Gespräch zwischen Autorin und Verlag vor: Hey, Caro, du weißt doch, dass jetzt in jedem Buch random mindestens zwei, drei Spice-Szenen vorkommen müssen, also hopp, füg die mal noch schnell ein!) So ist der Plot zwar originell, aber schwer greifbar und alles geschah ein wenig hektisch. Vielleicht bringt der zweite Teil eine etwas rundere Geschichte, aber von dieser Autorin erwarte ich einfach mehr. 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 27.01.2025

Ödlandweh

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland
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Die einzige Chance, das Ödland lebend zu durchqueren, ist der gepanzerte, riesige Zug der Company. Das Ödland ist Sibirien, ist ein paar Tagesreisen hinter Moskau alles bis China. Seltsame Pflanzen und ...

Die einzige Chance, das Ödland lebend zu durchqueren, ist der gepanzerte, riesige Zug der Company. Das Ödland ist Sibirien, ist ein paar Tagesreisen hinter Moskau alles bis China. Seltsame Pflanzen und Tiere existieren dort, es gibt verstörende Farben und Formen und wer zu lange aus dem Fenster sieht, erlebt von Halluzinationen bis Ödlandweh alles. Nach einem Vorfall ist der Zug ein halbes Jahr ausgefallen, doch jetzt setzt er sich wieder in Bewegung und alle sind in ihm für fast drei Wochen gefangen: Das Mädchen, das im Zug geboren wurde. Das Mädchen, das unter einem falschen Namen reist. Das Mädchen, das keines ist. Der Naturforscher, die Angestellten, die Passagiere, die zwei Companyvertreter, genannt "die Krähen". Sie alle haben ihre eigene Agenda, Wünsche, Träume - doch am Ende der Reise wird nichts mehr sein wie zuvor.

Gleich vorneweg: Es handelt sich hier um eine Mischung aus Ökofantasy, Dystopie und Reisebericht im Stil des 19. Jahrhunderts, inklusive Metaebene der Ausbeutung der Natur und der schlussendlichen Erkenntnis, die wir auch schon aus Jurassic Park kennen: Das Leben findet immer einen Weg. Ich fand den Einstieg (ins Buch, nicht in den Zug) etwas langatmig, aber als sich dann sowohl Zug als auch Handlung in Bewegung setzten, konnte mich die Geschichte gut mitnehmen. Schlussendlich handelt es sich hier um eine Art Märchen, vielleicht sogar ein typisch russisches Märchen, etwas schwermütig, etwas öldandwehmütig, aber doch auch mit einer Art Happy End. Mal etwas anderes.

Veröffentlicht am 24.01.2025

Am Hofe des Elfenkönigs

The Courting of Bristol Keats
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Bristol Keats lebt mit ihren Schwestern seit dem Tod ihrer Eltern in einem kleinen Ort und sie haben Mühe, sich über Wasser zu halten. Als sich jemand als eine entfernte Verwandte ihres Vaters ausgibt, ...

Bristol Keats lebt mit ihren Schwestern seit dem Tod ihrer Eltern in einem kleinen Ort und sie haben Mühe, sich über Wasser zu halten. Als sich jemand als eine entfernte Verwandte ihres Vaters ausgibt, erfährt Bristol Unglaubliches: Nicht nur, dass es Elfen und Feenwesen gibt, sondern dass ihr Vater im Reich der Elfen gelebt hat. Die Elfen brauchen ihre Hilfe: Sie suchen nach Menschen, die die Fähigkeit haben, Portale zu öffnen und zu schließen. Um ihren Schwestern ein gutes Leben zu ermöglichen, geht Bristol mit ihnen. Doch im Elfenreich droht ein Krieg, die magische Ausbildung ist hart, das Leben hier seltsam - und dann ist da auch noch der junge Elfenkönig Tyghan, der nicht so ein Hohlkopf ist, wie es am Anfang schien.

Gleich vorneweg: Wer keine Geduld hat, sollte nicht zu diesem Buch greifen. Zwar ist der Schreibstil sehr locker, wunderschön und besser als 90 Prozent aller anderen Fantasybücher, aber die Autorin nimmt sich Zeit. Zeit, ihre wichtigsten Charaktere einzuführen, aber auch für ihr Worldbuilding. Und das ist im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaft. Es gibt so viele originelle Details zu erkunden, die zu dieser Welt gehören, genauso wie verschiedene Wesen, die hier existieren. Mir gefällt auch die Annäherung zwischen Bristol und Tyghan, zumal Tyghan ihr zwar aus taktischen Gründen wichtige Dinge verschweigt, aber als Mann ist er eine absolute green flag. Vermutlich werden viele schon deshalb das Buch runterstufen - ich meine, wo gibt''s denn so was, ein Loveinterest, das die Frau nicht wie den letzten Dreck behandelt? Nein, nein. So was wollen wir doch nicht, oder? Nun, ich will das und mir gefällt es.

Was mir an diesem Buch auch gefällt, ist, dass es wirklich schwer ist, hier zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Tyghan hat einen Erzfeind, der einst sein bester Freund war, aber ihn verraten hat. Wenn man allerdings erfährt, warum dieser Erzfeind tat, was er tat - dann sieht das Ganze vielleicht schon wieder anders aus. Genauso mit der großen Bedrohung, die der Schurkenelfenkönig gegen die anderen Reiche einsetzt. Wenn man erfährt, was es mit dieser "Bestie" auf sich hat, ist man hin und hergerissen. Ich habe keine Ahnung, wie das im nächsten Teil weitergeht oder allgemein aufgelöst wird, aber mich hat dieses Buch absolut gecatcht und ich habe gleich zu Beginn des Jahres ein Highlight gefunden.

Veröffentlicht am 19.01.2025

Say Their Names!

The Five
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saytheirnames Polly, Annie, Elizabeth, Catherine und Mary-Jane.

Diese fünf Frauen werden als die kanonischen Fünf bezeichnet und damit als die "wahren" Opfer von Jack the Ripper. Und das war's. Während ...

saytheirnames Polly, Annie, Elizabeth, Catherine und Mary-Jane.

Diese fünf Frauen werden als die kanonischen Fünf bezeichnet und damit als die "wahren" Opfer von Jack the Ripper. Und das war's. Während über diesen kranken Mörder unendliche Bücher, Filme, Graphic Novels, Lieder, Spiele - wasauchimmer - existieren, kennt fast niemand ihre Opfer. Und da sie bereits im "Herbst des Schreckens" 1888 von den Zeitungen als Prostituierte gebrandmarkt wurden, ist diese Meinung über mehr als einhundertdreißig Jahre einfach übernommen worden, ohne auch nur einmal an dieser Aussage zu zweifeln. Ich nehme mich da nicht aus.

Hallie Rubenhold jedoch hinterfragt. Wer einen reißerischen Bericht über den Ripper selbst, seine Taten oder grelle Beschreibungen der Verstümmelungen erwartet, wird von diesem Buch enttäuscht werden. Wen jedoch wirklich die Opfer interessieren, bekommt hier einen ausführlichen Einblick. Und wenn wir ehrlich sind, ist die Zusammenfassung der Leben oder überhaupt DES Lebens im viktorianischen Zeitalter abseits aller Hollywoodrosawölkchen beinahe härter beim Lesen zu ertragen als alles, was der Ripper diesen Frauen antun konnte. Ich habe für das Buch Wochen gebraucht, weil ich es immer wieder weglegen musste. Wie Frauen aus den ärmsten Schichten damals gelebt haben, war so furchtbar, dass - und hier kommt das Perfide bei der Lektüre - ich schon fast immer aufatmete, wenn der Tag des Mordes kam. Diese Frauen hatten bis dahin alles erlebt, was Männer ihnen antun konnten. Oder was männlich geprägte Gesetze und Moralvorstellungen ihnen aufzwangen. Wenn man das liest und ganz besonders in der heutigen Zeit, wo so vieles darauf hindeutet, dass wir uns eher wieder in diese Richtung bewegen, kann man es nur mit der Angst zu tun bekommen.

Lasst uns am besten den Täter vergessen und stattdessen der Opfer gedenken:

saytheirnames Polly, Annie, Elizabeth, Catherine und Mary-Jane.

Veröffentlicht am 15.01.2025

Profil K

The Killer Profile
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Midnight Jones arbeitet für eine milliardenschwere Biotech-Firma, in der Daten gesammelt und ausgewertet werden. Eines Tages wird ihr ein Profil K angezeigt: ein Mensch, der völlig soziopathisch ist, das ...

Midnight Jones arbeitet für eine milliardenschwere Biotech-Firma, in der Daten gesammelt und ausgewertet werden. Eines Tages wird ihr ein Profil K angezeigt: ein Mensch, der völlig soziopathisch ist, das klassische Beispiel für einen Killer. Midnight meldet das ihren Vorgesetzten, wird aber nicht ernst genommen bzw. wird ihr sogar mit rechtlichen Schritten und Rauswurf gedroht, sollte sie darüber sprechen. Da sich Midnight um ihre beeinträchtigte Zwillingsschwester kümmern muss, hält sie still. Doch dann passieren in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft grauenhafte Morde und ihr wird bewusst, dass auch sie in den Fokus des Killers geraten ist.

Eigentlich ein megaspannendes Thema, zumal es auch die Ethik anspricht: Wer ist das größere Ungeheuer - der Mörder selbst oder diejenigen, die ihn "schaffen"? Dennoch empfand ich die Story unausgewogen. Die Balance zwischen spannendem Krimianteil, reinem, puren Splatter um des Schockeffekts willen und dann lauter cosy Sachen mit der Adoptivoma oder der neuen besten Bäckerfreundin brachte mich ständig aus dem Lesefluss. Dass sich Midnight so sehr um ihre Schwester kümmert, fand ich dabei sehr sympathisch und ihre Überlegungen auch nachvollziehbar. Wer möchte sich schon mit einer milliardenschweren Firma und ihren Anwälten anlegen? Aber seitenweise brutalste, blutige Beschreibungen, wie der Killer sich an den Opfern vergeht ... da verging mir persönlich das Interesse. Das Buch hätte jedenfalls größeres Potenzial gehabt, als schlussendlich ausgeschöpft wurde.