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Veröffentlicht am 17.01.2026

1000 Tage

Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab
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Heidi, Alma und Harry wohnen in dem kleinen Ort Hovenäset, in dem es immer wieder zu unheimlichen Ereignissen kommt. So mussten die drei Freunde erst im Sommer Heidis Familie retten. Im zweiten Teil der ...

Heidi, Alma und Harry wohnen in dem kleinen Ort Hovenäset, in dem es immer wieder zu unheimlichen Ereignissen kommt. So mussten die drei Freunde erst im Sommer Heidis Familie retten. Im zweiten Teil der Trilogie geht es um Alma.

Alma hat vor fast genau drei Jahren ihren Vater verloren. Er hatte auf einer verlassenen Landstraße einen Unfall und wurde von jemandem überfahren, der danach abgehauen ist. Alma kann sich damit nicht abfinden und versucht, auf eigene Faust zu recherchieren, wie das passiert sein kann. Zur selben Zeit kommen Neuankömmlinge auf den Campingplatz, wo Alma, ihre Mutter und ihr kleiner Bruder fest wohnen. Es handelt sich um eine Mutter mit ihrer kleinen Tochter. Doch irgendwas stimmt mit diesen Leuten nicht. Die Mutter ist angeblich stumm und das Mädchen treibt sich oft - auch nachts - allein herum. Und dann ist da noch eine unheimliche Katze, die Alma folgt. Die drei Freunde haben einen aufregenden und gruseligen Herbst vor sich ...

Mein Vorlesekind und ich haben schon zusammen den ersten Teil gelesen, deshalb konnten wir uns einiges denken. Trotzdem, ist das für ein Kinderbuch teilweise schon recht unheimlich (obwohl ich tatsächlich Band 1 gänsehauterzeugender fand). Was ich auch nicht richtig gut fand, ist, dass Abneigung gegen Katzen erzeugt wird, gerade wo es schwarze Katzen selbst heutzutage eh noch so schwer haben. Mein Vorlesekind hat solche Bedenken noch nicht und ihr hat der Ausflug nach Hovenäset wieder sehr gut gefallen. Wir sind jetzt gespannt, wie es Harry ergehen wird.

Veröffentlicht am 15.01.2026

Zwölf historische Rätsel

Mystery mit Miss History
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Miss History á la Melina Hoischen ist eine Geschichtsinfluencerin, die auf den sozialen Medien über historische Ereignisse aufklärt. Ich gebe zu, dass ich sie vor dem Lesen des Buches nicht kannte, aber ...

Miss History á la Melina Hoischen ist eine Geschichtsinfluencerin, die auf den sozialen Medien über historische Ereignisse aufklärt. Ich gebe zu, dass ich sie vor dem Lesen des Buches nicht kannte, aber das macht ja nichts.

In ihrem Buch stellt sie jedenfalls zwölf verschiedene historische Personen, Ereignisse oder Plätze vor und erklärt dazu etwas. Das sind unter anderem Dorothy Eady, Kaspar Hauser, verschwundene Atomwaffen, das verschwundene Flugzeug MH370, die Frage, ob es die Päpstin Johanna wirklich gegeben hat, welchen Zweck die Moai-Statuen auf den Osterinseln erfüllen, den Tod von König Ludwig II. und einiges mehr. Sie bereitet das alles auch wirklich flüssig und leichthin aus, sodass es Spaß macht zu lesen. Das Einzige, was ich ein wenig kritisieren möchte, ist, dass es - zumindest für mich - abgesehen von Dorothy Eady absolut keine neuen Rätsel der Menschheit waren.

Ich hatte eher gehofft, auf wirklich relativ unbekannte Rätsel zu stoßen, die nicht schon während der Sommerlochzeit von diversen Medien jährlich erwähnt werden. Dass es natürlich auch bei Misss History keine wirkliche Lösung der "Fälle" gibt, ist andererseits völlig klar. Ich hoffe jedenfalls, dass sie daraus eine Buchreihe macht und wir dann auf unbekanntere, rätselhaftere Ereignisse oder Personen stoßen.

Veröffentlicht am 13.01.2026

Mängelexemplar

Bite the Bride (Darkthorn Archives 1)
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Wir schreiben das Jahr 1925. Kat Campbell ist eine der wenigen rein menschlichen, unmagischen Studentinnen an der Universität, an der sie trotzdem ein paar Kurse bezüglich Magie belegt. Sie hat einen Plan. ...

Wir schreiben das Jahr 1925. Kat Campbell ist eine der wenigen rein menschlichen, unmagischen Studentinnen an der Universität, an der sie trotzdem ein paar Kurse bezüglich Magie belegt. Sie hat einen Plan. Um ihrer Freundin Lily, die ihretwegen ihre Magie verlor und im Gesicht verstümmelt wurde, wieder die Magie zurückzubringen, braucht sie ein geheimes Zauberbuch, das sich tief im Inneren der magischen Bibliothek des Campus' befindet. Bei dem Versuch, es zu stehlen, wird sie von dem Chefbibliothekar Ethan Hawthorne erwischt. Die beiden hassen sich, weil er ihr nie ohne Kampf die Bücher überlässt, die sie zum Studieren braucht. Doch jetzt müssen sie eine Fake-Ehe eingehen, oder Kat wird sterben. Doch es gibt jetzt auch noch andere Mächte, die auf Kat aufmerksam geworden sind und ihr schaden wollen ...

Ich hatte mich wirklich drauf gefreut. Die Flapperjahre, magische Universität, Vampire, Werwölfe, Hexen, witzige Schlagabtausche zwischen zwei Leuten, die gezwungen sind, zusammenzuarbeiten - was sollte da schon schiefgehen? Einfache Antwort: fast alles.

Das Positive zuerst: Es werden ein paar feministische Dinge angesprochen. Es scheint auf den ersten Blick, dass Kat feministisch ist und Aufklärungsartikel für eine Zeitung schreibt. Denkt man erstmal: cool! Wäre es auch, wenn Kat wirklich Feministin wäre. Aber das ist sie nicht. Wie die ihre Freundinnen behandelt, die sich wirklich ein Bein ausreißen, um sie einzubeziehen und ihr entgegenzukommen, ist echt unmöglich. Ihre Gedanken, was diese drei angeht, haben mich regelrecht abgestoßen. Dazu kommt, dass Kat ungefähr den IQ eines orangenen Kürbiskopfes hat. Sie denkt nie nach, lässt sich jeden Quatsch erzählen und reißt dadurch andere mit in die Gefahr. Dennoch sind immer alle so: Oh, Kat, du bist sooooo brillant!

Was Ethan angeht: Der Typ ist über 150 Jahre alt und hat quasi kaum Selbstbeherrschung. Sobald er sie sieht, will er sie knallen. Allgemein scheint zwischen den beiden nur wenig sexuelle Zurückhaltung möglich zu sein; sobald der ein oder die andere vorbeigeht, gehen beide steil, als hätte man ihnen jeden Abend irgendwelche luststeigernden Nahrungsmittel wie Gänsen gewaltsam in den Schlund gestopft. Darin besteht übrigens auch die "Lovestory". Gegenseitiges mentales Ansabbern. Jetzt habe ich nichts gegen gesunde Sexualität und Spaß im Bett (oder auf der Couch, dem Stuhl, dem Teppich oder sonstwo). Wenn ich allerdings jemanden nicht ausstehen könnte, würde meine Libido eher nicht Lambada tanzen. Davon abgesehen hätte ich Ethan irgendwann im Schlaf die Hand abgehackt wegen seiner unangenehmen Angewohnheit, jedes Mal die Frau an der Kehle zu packen.

Es gibt dann noch ein paar Ungereimtheiten (warum und vor allem wie geben die Leute, die gewandelt werden, ihre Magie ab?) und eine Art göttlicher (oder eher dämonischer) Hilfe, die dafür sorgt, dass alles Friede-Freude-Eierkuchen endet und das, wo man so viel Spannung hätte aufbauen können. Es gab so konkrete Drohungen, da hätte man mehrmals etwas draus machen können, aber es schien wichtiger, endlos dasselbe zu wiederholen. In Kats Fall: Hach, ich bin ja nur eine menschliche Frau ohne Magie, ein Mängelexemplar. Und Ethan: Hach, ich habe eh kein Glück verdient. Man hätte jedenfalls locker 200 Seiten ohne Informationsverlust streichen können. Alles in allem hat man mit diesem Buch echt unfassbar viel Potenzial völlig verschwendet.

Veröffentlicht am 06.01.2026

Killmarth

The Ordeals
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Sophia DeWinter hat nur eine Chance, ihrem Arbeitgeber, dem geheimnisvollen Sammler, an den sie magisch gebunden ist, zu entkommen. Sie muss es zu den Ordeals der Killmarth Academy schaffen. Mit viel Glück, ...

Sophia DeWinter hat nur eine Chance, ihrem Arbeitgeber, dem geheimnisvollen Sammler, an den sie magisch gebunden ist, zu entkommen. Sie muss es zu den Ordeals der Killmarth Academy schaffen. Mit viel Glück, etwas Trickserei und ihrer Fähigkeit, Illusionen zu erzeugen, gelingt ihr das auch. Was ihr nicht bewusst war: Die Ordeals sind magische Prüfungen auf Leben und Tod und von den etwa 50 Hoffnungsvollen, die Studierende werden möchten, werden es nur 20 schaffen, aufgenommen zu werden. Eigentlich soll jeder für sich kämpfen, doch Sophia schließt bald Bündnisse und sie verliebt sich in Alden Locke, ihren Konkurrenten. Doch gefährlicher noch als die Liebe und die Prüfungen sind gefährliche Wesen, die Jagd auf alle Magiebegabten machen ...

Ich habe das Buch wirklich gern gelesen. Der Schreibstil nimmt gleich gefangen, die Ideen sind mega, die Charaktere ansprechend. Die Ordeals - so eine Art Hungergames auf Hochschulniveau - waren gefährlich und fingernägelgefährdend. Ich mochte auch die Charakterisierung der vorkommenden Leute und dass Alden eine echte green flag ist. Was ich jetzt so im Nachhinein, nachdem ich die Ereignisse kenne, nicht so nachvollziehen kann, ist allgemein die Todesgefahr, der die Möchtegernstudierenden ausgesetzt werden. Warum die Leute töten? Man könnte sie bei der Gefahr, die den Magiebegabten droht, trotz allem noch irgendwo einsetzen - und wenn es nur als Kanonenfutter ist. Ich empfinde das als Verschwendung von Leben, Magie und Intelligenz. Auch dass sich scheinbar von Seiten des Lehrkörpers niemand um den Mörder auf dem Campus kümmerte, scheint mir unlogisch. Trotzdem hat das Buch Spaß gemacht und war ein mega Einstieg ins Lesejahr 2026 und ich bin gespannt, wie sich der 2. Band entwickeln wird.