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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.10.2025

Beastly

A Ruin of Roses: Die Schöne und das Biest spicy Romantasy Märchen
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In einer Welt, die mal irgendwann modern war, aber jetzt von Dämonen und einem Fluch befallen ist, lebt Finley. Durch besondere Pflanzen schafft sie es, den Fluch der Seuche, die die Menschen quält, ein ...

In einer Welt, die mal irgendwann modern war, aber jetzt von Dämonen und einem Fluch befallen ist, lebt Finley. Durch besondere Pflanzen schafft sie es, den Fluch der Seuche, die die Menschen quält, ein wenig einzudämmen, doch diese Pflanzen gibt es nur im verbotenen Wald. Als sie wieder einmal dort heimlich die Pflanzen erntet, wird sie von dem grausamen, bestialischen Nyfain gefangen genommen. Er ist der letzte überlebende Prinz und der Einzige, der die Dämonen noch in Schach halten kann und nur Finley kann ihm helfen. Doch ist sie bereit dazu im Angesicht der Gefahren, die von den Dämonen drohen?

Ich bin kein Fan von Dark Romantasy (und ehrlich gesagt gibt's hier auch nicht viel davon), aber ich mochte die Shadowspell-Reihe der Autorin und ich stehe auf Märchenadaptionen. Allerdings ist das hier ordentlich schief gegangen. Obwohl Finley recht badass ist, habe ich die meisten ihrer Gedanken und Handlungen nicht verstanden. Das mag aber auch daran liegen, dass das gesamte Worldbuilding eher konfus ist und der ständige Wechsel zwischen modernem Denken und mittelalterlichem Märchensetting machte es nicht einfacher. Es gab ein paar eher unangenehme Szenen und was Finley und Nyfain verbunden hat, ist mir bis zum Schluss nicht klargeworden. Anziehung sieht für mich anders aus. Aber okay, kann man ja alles mit Daaaaaaark erklären. Wer's mag. Ich nicht.

Veröffentlicht am 01.10.2025

Füchschen

Wo die Nacht verweilt
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In ihrem Dorf ist Liska verpönt, weil sie Magie beherrscht. Um dazuzugehören, schleicht sie sich eines Nachts in den Driadawald, denn angeblich gibt es dort einen Zauberfarn. Dabei trifft sie einen Walddämon ...

In ihrem Dorf ist Liska verpönt, weil sie Magie beherrscht. Um dazuzugehören, schleicht sie sich eines Nachts in den Driadawald, denn angeblich gibt es dort einen Zauberfarn. Dabei trifft sie einen Walddämon und schließt einen Pakt mit ihm: Ein Jahr lang wird sie ihm dienen, dafür wird er ihr ihre Magie nehmen und sie kann endlich ein normales Leben führen. Doch je länger Liska und der Leczy, der Walddämon, Zeit miteinander verbringen, desto klarer wird ihr, dass nicht alle Dämonen und Monster böse sind und sich manche hinter harmlosen Fassaden verstecken. Und sie hinterfragt nach und nach alles, was sie zu glauben wusste.

Hier passt einfach alles. Das wunderschöne Äußere in Form des Covers spiegelt sich auch im Inneren wider. Der Schreibstil ist angenehm, fast poetisch, wie es sich für eine Märchenadaption gehört. Liska ist so eine sympathische Person, dass es nicht verwundert, wie sie nach und nach alle um ihren kleinen Finger wickelt und aus dem düsteren Haus im Wald mit seinen skurrilen Bewohnern eine found family bildet. Und wie es sich für slawische Folklore gehört, ist die Geschichte bittersüß. Eine perfekte Lektüre für die dunklen Herbsttage, die vor uns liegen!

Veröffentlicht am 29.09.2025

Ich fühle mich verar...

How does it feel?
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Callie ist eine Biologin, die in irgendeinem Hinterwäldlernest einem seltenen Schmetterling hinterherjagt. Dabei fällt sie aus Versehen durch ein Portal in das Reich der Fae und auch noch genau auf den ...

Callie ist eine Biologin, die in irgendeinem Hinterwäldlernest einem seltenen Schmetterling hinterherjagt. Dabei fällt sie aus Versehen durch ein Portal in das Reich der Fae und auch noch genau auf den dunklen Unseelie-Prinzen Mendax. Der zieht sofort messerscharfe Schlüsse: Wenn dir ein Mensch auf den Kopf fällt, will er dich töten = Attentäterin. Er lässt daher Callie töten. Okay, geht nicht so einfach, weil sie von einem magischen Fuchs gerettet wird. Na gut, dann einsperren, von widerlichen Kreaturen im Kerker sexuell belästigen lassen und weil das so schön ist, drei tödliche Prüfungen ablegen. Aber hey, macht nichts. Mendax ist so heiß, dass Callie zu einer Pfütze zerläuft, sobald er sie mit seinen stahlblauen Augen anstarrt. Und so ein bisschen Mord und Folter unter heißen Menschen: Schwamm drüber!

Echt mal, was denkt sich jemand dabei, die ganze Zeit von Mordversuchen und Folter zu schreiben und dann zu erwarten, dass Lesende daraus eine Romanze mitnehmen? Ich erwarte ja von Fae nicht gerade, dass sie Schmusekätzchen sind, aber ich erwarte wenigstens von einer gebildeten Menschenfrau, dass sie nicht scharf auf ihren Mörder wird. Und ganz besonders erwarte ich persönlich von AutorInnen, dass sie ihr Handwerk beherrschen. Wenn sie eine Geschichte in der Ich-Person schreiben, können sie nicht die wichtigsten Fakten zurückhalten, denn alles, was die Protagonistin weiß, müssen auch die Lesenden wissen. Das am Ende war kein Plottwist, das war mieses Handwerk. I said, what I said. Setzen, sechs.

Veröffentlicht am 29.09.2025

Heckenhexe

A Dark and Secret Magic
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Hecate alias Kate ist eine Hexe, die sich ein wenig abseits ihres Hexenzirkels in ihrem kleinen Häuschen eingerichtet hat. Sie ist eine Heckenhexe und damit sehr selten, auch wenn sie nicht so richtig ...

Hecate alias Kate ist eine Hexe, die sich ein wenig abseits ihres Hexenzirkels in ihrem kleinen Häuschen eingerichtet hat. Sie ist eine Heckenhexe und damit sehr selten, auch wenn sie nicht so richtig Ahnung hat, was Heckenhexe überhaupt bedeutet. (Spoiler: Bis zum Schluss wissen es eigentlich auch die geneigten Lesenden nicht, weil da ganz schön viel durcheinandergeworfen wird, was gerade mal nützlich sein könnte.) Als sich Halloween nähert, bittet ihre Schwester sie, das Zirkel-Treffen auszurichten. Zur selben Zeit trifft auch Matthew bei ihr ein: Matthew, den sie zuletzt vor zehn Jahren gesehen hat und der von einem anderen Zirkel stammt, in dem schwarze Magie erlaubt ist. Und dann ist da auch noch so ein untoter Hexenmeister aus der Unterwelt (oder so), der es auf Kate abgesehen hat ...

Wie man an meiner Beschreibung erkennt, ist das Worldbuilding nicht sonderlich gut gelungen. Es wurden ein paar Standardsachen gemixt wie Hexenzirkel, eine unwillige Auserwählte, ein dunkler Loveinterest (der aber immerhin echt mega greenflaggig daherkommt). Aber so richtig Fleisch auf die literarischen Rippen erhält die Welt nicht, da nützen auch die nützlichen Rezepte am Ende des Buches nichts. Abgesehen davon war das Buch recht langatmig und Hecate war immer recht langsam im Denken. Jetzt füge dem Rezept noch eine mega unfaire (wenn auch mittlerweile verstorbene) Mutter hinzu, die jedoch ständig von unserer etwas langsamen Heckenhexe betrauert wird und zwei mega übergriffige und anstrengende Schwestern sowie eine ebenso unsympathische Zirkelchefin und dann reißen auch die Herbstvibes nicht mehr viel aus dem Buch heraus. 2.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 22.09.2025

Tremorglade

Bite Risk – Kein Entkommen
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Jede Vollmondnacht läuft in Tremorglade gleich ab: Alle Personen ab etwa 14 Jahre begeben sich in Hochsicherheitskäfige, während die Kinder aufpassen, dass diese verschlossen sind, sie Alarmanlagen überprüfen ...

Jede Vollmondnacht läuft in Tremorglade gleich ab: Alle Personen ab etwa 14 Jahre begeben sich in Hochsicherheitskäfige, während die Kinder aufpassen, dass diese verschlossen sind, sie Alarmanlagen überprüfen und ihre Betäubungsgewehre bereitlegen. Denn ab einem bestimmten Alter wird man zu einem Werwolf - wenn auch nur eine Nacht, kann es dennoch gefährlich werden. Sel und seine beste Freundin Elena nutzen diese Nächte meistens, um mit Harold Karten zu spielen. Harold ist der einzige Erwachsene, der immun ist gegen das Werwolfvirus. Doch dann passieren immer mehr mysteriöse Dinge: Ein Summen liegt in der Luft, Tauben greifen einen Teenager an, und Sel und Elena kommen Dingen auf die Spur, die für sie gefährlicher werden als die Werwölfe. Plötzlich ist nichts mehr so, wie es scheint ...

Das war mal ein echt spannendes Kinderabenteuer! Anfangs glaubt man sich in einer originellen Werwolfgeschichte, doch daraus entwickelt sich so viel mehr, dass ich völlig begeistert bin. Obwohl es auf jugendgerechte Art geschrieben ist, werden richtig viele, gute, auch politische Sachen angesprochen, die der Story eine überraschende Tiefe verleihen, obwohl der Schreibstil sehr locker und lässig bleibt. Sel als Ich-Erzähler ist ein mega sympathischer, tollpatschiger Bursche und seine Freundin Elena ein cleveres, starkes Mädchen. Es wird teilweise gruselig, trotzdem immer humorvoll, weil Sel eine hübsch selbstironische Ader hat und selbst die Wendungen haben schließlich Wendungen. Einzig der etwas übereilte Schluss hätte gern ein bisschen ausgearbeitet werden dürfen. Ansonsten kann ich das Buch nur weiterempfehlen und ich freue mich auf das nächste Abenteuer von Sel und seinen Freunden. 4.5/5 Punkten.