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Veröffentlicht am 20.09.2025

Durch Eis und Schnee

The Witch Collector
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Raina hat sich schon vor langer Zeit geschworen, den Frost King und seinen wichtigsten Mann, den Witch Collector, zu bekämpfen. Immerhin hat der Witch Collector ihre Schwester vor acht Jahren mitgenommen, ...

Raina hat sich schon vor langer Zeit geschworen, den Frost King und seinen wichtigsten Mann, den Witch Collector, zu bekämpfen. Immerhin hat der Witch Collector ihre Schwester vor acht Jahren mitgenommen, die sie seitdem nicht mehr gesehen hat. Doch dann überfällt der Prinz des Ostens mit seinen Armeen ihre Heimat; fast alle Dorfbewohner werden abgeschlachtet. Wenn Raina überleben und ihre Schwester wiedersehen will, muss sie sich mit dem Witch Collector Alexus zusammenschließen. Doch ihr Weg ist weit und sie sind von allen Seiten von tödlichen Gefahren umgeben und Raina muss erkennen, wer ihre wahren Feinde sind.

Um ehrlich zu sein, habe ich nicht verstanden, warum Raina anfangs so sehr Hass auf den Frost King und den Witch Collector geschoben hat. Es klang nicht so, als wären die Hexen, die er mitnahm, mit Gewalt von ihm gezwungen worden. Von daher kam sie schon mal ein wenig obsessiv rüber. Andererseits lässt das Worldbuilding auch wirklich ein bisschen zu wünschen übrig; vieles wird später mit Götterkriegen und unsterblichen oder langlebigen Zauberern erklärt, aber es kommt ein bisschen spät und ein bisschen lahm daher. Auch stand ich manchmal da und verstand nicht, was passierte. Als Helena wieder in der Höhle auftauchte, in der Raina auf den Witch Collector wartete. hieß es, sie würde von Ostländern begleitet. Das stimmte aber überhaupt nicht, das wurde nie wieder erwähnt und es war auch eindeutig, dass sie allein war. Keine Ahnung, wo da das Lektorat gepennt hat. Was mir jedoch gut gefallen hat, mal davon abgesehen, dass sich Raina gut selbst verteidigen konnte und keine Damsel in distress war, ist, dass sie stumm war und sich mit Gebärdensprache verständigen musste. Außerdem ist Alexus eine mega green flag als Loveinterest, davon könnnen sich einige Romantasy-Bücher eine Scheibe abschneiden. Von daher gibt es für die Geschichte noch einen halben Punkt mehr, somit kommen wir hier auf 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 19.09.2025

Wolfsrute

Nightmore - Das gruseligste Internat der Welt (Band 1) - Plötzlich Werwolf
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Fynn ist fest entschlossen: Er muss aus seiner neuen Schule, der Nightmore Academy abhauen. Und das gelingt ihm auch, obwohl der Burggraben von drei Krokodilen und die Burg selbst von Gargoyles bewacht ...

Fynn ist fest entschlossen: Er muss aus seiner neuen Schule, der Nightmore Academy abhauen. Und das gelingt ihm auch, obwohl der Burggraben von drei Krokodilen und die Burg selbst von Gargoyles bewacht wird. Allerdings wird er schnell erwischt. Seine Schulleiterin, die Banshee (Todesfee), bringt ihn persönlich wieder zurück. Doch noch gibt er nicht auf. Als er die Dämonin Sinistra trifft, der um Sechzehnhundertschlagmichtot gelang, aus der Schule geworfen zu werden, schließt er mit ihr einen Pakt. Sie soll ihm helfen, nach Hause zu kommen und dafür bekommt sie ... Etwas ihrer Wahl. Doch ob das Freilassen eines Drachens oder das Abschießen mit einer harten Kugel während des Blutballspiels Erfolg bringen?

Also erst einmal: Fynn wurde vor fünf Monaten gebissen und ist seit vier Monaten ein Werwolf. Da von "plötzlich Werwolf" zu sprechen, ist schon ein bisschen übertrieben. Auch verstehe ich nicht, warum Fynn so viel Wert darauf legt, unbedingt in der Nacht bzw vor Mitternacht abzuhauen. Sind die Schulstunden nicht nachts? Und da tagsüber wohl alle "Noctis" schlafen, wäre doch eine Flucht tagsüber cleverer gewesen, und er hätte sich den Stress mit dem "Hilfe, um Mitternacht wachen die Gargoyles auf und erwischen mich!" sparen können. Fynn wurde als so intelligent beschrieben, hat allerdings echt viele dumme Entscheidungen getroffen (und das auf den wenigen Seiten bzw. wenigen Hörminuten). Und dafür, dass die Geschichte wirklich mega kurz war und er gefühlt auf 100 von 101 Seiten fest entschlossen war, nach Hause zurückzukehren, kam seine 180-Grad-Wende ziemlich überraschend. Das waren eher 900 Grad plus/minus. Die eingeschobenen Erklärungen sollten bestimmt lustig sein, und vielleicht gehe ich ja zum Lachen in den Keller, aber ich fand es eher nervig. Herausheben bei der Geschichte möchte ich jedoch den Sprecher, der wirklich einen fantastischen Job gemacht hat.

Veröffentlicht am 11.09.2025

Unvereinbar

Pagans - Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter
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In einer Welt, in der in England nie eine industrielle Revolution stattgefunden hat, und sämtliche technischen Errungenschaften von anderswo eingeführt werden, ist die Kluft zwischen den traditionellen ...

In einer Welt, in der in England nie eine industrielle Revolution stattgefunden hat, und sämtliche technischen Errungenschaften von anderswo eingeführt werden, ist die Kluft zwischen den traditionellen Stämmen der Pikten und Kelten und den Angelsachsen groß. Alle paar Jahre gibt es daher vom englischen Hochkönig und anderen Würdenträgern der Versuch, das Land zu vereinen. Daher ist es ungünstig, dass ausgerechnet jetzt ein keltischer Diplomat ermordet aufgefunden wird. Und er bleibt nicht das einzige Opfer. Hauptmann Aedith und der keltische Inspector Drustan müssen sich also sehr schnell zusammenraufen, um den den Serienkiller zu fassen, bevor seine Machenschaften für das Scheitern der Friedensbemühungen sorgen.

Wow, was für ein Ritt! Ich habe quasi jede Seite geliebt. Der Autor wirft uns in eine alternative Welt, die der unseren so ähnlich und doch so verschieden von ihr ist. Die meisten Probleme sind jedoch gleich. Religiöse Fanatiker machen noch immer ihr eigenes Ding, Politiker sowieso und der Pöbel hat eh von nichts einen Plan. Auf der einen Seite werden noch Götter angebetet und die Leute tragen unzählige Tattoos mit verschiedenen Bedeutungen und Halsringe, auf der anderen Seite gibt es moderne Autos oder Mobiltelefone und Computer. Die Geschichte nimmt schnell Fahrt auf, verfügt über einen unglaublich coolen Cast und ist einfach mal was wirklich Originelles und anderes in dem ewigen Einheitsbrei von Fantasy und Krimi. Auf jeden Fall empfehlenswert für Leute, die ein Faible für Alternativwelten und Mordfälle haben.

Veröffentlicht am 06.09.2025

See you later, alligator

Das Reptilienhaus: Roman
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Eric Parker ist ein angehender Profiler. Als in seiner ehemaligen Heimat ein Junge spurlos verschwindet, überredet er seinen Chef, das Team der Operativen Fallanalyse (OFA) dorthin fahren zu lassen. Schnell ...

Eric Parker ist ein angehender Profiler. Als in seiner ehemaligen Heimat ein Junge spurlos verschwindet, überredet er seinen Chef, das Team der Operativen Fallanalyse (OFA) dorthin fahren zu lassen. Schnell stellt sich heraus, dass in Spremberg nicht alles so idyllisch ist, wie es aussieht. Zwei ältere Damen verschwinden ebenfalls spurlos, ein Mädchen erlebt an einem See etwas Verstörendes und ein dubioses Brüderpaar, das ein Reptilienhaus mit Alligatoren, Schlangen, Vogelspinnen und anderem Getier betreiben, geraten in den Fokus der Ermittlungen. Parker und seine Kollegen sowie die ortsansässige Polizei haben bald alle Hände voll zu tun ...

Eigentlich hätte das eine ganz spannende Geschichte werden können. Allerdings entwickelt sich das Ganze nur langsam und langatmig und dass auch noch die Täterperspektive gezeigt wird, nimmt einen ordentlichen Teil der Fahrt raus. Dazu kommen ein paar Logikfehler. Es fängt schon mal mit dem Bruder der Reptilienmänner an. Wenn ein Knasti ausbricht, wird auf alle Fälle sein Elternhaus auf den Kopf gestellt, ganz egal, ob die angeblich Kontakt hatten oder nicht. Außerdem wäre es schon vor Jahren auf den Kopf gestellt worden wegen der Beute. Und egal, ob bei irgendeinem Fest etwas passiert, wenn ein Notruf betätigt wird, weil eine Giftschlange gebissen hat, sagt die Zentrale nicht "Och, nö, Pech gehabt, wir haben gerade Wichtigeres zu tun, aber ich schicke mal Leute vom anderen Ende der Welt los, vielleicht erreichen die Sie noch rechtzeitig, ciau, Kakao!". Wenig gefiel mir auch, dass der türkische Jugendliche natürlich kriminell ist oder alle Frauen in der Gegend so vereinsamt sind, dass sie sich dem Profiler an den Hals werfen. Der übrigens irgendwann ins Philosophieren kommt, wann er so alt geworden ist. (Er ist 34.) Oder dass seine ihm das Bett wärmende Freundin auch schon so alt ist, dass ihr Leben eigentlich vorbei ist. (Sie ist 34.) Dass der Schluss einem Showdown von James Rollins ähnelte mit einer Amok schlängelnden Riesenwürgeschlange, brachte vielleicht Action und noch mehr Tote, aber nicht unbedingt mehr Sinn in die Handlung. Alles in allem bin ich der Meinung, dass man die Geschichte um gut 100 Seiten hätte straffen können und einige Logikfehler vermeiden hätte können. 2.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 02.09.2025

Metallrösser

Heavenbreaker
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400 Jahre, nachdem die Erde gegen einen Feind aus dem Weltall gekämpft hat, haben nur wenige Menschen in Raumstationen weit entfernt überlebt. Sie sind trotz moderner Technik sozialtechnisch eher wieder ...

400 Jahre, nachdem die Erde gegen einen Feind aus dem Weltall gekämpft hat, haben nur wenige Menschen in Raumstationen weit entfernt überlebt. Sie sind trotz moderner Technik sozialtechnisch eher wieder im Mittelalter mit König, Adel und Pöbel. Synali ist die uneheliche Tochter eines Barons, der sie und ihre Mutter töten lassen will. Synali überlebt schwerverletzt und schwört dem Haus Hauteclare Rache. Es gelingt ihr, ihren Vater zu töten und einen Pakt mit einem verstoßenen Adeligen einzugehen. Doch dafür muss sie Heavenbreaker reiten, eine Art Mecha-Ross, mit dessem Geist sie verschmilzt, und sie muss an einem Turnier teilnehmen, wo sie auf Verwandte, Feinde und überraschenderweise Verbündete trifft.

Für einen Einstieg war das eine recht lange Lektüre, aber sie war dennoch kurzweilig. Anfangs ist man ein bisschen irritiert, weil man nicht weiß, in welche Richtung sich das Ganze bewegt, doch das legt sich schnell. Der Schreibstil ist locker und flüssig, ein bisschen genervt hat mich manchmal das dogmaartige Wiederholen, dass Synali sterben will/wird und ein paar pseudotechnische Begriffe, die auf Sci-Fi deuten sollten. Trotzdem konnte mich das Buch gut fesseln und ich bin gespannt, wie Synalis Der-Graf-von-Monte-Christo-Reise weitergeht.