Profilbild von Archer

Archer

Lesejury Star
offline

Archer ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Archer über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2020

Etwas kommt, etwas geht

Code: Orestes - Das auserwählte Kind
0

Alles beginnt mit einem rätselhaften Fremden, der in einer kalten, dunklen Nacht Malin abfängt und ihr einen Brief aufdrängt. Einen alten Brief, den sie jemandem übergeben soll, der in 100 Tagen kommen ...

Alles beginnt mit einem rätselhaften Fremden, der in einer kalten, dunklen Nacht Malin abfängt und ihr einen Brief aufdrängt. Einen alten Brief, den sie jemandem übergeben soll, der in 100 Tagen kommen wird. Und tatsächlich, drei Monate später zieht Orestes mit seiner Familie ins Nebenhaus und nicht nur sein Name und seine Familienverhältnisse sind seltsam. Anfangs eher widerstrebend lässt er sich darauf ein, mit Malin zusammen das Geheimnis des Briefes zu lösen, der die beiden unterschiedlichen Jugendlichen auf eine nicht immer ungefährliche Schnipseljagd führt ...

Dieses Buch hat mich völlig überrascht - auf positive Art und Weise. So mysteriös und geheimnisvoll der Beginn und auch zwischendrin der Aufbau des Buches ist, so gibt es doch viele, sehr cool aufgebaute Rätsel, die mit Logik gelöst werden müssen und den Leser auffordern, selbst mitzumachen. (Zumindest diese Person hier, die diese Rezension schreibt, jawohl!) Das ist wohl nicht jedermanns und jederkinds Sache, wie man schnell an einigen negativen Rezensionen sehen kann, doch mich hat das sehr begeistert. Mir taugt dieser Schreibstil, in dem die erzählende Malin oftmals alles wie eine Statistik herunterrattert, jedoch ohne die Langeweile, die so eine Statistik mit sich bringt. Mir gefällt, wie menschlich/zwischenmenschlich die Entwicklung der angehenden Freundschaft geschildert wird, auch das Familiäre bei den Kindern. Zwischendrin gibt es gänsehauterzeugende Szenen von Internetgefahren und ich war sehr angetan davon, dass keines der Kinder dem anderen überlegen ist, weder im geistigen noch im körperlichen. Dieses Buch ist nur für neugierige und mitdenkende Leser geeignet, doch diese werden sehr wahrscheinlich genauso viel Spaß daran haben wie ich. Ich warte jetzt schon gespannt auf die Fortsetzung, und das kann ich nicht von vielen Büchern behaupten.

Veröffentlicht am 05.03.2020

Gegen alle Widerstände

Tara und Tahnee
0

Oktober 1856. Tahnee lebt mit ihrem Vater mitten in den Bergen. Sie fällt aus allen Wolken, als eines Tages ein widerlicher Kopfgeldjäger auftaucht, der zusammen mit seinen Kumpanen Jagd auf ihren Vater ...

Oktober 1856. Tahnee lebt mit ihrem Vater mitten in den Bergen. Sie fällt aus allen Wolken, als eines Tages ein widerlicher Kopfgeldjäger auftaucht, der zusammen mit seinen Kumpanen Jagd auf ihren Vater und auch sie macht. Bald findet sich die Elfjährige allein mitten in der Wildnis wieder - nicht nur auf der Flucht vor den Kopfgeldjägern, sondern auch auf dem Weg nach San Francisco, wo der einzige Mensch leben soll, der ihr und ihrem Vater helfen kann.

Zur selben Zeit in San Francisco. Tara lebt schon ihr ganzes Leben lang in herrschaftlichen Verhältnissen, doch immer mehr wird das große Anwesen für sie zu einem Gefängnis. Dann kommt sie hinter das Geheimnis ihrer verstorbenen Mutter und sie tut alles dafür, um einen Mann vorm Galgen zu retten.

Wir haben hier ein wirklich abenteuerliches Kinderbuch vorliegen, das nicht nur ein paar Einblicke in das Leben in der Mitte des 19. Jahrhunderts gewährt, sondern auch mit sympathischen Protagonistinnen aufwarten kann. Diese haben ihren eigenen Kopf, den sie trotz der Zeit, in der sie leben, behalten. Ihr Gerechtigkeitssinn ist groß und ihr Wagemut und der Wille, das Richtige zu tun, bewundernswert. Vielleicht haben sie das ein oder andere Mal ein bisschen zu viel Glück auf ihrer Seite, aber andererseits ist das ein Kinderbuch und keine Doku. Mir jedenfalls hat's gefallen und ich würde die Abenteuer von Tara und Tahnee ganz gern weiterverfolgen.

Veröffentlicht am 03.03.2020

Die Macht der Natur

Bloom
0

Es beginnt nach einem heftigen Regen überall auf der Welt. Schwarzes Gras beginnt zu sprießen, es wächst schneller als jeder Bambus und wird so hart, dass man es kaum mit der Kettensäge umlegen kann. Das ...

Es beginnt nach einem heftigen Regen überall auf der Welt. Schwarzes Gras beginnt zu sprießen, es wächst schneller als jeder Bambus und wird so hart, dass man es kaum mit der Kettensäge umlegen kann. Das Gras breitet sich selbst in Wüsten und im Eis aus und vernichtet einheimische Ernten. Als wäre es damit nicht genug, verursacht es Allergien, frisst kleine Tiere und verströmt ein Schlafgas. Bald kommt es zu ersten menschlichen Opfern. Genau zu diesem Zeitpunkt entdecken drei Jugendliche auf einer kleinen Insel vor Kanada, dass sie sowohl ihre nervigen Allergien verloren haben als auch anfangen, seltsame Fähigkeiten zu entwickeln. Und vielleicht sind sie die Einzigen, die etwas gegen diese von der Natur zur Schau gestellten Macht unternehmen können.

Das ist mal wieder ein Jugendbuch, das ich sehr gern gelesen habe. Es beginnt wie eine normales Teenager-haben-übliche-Probleme-Lektüre, entwickelt dann aber eine unterschwellige Bedrohung und einen schleichenden Horror, von dem sich Mister King mit seinem Zaunpfahl-Grusel eine Scheibe abschneiden könnte. Vielleicht bin ich nicht ganz glücklich mit der Herkunft der Pflanzen und vielleicht finde ich auch, dass über jede Menge Opfer ein bisschen zu leichthin weggegangen wird, aber im Großen und Ganzen hat mich die Geschichte so gefesselt, dass ich am liebsten gleich mit Band 2 weitergemacht hätte.

Veröffentlicht am 01.03.2020

Zwischen Leben und Tod

Ferryman - Der Seelenfahrer (Bd. 1)
0

Dylan ist ein normales Mädchen, das bei ihrer alleinerziehenden Mutter lebt. Mit den Jugendlichen in ihrer Schule und Kursstufe kann sie nichts anfangen, seit ihre beste Freundin weggezogen ist. Erst vor ...

Dylan ist ein normales Mädchen, das bei ihrer alleinerziehenden Mutter lebt. Mit den Jugendlichen in ihrer Schule und Kursstufe kann sie nichts anfangen, seit ihre beste Freundin weggezogen ist. Erst vor kurzem hat sie Kontakt mit ihrem Vater aufgenommen und möchte ein Wochenende mit ihm verbringen, um ihn kennenzulernen. Doch auf dem Weg zu ihm gibt es ein tragisches Zugunglück und plötzlich findet sich Dylan im Niemalsland zwischen Himmel und Hölle wieder. Der Einzige, der sie beschützen kann, ist Tristan, der Ferryman, der ihr zugeteilte Seelenfahrer, denn auf dem Weg in den Himmel versuchen Dämonen, sie in die Hölle zu reißen.

Eigentlich eine interessante Storyline. Ich mochte Dylan, die tatsächlich ein völlig normales Mädchen und keine Auserwählte ist und zum Glück auch keine 180-Grad-Wendung in eine dementsprechende Richtung unternimmt. Sie ist ein Teenager, der etwas Schlimmes passiert und dieses Schlimme annimmt - vielleicht ein bisschen zu abgeklärt, aber manche Leute sind ja so. Sie fand ich auf jeden Fall interessanter und besser gestaltet als Tristan, den Ferryman. Der war halt einfach da und weil er mal nach seiner Meinung gefragt wird, ist er plötzlich hin und weg, obwohl er sich anfangs wie ein echter Idiot benommen hat. Das Zueinander-Hingezogen-Fühlen auf beiden Seiten ging mir zu schnell und natürlich war es dann die absolute, alles überstrahlende Liebe, für die man sogar den endgültigen Tod auf sich nimmt. Das Konzept von Seele und wie man in den Himmel oder die Hölle kommt, hat mich völlig unbefriedigt zurückgelassen und ergibt in meinen Augen auch nicht viel Sinn. Alles in allem hat mich das Buch nicht abholen und mitreißen können und lässt mich mit viel zu vielen Fragezeichen zurück. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 27.02.2020

Massaker am Königshof

London Dark: Die ersten Fälle des Scotland Yard - Folge 04
0

London 1829: Constable Cluskey ist für seine besonnende Art und Weise bekannt und geschätzt. Das kommt ihm auch zugute, als er plötzlich zum Buckingham Palace gerufen wird. Ausgerechnet beim Bankett von ...

London 1829: Constable Cluskey ist für seine besonnende Art und Weise bekannt und geschätzt. Das kommt ihm auch zugute, als er plötzlich zum Buckingham Palace gerufen wird. Ausgerechnet beim Bankett von King George kam es zu einem Massaker - ausgelöst vom König selbst. Was steckt dahinter? Wer könnte ein Interesse daran haben, zumal fast alle hohen Adligen anwesend waren? Um zu verhindern, dass die Armee das Kommando übernimmt, beschließt der Innenminister Sir Robert Peel die Gründung einer neuen, unabhängigen Polizeitruppe, des Scotland Yard, und Constable Cluskey soll deren Leitung übernehmen.

Dass mich das Hörbuch nicht so richtig mitreißen konnte, liegt möglicherweise mehr an meinen Erwartungen als an dem Werk selbst. Erst einmal kippte es teilweise in Mystery ab, was ich so nicht erwartet hatte. Dann gab es ein bisschen Name Dropping in Form eines deutschen Pianisten am englischen Hof. Der Sprecher selbst konnte mit seiner ruhigen, angenehmen Art punkten. Was mich jedoch am meisten frustrierte, war der Cliffhanger. Wenn ich eine Serie höre, die "Die ersten Fälle von irgendwas" heißt, erwarte ich, dass diese auch in sich abgeschlossen sind und nicht mittendrin aufhören, damit man gezwungen wird, den Nachfolger zu kaufen. Das ist auf gewisse Art Nepp am Kunden, denn man geht beim nächsten Hörbuch schließlich von dem nächsten Fall aus, nicht weiterhin vom allerersten. Von daher bin ich zumindest im Moment unschlüssig, ob ich diese Serie weiterverfolgen werde.