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Veröffentlicht am 25.04.2019

Senor Lexico

Weiße Fracht
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Leander Lost ist mittlerweile so gar nicht mehr lost in Fuseta, ganz im Gegenteil. Er hat dort Freunde und so etwas wie Familie und ist hoch anerkannt in seiner Dienststelle - eine Erfahrung, die er zum ...

Leander Lost ist mittlerweile so gar nicht mehr lost in Fuseta, ganz im Gegenteil. Er hat dort Freunde und so etwas wie Familie und ist hoch anerkannt in seiner Dienststelle - eine Erfahrung, die er zum ersten Mal macht, hat man sich doch in Hamburg über ihn als Asperger regelmäßig lustig gemacht. Doch noch während er irgendwie versucht, eine echte Planstelle in Portugal zu bekommen, um nicht nach Deutschland zurückkehren zu müssen, kommt ein neuer Fall auf ihn und seine Kollegen Graciana und Carlo zu. Ein deutscher Aussteiger wird ermordet aufgefunden - und er entpuppt sich als der ungeliebte Bruder ausgerechnet des Hamburger Polizeipräsidenten. Indizien weisen auf einen Serienmörder, der bereits vor vier und acht Jahren in Spanien tätig war ...

Mittlerweile ist es, als käme ich nach Hause, wenn ich wieder ein Buch von Ribeiro in die Hand nehme. Wie er Fuseta und Umgebung beschreibt, die Menschen dort, die Stimmung ... ich bin sicher, dass wahnsinnig viel davon auch typisch deutsche Verklärung ist, aber ich pfeif drauf, ich fühle mich dort wohl. Dazu kommt, dass Ribeiro natürlich mit Lost und seinen Kollegen so interessante Charaktere geschaffen hat, die man einfach in sein Herz schließen muss. Richtig gut gefällt mir auch, dass seine Fälle keinem Krimieinheitsbrei entsprechen. Meist finden sich innerhalb einer Sache gleich zwei oder drei separate Fälle, die irgendwann zusammenlaufen. Situationskomik durch Lost, der vieles durch sein Asperger einfach nicht so versteht, wie es gesagt wird, lockert das Ganze immer wieder auf, doch auch für Actionszenen ist gesorgt. Vielleicht ist es manchmal ein bisschen zu sehr Friede, Freude, Eierkuchen, aber das ist mir egal. Ich möchte noch sehr viel mehr von der Algave, von Lost, von all den Menschen dort lesen.

Veröffentlicht am 23.04.2019

Mindhacking

Cat & Cole 2: Ein grausames Spiel
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Cat und ihre Freunde haben die Ereignisse im Labor überlebt und es schien, als wäre das Virus im Griff. Doch es stellt sich heraus, dass dem nicht so ist, im Gegenteil. Es verbreitet sich jetzt nicht nur ...

Cat und ihre Freunde haben die Ereignisse im Labor überlebt und es schien, als wäre das Virus im Griff. Doch es stellt sich heraus, dass dem nicht so ist, im Gegenteil. Es verbreitet sich jetzt nicht nur über Menschen, sondern auch über Tiere, ganz besonders Tauben. Cartaxus zwingt Cat, sich auf die Suche nach Lachlan zu begeben, oder sie werden alle auf der Oberfläche der Erde umbringen. Als Cat, Cole und die anderen in einer Hackerstadt ankommen, erfährt Cat noch mehr Geheimnisse - über sich, über Lachlan, aber auch über Cole. Wem kann sie noch trauen? Und was ist eigentlich in ihrem eigenen Gehirn los?

Der Schreibstil ist noch immer außergewöhnlich, aber die Geschichte selbst konnte mich nicht mehr so fesseln wie der erste Teil. Vielleicht, weil sich die Novität des Genmanipulierens und Hackens ein bisschen abgenutzt hatte, vielleicht aber auch, weil es bei Licht betrachtet keine wirkliche Weiterführung der Geschichte gab. Mehr oder weniger war es eine Wiederholung von Band 1, nur noch brutaler. Auf Dauer ging mir diese ewige Selbstverstümmelung, um etwas zu beweisen, auf die Nerven. Während ich Teil eins fast in einer Nacht weggesuchtet habe, habe ich dieses Buch zwischendurch weggelegt und was anderes gelesen. Mal sehen, ob es der nächste (letzte) Band wieder rausreißen kann.

Veröffentlicht am 22.04.2019

Eine Bereicherung, Sie idiota!

Lost in Fuseta - Spur der Schatten
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Lost hat sich nach seiner schweren Schussverletzung nicht nur erholt, sondern völlig ins portugiesische Team eingegliedert. Sie dulden ihn nicht nur unter sich, sondern akzeptieren ihn mit all seinen Asperger-Eigenheiten. ...

Lost hat sich nach seiner schweren Schussverletzung nicht nur erholt, sondern völlig ins portugiesische Team eingegliedert. Sie dulden ihn nicht nur unter sich, sondern akzeptieren ihn mit all seinen Asperger-Eigenheiten. Einige davon kommen ihnen wieder zu Nutzen, als plötzlich eine uniformierte Kollegin verschwindet. Teresa Fiadeiro ist eine organisierte Person, die nicht plötzlich nicht zur Arbeit erscheinen und auf gar keinen Fall ihr Handy zuhause liegen lassen würde. Während die Suche nach Teresa auf Hochtouren läuft, werden eine Frau und ihr Kind entführt. Doch was hat das alles mit der angolanischen Journalistin zu tun, die plötzlich in Fuseta auftaucht? Lost und den anderen läuft plötzlich die Zeit davon ...

Was bei dieser Reihe auffällt, ist nicht nur Lost, der als Asperger mit Inselbegabung schon eine Bereicherung ist - nicht nur für das portugiesische Team, sondern auch in der Krimilandschaft. Nein, auch der Rest des Teams ist so sorgfältig angelegt, so ... nahe, dass man ständig meint, dazuzugehören. Dann der Fall. Es hat was mit Spionage zu tun, ist aber keiner der Mann-aus-der-Kälte-Thriller zu tun. Ohne gute, alte Ermittlungsarbeit geht hier gar nichts, und nicht nur einmal erweisen sich Losts logische Fähigkeiten als unentbehrlich. Da kann man auch drüber hinwegsehen, dass die guten, alten Agenten á la Deep Throat auftauchen oder Carlos irgendwie an der gesamten Küste Freunde hat, die ihm entscheidend helfen. Diese Reihe hebt sich so wohltuend von dem üblichen Einheitsbrei - auch der typischen Südländer-Frankreich-Italien-Krimi - ab, dass ich sie nur weiterempfehlen kann. 4,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 19.04.2019

Ganz nett, aber ...

Mampf
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Ein Buch, ein Paar, ein Blog, allerdings nicht nur ein Topf. Was macht dieses Kochbuch aus?
Erst einmal die Tatsache, dass hier ein Paar gemeinsam kocht und zusammen ein Blog betreibt. Und dass es nicht ...

Ein Buch, ein Paar, ein Blog, allerdings nicht nur ein Topf. Was macht dieses Kochbuch aus?
Erst einmal die Tatsache, dass hier ein Paar gemeinsam kocht und zusammen ein Blog betreibt. Und dass es nicht nur Rezepte gibt, sondern in chronologischer Reihenfolge. Es beginnt im Januar, führt durch das ganze Jahr und endet auch wieder im Januar - natürlich ein Jahr später. Gut gefallen haben mir vor Beginn eines jeden Monats, dass die Gemüse- und Salatsorten aufgeführt wurden, die es gerade en masse, eher nicht oder nur als Lagerware gibt. Das schafft vielleicht ein ökologisches Bewusstsein.

Anfangs habe ich auch die Aus-dem-Leben-Plaudereien der beiden ganz gern gelesen. Es begann auch ganz witzig. Leider wurde mit fortschreitenden Seiten mein anfängliches Wohlwollen von Mal zu Mal weniger. Das liegt weniger an Fritze, dem männlichen Part, als vielmehr an der unerträglich krampfhaft überdrehten Person der Fratze, die mir wirklich unsympathisch wurde. Sie möchte wohl so gern lustig oder humorvoll sein, kam meines Erachtens jedoch meistens nur nervig rüber. Respekt, dass ihr Partner es so mit ihr aushält.

Zu den Rezepten: Für mich sind sie oft zu garnelen/fisch/tintenfischlastig. Die Rezepte jedoch, die ich ausprobiert habe, funktionieren und schmecken gut. Trotzdem gibt es auch hier einen Kritikpunkt. Mindestens zweimal ist ein Rezept als vegan angepriesen worden, das eben nicht vegan ist. Es sei denn, jemand hat beschlossen, dass Butter oder Käse plötzlich zu veganen Lebensmitteln gezählt wird. Für einen Veganer ist das bestimmt kein Beinbruch, der nimmt vielleicht was anderes dafür. Aber wenn jemand für einen Veganer kocht und keinen Plan hat, der verlässt sich auf die Angaben hier. Wahrscheinlich wird der Bekochte davon nicht auf der Stelle tot umfallen. Cool finden wird er es aber trotzdem nicht, wenn er im Nachhinein erfährt, dass wegen Schlampigkeit jemand seine Ethik verletzt. Alles in allem nett, aber für mich nicht das ultimative Kochbuch.

Veröffentlicht am 19.04.2019

Der Mann aus der Kälte

Schatten der Toten
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Judith Keppler ist Tatortreinigerin, doch das nützt ihr dieses Mal nichts mehr. Denn ihr Vater ist Bastide Lacan und dieser Mann ist einer Erwähnung wert - oder auch mehrerer. Zu DDR-Zeiten arbeitete er ...

Judith Keppler ist Tatortreinigerin, doch das nützt ihr dieses Mal nichts mehr. Denn ihr Vater ist Bastide Lacan und dieser Mann ist einer Erwähnung wert - oder auch mehrerer. Zu DDR-Zeiten arbeitete er für die Stasi als Romeo, also als einer, der westliche Frauen in bestimmten Positionen verführte und ihnen Staatsgeheimnisse stahl. Doch damit nicht genug. Mittlerweile mauschelt er mit ukrainischen Mafiosis und vor ein paar Monaten hätte er beinahe den Geldverkehrt von Deutschland lahmgelegt. Nicht nur der BND ist hinter ihm her, auch Judith selbst hat noch das ein oder andere Hühnchen mit ihrem Vater zu rupfen ...

Ein Tipp vorneweg: Wer dieses Buch liest, sollte die Vorgänger kennen. Ich bin von der irrigen Annahme ausgegangen, dass es sich um einen normalen Krimi handelt, zwar aus einer Reihe, aber ohne Vorkenntnisse möglich. Ist es auch, rein theoretisch. Trotzdem wäre es besser, in diesem Fall die Reihenfolge einzuhalten, allein für das Verständnis der vorhergehenden Ereignisse, die hier öfter erwähnt werden und weil man sich auf gewisse Art selbst spoilert. Das zum ersten. Den zweiten Fehler beging ich, als ich davon ausging, es ginge um Judith, die Tatortreinigerin. Natürlich spielt sie eine Hauptrolle, aber eigentlich geht es mehr um viel DDR-Klüngel, indem auch sämtliche Stasi-Klischees bedient werden. So fand ich das Buch zwar - schon vom Schreibstil her - super zu lesen, aber fesseln konnte es mich nicht, weil mich Spionagethriller von Natur aus langweilen. Allen, die davon nicht genug kriegen können, sei dieses Buch aus tiefstem Herzen empfohlen.