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Ari_Morrison

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2020

Ein packender Thriller

Der Heimweg
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Klappentext:

Es ist Samstag, kurz nach 22.00 Uhr. Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon. Ein ehrenamtlicher Telefonservice für Frauen, die zu später Stunde auf ihrem Heimweg Angst bekommen und sich einen ...

Klappentext:

Es ist Samstag, kurz nach 22.00 Uhr. Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon. Ein ehrenamtlicher Telefonservice für Frauen, die zu später Stunde auf ihrem Heimweg Angst bekommen und sich einen telefonischen Begleiter wünschen, dessen beruhigende Stimme sie sicher durch die Nacht nach Hause führt - oder im Notfall Hilfe ruft.

Noch nie gab es eine wirklich lebensgefährliche Situation. Bis heute, als Jules mit Klara spricht.
Die junge Frau hat entsetzliche Angst. Sie glaubt, von einem Mann verfolgt zu werden, der sie schon einmal überfallen hat und der mit Blut ein Datum auf ihre Schlafzimmerwand malte: Klaras Todestag! Und dieser Tag bricht in nicht einmal zwei Stunden an ..._

Meinung:

Ich habe in den letzten Jahren alle neuen Bücher von Sebastian Fitzek gelesen und war jedes Mal aufs Neue beeindruckt. Auch dieses Buch hat mich trotz meiner hohen Erwartungshaltung vollkommen überzeugen können.

Der Schreibstil des Autors ist gewohnt flüssig und man kann der Handlung gut folgen. Die kurzen Kapitel, die abwechselnd aus Jules und Klaras Sicht geschrieben sind und alle mit einem Cliffhanger enden, sorgen dafür, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen kann und einfach immer weiterlesen muss.

Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und authentisch. Klara war mir von Anfang an sympathisch und ich hatte Mitleid mit ihr. Sie ist eine so starke Frau und doch lässt sie sich von ihrem Ehemann Martin unterdrücken und missbrauchen.
Sie erlebt durch ihn verschiedenste Formen von Gewalt - sowohl physische als auch psychische – und möchte ihrem Leben ein Ende setzen. Ich finde es spannend, wie sich ihre Erfahrungen und Erlebnisse auf ihr Handeln auswirken. Im Laufe der Geschichte wird sie selbstbewusster und lernt, für ihre Ziele zu kämpfen.

Jules ist ein so vielschichtiger Charakter und ich habe ihn das ganze Buch über falsch eingeschätzt. Auch er hat schlimme Erfahrungen mit Gewalt machen müssen. Er wirkt sehr rücksichts- und liebevoll gegenüber anderen und setzt sich für diese ein.

SPOILER

Jules’ Vater war Alkoholiker und die Mutter regelmäßig seinen Aggressionen ausgesetzt. Diese traumatische Kindheit hat ihn nachhaltig geprägt und auch seine grausamen Taten begründet er mit der Sorge um die Frauen und ihre Töchter, die nach einer solchen Kindheit seiner Meinung nach ebenfalls zu unterwürfigem Verhalten neigen und sich ausnutzen lassen würden. Jules ist eine sehr komplexe Figur, die den Leser über viele hundert Seiten zu täuschen weiß. Erst ganz am Ende erfährt man, dass er der Kalender-Killer ist und trotz seines schwierigen Verhältnisses zu seinem Vater ahnt man nichts von solch großem Hass ihm gegenüber, der sogar soweit geht, dass Jules den Tod seines Vaters in Kauf nimmt beziehungsweise ihn sogar absichtlich herbeiführt.

SPOILER

„Der Heimweg“ ist meiner Meinung nach nicht nur das beste sondern auch der brutalste Buch des Autors. Sicherlich war beispielsweise „Der Insasse“ auch grausam und nichts für schwache Nerven, aber dieser Fitzek ist auf seine Art noch schlimmer. Die Handlung an sich ist zwar unrealistisch, allerdings gibt es wirklich viele Frauen, die dasselbe Schicksal wie Klara erleiden müssen – Tag für Tag. Dadurch hatte ich eine ganz andere Sichtweise auf die Geschehnisse und das Leseerlebnis war umso erschreckender.

Cover:

Das Cover ist vollständig schwarz und sieht wirklich hübsch aus und auch der schwarze Buchschnitt ist unglaublich schön. Die Gestaltung mit dem silbernen Papier und der Person ist eine tolle und kreative Idee, die die unheimliche Atmosphäre des Buches noch unterstützt.

Fazit:

„Der Heimweg“ ist wieder einmal ein packender Fitzek, der den Leser nicht mehr loslässt. Er ist erschreckend und grausam – besonders wegen der ernsten Thematik – und definitiv nichts für zart besaitete Leser. Trotzdem (oder gerade deshalb ) ein unglaublich guter Thriller mit Gänsehauteffekt und eines meiner Jahreshighlights!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2020

Fesselnder Reihenauftakt

Der Kuss der Lüge
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Klappentext:

Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen ...

Klappentext:

Lia ist die älteste Tochter im Königshaus Morrighan. Gerade mal 17 Jahre alt, soll sie mit einem Prinzen verheiratet werden, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Doch das Mädchen entscheidet sich, ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Sie flieht und heuert weit entfernt von zu Hause in einer Taverne an. Dort lernt sie zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt Lia sich zu beiden hingezogen ...

Meinung:

Ich war unglaublich gespannt auf „Der Kuss der Lüge“, weil es um die gesamte Reihe von Mary E. Pearson einen riesigen Hype gab. Meine Erwartungen an das Buch waren extrem hoch und, was soll ich sagen, es hat mich nicht enttäuscht.

Lia ist eine sehr mutige und selbstbewusste Protagonistin und ich finde es erstaunlich, wie schnell sie das bequeme Leben am Hof gegen ein hartes Dasein als Schankmädchen, ein Leben voller Arbeit und Demütigung, eintauscht.
Ohne zu zögern entflieht sie ihrem goldenen Käfig, um sich ein neues Leben in Terravin aufzubauen. Manchmal ist Lia ein wenig naiv und gutgläubig und bringt damit sich und andere in Gefahr. Meist war sie bisher aber auch diejenige, die zumindest die Anderen gerettet hat.

In Pauline hat Lia eine loyale und treue Freundin gefunden, die ihr immer wieder hilft und sie unterstützt. Die beiden riskieren ständig ihr Leben für die jeweils andere und ihre Freundschaft scheint durch nichts zerstört werden zu können.

Der Prinz und der Attentäter sind auch unglaublich interessante und vielschichtige Charaktere, die einem sofort sympathisch sind.
Ich habe ewig gebraucht, um herauszufinden, wer denn jetzt wer ist. Vor allem gefällt es mir, dass keiner der beiden nur das Gute oder das Böse verkörpert, sondern beide ihre Fehler aber auch Stärken haben.

Die Liebesgeschichte gefällt mir auch ziemlich gut, obwohl ich kein großer Fan von Dreiecksbeziehungen in Büchern bin. Hier ist aber von Anfang an relativ klar, zu wem Lia sich mehr hingezogen fühlt.
Dadurch ist die Dreiecksbeziehung nicht so klischeehaft sondern hat etwas Unverbrauchtes und Erfrischendes an sich.

Die liebevoll gestaltete Karte im Inneren finde ich wunderschön und farblich passt sie gut zu dem Cover. Die ganzen Details sind toll und man kann sich alles viel besser vorstellen.

Die Geschichte selbst beginnt etwas ruhiger, das stört mich aber überhaupt nicht. Ich mag die Beschreibungen des teilweise sehr idyllischen Alltags in Terravin und man hat durch den langsamen Einstieg viel Zeit, die Figuren kennenzulernen.

Ab etwa der Mitte des Buches wird es dann auch richtig spannend und ich für meinen Teil konnte gar nicht mehr zu lesen aufhören. Das Ende war packend und die Autorin hat hier einen ziemlich fiesen Cliffhanger eingebaut, sodass ich sofort den zweiten Band bestellen musste.

Cover:

Das Cover ist wirklich toll. Man sieht Lia mit dem rosafarbenen Blumenkranz im Haar (war Lias nicht lavendelfarben?). Die Personen im Hintergrund sind toll und die Farbwahl und die Raben vor dem bewölkten Himmel verleihen den Cover eine bedrohliche, düstere Atmosphäre. Die silberne Schrift ist vor dem dunkleren Hintergrund recht auffällig und die Verzierungen sehen wunderbar aus.

Fazit:

„Die Chroniken der Verbliebenen - Der Kuss der Lüge“ ist ein tolles Buch mit authentischen Charakteren und einer fesselnden Geschichte, bei dem jeder Fantasy-Liebhaber auf seine Kosten kommen dürfte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.10.2020

Origineller Reihenauftakt mit tollen Charakteren und einer spannenden Geschichte

Illuminae. Die Illuminae Akten_01
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Klappentext:

Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. Kady und Ezra verlieren sich bei ...

Klappentext:

Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. Kady und Ezra verlieren sich bei der Flucht und gelangen auf unterschiedliche Raumschiffe.

Doch die Fliehenden werden immer noch von dem feindlichen Kampfschiff verfolgt. Und damit nicht genug: Ein Virus, freigesetzt bei dem Angriff mit biochemischen Waffen, mutiert mit grauenhaften Folgen.

Und dann ist da noch AIDAN, die Künstliche Intelligenz der Flotte, die von Raumtemperatur über Antrieb bis Nuklearwaffen alles an Bord steuert. Leider nur ist AIDAN bei dem Angriff außer Kontrolle geraten und übernimmt nun das Kommando.

Meinung:

Das Buch ist wirklich ganz besonders gestaltet; es besteht aus Chatverläufen, E-Mails, Geheimakten, Kameraberichten etc.. Die Aufmachung ist wirklich toll, obwohl es anfangs etwas ungewohnt war, habe ich mich schnell daran gewöhnt, dass „Illuminae“ kein „normales Buch“ ist.

In die Geschichte bin ich schnell reingekommen, manchmal gab es allerdings ziemlich viele neue Namen von Raumschiffen etc., die mich anfangs noch ein wenig verwirrt haben. Die Spannung war trotzdem da und es wurde wirklich nie langweilig. Ich habe das ganze Buch an einem Tag durchgelesen, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte.

In die Charaktere kann man sich – auch wenn die Aufmachung etwas Anderes vermuten lässt – super gut hineinversetzen und besonders die Protagonisten Kady und Ezra sind total sympathisch und authentisch.

Kady ist ziemlich stur und eigensinnig, was mir sehr gut gefällt. Sie hört nicht nur auf das, was Andere ihr sagen und sie tut nur, was sie selbst für das Richtige hält. Kady ist hochintelligent und kann gut mit Technik umgehen, was ihr in vielen Situationen weiterhilft. Außerdem ist sie mutig und riskiert immer wieder ihr Leben, um die zu retten, die sie liebt – auch wenn es keine Hoffnung mehr zu geben scheint.

Ezra ist auch unglaublich mutig und loyal; er würde alles tun, um seine Freunde zu retten und nach dem Angriff auf Kerenza ist Kady die einzige, die er noch hat. Er wirkt manchmal etwas verloren und einsam, findet aber schnell gute Freunde, die ihn unterstützen.

Außerdem sind Ezras Nachrichten an Kady oft total witzig und romantisch, besonders die Botschaften bzw. „Zeichnungen“ waren toll und mega süß. Man merkt schnell, dass sie ihm noch etwas bedeutet.

Das Ende war wirklich super spannend und gar nicht vorhersehbar. Der Cliffhanger war richtig fies und ich musste sofort gucken, wo ich den zweiten Band schnell herbekomme.

Cover:

Das Cover ist einfach nur wunderschön. Die verschiedenen Orange-, Gelb- und Rottöne harmonieren perfekt miteinander und der Schutzumschlag sieht so toll aus.

Aber auch unter dem Schutzumschlag ist Illuminae ein Meisterwerk; der Einband selbst sieht aus wie ein Teil der Akten, in denen bestimmte Dinge gestrichen, markiert oder mit rotem Stift hinzugefügt wurden.

Auch der Buchrücken wurde in diesem Stil gestaltet und sieht wirklich fantastisch aus.

Fazit:
„Illuminae“ hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Es ist einzigartig und originell in seiner Aufmachung, die Charaktere sind authentisch und einfach nur zuckersüß, die Geschichte ist total spannend geschrieben und steckt voller überraschender Plot twists und einem richtig gemeinen Cliffhanger.

Leider wird die Reihe wohl nicht vollkommen übersetzt, man sollte also zumindest ein bisschen Englisch verstehen, wenn man sie lesen möchte. Die Cover wurden übrigens aus dem Englischen übernommen, man kann die Reihe also trotzdem vollständig mit einheitlichen Covern im Regal stehen haben, wenn man möchte – nur halt auf verschiedenen Sprachen.

„Illuminae“ ist ein packendes, einzigartiges Leseerlebnis, dass man sich wirklich nicht entgehen lassen sollte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2020

Bewegende Geschichte zweier Freunde zur Zeit des dritten Reichs

Adressat unbekannt
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Klappentext:

Der Deutsche Martin Schulse und der amerikanische Jude Max Eisenstein betreiben in den USA eine gut gehende Kunstgalerie. 1932 entscheidet sich Schulse, mit seiner Familie nach Deutschland ...

Klappentext:

Der Deutsche Martin Schulse und der amerikanische Jude Max Eisenstein betreiben in den USA eine gut gehende Kunstgalerie. 1932 entscheidet sich Schulse, mit seiner Familie nach Deutschland zurückzukehren.

Eisenstein betreibt die gemeinsame Galerie in San Francisco weiter. Die beiden Männer bleiben in Kontakt und tauschen sich in ihren Briefen über Berufliches und Privates aus. Zunächst scheint die Freundschaft nicht unter der räumlichen Trennung zu leiden. Doch Schulse, der die politischen Entwicklungen in Deutschland anfangs noch kritisch betrachtete, entwickelt sich nach und nach zum bekennenden Nationalsozialisten.

Meinung:

In Kathrine Kressmann Taylors „Adressat unbekannt“ wird der Briefkontakt zwischen zwei Freunden beschrieben; dem deutschen Martin Schulse und dem jüdischen Amerikaner Max Eisenstein.

Die Beziehung der beiden wird geschildert und der Leser erfährt, dass Martin in Max´ Schwester verliebt war.

Mit der Zeit schreibt Martin immer überzeugter von Hitler und den Nationalsozialisten, vertritt deren Ansichten und beginnt, seinen einstigen Freund Max zu verachten.
Als Martins ehemalige Geliebte in Deutschland in Bedrängnis gerät und ihn um Hilfe bittet, lässt er sie ins Messer laufen. Als Max davon erfährt, entwickelt er einen gut durchdachten Racheplan.

„Adressat unbekannt“ ist ein unglaublich fesselndes, berührendes und tragisches Buch, das die Brutalität der Nationalsozialisten zeigt.
"Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen.", schrieb Elke Heidenreich in ihrem Nachwort, und ich kann ihr nur zustimmen. Die Geschichte der beiden Geschäftspartner und Freunde zur Zeit des zweiten Weltkrieges hat mich zum Nachdenken gebracht und zeigt die Realität im dritten Reich ungeschönt und wirklich, in all ihrer Grausamkeit.

Das Schreiben dieses Buches war damals sicherlich nicht ganz ungefährlich und Taylors Mut, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um andere über die Lage in Deutschland zu informieren, ist unglaublich.

Das Buch sollte meiner Meinung nach Schullektüre werden, denn es zeigt einen grässlichen Teil der Weltgeschichte, mit dem sich wohl jeder schon einmal beschäftigt hat, aus einer vollkommen anderen und neuen Perspektive.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.10.2020

Ein tolles Debüt mit einer wichtigen Message

Children of Blood and Bone
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Klappentext:

Sie töteten meine Mutter.
Sie raubten uns die Magie.
Sie zwangen uns in den Staub.
Jetzt erheben wir uns.

Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler ...

Klappentext:

Sie töteten meine Mutter.
Sie raubten uns die Magie.
Sie zwangen uns in den Staub.
Jetzt erheben wir uns.


Zélies Welt war einst voller Magie. Flammentänzer spielten mit dem Feuer, Geistwandler schufen schillernde Träume, und Seelenfänger wie Zélies Mutter wachten über Leben und Tod. Bis zu der Nacht, als ihre Kräfte versiegten und der machthungrige König von Orïsha jeden einzelnen Magier töten ließ. Die Blutnacht beraubte Zélie ihrer Mutter und nahm einem ganzen Volk die Hoffnung.

Jetzt hat Zélie eine einzige Chance, die Magie nach Orïsha zurückzuholen. Ihre Mission führt sie über dunkle Pfade, wo rachedurstige Geister lauern, und durch glühende Wüsten, die ihr und ihrer treuen Löwenesse alles abverlangen. Dabei muss sie ihren Feinden immer einen Schritt voraus sein. Besonders dem Kronprinzen, der mit allen Mitteln verhindern will, dass die Magie je wieder zurückkehrt …

Meinung:

Der Schreibstil von Tomi Adeyemi ist angenehm zu lesen und man kann der Geschichte gut folgen. Die Welt, die sie erschaffen hat, ist vielseitig und wird detailliert beschrieben, die einzelnen Handlungsstränge und Probleme, vor die die Protagonisten gestellt werden, werden jedoch oft zu schnell abgehandelt.

Zélie ist eine sehr vielschichtige Protagonistin, die von vielen Schicksalsschlägen geprägt ist. Manchmal war sie extrem stur und dickköpfig, aber das gehört nunmal zu ihr und ist eine für die Handlung entscheidende Charaktereigenschaft.
Auch ihr Mut ist erstaunlich; dass sie so viel für die anderen opfert. Sie ist eine Kämpfernatur und gibt nicht so schnell auf. Zélie ist eine unglaublich interessante Figur und ich fand es spannend, zu beobachten, wie sich ihre tragische Vergangenheit auf ihr Verhalten bzw. Ihr Handeln auswirkt und wie sich ihr Charakter im Laufe der Handlung verändert.

Auch ihr Bruder Tzain, der leider keine „eigenen“ Kapitel bekommen hat, ist sehr interessant. Obwohl er der ältere ist, scheint Zélie das Gefühl zu haben, sie wäre für ihn verantwortlich und müsse auf ihn aufpassen.
Tzain selbst ist fürsorglich und zeigt sich immer sehr verständnisvoll. Auch er versucht, auf seine kleine Schwester aufzupassen und macht sich ständig Sorgen um sie.

Tzains Beziehung zu Amari, der Prinzessin, fand ich süß, obwohl sie recht vorhersehbar war. Die (Liebes-) Geschichte der beiden wurde teilweise ein wenig vernachlässigt und ich hoffe, dass sie im nächsten Band mehr Aufmerksamkeit bekommen.

Amari ist, wie schon gesagt, die Prinzessin von Orisha. Durch ihren strengen Vater, der nach dem Tod seiner ersten Familie seine zweite Frau und ihre Kinder beschützen wollte, indem er sie nicht „verweichlichen lässt“, wurde Amari schon in frühester Kindheit geprägt. Immer wieder wurde sie gezwungen, gegen ihren Bruder Inan zu kämpfen.
Als sie sich weigerte, wurde sie durch ihn am Rücken schwer verletzt. Sie versuchte jahrelang, die Narbe zu verstecken und sah nicht, dass es ein Zeichen von Stärke war, sich ihrem dominanten Vater zu widersetzen.
Amari macht im Laufe des Buches eine beachtliche Charakterentwicklung durch. Anfangs ist sie an das bequeme Leben im Palast gewöhnt und dadurch sehr empfindlich, durch die lange, beschwerliche Reise verändert sie sich allerdings und wird zu einer entschlossenen jungen Frau, die für die Gerechtigkeit in ihrem Königreich kämpft.

Inan ist schwer zu durchschauen. Auch er hatte unter seinem Vater zu leiden, doch er war schwächer als Amari und schaffte es nicht, sich seinem Vater entgegenzustellen.
Zu Beginn ist er sogar bereit, seine Schwester zu jagen und geht über Leichen, um seinen Vater stolz zu machen und sich seinem Platz als Thronfolger als würdig zu erweisen.

Das Worldbuilding finde ich toll, obwohl auf die verschiedenen Maji-Clans nicht so genau eingegangen wurde. Die verschiedenenWesen wie beispielsweise die Löwenessensind so interessant, gerade weil sie den realen Löwen so ähnlich sind.
Durch diese Realitätsnähe wirkt die Fantasiewelt irgendwie authentischer und man kann sich viel besser in die Personen hineinversetzen. Außerdem ist es viel einfacher, sich etwas vorzustellen, was man in ähnlicher Form schon einmal gesehen hat.

Ich finde es großartig, dass Adeyemi mit ihrem Buch auf Rassismus aufmerksam machen möchte und das Nachwort hat mich wirklich berührt. Es sollte mehr Autoren geben, die durch ihre Bekanntheit etwas verändern möchten. Weiter so!

Cover:

Das Cover ist wirklich wunderschön und zeigt Zélie. Ihre weißen Haare sind sehr auffällig und das gesamte Cover ist ein totaler Eyecatcher.
Auch unter dem Schutzumschlag sieht das Buch toll aus. Durch die goldene Schrift wirkt es irgendwie edel.

Fazit:

Ein tolles Buch mit einer unglaublich wichtigen Message, das jeder einmal gelesen haben sollte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere