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AureliaAzul

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2019

Nervenaufreibend bis zum Schluss

Messer (Ein Harry-Hole-Krimi 12)
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Nach der schmerzlichen Trennung von Rakel, ertränkt Harry seine Gefühle und den Schmerz im Alkohol, bis ihn der nächste, vermutlich am schwersten zu verkraftende, Schicksalsschlag einholt und alles unwiederbringlich ...

Nach der schmerzlichen Trennung von Rakel, ertränkt Harry seine Gefühle und den Schmerz im Alkohol, bis ihn der nächste, vermutlich am schwersten zu verkraftende, Schicksalsschlag einholt und alles unwiederbringlich verändert. Eine atemberaubende Jagd beginnt, welche einen in die Abgründe einiger Menschen schauen lässt...

Bereits der Anfang des Buches beginnt packend und aufmerksamkeitsheischend, dass ich sofort von den Geschehnissen gebannt wurde. Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Schreibstil, war ich schnell gefangen von der Geschichte und mittendrin in der Handlung und den Ermittlungen. Obwohl dies mein erster Harry-Hole-Band war, hatte ich keinerlei Probleme diesem zu folgen.

Dank der Rückblicke und zusätzlichen Erklärungen konnte ich mir schnell ein Bild und ein Profil der Charaktere machen. Allen voran fand ich Harry ungemein spannend und ungewöhnlich. Er verliert quasi alles was er hat, ist körperlich wie seelisch am Ende und hat dennoch die Kraft - vielleicht auch aus purer Verzweiflung geboren - den Täter zu suchen und eigene Ermittlungen anzustellen. Das ist einerseits bewundernswert, zeigt es doch, dass er ein Polizist durch und durch ist; andererseits verzettelt er sich oft und verrennt sich in haltlosen Anschuldigungen und Verdächtigungen.

Durch die Dicke des Buches ist die Geschichte recht umfangreich und mit zahlreichen Twists und Überraschungen gespickt. Ganz besonders gilt dies für Harrys Ermittlungen. Irgendwann wusste ich nicht mehr wer wirklich Verdächtiger/Täter ist und wer nicht, da einige ein Motiv hatten oder zumindest Indizien dafür sprachen. Abwechslungsreich empfand ich die Darstellung und Entwicklung eigener Geschichten einiger Nebencharaktere, deren Vergangenheit sowie aktuelle Situation beschrieben wurden und ebenso einen Platz einnahmen wie Harrys Geschichte, die jedoch klar im Vordergrund stand.

Die Auflösung war sehr speziell und außergewöhnlich, wundervoll inszeniert mit einem Tick des Geheimnisvollen und Undurchdringbaren, was für mich durchaus innovativ war und vom typischen Krimi-/Thrillerende abgewandt war. Durch einige unbeendete Stränge blieben offene Enden, die bestimmt im Folgeband weitergeführt werden, den ich definitiv lesen werde, als neuer Harry-Hole-Fan ;)

Fazit: Ein spritziger Krimi mit vielen falschen Abzweigungen, die schlussendlich doch zum Ziel führen und einem Ermittler, der es einem nicht leicht macht ihn zu mögen. Absolute Empfehlung, auch für Neueinsteiger.

Veröffentlicht am 08.10.2019

Ein Zirkus des Schreckens

Die Arena: Grausame Spiele
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Seitdem die hübsche Hoshiko gewaltsam von ihrer Familie getrennt wurde, lebt sie in dem Zirkus und tritt als Hochseilartistin auf. Täglich muss sie sich in schwindelerregende Höhen begeben um den Zuschauern ...

Seitdem die hübsche Hoshiko gewaltsam von ihrer Familie getrennt wurde, lebt sie in dem Zirkus und tritt als Hochseilartistin auf. Täglich muss sie sich in schwindelerregende Höhen begeben um den Zuschauern eine unvergleichliche Show zu bieten, indem sie ihr Leben riskiert. Jeder Tag könnte ihr letzter sein. Doch alles ändert sich, als Ben,der Sohn einer ranghohen Politikerin, ihr in einer misslichen Lage hilft. Dank ihm schöpft sie wieder Hoffnung, auch wenn es einen Konflikt gibt: Er ist ein Pure und sie eine Dreg und die Pures unterdrücken und töten die Dregs und betrachten sie als Abschaum der Gesellschaft. Kann ihre Beziehung dieses unaufhaltsam wirkende Hindernis überwinden?

Vor dem Lesen erwartete ich eine dystopische Geschichte, in der die (Liebes-)beziehung zwischen Hoshiko und Ben viel Raum einnimmt. Dadurch wurden meine Erwartungen geschmälert. Was das angeht, wurde ich positiv überrascht und fand die Beziehung zwischen beiden und die Darstellung dieser gelungen und total toll beschrieben.

Vom Genre ist es im Bereich Science-Fiction/Dystopie angesiedelt und spielt in der nahen Zukunft. Es hat sich eine gesellschaftliche Spaltung ergeben, welche die Menschen in die "perfekten" und guten Pures und die verhassten, unzivilisierten Dregs einteilt. Die Machthabenden Pures betrachten die Dregs als unmenschlich, aggressiv, brutal und Ungeziefer der Gesellschaft, welches eliminiert werden soll. Bis hierhin klingt es nach einem klassischen Dystopiesetting, doch die Idee all diese Probleme und Veränderungen innerhalb des Zirkusgeschehens darzustellen und dieses beispielhaft in die Geschichte einzubinden um zu zeigen was alles schlecht läuft, finde ich innovativ und angenehm erfrischend.

Hoshiko war mir durch ihre mutige, aufgeschlossene und selbstlose Art sofort sympathisch und entwickelt sich stetig weiter. Ben ist anfangs noch zurückhaltend und wie alle anderen Pures hat er ähnliche Vorstellungen und Einstellungen über die Dregs, die er aber zunehmend hinterfragt und sein eigenes Urteil bildet, wodurch auch er eine deutlich wahrnehmbare Entwicklung durchmacht, auch wenn sie schleppend beginnt und es einige Zeit dauert bis er für sich und seine Meinungen einsteht.

Die Handlungen innerhalb der Zirkusmauern sind einerseits aufregend und das Setting an sich eher ungewöhnlich und unüblich, andererseits machen gerade die Besonderheiten des Zirkusses den Reiz aus weiterzulesen und einige turbulente, gefährliche Szenen spielen sich an verschiedenen Orten ab und machen das Lesen zu einem Genuss.

Veröffentlicht am 07.10.2019

Solider Thriller

Offline - Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle.
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Fünf Tage lang Digital Detox in einem unfertigen Hotel hoch hoben in den Bergen. Kein Handy. Kein Tablet. Kein Netz. Komplett abgeschnitten von der Welt. Genau das wollen die 8 Teilnehmer des Programms. ...

Fünf Tage lang Digital Detox in einem unfertigen Hotel hoch hoben in den Bergen. Kein Handy. Kein Tablet. Kein Netz. Komplett abgeschnitten von der Welt. Genau das wollen die 8 Teilnehmer des Programms. Doch es kommt ganz anders, als plötzlich etwas Furchterregendes geschieht und sie erkennen müssen, dass jemand unter ihnen ein falsches Spiel spielt und die anderen auf dem Gewissen hat. Plötzlich wird der Entspannungstrip zu einem Kampf um Leben oder Tod.

Der Schreibstil war locker flockig und sehr angenehm zu lesen und die Geschichte kam deswegen schnell in Gang und hatte keine längeren Phasen, in denen es langweilig oder zu ausschweifend wurde. Da hat der Autor, meiner Meinung nach, ein gutes Mittelmaß zwischen der Beschreibung der Umgebung und der Gedanken der Erzählerin und der Progression der Geschichte gefunden.

Der Prolog zeigt eindrucksvoll wie technische Möglichkeiten genutzt werden können, um anderen zu schaden und sie zu terrorisieren. Durch den Einstieg wird viel Spannung aufgebaut, da ungewiss ist, wer wer ist und wie alles zusammenhängt, vor allem wo die Bezüge zur Hauptgeschichte sind.

Langsam entwickelt sich der Hauptstrang und dank der unterschiedlichen Charaktere entstehen einige Reibereien und Konflikte, die das Lesen einerseits unterhaltsam, andererseits jedoch etwas nervig gemacht haben. Dennoch blieb die Ungewissheit wer der Täter/die Täterin war und man verdächtigte jeden, bis auf die Erzählerin. In einem Moment schien noch alles ganz normal und im anderen war etwas Schreckliches passiert und die nackte Angst griff um sich, sodass sogar ich sie spüren konnte und teilweise den Atem anhielt.

Die Auflösung war überraschend, auch wenn ich teilweise mit so etwas gerechnet hatte, da es einige Hinweise darauf gab, die zwischendurch eingeworfen wurden, in jenem Moment jedoch eher nebensächlich waren, bis zum Schluss. Gerne hätte ich noch erfahren was nun genau mit dem Täter/der Täterin geschehen würde und welche Konsequenzen er/sie zu befürchten hätte. Da ging mir am Ende alles viel zu schnell und ich hätte mir mehr Seiten gewünscht, um das Ende besser abzurunden.

Fazit: Ein solider Thriller, der alles hat was ein guter Thriller braucht: Eine unheimliche Umgebung, eine angsterfüllte Atmosphäre, ein schreckliches Verbrechen und die ungewisse Hoffnung unverletzt aus der Sache rauszukommen und lange genug zu überleben.

Veröffentlicht am 05.10.2019

Leider ziemlich enttäuschend

Die Dreizehnte Fee
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Nachdem die Dreizehnte Fee hinter die wahren Absichten des Hexenjägers gekommen ist und ihrer Schwester, der Eishexe, gefolgt ist, sieht sie sich einem wahren Komplott konfrontiert. Denn ihre verbliebenen ...

Nachdem die Dreizehnte Fee hinter die wahren Absichten des Hexenjägers gekommen ist und ihrer Schwester, der Eishexe, gefolgt ist, sieht sie sich einem wahren Komplott konfrontiert. Denn ihre verbliebenen Schwestern wollen sich ihrer ein für alle Mal entledigen ohne jedoch den Fluch auf sich zu ziehen. Doch die Königin rebelliert und fordert Rache, während die menschliche Seite Lilith die Kämpfe, all das Leid und den unnötigen Schmerz hinter sich lassen möchte...

Da mir der erste Band unglaublich gut gefallen hatte, hatte ich auch beim zweiten hohe Erwartungen, die leider nicht erfüllt werden konnten. Die Geschichte an sich ist meistens fad und langweilig, ohne nennenswerte Spannung und mit nur wenig magischen Elementen. Wenn die magischen Elemente und die Tiefgründigkeit der Charaktere vorhanden waren, dann konnten sie mich zeitweise fesseln und überzeugen und mich den Charakteren näher bringen. Meistens war das jedoch nicht der Fall und insgesamt wirkte der komplette Band wie ein Durchhänger nach den turbulenten Ereignissen des ersten Teils, bis hin zum - hoffentlich - großartigen und bombastischen Finale des abschließenden Bandes.

Einige Geheimnisse und Ungewissheiten werden geklärt und ergaben im Nachhinein mehr Sinn, wenngleich ich teilweise Schwierigkeiten hatte mich an einige Fakten zu erinnern, da der erste Band schon ein paar Jahre zurücklag. Dennoch bin ich schnell wieder in die Geschichte gekommen, nur hat mir die Verbindung zu den Charakteren und der Funke zwischen den Charakteren total gefehlt, sodass sie nicht echt und greifbar wirkten. In diesem Punkt hat der zweite Band leider deutlich abgenommen.

Die Illustrationen innen sind wieder einmal wunderschön anzusehen und das ganze Buch ansehnlich, sodass ich es gerne in die Hand genommen habe, trotz der mauen Geschichte.

Nichtsdestotrotz werde ich den dritten Band lesen, der hoffentlich wieder genauso toll wird, wie der erste.

Veröffentlicht am 24.09.2019

Die Macht der Worte

Poet X
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Die aus der Dominikanischen Republik stammende Xiomara lebt mit ihrer Familie in einem Teil New Yorks. Gegenüber der streng religiösen Mutter verschließt sie sich und beginnt all die nicht gesagten Worte ...

Die aus der Dominikanischen Republik stammende Xiomara lebt mit ihrer Familie in einem Teil New Yorks. Gegenüber der streng religiösen Mutter verschließt sie sich und beginnt all die nicht gesagten Worte heimlich in ihrem Buch aufzuschreiben, bis sie einem Slam-Poetry-Club beitritt und sogar öffentlich auftritt um sich der Welt endlich mitteilen zu können.

Das Buch beinhaltet verschiedene Themen die sich um das Erwachsenwerden und Loslösen von der Familie drehen. Und eigentlich ist es nichts Neues, was die Autorin hier darstellt. Doch die Art und Weise wie sie das macht, in einem stilvollen, unter die Haut gehenden, poetischen Rahmen, hat mich berührt und mir viel Freude beim Lesen bereitet. Durch die Worte drückt Xiomara all das aus, was sie sich nie wagen würde zu sagen und es auch nicht dürfte, denn ihre Mutter unterdrückt sie und ihr wahres Ich, um das zu sehen, was sie nie sein wird. Die Art diese Problematik aufzugreifen ist etwas Besonderes und Ungewöhnliches und konnte mich vollkommen begeistern. Zwar hätte ich mir mehr "echten" Poetry-Salm gewünscht, der kaum im Buch vorkommt, doch auch diese Art der Darstellung reicht aus. Die Schlussbemerkung der Autorin zeigt ihre Intentionen klar und auch wie sie auf den Gedanken gekommen ist das Buch zu schreiben und es ist einfach wunderschön und berührend.

Fazit: Insgesamt ein wundervolles, tiefgründiges Buch, in dem viel Schmerz, Leid, aber auch Hoffnung und Freiheit stecken und die Macht der Worte deutlich wird!