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Veröffentlicht am 27.09.2025

Eine gelungene Mischung aus Fantasy und Krimi

Pagans - Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter
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Fantasy oder Krimi? James Alistair Henry verbindet in „Pagans. Ein Mörder. Zwei Cops. Hundert Götter“ gekonnt beide Genres zu einem witzigen und spannenden Buch.
In einer Welt, in der die Industrie-Revolution ...

Fantasy oder Krimi? James Alistair Henry verbindet in „Pagans. Ein Mörder. Zwei Cops. Hundert Götter“ gekonnt beide Genres zu einem witzigen und spannenden Buch.
In einer Welt, in der die Industrie-Revolution nicht von England ausging, ermitteln die beiden Polizisten Aedith aus London und der keltische Drustan im Mordfall an einem keltischen Delegierten. Dieser sollte an einem Kongress teilnehmen, der die einzelnen Gebiete der Insel vereinen soll. Zwischen mystischen Traditionen und unterschiedlichen Herangehensweisen stellt sich den beiden die Frage, ob der Kongress sabotiert werden soll oder noch etwas anderes im Gange ist.
Für mich macht die Mischung aus Fantasy und Krimi das Besondere dieses Buches aus. Die Story ist nicht ganz so rasant wie in Markus Heitz‘ „AERA“, wo auch ein Ermittler zwischen sämtlichen bekannten Glaubensrichtungen und Götter ermittelt. Dennoch entwickelt sich die Story nach und nach und nimmt zum Ende hin richtig Fahrt auf. Die Beschreibung der Alternativwelt auf den britischen Inseln, ebenso die Darstellung der Hauptfiguren. Die fortschrittlicher entwickelten Länder hätten mich noch interessiert - hierzu werden immer nur vage Andeutungen gemacht - aber da hoffe ich einfach mal auf einen Folgeband.
Fazit: für Fans von Markus Heitz‘ „AERA“ und alle, die gerne Fantasy und Krimi lesen.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Ein neuer Ermittler mit Scharfsinn, Ecken und Kanten

Der Inselcop von L. A.
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Michael Connelly hat einen neuen Ermittler: Detective Stilwell, der von der Mordkommission LA auf die Insel Catalina Island zwangsversetzt wurde. Statt der üblichen Straftaten wie Vandalismus oder Trunkenheit ...

Michael Connelly hat einen neuen Ermittler: Detective Stilwell, der von der Mordkommission LA auf die Insel Catalina Island zwangsversetzt wurde. Statt der üblichen Straftaten wie Vandalismus oder Trunkenheit ermittelt Stilwell plötzlich nicht nur im Fall eines toten Bisons im Nationalpark, sondern muss sich auch noch um einen Diebstahl und die Identität einer unbekannten Wasserleiche kümmern. Dabei wird der letzte Fall von seinen Kollegen vom Festland übernommen, den er eigentlich nicht mehr begegnen wollte.
Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut, spiegelt den Buchtitel perfekt wider und macht Lust auf das Buch. Connelly versteht es geschickt, die scheinbar einzelnen Taten zu einem Gesamtkomplex zu verknüpfen, ohne dass die Geschichte dabei durch zu viele Handlungsstränge zu unübersichtlich wird. Wie schon Conellys Ermittler Harry Bosch ist Stilwell eher ein Einzelgänger, der mit seinen Methoden regelmäßig bei Kollegen und Vorgesetzten aneckt. Dennoch gefällt mir die Handlung besser, dadurch die immer neuen Aspekte die Spannung immer mehr zunimmt, anstatt das sich die Story in die Länge zieht.
Fazit: empfehlenswert für Fans von Michael Connelly, aber auch alle, die kantige Ermittler mögen.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Eine herrlich irrwitzige Anthologie

Spitzer Stift schlägt stumpfes Schwert
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„Spitzer Stift schlägt stumpfes Schwert“ ist eine Sammlung von Terry Pratchetts Kurzgeschichten, die er in den 1970er bis 80er Jahren unter verschiedenen Pseudonymen in diversen Zeitungen veröffentlicht ...

„Spitzer Stift schlägt stumpfes Schwert“ ist eine Sammlung von Terry Pratchetts Kurzgeschichten, die er in den 1970er bis 80er Jahren unter verschiedenen Pseudonymen in diversen Zeitungen veröffentlicht hat. Das diese nun zusammen veröffentlicht sind, ist der Suche eines Fans nach einer Fortsetzung, den Recherche-Arbeiten von Pat und Jan Harkin sowie seinem Verleger Colin Smythe zu verdanken.
Die einzelnen Geschichten sind so verrückt, witzig und mit Hintersinn, als ob sie Aufwärmübungen für die Scheibenwelt wären. Eine Zeitreise in die Vergangenheit durch eine Tür, und dabei versehentlich Dinge wie ein Radio zurücklassen? Das hätte auch den Zauberern der Unsichtbaren Universität passieren können. Manche Geschichten sind sehr skurril, aber dann doch auch wieder „typisch Pratchett“.

Fazit: Für Einsteiger nicht unbedingt etwas, aber für Fans der Scheibenwelt und Terry Pratchetts Werk allgemein eine schöne Ergänzung zur Sammlung.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Eine überraschend vielschichtige Geschichte

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Alison Espachs „Wedding People“ ist ein kluger, bittersüßer Roman über Neuanfänge an unerwarteten Orten. Erzählt wird hier die Geschichte von Phoebe, die nach einem persönlichen Tiefpunkt in einem Luxushotel ...

Alison Espachs „Wedding People“ ist ein kluger, bittersüßer Roman über Neuanfänge an unerwarteten Orten. Erzählt wird hier die Geschichte von Phoebe, die nach einem persönlichen Tiefpunkt in einem Luxushotel auf eine Hochzeitsgesellschaft trifft – und dort, zwischen schrillen Gästen, komischen Dialogen und leisen Momenten der Nähe, langsam zurück ins Leben findet. Der Autorin gelingt es, existenzielle Themen wie Trauer und Lebensmüdigkeit mit Humor und Leichtigkeit zu verbinden, ohne sie je zu verharmlosen. Der Anfang der Geschichte zieht sich etwas, geht dann aber in einen angenehmen Lesefluss über. Was mir nicht so gut gefallen hat, dass der Suizid-Gedanke von Phoebe eher nebensächlich behandelt wird, trotz dass er immer wieder erwähnt wird.
Der Schreibstil insgesamt zeugt aber von einer sehr guten Beobachtungsgabe, die die sozialen Dynamiken und emotionalen Nuancen der einzelnen Figuren toll wiedergibt.
Fazit: ein Roman, der gleichermaßen unterhält wie bewegt – und zeigt, wie nah Lachen und Weinen beieinanderliegen.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

ein herzerwärmender Feel-Good-Roman, der auf eine magische Reise einlädt

Der Laden in der Mondlichtgasse
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„Der Laden in der Mondlichtgasse“ von Hiyoko Kurisu ist ein warmherziger Feel-Good-Roman, der in eine magische Welt voller Weisheit entführt. Schon das Cover ist mit dem Gold auf dunkelblauen Grund wunderschön ...

„Der Laden in der Mondlichtgasse“ von Hiyoko Kurisu ist ein warmherziger Feel-Good-Roman, der in eine magische Welt voller Weisheit entführt. Schon das Cover ist mit dem Gold auf dunkelblauen Grund wunderschön gestaltet und unterstreicht den Titel dadurch optisch sehr gut. Im Mittelpunkt steht eine geheimnisvolle Confiserie, betrieben vom Fuchsgeist Kogetsu, die nur zwischen Voll- und Neumond öffnet und von jenen Menschen betreten werden kann, die an etwas in ihrem Leben zweifeln. In sechs Episoden erhält jeweils eine Person eine besondere Süßigkeit, die ihr hilft, einen neuen Blick auf ihr Leben zu gewinnen.
Die Autorin verbindet Elemente japanischer Mythen mit einer ruhigen, bildhaften Sprache, die berührt und zum Nachdenken anregt. Was das Buch für mich so besonders macht, ist die stille Kraft der Geschichten: Heilung entsteht hier nicht durch Wunder, sondern durch Selbstreflexion, Mitgefühl und kleine Impulse, die einen anderen Weg eröffnen.

Fazit: ein klassisch japanischer Feel-Good-Roman für alle, die gerne Lebensweisheiten in kleine Geschichten verpackt mit fantastischen Elementen mögen. Gut geeignet für Leserinnen von „Das kleine Antiquariat von Tante Sango-san“ und „Der Baum der verlorenen Erinnerungen“.

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